Schlagwort-Archive: NSA

Digitale Agenda kw41 / 2017

 

Der Fall Kaspersky

Wer spioniert hier wen aus? Nachdem neulich US-Behörden verboten wurde, Kaspersky-Software zu nutzen, weiß man jetzt auch warum. Angeblich nutzte der russische Geheimdienst die Antivirus-Software, um NSA-Dokumente zu stehlen (Süddeutsche).

Sagt zumindest der israelische Geheimdienst, der selbst bei Kaspersky eingebrochen ist und dessen Software manipuliert haben will. Warum die Geschichte ausgerechnet jetzt bekannt wurde und welche Rolle die NSA dabei spielt, verträgt allerdings viel Interpretation (Zeit).

Antivirus-Programme sind die besten Einfallstore, weil sie auf dem Rechner des Benutzers alles sehen dürfen, wissen Geheimdienstler. Sie funktionieren genauso gut wie Zero-Day-Lücken, die der BND künftig in großem Stil einkaufen will (Zeit).


Cloud-Funktionen für zentrale DSGVO-Vorgaben
Die kommende EU-Datenschutzverordnung verlangt, dass Daten sachlich richtig und auf dem neusten Stand sein müssen. Das können Unternehmen auch mit einer Cloud-Lösung abdecken, die rückwirkend alle Freigaben nachvollziehen lässt.
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Digitale Welt

Googles neuer Mini-Lautsprecher ist zu neugierig. Einzelne Testgeräte des Google Home Mini haben ihre Besitzer dauerhaft belauscht. Schuld daran waren „Phantomberührungen“ (Zeit).

Die Telekom verletzt die Netzneutralität mit ihrem StreamOn-Tarif, findet die Bundesnetzagentur, darf ihn aber mit kleinen Änderungen trotzdem anbieten. Die neue EU-Regelung zur Netzneutralität ist offensichtlich voller Schlupflöcher (Netzpolitik.org).

Windows 10 Mobile ist endgültig tot. Selbst der zuständige Microsoft-Manager ist inzwischen auf eine Plattform umgestiegen, die ihm „bei Hardware und Apps mehr Auswahl bietet“ (Zeit).

Wie das Geschäft mit Fake News funktioniert, erklärt Michael Moorstedt in der Süddeutschen. Einfallsreiche Autoren in Schwellenländern nutzen die Sensationsgeilheit westlicher Nutzer, um gutes Geld zu verdienen.

Was der Nobelpreis für Wirtschaft mit Manipulation von Konsumenten im Internet zu tun hat, erklärt Sascha Lobo im Spiegel.

Zwei interessante Dokumentarfilme sind diese Woche angelaufen: ‚Nothing to Hide‘ (kostenlos auf Vimeo) beschäftigt sich mit der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz staatlicher Überwachung. Bei ‚Pre-Crime‘ (im Kino) geht es um Predictive Policing, der Bekämpfung von Verbrechen bevor sie passieren (Zeit).

 

Zu guter Letzt …

Wird Ihr Job bald durch einen Roboter ersetzt? Jeder achte Beschäftigte in Deutschland würde diese Frage mit „ja“ beantworten, ergab eine repräsentative Befragung des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und des sozialen Netzwerks Xing (FAZ).

Und wie kann man herausfinden, ob man ein Kandidat für eine bevorstehende Rationalisierung ist? Der Zukunftsforscher Tomer Simon hat die Kriterien dafür in einem Artikel auf Medium zusammengestellt: The simple guide to the future of your job

Digitale Agenda kw42

 

Das neue BND-Gesetz

Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht, sagte die Kanzlerin vor knapp drei Jahren. Jetzt sorgt sie mit einem neuen Geheimdienstgesetz, dass genau das völlig legal wird – und noch einiges mehr (Netzpolitik.org).

Der BND wird wie die NSA ausgebaut, bekommt eine Lizenz zum Datensammeln und wird weniger streng kontrolliert. Er darf sogar selbst entscheiden, was er Kontrolleuren verheimlicht. Das ist selbst dem ehemaligen BND-Chef Schindler zu wenig Kontrolle (Süddeutsche).

Das Gesetz wird vom Verfassungsgericht kassiert, davon ist die ehemalige Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger überzeugt (Zeit.de) – und nicht nur sie (Netzpolitik.org). Es ist so offensichtlich verfassungsfeindlich, dass es selbst seine Gegner willkommen heißen (Spiegel.de).

    

IT-MANAGEMENT

User Experience Designer sorgen dafür, dass die Nutzer einer Website oder App genau das tun, was der Betreiber von ihnen möchte, und gehören deswegen zu den meistgesuchten und bestbezahlten Spezies unter den IT-Profis (Computerwoche).

Sechs Missverständnisse rund um Container versucht der Open-Source-Anbieter Red Hat zu klären. Container sind weder neu (CloudComputing-Insider.de) noch ersetzen sie die Virtualisierung, zukunftsweisend sind sie dennoch.

Der Arbeitsplatz aus der Cloud ist auch für den Mittelstand ein Riesenthema, den meisten Firmen aber fehlt noch die passende Strategie und das Know-how (Computerwoche). Vielleicht helfen für den Anfang die fünf Argumente, die Citrix-Chef Dirk Pfefferle aufführt.

Apple erlebt ein Debakel mit seinem iCar. Nach einem US-Bericht (der nicht dementiert wurde) hat der iPhone-Hersteller hunderte Ingenieure entlassen und will vorerst kein eigenes Auto bauen, sondern nur die Intelligenz für selbstfahrende Fahrzeuge (Süddeutsche).

IP-Adressen sind persönliche Daten, hat der Europäische Gerichtshof geurteilt, dürfen aber unter bestimmten Umständen von Website-Betreibern gespeichert werden. So richtig glücklich macht das Urteil weder Datenschützer noch Industrie (silicon.de).

Der WikiLeaks-Gründer hat kein Internet mehr. Der ecuadorianischen Regierung mischt sich Julian Assange zu sehr in den US-Wahlkampf ein (Spiegel). Sascha Lobo fasst den tiefen Fall des weltverschmerzten Assange zusammen.

Der intelligente Stift von Montblanc versucht analogen Luxus mit digitalem Trend zu verbinden. Für 650€ lassen sich handschriftliche Notizen auf Papier direkt aufs eigene Smartphone übertragen. Livescribe kann das schon für rund 175€.

   

Zu guter Letzt …

Nur raus aus dem Großraumbüro! Wer schon mal in einem dieser „seelenlosen Nicht-Orte“ unter penetrantem Neonlicht gearbeitet hat, in denen jeder jedem auf dem Bildschirm schauen kann (und es auch tut), wird am Verriss dieses Bürokonzepts in der ZEIT seine wahre Freude haben.

Digitale Agenda kw35

 

Bitcoin rettet die Banken

Ausgerechnet die Technologie, die Banken als Transaktionsinstanzen den Garaus machen sollte, soll Banken nun eine neue Zukunft weisen. Die Rede ist von Blockchain, der Basistechnologie der berüchtigten Kryptowährung Bitcoin. Rein technisch gesehen ist die Blockchain nichts anderes als ein Register, das alle Transaktionen eines Nutzers festhält.

Als „Wunderwaffe der Finanzwirtschaft“ wird Blockchain inzwischen gehandelt (heise.de). Das Fachblatt Börse Online hält sie für die „Zukunft des Global Bankings“, die Bank BNP vergleicht sie mit der Erfindung der Dampfmaschine (Wallstreet Online). Banken können damit ihre Transaktionen mit einem Bruchteil der Kosten verwalten, die momentan nötig sind.

Inzwischen sind fast alle Großbanken auf den Zug aufgesprungen: UBS betreibt hierfür eine eigene Forschungseinheit, ebenso Visa, NASDAQ ein Pilotprojekt, Citi bastelt gar an einer eigenen Währung. Silicon-Valley-Finanziers wie Netscape-Erfinder Marc Andreessen investieren hunderte Millionen Dollar in Firmen, die sich damit beschäftigen (NYT).

Bitcoin versucht derweil, Selbstmord zu begehen. Weil die ursprüngliche Implementation der Blockchain kaum Wachstum zulässt, hat sich ein Teil der führenden Entwickler abgespalten, eine erweiterte Blockchain entwickelt und ruft derzeit alle Bitcoin-Halter dazu auf, „upzugraden„. Die Spaltung könnte ein vorläufiges Ende von Bitcoin bedeuten (Süddeutsche).

 

IT-MANAGEMENT

11 vermeidbare Fehler im Projektmanagement beschreibt der Coach Michael Reichl auf CIO.de. Dinge wie das Negieren von Konflikten oder das Unterschätzen von Widerständen sollten vor allem bei Projekten gemieden werden, bei denen das Wort „Change“ ganz groß im Pflichtenheft steht.

Wie DevOps HP dabei hilft, die eigene IT-Organisation zu transformieren, erklären im Interview CIO Ralph Loura und Operations-Chef Rich Gilbert im Discover Blog. Ein Peer-To-Peer-Modell erlaubt es jetzt, in kleineren Teams mit den Fachabteilungen zusammenzuarbeiten und schneller zu liefern.

 

TECHNIK

Ein iPhone mit Brennstoffzelle statt Lithium-Akku hat das britische Unternehmen Intelligent Energy gezeigt (Spiegel). Eine Tankfüllung reicht für eine ganze Woche. Der Umbau war allerdings so aufwändig, dass sofort Fragen nach einer Kooperation mit Apple dazu aufkamen. Beide Unternehmen schweigen.

Einen Durchbruch bei selbstlernenden Systemen meldet das US-Startup Maxima. Es hat den Kern eines generischen Systems künstlicher Intelligenz gebaut, das auf allen möglichen Gebieten lernfähig ist. Im Demo-Video wird ein einfaches Beispiel aus der Mathematik gezeigt, das Erlernen von Spielen sowie Spracherkennung. Das beste sind die Systemvoraussetzungen: Es reicht ein Raspberry Pi mit 0,5 GB Arbeitsspeicher.

Facebook bekommt einen digitalen Assistenten. Er heißt M (genau wie James Bonds Vorgesetzter) und soll Nutzern bei einfachen aber zeitaufwändigen Tätigkeiten helfen, über Fragen wie „Kannst du mir helfen, Blumen für den Geburtstag meiner Mutter zu bestellen?“ (Spiegel).

 

Zu guter Letzt …

Den Vertrag zwischen NSA, BND und Verfassungsschutz hat jetzt die Zeit veröffentlicht. Der Deal: BND und BfV dürfen XKeyscore nutzen, eines der mächtigsten Tools der NSA, teilen aber im Gegenzug die so gewonnenen Informationen so weit wie möglich mit der NSA.

Digitale Agenda kw15

 

Kennt jemand noch Edward Snowden?

Offensichtlich nicht, zumindest nicht in den USA. Der Comedian John Oliver fragte Passanten auf dem Times Square in New York, ob sie jemanden mit diesem Namen kennen. Resultat: Die meisten von ihnen kannten den Namen nicht, alle anderen brachten ihn eher mit Wikileaks in Verbindung.

John Oliver gelang trotzdem das Kunststück, Datenschutz dem einfachen Amerikaner näher zu bringen. Er fragte dieselben Passanten, ob sie es gut fänden, wenn die NSA auf ihre Nacktfotos zugreifen könnte. Antwort: Natürlich nicht, ein solches Programm müsste sofort gestoppt werden! Dass die NSA das tatsächlich kann (und gelegentlich tut), ließ sich Oliver von Edward Snowden persönlich bestätigen, indem er ihn in Moskau interviewte (Artikel auf Zeit.de, die ganze Sendung auf YouTube).

Anlass der Aktion war die Verlängerung der Antiterror-Gesetze in den USA, des berüchtigten Patriot Act, das die NSA mit einem Blankoscheck für Überwachung ausstattete und derzeit Firmen wie Microsoft oder Amazon das Cloud-Geschäft in Europa verhagelt. Da kann sich Amazon noch so viele Segen von EU-Datenschutzbehörden abholen (silicon.de), die Zweifel bleiben.

 

Live Streaming kann heute jeder – mit dem Handy 

Der Tweet bekommt ein Live-Video-Brüderchen. Mit der App Periscope aus dem Hause Twitter kann man von seinem Smartphone aus live Video streamen – wofür das auch immer gut sein soll. Zwei Monate zuvor hatte die App Meerkat, die etwa dasselbe macht, in der App-Welt für Aufsehen gesorgt.

Warum soll das wichtig sein? Man kann die Apps als sinnlosen Hype abtun (Welt.de) und über ihre derzeitigen Unzulänglichkeiten schimpfen (Guardian), oder aber sich einige Gedanken über die neuen Möglichkeiten machen, die sie eröffnen. Zum Beispiel im Journalismus, wenn jedermann live aus einer Demo berichten kann (Netzpiloten), oder für den Wahlkampf, wie es Obamas ehemaliger Wahlkampfmanager tut (Medium). Auch hat Twitter schließlich seinerzeit erstmal nicht viel Sinn gemacht.

 

IT-MANAGEMENT

Wozu braucht man einen Scrum Master? Agile Verfahren und Arbeitsmethoden sind im Kommen, werden aber oft nicht wirklich verstanden. Firmen, die sich ohne richtiges Training auf agile Methoden einlassen, stellen gerne die Position des Scrum Masters in Frage, weil er vermeintlich keine produktive Rolle hat. Björn Radon erklärt auf Computerwoche, warum dem nicht so ist.

Kontrollfreaks sind als Führungskräfte out. Bei Personalentwicklung, Förderung von künftigen Führungskräften und bei der Frauenförderung klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander – so lautet das Fazit des Hays-HR-Reports 2014/2015 mit Schwerpunkt auf Führung. Häufigste Fehler: Chefs haben keine Zeit, um sich mit ihren Mitarbeitern zu beschäftigen, oder sie räumen ihnen zu wenig Raum für ihre Weiterentwicklung ein. Artikel auf CIO.de.

 

TECHNIK

Ein Special über Workspace-as-a-Service gibt es auf silicon.de zu entdecken. In einer Artikelserie wird ein Überblick über Desktop- und Workspace-as-a-Service geliefert, inklusive Marktübersichten und Vergleichen von Leistungsmekrmalen aller derzeit in Deutschland verfügbaren DaaS- und WaaS-Angebote.

Aluminium könnte das Lithium in Akkus ersetzen. Einen Durchbruch in der Batterieforschung meldet die Uni Stanford. Ihr Prototyp eines Aluminium-Ionen-Akkus lässt sich innerhalb einer Minute laden, hält mehr als 7.000 Ladezyklen aus und ist viel sicherer als Lithium-Akkus. Noch dazu ist Aluminium im Gegensatz zu Lithium auf der Erde reichlich vorhanden und billig (Bericht auf Golem.de).

Cisco baut seine Security Services aus, auch für KMUs. Mit der Vorstellung des AMP Threat Grids baut Cisco seine Advanced Malware Protection (AMP) aus. Das neue Modul erweitert die Möglichkeiten der Erkennung und Auswertung von möglichen Schwachstellen und verkürzt die Reaktionszeit nach einem Angriff. Mit FirePower wurde zudem ein Dienst speziell für den Schutz von KMUs an den Start gebracht (silicon.de).

 

Zu guter Letzt …

IBMs Supercomputer Watson schreibt ein Kochbuch. „Cognitive Cooking with Chef Watson“ ist ab nächsten Dienstag im Buchhandel erhältlich. Watson „weiß“, welche Zutaten grundsätzlich gut miteinander harmonieren und auf welche Weise man sie kombinieren kann. Mit Hilfe von professionellen Köchen durfte er kreativ werden. „Türkische Bruschetta“ oder „Indische Paella“ klingen ebenfalls … kreativ. Guten Appetit!