Schlagwort-Archive: Gesichtserkennung

Digitale Agenda kw42 / 2018

 

Digitale Privatsphäre

Apple und Google wollen es Ermittlern möglichst schwer machen. Die beiden Smartphone-Hersteller haben ihre neuesten Produkte mit Funktionen ausgestattet, die wie gezielte Anti-Polizei-Maßnahmen wirken.  Die Polizei gibt allerdings mächtig Gas, vor allem in Sachen Gesichtserkennung.  Kann man die eigenen digitalen Spuren verwischen? Die WiWo erklärt, warum das so schwierig ist.   

Digitales Leben

Filesharing: Eltern haften für ihre Kinder – und umgekehrt. Inhaber von Internet-Anschlüssen haften auch für Urheberrechtsverstöße ihrer Familienmitglieder, urteilte der Europäische Gerichtshof. In Deutschland war das lange Zeit anders. Microsoft-Mitgründer Paul Allen ist gestorben. Das Computergenie stand immer im Schatten von Bill Gates und investierte immer wieder in ehrgeizige Technologieprojekte.  Google fügt sich der Strafe der EU und ändert sein Geschäftsmodell für die Lizenzierung von Android. Zuvor hatte die EU den Konzern mit einer Rekordstrafe belegt.  Zwischen Ebay und Amazon herrscht Krieg. Amazon hat jahrelang Top-Verkäufer von Ebay mit unlauteren Mitteln abgeworben. Ebay hat es jetzt herausgefunden und geklagt.  Noch ein Datenleck bei Facebook: Mehrere Wochen lang konnten Unbefugte teils hochsensible Daten von 30 Millionen Nutzern sammeln. Weitere unbemerkte Angriffe sind nicht ausgeschlossen.  EU will Parteien bei Falschinformation bestrafen. Vor der Europawahl nächstes Jahr wollen die Regierungen den Kampf gegen Desinformation verstärken. Wird eine Partei beim Lügen erwischt, sollen ihr die EU-Gelder entzogen werden.   

Zu guter Letzt …

Saudi-Arabien ist der größte Startup-Investor weltweit. Das Wüstenreich ist an zahlreichen amerikanischen Tech-Unternehmen beteiligt. Für manches Start-up ist die Khashoggi-Affäre ein richtiger Balanceakt.

Digitale Agenda kw29 / 2018

 

Ein Masterplan für KI

Die Eckpunkte einer Strategie für Künstliche Intelligenz hat die Bundesregierung diese Woche vorgestellt (PDF). Die wesentlichen Punkte: Ausbildung fördern, die eigenen Experten im Land halten und ausländische anlocken, die Datenverfügbarkeit sicherstellen (Spiegel).

Eine Strategie ist das noch nicht, eher eine Absichtserklärung. Viele wichtigen Details fehlen, vieles ist widersprüchlich. Der eigentliche Masterplan soll im Dezember zusammen mit konkreten Zahlen nachkommen. 

Deutschland ist etwas spät dran. Die USA haben einen solchen Plan 2016 formuliert, China investiert massiv und hat sich als Ziel gesetzt, bis 2025 die USA einzuholen – und KI ist längst in unserem Leben angekommen. 

 

Digitales Leben

Google muss Rekordstrafe zahlen. 4,3 Milliarden Euro verlangt die EU-Kommission, weil Google die Hersteller von Android-Smartphones dazu gezwungen haben soll, seine Apps darauf zu installieren. Die Strafe entspricht etwa die Hälfte des Gewinns, den Google im letzten Quartal erwirtschaftet hat. 

Wie Telekom und Vodafone die Netzneutralität untergraben, schildert Netzpolitik.org. Einige ihrer Angebote, die bestimmte Streaming-Dienste bevorzugt behandeln, verstoßen gegen Gesetze. Doch die Konzerne ziehen Gerichtsverfahren in die Länge und verdienen erst mal weiter.

Microsoft-Präsident warnt vor Gesichtserkennung. In In einem Blog-Beitrag ruft Brad Smitz den US-Kongress dazu auf, den Einsatz von Gesichtserkennung zu regulieren (FAZ). In Deutschland läuft derweil eine Klage gegen den automatischen Zugriff der Polizei auf Biometriedaten.

Für den Facebook-Chef sind Holocaust-Leugner kein Problem. Die Meinungsfreiheit sei viel wichtiger und die Leute, die den Holocaust leugnen, wüssten es meist einfach nicht besser – sagt Mark Zuckerberg, selbst Jude. 

Fuchsia soll Android bald ablösen. Google bezeichnete das mobile Betriebssystem bisher als Experiment, doch der Finanzdienst Bloomberg will inzwischen mit Menschen aus dem Google-Umfeld gesprochen haben, die mehr darüber wissen (Zeit). 

 

Zu guter Letzt …

Eine Filterblase für ihren Parteivorsitzenden hat die britische Labour Party während des letzten Wahlkampfs in Facebook aufgebaut. Die Funktionäre der Parteizentrale wollten Jeremy Corbyn glauben lassen, dass sie das Geld für Facebook-Anzeigen tatsächlich so ausgeben, wie der Vorsitzende es wollte. In Wirklichkeit sahen die gewünschten Anzeigen nur Corbyn und sein Umfeld, der Rest der Wählerschaft hingegen bekam Botschaften mit anderen Inhalten zu sehen (Netzpolitik).  

Digitale Agenda kw15 / 2018

 

Mark Zuckerberg im Kongress

Spaziergang statt ‚Grilling‘: Gut vorbereitet und routiniert konterte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Fragen der Abgeordneten bei der Anhörung im US-Kongress mit einer Mischung aus Demut, unverbindlichen Absichtserklärungen und Tech-Slang (Zeit). 

Ergebnis: 2:0 für Facebook, Silicon Valley darf über Washington weiter lachen (Süddeutsche). Solange solche Anhörungen nur TV-gerechte Inszenierungen des Volkszorns sind, droht Facebook keine Gefahr. Zuckerberg ist schließlich geübt im sich entschuldigen (Netzpolitik). 

Facebook ist ‚Neuland‘, allerdings nicht nur für Politiker. Auch Datenschützer und Internet-Gurus müssen erst verstehen, was diese Art „digitale soziale Infrastruktur“ (Spiegel) für die Gesellschaft, die Demokratie und für jeden einzelnen bedeutet.  

In der Zwischenzeit müssen Gerichte Zensurversuche korrigieren, Datenschützer die Weitergabe von Patientendaten verhindern, Parlamente politischen Druck ausüben und Journalisten tatsächlich relevante Fragen formulieren.

 

Digitale Welt

Android Security Updates werden oft unterschlagen, ergab eine Untersuchung des Security Research Lab. Einzelne Smartphone-Hersteller würden nicht nur keine Patches liefern, sondern ihren Kunden vorgaukeln, ihre Handys seien sicher (Golem). 

US-Regierung Journalisten überwachen. Laut Bloomberg will das Ministerium für Heimatschutz Akten über 290.000 Journalisten, Blogger, Korrespondenten und Herausgeber anlegen, um damit ihren Einfluss auf die Sicherheit des Landes zu identifizieren (Netzpolitik).

Künstliche Intelligenz und Gesichtserkennung kombiniert das chinesische Unternehmen Sensetime und wird damit zum wertvollsten Startup in Chiina. Die Regierung will die Technologie für eigene Zwecke nutzen (Süddeutsche). 

Ein Bündnis gegen Videoüberwachung haben junge Politiker der Union, der Grünen, der Linken und der FDP in Berlin gegründet. Es richtet sich gegen das „Aktionsbündnis für mehr Videoüberwachung und Datenschutz“, das mehr Überwachung „an gefährlichen Orten“ anstrebt (Netzpolitik). 

 

Zu guter Letzt …

Ransomware fordert Opfer zum Spielen auf. Die Erpressersoftware „PUBG“ verschlüsselt die Festplatte des befallenen Rechners, verlangt jedoch keine Überweisung in Bitcoin. Stattdessen heißt es in einer Meldung, der Nutzer soll das Computerspiel „Playerunknown’s Battlegrounds“ eine Stunde lang zu spielen, um wieder auf seine Festplatte zugreifen zu können (Spiegel).

Digitale Agenda kw39 / 2017

 

Nach der Wahl

Die gute Nachricht zuerst. Im „ersten Wahlkampf einer neuen Zeit“ (Spiegel) gab es auf der digitalen Seite kaum böse Überraschungen – weil man die Gefahren kannte und darauf vorbereitet war: Man wusste,

Was von eine Jamaika-Koalition zu erwarten ist, analysieren die Zeit und Netzpolitik.org. – und sind vorsichtig optimistisch.

Es braucht massive Investitionen in die digitale Infrastruktur, wenn nicht gar einen digitalen Marshall-Plan (Spiegel). Politik und Telekom haben bei der Breitbandversorgung viel nachzuholen (WiWo, Seite 3).

 

Digitale Welt

Wie sicher ist Apples Gesichtserkennung? Ähnlich wie bei der Einführung des Fingerabdrucksensors sind Bedenken über Sicherheit und Datenschutz laut geworden. Apple hat reagiert (Zeit).

Wie wirkt sich der Wegfall der Roaming-Gebühren aus? Die Gewinne der Mobilfunkanbieter sind nach wie vor hoch, von der Maßnahme profitieren aber sowohl Reisende als auch lokale Betriebe (Süddeutsche).

Die neuen Daten-Flatrates von Telekom und Vodafone (Spiegel) sind gute Beispiele dafür, was Verbrauchern blüht, wenn die Netzneutralität scheibchenweise aufgeweicht wird (Netzpolitik.org).

Amazon Echo will jetzt überall mithören. Amazon hat sechs neue Versionen seiner intelligenter Lautsprecher vorgestellt, die in jedes Zimmer passen und auch telefonieren können. Die digitale Assistentin Alexa wird damit allgegenwärtig (Zeit)

Das Smart Home ist das Gegenteil von sicher, warnt die Verbraucherzentrale in einem Positionspapier und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die Stiftung Warentest hat Passwort-Manager getestet und neun von ihnen als „empfehlenswert“ beurteilt (Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Was weiß Tinder über die sexuellen Vorlieben seiner Singles? Jede Menge, fand eine Journalistin heraus, die selbst jahrelang Kundin war. Sie bat um Auskunft und bekam 800 Druckseiten über ihr Liebes- und Sexleben zugeschickt (Süddeutsche).