Schlagwort-Archive: IoT

Digitale Agenda kw48

 

Der Router-Hack und die Folgen

‚Das Internet der Dinge ist kaputt‘ ist der Titel eines Online-Specials der Süddeutschen Zeitung, in dem auf die vielfachen Sicherheitsprobleme des IoT hingewiesen wird. Der Router-Hack vom Wochenende gibt dieser Aussage wohl recht.

Es hätte viel schlimmer kommen können. Ein Botnetz aus 900.000 Routern hätte nicht nur die Internet-Versorgung in Deutschland lahm legen können, sondern auch kritische Infrastrukturen wie Energieversorger und Elektrizitätsnetze (Tagesspiegel).

Kritische Infrastrukturen sind nicht gut abgesichert und das BSI wird nicht müde, jedes Jahr darauf hinzuweisen (Lagebericht 2016). Die Umsetzung des Gesetzes zu ihrem Schutz läuft nur schleppend an und der Ruf nach einer NATO fürs Internet hilft auch nicht viel.

Die Gerätehersteller stehen jetzt in der Pflicht. Ihre Webcams, Drucker, Router, und Smart-TVs sind nach wie vor mangelhaft abgesichert und teilweise nicht updatefähig. Höchste Zeit, dass ihre Marktzulassung mit einem TÜV-Verfahren verknüpft wird (Süddeutsche).

    

Staatliche Überwachung auf dem Vormarsch

Der BND soll auch WhatsApp überwachen können. Die Innenminister der Länder haben es in ihrer Konferenz gefordert, der Geheimdienst bekommt dafür ein Sonderbudget von 150 Millionen Euro (Netzpolitik.org). Zusammen mit all den anderen Maßnahmen bleibt in Deutschland an Privatsphäre nicht mehr viel übrig (Spiegel).

Auch Trumps Ministerauswahl deutet auf einen Ausbau des Überwachungsapparats hin (ZeitBloomberg). Der neue Justizminister und der neue FBI-Chef sind Überwachungs-Freaks. Erste Kostprobe: Das FBI darf jetzt weltweit hacken.

Sogar das Internet-Archiv hat Angst vor Trump. Die Non-Profit-Organisation dahinter hat jetzt eine Spendenaktion gestartet, um ein Backup des Archivs in Kanada aufzubauen (Netzpolitik.org).

Gibt es noch so etwas wie sichere Plattformen? Das Darknet und sein Tor-Browser sowie Edward Snowdens bevorzugter Messenger, Signal, sind Erfindungen der US-Geheimdienste und werden nach wie vor von ihnen finanziert. Da wären Zweifel angebracht (Pando).

  

Nachrichten

Eine ‚Charta der digitalen Grundrechte‘, entworfen von 24 namhaften Politikern, Journalisten und Internet-Experten, steht nun zur Diskussion bereit und soll demnächst im EU-Parlament debattiert werden (Spiegel).

Wie gut sind deutsche Mobilfunknetze? Die Magazine Connect und Chip haben getestet, eine Zusammenfassung gibt’s auf Süddeutsche.de.

Riesiges Botnetz zerschlagen. Das 7 Jahre alte Avalanche-Netz hatte Hunderttausende private und geschäftliche Computer befallen und sie für Phishing und Spam-Versand genutzt (Zeit).

Office 365 wird Collaboration-Plattform. Die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten ist nun auch mit PowerPoint möglich, in Outlook können lokale Dateianhänge in gemeinsam genutzte Cloud-Dokumente umgewandelt werden (silicon.de).

Hacker kapern Fahrkartenautomaten in San Francisco. Letztes Wochenende waren die Fahrgäste der Nahverkehrsbahn Muni dazu gezwungen, schwarz zu fahren. Erpresser verlangten 69.000 Euro Lösegeld (Spiegel).

   

Zu guter Letzt …

Von wegen keine Falschmeldungen auf Facebook: Sogar Marc Zuckerbergs eigenes Blog war letzte Woche von zwei Anzeigen umrahmt, die sich mit falschen Federn schmückten. Hinter vermeintlichen Nachrichten von CNN und ESPN verbargen sich Anbieter dubioser Muskelaufbau-Präparate und Pseudo-Trainingsmethoden (Medium).

Digitale Agenda kw45

 

Facebook-Präsident Trump

Facebook und Twitter haben bei der Wahl von Donald Trump kräftig mitgeholfen. Kein anderer konnte die Schwächen der beiden Plattformen besser zu seinem Vorteil nutzen, vor allem aber so skrupellos (Spiegel.de).

Facebook ist eine Plattform der Falschmeldungen geworden. Artikel der New York Times erscheinen im Feed der Nutzer gleichberechtigt neben denen obskurer Pseudomedien, die unter anderem behaupten, sogar der Papst unterstütze Trump (SüddeutscheNew York Magazine).

Schuld daran ist Facebooks Geschäftsmodell. Je mehr Likes und Shares ein Inhalt bekommt, desto mehr Leuten wird er gezeigt, desto mehr Werbung wird ausgespielt. Wahrheitsgehalt? Egal. Um diesen Mechanismus herum gibt es inzwischen ein ganzes Ökosystem aus Profiteuren und Polit-Rowdys.

Deutsche Politiker sind alarmiert. Ein solcher Wahlkampf darf in Deutschland nicht stattfinden. Innenminister de Maizière ruft zum Kampf gegen Troll-Bots auf (Spiegel), die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg wegen Volksverhetzung (Süddeutsche).

    

Digitale Bewerbungsfilter

Konzerne setzen immer häufiger Algorithmen ein, um ‚falsche‘ Bewerber auszusortieren und die ‚richtigen‘ zu identifizieren.

Eine neue Software von SAP soll vielversprechende Bewerber erkennen, indem sie irrelevante Kriterien wie Herkunft oder Geschlecht ausblendet und nur die relevanten bewertet (FAZ).

Ein Vorgespräch mit einem Chatbot bietet die Software eines Aachener Startups. Bewerber werden erst dann zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, wenn sie ein Telefongespräch mit einem Computer überstanden haben (Spiegel).

Psycho-Tests, die ‚problematische‘ Persönlichkeiten erkennen, macht eine Software der US-Firma Kronos. Das Problem: Bewerber werden auch von Jobs ausgeschlossen, für welche ihre Persönlichkeit völlig irrelevant ist (Der Freitag).

 

Nachrichten

WhatsApp stoppt Datenweitergabe an Facebook. Nach dem Einschreiten von Datenschützern wurde die Übertragung von Daten europäischer WhatsApp-Nutzer an den Mutterkonzern vorerst ausgesetzt (Spiegel).

Was die IT-Wirtschaft von Trump zu erwarten hat, hat die Computerwoche zusammengefasst. Die Wahlkampfparolen lassen nichts Gutes ahnen: Zölle, Einwanderungsverbote, keine Netzneutralität und noch mehr Überwachung.

Tesla kauft deutschen Anlagenbauer Grohmann. Der Elektroauto-Pionier will mit dessen Technik seine Fertigungsstraßen automatisieren und in den nächsten zwei Jahren 1.000 Jobs in Deutschland schaffen (Zeit).

Gütesiegel sollen das IoT sicher machen. Nach den massiven DDoS-Angriffen über das Internet der Dinge denken europäische und deutsche Behörden über Zulassungsregeln für IoT-Geräte nach (Zeit).

   

Zu guter Letzt …

Intelligente Lampen per Drohne gehackt. Forschern ist es gelungen, die intelligenten Lampen von Philips in einem Gebäude mit einer Drohne unter ihrer Kontrolle zu bringen und über sie ein Virus für das Internet der Dinge zu verbreiten (silicon.de).

Digitale Agenda kw39

 

DDoS, neu definiert

Die größte jemals registrierte DDoS-Attacke galt letzte Woche ausgerechnet dem Security-Experten Brian Krebs. Sie war fast doppelt so intensiv wie alles, was Akamai bisher abwehren musste: Mit 620 Gbit/s prasselten die Requests auf Krebs‘ Webserver. Selbst Akamai musste schließlich kapitulieren und nahm die Website offline (heise.de).

Neu war auch die Art des Angriffs. Es waren nicht verseuchte PCs sondern ein gigantisches Botnetz aus Routern, Überwachungskameras, digitalen Videorekordern und anderen Geräten aus dem Internet der Dinge (IoT). Letztere sind kaum gesichert sind und lassen sich deshalb leicht von außen missbrauchen, ohne dass ihre Besitzer es merken (Zeit.de).

Das war nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt, wenn IoT-Hersteller weiterhin so salopp mit der Sicherheit im Internet der Dinge umgehen (Golem.de). Noch stärkere Angriffe sind nicht nur theoretisch möglich. Nach der Attacke auf Krebs wurde ein ähnlicher Angriff auf einen französischen Hoster bekannt – mit einer Intensität von 1,1 Tbit/s (Ars Technica).

    

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Eine Strategie gegen die Komplexität in der IT hat die Boston Consulting Group entwickelt. Dabei werden die drei Hauptverursacher (Infrastruktur, Daten und Prozesse) getrennt angegangen und es wird an sechs verschiedenen Hebeln angesetzt (CIO.de).

Viele Chief Digital Officer scheitern weil ihr Verantwortungsbereich nicht eindeutig abgegrenzt ist und sie keine operative Durchgriffsmöglichkeiten haben, sagt Alexander Wink vom Personalberater Korn Ferry. Er gibt fünf Tipps, damit der CDO kein zahnloser Tiger bleibt (Computerwoche.de).

Die Digitalisierung belastet Gesundheit und Familienleben, fand eine repräsentative Studie der Barmer-Krankenkasse heraus (PDF). Je weniger man bereit ist, Beruf und Privatleben zeitlich strikt voneinander zu trennen, desto mehr wird man zum Burnout-Kandidaten (Welt.de).

Eine Allianz für Künstliche Intelligenz haben Google, Facebook, Amazon, IBM und Microsoft gegründet. Die Partnership on Artificial Intelligence will ethische Standards für KI-Anwendungen festlegen und sicherstellen, dass KI den Menschen und der Gesellschaft dient (Süddeutsche).

Was Coworking Spaces sind und wie man sie richtig nutzt, erläutert Crisp-Analyst Wolfgang Hille in der Computerwoche. Immer mehr Firmen gehen dazu über, ihre Mitarbeiter nicht nur von zuhause aus, sondern auch in einem coolen Mietbüro ihrer Wahl arbeiten zu lassen.

Macht Firefox SSDs kaputt? Das zumindest ist die Erkenntnis des Technik-Bloggers Sergei Bobik. Er hatte beobachtet, dass Firefox bei ihm jeden Tag 35 GB Daten auf seinem SSD-Laufwerk sicherte. Die vielen Schreib- und Lesezyklen reduzieren die Lebensdauer der Flash-Chips (Spiegel.de).

Das war’s dann für Blackberry. Der Smartphone-Pionier gibt die eigene Hardware-Entwicklung auf und will sich künftig nur noch auf die Software konzentrieren (silicon.de).

    

Zu guter Letzt …

Auch Samsungs Waschmaschinen können explodieren, nicht nur die neuen Smartphones. Eine US-Verbraucherschutzorganisation hat zahlreiche Berichte erhalten, laut denen die Maschinen während des Waschvorgangs explodiert seien und verbreitete eine Warnung. Samsung räumte die seltene Möglichkeit einer Explosion ein, wenn die Maschinen überlastet werden (Zeit.de).

Digitale Agenda kw34

 

Ausbeuter Amazon?

Amazons Lagerarbeiter haben nicht viel zu lachen – spätestens seit den wiederholten Streiks weiß man das auch hier. Aber dass es auch sonst bei Amazon richtig hart zur Sache geht, war neu. Wie hart, schilderte ein längerer Artikel in der New York Times am Wochenende.

Am Schreibtisch weinende Mitarbeiter, schlechte Beurteilungen nach längerer Krankheit oder Babypause und Erreichbarkeit rund um die Uhr gehörten bei Amazon zum Alltag, sagten den NYT-Reportern rund hundert ehemalige und aktuelle Mitarbeiter (Süddeutsche).

„Das ist nicht das Amazon, das ich kenne“schrieb ein entsetzter Amazon-Chef Jeff Bezos am Montag an seine Mitarbeiter und bat sie, derlei Missstände sofort der Personalabteilung oder ihm selbst zu melden. Die Frau eines ehemaligen Managers erklärte Bezos daraufhin in einem offenen Brief, warum ihr Mann nach sechs Jahren bei Amazon einen Psychiater brauchte.

„Amazon ist der Ort, wo Überflieger scheitern“, soll ein geflügeltes Wort bei Amazon gewesen sein. Doch es ist bei weitem nicht der einzige Ort. Die Kultur der Selbstausbeutung ist weder neu noch ausschließlich im Silicon Valley völlig normal. Der Wirtschaftspsychologe Felix Brodbeck erklärt in der Süddeutschen, warum Amazon trotz allem seinen Status als attraktiver Arbeitgeber behalten wird.

IT-MANAGEMENT

Das Rechenzentrum neu zu denken steht laut Gartner ganz oben auf der Agenda von IT-Managern in den nächsten Jahren. Anregungen, wie so etwas gehen könnte, liefert HPs Cheftechnologe Markus Herber auf Datacenter-Insider.de.

Welche Auswirkungen das Internet der Dinge in den nächsten zehn Jahren auf Industrie, Handel und die Verbraucher haben wird, hat McKinsey untersucht (CIO.de). Glaubt man der Studie, liegt nicht nur das erwartete Marktvolumen jenseits unserer Vorstellungskraft.


Kostenlose Tickets für die IT&Business-Messe in Stuttgart

Der Wandel bei der Bereitstellung von Business-Anwendungen ist einer der Schwerpunkte der Konferenz von IT&Business, 29.9. – 1.10.2015 in Stuttgart. Durch Live-Vergleiche – wie etwa im CRM- oder im ERP-Umfeld – werden Aufgabenstellungen gezeigt, wie sie im „echten Leben“ vorkommen.
Hier sichern Sie Ihr kostenloses Ticket.


TECHNIK

Windows Server 2016 wird Container unterstützen. Damit lassen sich Anwendungen mitsamt ihrer Betriebssystemumgebung, die nicht unbedingt Windows sein muss, isoliert auf dem Server betreiben. Microsoft setzt dabei auf die Technik des Open-Source-Projekts Docker (silicon.de).

Ubuntu kommt auf den Mainframe. IBM hat die populäre Linux-Distribution fit für den Mainframe gemacht und wird sie parallel zu Red Hat und Suse mit seinem neuen Mainframe LinuxOne anbieten, einen für mobile Anwendungen optimierten Großrechner (Computerwoche).

IBM baut ein Rattenhirn nach. Das Computersystem auf Basis eines Prozessors, der Neuronen statt digitaler Verarbeitungszellen abbildet, emuliert die Funktionsweise eines Gehirns. Nun wurden 48.000 künstliche Nervenzellen zusammengeschaltet, was etwa den kognitiven Fähigkeiten eines Rattenhirns entspricht (Welt.de).

Zu guter Letzt …

Hacker als Moralwächter. Nachdem letzten Monat das Seitensprungportal AshleyMadison gehackt wurde, wurden jetzt auch alle Nutzerdaten veröffentlicht – alle 32 Millionen Profile inklusive Namen, Kreditkartendaten und Aktivität-Log (Zeit.de). Begründung der Hacker: Was die Betreiberfirma mache, sei einfach unanständig (Wired.com).