Schlagwort-Archive: Big Data

Digitale Agenda kw12

 

CeBIT 2015 – oder schon Hannover Messe Industrie 4.0?

Man kam sich fast vor wie auf der falschen Veranstaltung. Fertigungsroboter, Autos, Traktoren und überall Aufschriften mit der Endung 4.0 – sogar von Farming 4.0 war die Rede. Die deutsche ITK-Branche hat im verarbeitenden Gewerbe scheinbar ein neues Opfer gefunden (CeBIT-Specials auf Heise.de und Computerwoche.de, Trends in Kürze auf CIO.de).

Fast jeder dritte ITK-Anbieter hat laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkombereits Produkte für die digitalisierte Fabrik, ein weiteres Drittel arbeitet momentan daran. Die potenziellen Käufer sind aber noch zurückhaltend. Ihnen fehlt das Personal und das Know-how, um den Sprung in die digitale Zukunft zu wagen. Der Bitkom mahnt in einem Positionspapier die Regierenden, mehr in die Bildung zu investieren.

Mit der digitalen Transformation ist es noch nicht weit her, auch wenn sich die CeBIT dieses Jahr den Kunstbegriff „Diconomy“ als Motto gegönnt hat. Die Industrie kämpft noch mit starren Hierarchien und einem mangelnden Verständnis für die Bedeutung von Daten beim obersten Management, wie eine Studie von Intersearch zeigt (Artikel auf CIO.de).

Auch dem Internet der Dinge war auf der CeBIT kaum auszuweichen, obwohl das IoT derzeit noch eher als Vision existiert. Auf der Code_n-Ausstellung in Halle 16 konnte man im Gespräch mit IoT-Startups ein Gefühl dafür bekommen, was es auf dem Weg zur totalen Vernetzung noch alles zu entwickeln gibt (Bericht über den Code_n Award auf Heise.de).

Vor allem fehlt es noch an Standards und Technologieplattformen. Immerhin konnten sich die beiden konkurrierenden IoT-Organisationen EEBus und das Open Interconnect Consortium auf der CeBIT darauf verständigen, in Sachen Standards zu kooperieren. SAP und Accenture wiederum haben die Entwicklung einer IoT-Lösung für die Energiebranche bekanntgegeben, Microsoft eine IoT-Entwicklungsumgebung auf seiner Cloud-Plattform Azure (silicon.de).

 

IT-MANAGEMENT

Big-Data-Anwendungen gehen die Daten ab. Zwar hat Big Data die IT-Industrie vor einigen Jahren in Goldgräberstimmung versetzt, doch Firmen in diesem Bereich haben es schwer, ihre Anwendungen zu testen und weiterzuentwickeln, weil sie keine frei zugängliche Daten zur Verfügung haben. In den USA wie auch in Deutschland bilden sich derzeit Initiativen, um große Datenmengen unter Einhaltung von Datenschutzbestimmungen zugänglich zu machen.

Social Business ist eine Frage der Firmenkultur. Flache Hierarchien und offene Kommunikation können große Potenziale innerhalb von Unternehmen freisetzen, doch dafür muss auch ein interner Kulturwandel initiiert werden, erklärt der Crisp-Berater Joachim Haydecker auf Computerwoche.de.Die Bereitschaft zum Wandel halte sich in deutschen Unternehmen allerdings in Grenzen.

 

TECHNIK

Windows 10 wird ein richtiges Business-Betriebssystem. Vor der geplanten offiziellen Einführung im Sommer räumt Microsoft schon mal die dazugehörigen Komponenten auf:
– Die Kommunikationsplattform Lync hat bald ausgedient und wird von Skype for Business ersetzt, das jetzt als Technical Preview verfügbar ist (t3n).
– Die Marke Internet Explorer, zuletzt ein Synonym für Inkompatibilität und Sicherheitslücken, wird fallen gelassen und vom neuen Browser Spartan ersetzt (Süddeutsche).
– Mit Power BI kommt ein Cloud-basiertes Analyse-Tool, das für einfache Business-Nutzer Daten aus Excel und anderen Quellen visualisieren soll.

Verschlüsselung von Cloud-Anwendungen. Ein Verfahren für die sichere Kommunikation zwischen dem Firmennetz und Cloud-Anwendungen wie Salesforce hat das Schweizer Unternehmen CirrusGard entwickelt. Das Tool bekommt vom Proxy den kompletten Datenstrom in und vom Internet, sensitive Daten werden im Firmennetzwerk ver- und entschlüsselt.

Wie lange hält welche Art digitaler Speicher? Optische Speichermedien wie CDs und DVDs wurden in ihren Anfängen als verfallsresistent gepriesen, inzwischen hat sich Ernüchterung breit gemacht. 20 bis 30 Jahre bei guter Behandlung ist jetzt Standard. Doch wie sieht es mit Festplatten, SSDs und Tape aus und wie sollte man grundsätzlich archivieren? Doc Storage erklärt es auf speicherguide.de.

 

Zu guter Letzt …

Cisco versucht die NSA zu foppen. Damit Lieferungen an bestimmte Kunden nicht von der NSA abgefangen und manipuliert werden, wie das schon in der Vergangenheit der Fall war, liefert Cisco jetzt auf Wunsch Equipment auch in leerstehende Häuser aus, damit die Kunden dort ihre Geräte abholen können (The Register, deutsche Meldung auf Heise.de)

Facebook will Amazon Konkurrenz machen. Facebook-Nutzer werden sich bald über den Messenger gegenseitig Geld überweisen können – an ihrer Bank und am Fiskus vorbei. Doch Facebook will auch noch zur Shopping Mall werden und Produkte direkt über den Stream verkaufen (Zeit.de)

Digitale Agenda kw07

 

2015 verspricht den Durchbruch bei Big Data Analytics

Big Data Analytics gehört mit zum anspruchsvollsten, was eine IT-Organisation leisten kann – zumindest wenn sie die Aufgabe mit eigenen Ressourcen bewältigen will. Muss sie aber nicht. Genau deswegen sieht Werner Vogels, CTO von Amazon und Mastermind der Amazon Web Services, die Nachfrage nach entsprechenden Services bei AWS durch die Decke gehen. Kein Wunder, dass in Vogels‘ Vorausschau auf die Trends für 2015 (Computerwoche) alles irgendwie mit Analytics aus der Cloud zu tun hat.

In diesem Jahr wendet sich das Blatt, stellt auch Accenture in ihrer IT-Trends-Studie 2015 fest. Wurde letztes Jahr im deutschsprachigen Raum mehr über Big Data Analytics geredet als umgesetzt, gaben Ende letzten Jahres knapp 20 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen an, bereits eine oder mehrere Big Data Analytics‐Anwendungen in Betrieb zu haben, während sich weitere 51 Prozent sich darauf vorbereiten oder Pilotprojekte aufsetzen.

Komplett auf die Cloud setzen trotzdem die allerwenigsten. „Wir werden es noch eine Weile mit einem Hybridkonzept zu tun haben“, muss Fernando Lucini, HPs CTO für Big Data, im HP-Blogzugeben. Reine SaaS-Lösungen wie HPs Haven OnDemand versprechen zwar die Zukunft, für den Moment wollen Anwender aber erst Kompetenz im eigenen Haus aufbauen und die Klärung wichtiger Fragen zu Datenschutz und Rechtssicherheit abwarten.

 

Mit Deep Learning einen Schritt näher zu Künstlicher Intelligenz

Gesichter erkennen, Sprache verstehen und ganz allgemein unscharf definierte Probleme lösen, das alles verspricht Deep Learning, eine Methode zum Aufbau Künstlicher Intelligenz. Lernende Systeme werten eine Unmenge an Daten aus, aus denen sie häufig vorkommende Muster erkennen und danach Schritt für Schritt die Funktionsweise dieser Muster erkunden (sehr guter Artikel dazu im Spektrum). Demnächst soll Deep Learning sogar im Smartphone integriert werden (Technology Review).

Die Schwergewichte der IT-Branche investieren massiv in Deep Learning. Die Nase vorn bei kommerziell einsetzbaren Systemen hat derzeit IBM mit seinem Watson. Das System hilft beispielsweise Ärzten bei der Diagnose und bewertet Papiere im Finanzwesen. Anderswo arbeiten solche Systeme unter der Haube, bei Google und Apple als digitale Assistenten (Now und Siri), bei Facebook in der Gesichtserkennung (Artikel über DeepFace auf Bild.de).

Längst hat der Run auf die Talente begonnen. Google kaufte vor einiger Zeit das britische Startup DeepMind (Interview dem Gründer auf Medium), die Konkurrenz stockt ebenfalls ihre Teams mit Hochdruck auf. Facebook stellt seine Technologie zum Teil auch der Open-Source-Gemeinde zur Verfügung. Firmen wie Microsoft werben unter anderem mit Meldungen wie dieser (VentureBeat), nach der ein eigenes Team jetzt Googles Bestmarke in einem Benchmark für Gesichtserkennungübertroffen hat – mit einer Trefferquote von 95,06 Prozent.

 

IT-MANAGEMENT

Live Patching für den Linux-Kernel. Schon in der nächsten Version (3.20) des Linux-Kernels soll unter Umständen ein Live-Patching-Feature eingebaut werden, mit dessen Hilfe laufende Systeme unterbrechungsfrei gepatcht werden können. Ein solches Feature haben zwar die Distributionen von Red Hat und Suse bereits, doch das Feature als Kernel-Funktion würde für wesentlich mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit sorgen und wäre obendrauf kompatibel mit beiden Distributionen (Bericht auf silicon.de).

Facebook startet Security-Plattform für Unternehmen. Auf ThreatExchange sollen künftig Sicherheitsexperten Informationen über Lücken und Gefahren vertraulich und nur mit Personen ihrer Wahl austauschen können. Schwergewichte wie Yahoo, Dropbox, und Twitter sind bereits beim Start mit von der Partie, weitere sollen folgen (Details auf Heise.de). Unterdessen ist Google gerade dabei, es sich mit der Branche zu verscherzen. Entdeckte Lücken werden erst den Firmen vertraulich gemeldet, nach 90 Tagen aber veröffentlicht – unabhängig davon, ob sie behoben wurden (Bloomberg).

 

TECHNIK

Das Internet der Dinge bekommt ein eigenes Netz. Das französische Startup Sigfox ist seinem Ziel, ein weltweites Mobilfunknetz für das Internet der Dinge aufzubauen, einen großen Schritt näher gekommen. Letzte Woche sind Telefonica und die japanische NTT beim Unternehmen eingestiegen und haben 100 Millionen Euro für den Ausbau seines Netzes zur Verfügung gestellt (Computerwoche). Mehr Details über die Technologie und Pläne von Sigfox auf LightReading.

Apache adelt Big-Data-Technologie aus DeutschlandFlink heißt die Software, die soeben zu einem Top-Level-Projekt gehoben wurde und einen großen Schritt in Richtung Echtzeitanalysen verspricht (heise.de). Seine Spezialität besteht darin, historische und Echtzeitdaten aus Hadoop schneller miteinander zu verknüpfen als es bisher mit anderer Apache-Software wie MapReduce, Storm oder Spark möglich war. Die Software wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts in der TU Berlin entwickelt, aus dem das Startup Data Artisans GmbH hervorgegangen ist.

Digitale Agenda kw06

 

Ein großer Schritt in Richtung langfristiger Netzneutralität

Die Entscheidung der US-Kommunikationsbehörde hat Signalwirkung auch für Europa: In einem Gastbeitrag im US-Magazin Wired spricht sich der FCC-Vorsitzende Tom Wheeler dafür aus, Internet-Leitungen künftig genauso zu behandeln wie Telefonleitungen. Das bedeutet: Alle Datenpakete werden gleich schnell weitergeleitet, keine Überholspuren für zahlende Streaming-Dienste, keine Drosselung. Einen entsprechenden Vorschlag will er demnächst zur Abstimmung geben.

Erledigt ist das Thema damit aber noch nicht. Die Süddeutsche rechnet damit, dass die FCC Wheelers Vorschlag zwar durchwinkt, der von Republikanern dominierte Kongress das Gesetz dazu aber ablehnt und es nur durch ein Veto des US-Präsidenten durchkommt. Zudem sei mit Klagen seitens der großen Carrier wie AT&T und Verizon zu rechnen.

Die Haltung der Bundesregierung ist nicht ganz eindeutig. Zwar plädiert sie in einem Positionspapier (PDF) für richtige Netzneutralität, will aber freie Bahnen für „Spezialdienste“ wie fahrerlose Autos oder telemedizinische Anwendungen. Wie diese mit Netzneutralität in Einklang zu bringen sind, soll demnächst in Verhandlungen mit den anderen EU-Ländern entschieden werden. Einschätzungen darüber auf Netzpoltik.org.

 

Das Internet der Dinge ist technisch gesehen startklar, aber …

… wo bleiben die Produkte und Anwendungen? Dank der Massenproduktion von Smartphones gibt es heute genug stromsparende und zugleich günstige Komponenten wie Sensoren, Kameras, Kommunikations-Chips und natürlich Prozessoren. Die Herausforderung liegt eher darin, damit Produkte zu bauen, die einen echten Nutzen darstellen, erklärt der Technologie-Experte Ben Evans in seinem Blog.

Nur mit sinnvollen Anwendungsszenarien kann jedoch der Schatz gehoben werden, den Accenture als Wertschöpfung durch das Internet der Dinge projiziert. Diese könnte bis 2030 allein in Deutschland bei 500 Milliarden Euro liegen, durch Investitionen in bessere Rahmenbedingungen sogar bei mehr als 600 Milliarden. Doch die Anwendungsszenarien fehlen ebenso wie die dazugehörigen Geschäftsmodelle, stellt auch Gartner fest (silicon.de).

Es hängt mal wieder an der IT und der richtigen Nutzung von Daten, erklärt der Chef von Accenture Deutschland im Computerwoche-Interview. Man müsse hierfür ganzheitlich und vor allem an den Aufbau von Smart Services denken, die durch eine intelligente Nutzung von Daten entstehen. Und idealerweise würde die IT hier das Heft der Digitalisierung in der eigenen Hand behalten und sich nicht nur um die Infrastruktur kümmern, sondern die Rolle des Innovators übernehmen.

 

IT-MANAGEMENT

Die Vorgehensweise bei der Implementation von IT-Diensten ändert sich, erklärt der CIO-Berater Tim Crawford auf GigaOM. Die Verfügbarkeit von Cloud Computing und Anwendungen, die übers Internet wahrgenommen werden können, macht es möglich, dass IT-Leiter zuerst auf Produkte von der Stange zugreifen können, um erste Erfahrungen mit neuen Anwendungen zu machen, und sich dann entscheiden können, ob sie für ihre Bedürfnisse mit der Konfiguration einer existierenden Lösung besser fahren oder ob sie ein Produkt komplett neu bauen wollen. Das Paradigma lautet jetzt: Consume > Configure > Build.

 

TECHNIK

Was taugt SAPs neue ERP-Suite wirklich? SAP S/4HANA, eine Kombination aus SAP HANA und SAP Fiori, verspricht weniger Komplexität, weniger Hardware, sowie kleinere Datenmengen und Netzwerkkapazitäten (Computerwoche, ausführlicher Bericht auf silicon.de). Soweit die Theorie. Die Analysten von PAC erkennen in einer ersten Einschätzung in dem Produkt eine bedeutende Änderung in der Art und Weise, wie das ERP-Kernsystem funktioniert, sehen aber noch viele Fragen offen, vor allem was eine sanfte Migration auf das neue System betrifft. Zudem sei auch bei der Preisgestaltung noch einiges im Unklaren.

Big-Data-Analysen auf eine neue Ebene heben will der Hadoop-Distributor Cloudera durch die Übernahme von Xplain.io. Das Start-up hatte sich auf die Analyse von Datenbank-Queries spezialisiert und eine Analyse-Software entwickelt, die daraus Nutzungsmuster erkennt. Damit lassen sich beispielsweise Datenmodelle optimieren, Klickpfade auf einer Website feinjustieren oder Geschäftsmodelle verbessern.

AirDisk Pro verwandelt iPhones und iPads in externe Laufwerke. In Android-Geräten ist diese Möglichkeit längst gegeben, Apple ließ das wohl aus Sicherheitsgründen bisher auf der Betriebssystemebene nicht zu. Mit AirDisk Pro (1,99 Euro) geht jetzt auch das, inklusive hierarchischem Dateisystem innerhalb der App. Die Verbindung zwischen PC/Mac und dem iOS-Gerät erfolgt via WLAN, zwischen mobilen Geräten ist auch Bluetooth möglich. Zudem kann die App auch mit Cloud-Speichern wie Dropbox kommunizieren.