Schlagwort-Archive: Projektmanagement

Digitale Agenda kw41

 

Schöne neue Arbeitswelt

1100 Arbeitsplätze für 1900 Mitarbeiter – und keiner hat einen festen Arbeitsplatz, nicht einmal die Geschäftsführung. Willkommen in der neuen Deutschlandzentrale von Microsoft in München, die diese Woche offiziell eröffnet wurde.

Der Arbeitsplatz eines Mitarbeiters ist sein Laptop, und der kann überall sein. Microsoft lebt vor, was in der digitalen Arbeitswelt von morgen Normalität sein wird – die totale Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und die Überblendung von Privat- und Berufsleben (Süddeutsche).

Wie gut man damit klar kommt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Digitalisierung macht Arbeitnehmer momentan eher zu schaffen, so der neue Arbeitszeitreport. Flexibilität führt meist zu einer „Intensivierung der Arbeit, überlangen Arbeitszeiten und Pausenausfall“ (Süddeutsche).

    

IT-MANAGEMENT

Projektmanagement mit virtuellen Teams ist eine Disziplin, in die man erst hineinwachsen muss. Welche Fehler man vermeiden sollte, verrät die Beraterin Consuela Utsch in der Computerwoche.

Virtual Reality eröffnet neue Job-Welten für IT-Profis, glaubt Audi-Technikexperte Markus Kühne. Der Autobauer investiert massiv in die neue Technik und will sie in der Entwicklung, im Marketing und in den Fahrzeugen einsetzen (silicon.de).

Altersdiskriminierung in der IT-Branche ist ein Thema, das gerne totgeschwiegen wird. Im Silicon Valley hat es inzwischen extreme Formen angenommen. Der Altersdurchschnitt bei Google, Facebook oder Amazon liegt bei kaum 30 Jahren. Zeit für eine Diskussion, auch hierzulande (Computerwoche).

Facebook Workplace ist jetzt allgemein verfügbar. Als Kommunikationsplattform für Firmen will es gegen etablierte Größen wie Microsoft oder Slack konkurrieren. Für 3 Dollar pro Nutzer und Monat bekommt man unbegrenzten Speicherplatz für Dateien, Video-Conferencing, Monitoring, Support für Single-Sign-On und Integrationen mit Azure Active Directory, Google Apps und den Cloud-Speicher Box (Zeit.desilicon.de).

Gummihandschuhe, Folie und feuerfeste Versandboxen – das alles bekommen Samsung-Kunden in den USA, wenn sie ein Galaxy Note7 zurückschicken wollen (Süddeutsche). Das Desaster mit dem Produktionsstopp des neuen Flaggschiffs kostet Samsung mehr als 2 Milliarden Euro (FAZ).

Das Weiße Haus hat einen Plan für Künstliche Intelligenz und Barack Obama weiß nicht nur gut über Technik Bescheid, sondern hat zu den meisten Themen auch eine dedizierte Meinung. Diese gab er in einem Interview mit der Zeitschrift Wired preis, die wesentlichen Aussagen auf deutsch gibt’s in der deutschen Ausgabe.

Amazon macht jetzt auch Gemüsehändlern den Garaus. Der ‚Everything Store‘ plant in den USA etliche kleine Läden zu eröffnen, an denen Online-Bestellungen abgeholt werden können (golem.de).

   

Zu guter Letzt …

Fuck You Startup World lautet der Titel des Blogbeitrags eines Entwicklers in Silicon Valley, der die Nase offensichtlich gestrichen voll hat von der dortigen pseudocoolen Arbeitskultur. Kleine Warnung: Bei der Aufzählung all der Dinge, die ihn nerven, kommt das Wort ‚fuck‘ 66 Mal vor.

Digitale Agenda kw50

 

Das europäische Internet nimmt Gestalt an

Es wurde auch langsam Zeit. Offensichtlich haben die Urteile des Europäischen Gerichtshofs zur Vorratsdatenspeicherung und zu Safe Harbor die EU-Kommission dazu bewogen, etwas Ordnung ins europäische Politiker-Neuland Internet zu bringen.

Ein neues europäisches Sicherheitsgesetz wurde am Dienstag von EU-Rat, EU-Kommission und EU-Parlament beschlossen. Die Richtlinie soll den Schutz der Daten-Infrastruktur in den 28 Mitgliedstaaten vereinheitlichen (Süddeutsche).

Die einheitliche Nutzung von Online-Inhalten quer durch alle EU-Länder soll eine Verordnung regeln, die Mittwoch vorgestellt wurde. Demnach sollen Online-Inhalte, die in einem Land gekauft wurden, ab 2017 in allen EU-Ländern abspielbar sein. Heute ist das oft nicht möglich (Spiegel).

Europäische Nutzerdaten sollen vor US-Zugriff besser geschützt werden – zumindest will sich EU-Justizkommissarin Věra Jourová dafür stark machen. Für das Nachfolgeabkommen von Safe Harbor fordert sie ein „System von Vertrauen und Kontrolle“ (FAZ).

Eine Charta der digitalen Grundrechte forderte unlängst EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Einen ersten Entwurf dafür lieferte ihm gestern sein Parteikollege, Bundesjustizminister Heiko Maas, in der Zeit.

Das Thema Vorratsdatenspeicherung ist allerdings trotz entsprechendem Urteil des EuGH noch lange nicht gegessen. Einer Reihe interner Dokumente des EU-Ministerrats zufolge wollen die Innenminister die Massenspeicherung von Nutzerdaten auch ohne konkreten Anlass durchsetzen (Zeit).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT 

In einer neuen Gehaltsstudie für Projektmanager in Deutschland und Österreich (PDF) ermittelte der GPM-Verband Einstiegsgehälter von 60.000 Euro und Spitzengehälter jenseits der 100.000 Euro.

Cloud Computing funktioniert gut, solange es keine Probleme mit Verträgen, ISO-Normen und der rechtlichen Absicherung gibt, schreibt Stephan Krische vom Bundesverband der IT-Sachverständigen im Cloud-Computing Insider. Sobald jedoch Sturm aufzieht, kann es schnell teure Schäden geben.

Die Kommerzialisierung des Cybercrime ist auch hierzulande weit fortgeschritten, schreibt Jürgen Hill in der Computerwoche. Die deutsche Crimeware-Szene zählt inzwischen rund 70.000 registrierte Mitglieder.

Mozilla sucht noch seine Rolle im mobilen Zeitalter. Die Organisation hinter Firefox scheint derzeit ihre Prioritäten neu zu setzen (Zeit) und hat angekündigt, das Smartphone-Betriebssystem Firefox OS ad acta zu legen (Zeit). Auch der E-Mail-Client Thunderbird soll lieber woanders weiterentwickelt werden (heise.de). Neu hinzugekommen ist Focus für iOS, ein Ad-Blocker, der auch Tracking wirksam abstellen kann (heise.de).

Google stellt seinen ersten Quanten-Computer vor. Er steht im Nasa-Forschungszentrum und hat schon mal ein erstes Benchmark gesetzt: Er rechnet bis zu 100 Millionen Mal schneller als konventionelle Binär-Computer. Als nächstes soll er lernen, mit Künstlicher Intelligenz zu arbeiten (Spiegel).

Ein Android-Tablet, das versucht, ein Notebook zu sein, ist Googles Pixel C. Allerdings ohne viel Glück. Die Hardware mag eindrucksvoll sein (Spiegel), doch die Kollegen von Ars Technica bringen es auf den Punkt: Hardware war nie Androids Problem. Es ist die Software, die nicht wirklich für produktive Arbeit geschaffen ist. Deswegen ziehen deutsche Profi-Nutzer vorerst das Notebook dem Tablet vor (Computerwoche).

 

Zu guter Letzt …

Der Erfinder des Bitcoin wurde enttarnt – mal wieder. Niemand weiß wirklich, wer sich hinter dem Namen Satoshi Nakamoto verbirgt. Jetzt wollen die US-Medien Gizmodo und Wired herausgefunden haben, dass es der australische Entrepreneur Craig Wright ist. Es bleiben Zweifel, doch die Geschichte liest sich spannend wie ein Agententhriller (Zeit).

Digitale Agenda kw42

 

Dell kauft EMC

IT-Infrastruktur verändert sich grundlegend und mit ihr auch die Hersteller, die sie liefern. In der größten Übernahme der IT-Geschichte kauft Dell den Marktführer bei Speichersystemen, EMC, für stolze 67 Milliarden Dollar (silicon.de). Damit entsteht, nach HP und IBM, der weltweit drittgrößte Anbieter professioneller IT-Infrastruktur.

Dell ist längst keine PC-Firma mehr und ihr Gründer Michael Dell versucht sie schon länger als Komplettanbieter zu positionieren, inklusive einem umfassenden Cloud-Angebot über die Töchter Pivotal und Boomi. Insofern macht die Übernahme strategisch sehr viel Sinn (Computerwoche). Im Vorfeld hatte Dell sogar versucht, die eigene PC-Sparte zu verkaufen (Re/code).

Ob die Übernahme wirtschaftlich Sinn macht, bezweifelt die Wirtschaftspresse allerdings sehr stark. „Stirb langsamer“ titelt die Süddeutsche und das Handelsblatt sieht Dell und EMC „schneller in die falsche Richtung“ laufen.

Kunden können sich auf niedrigere Preise freuen, darüber scheinen sich Experten einig zu sein. Die Übernahme setzt HP, IBM sowie Cloud-Anbieter wie Amazon noch stärker unter Druck. Der jetzt schon heftige Preiskampf wird sich noch verstärken, glauben Analysten (GigaomComputerworld).

 

IT-MANAGEMENT

Wie man eine Projektkrise erkennt, erklärt der Projektexperte Hauke Thun in der Computerwoche anhand von zehn typischen Symptomen. Wenn beispielsweise ein Projekt seit Wochen „fast fertig“ ist und trotzdem nicht wirklich fertig werden will, ist irgendwas grundlegend faul.

Je stärker die Digitalisierung im Unternehmen, desto besser die Resultate in Umsatz und Profit, sagt eine weltweite Studie von CA. In Deutschland ist die digitale Transformation bei den meisten Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern bereits als strategisches Programm aufgesetzt (silicon.de).

 

TECHNIK

Über 87 Prozent aller Android-Geräte sind unsicher, hat ein Forscherteam aus Cambridge in einer Langzeitstudie herausgefunden. Schuld daran sei primär die fragwürdige Update-Politik vieler Gerätehersteller, die ihre Kunden nicht regelmäßig mit Updates versorgen (Golem.de).

IBMs Watson analysiert alle Datenquellen – auch die der Konkurrenz. Die auf Künstliche Intelligenz basierende Analyse-Plattform, die natürliche Sprache verarbeiten kann, kann jetzt dank einer Vielzahl von Konrektoren in die Daten von Oracle, Amazon oder Twitter hineinschauen und durch „Storybooks“ Standard-Abfragen besser handhaben (silicon.de).

Per Software-Update zum selbstfahrenden Auto geworden ist das Modell S von Tesla. Es kann von selbst auf der Autobahn die Spur wechseln, eine passende Parklücke finden und selbst in die Garage fahren. Trotzdem empfiehlt Tesla, die Hände nicht vom Lenkrad zu nehmen – bei Unfällen haftet immer noch der Fahrer (Welt.de).

 

Zu guter Letzt …

Dieser USB-Stick ist tödlich. Gegen Viren lässt sich ein PC schützen, aber 220 Volt sind doch etwas mehr, als ein Motherboard vertragen kann. Genau diese Spannung jagt der harmlos aussehende USB-Killer 2.0 durch das USB-Port, bevor es dunkel wird auf dem Bildschirm – für immer (Spiegel.de).

Digitale Agenda kw35

 

Bitcoin rettet die Banken

Ausgerechnet die Technologie, die Banken als Transaktionsinstanzen den Garaus machen sollte, soll Banken nun eine neue Zukunft weisen. Die Rede ist von Blockchain, der Basistechnologie der berüchtigten Kryptowährung Bitcoin. Rein technisch gesehen ist die Blockchain nichts anderes als ein Register, das alle Transaktionen eines Nutzers festhält.

Als „Wunderwaffe der Finanzwirtschaft“ wird Blockchain inzwischen gehandelt (heise.de). Das Fachblatt Börse Online hält sie für die „Zukunft des Global Bankings“, die Bank BNP vergleicht sie mit der Erfindung der Dampfmaschine (Wallstreet Online). Banken können damit ihre Transaktionen mit einem Bruchteil der Kosten verwalten, die momentan nötig sind.

Inzwischen sind fast alle Großbanken auf den Zug aufgesprungen: UBS betreibt hierfür eine eigene Forschungseinheit, ebenso Visa, NASDAQ ein Pilotprojekt, Citi bastelt gar an einer eigenen Währung. Silicon-Valley-Finanziers wie Netscape-Erfinder Marc Andreessen investieren hunderte Millionen Dollar in Firmen, die sich damit beschäftigen (NYT).

Bitcoin versucht derweil, Selbstmord zu begehen. Weil die ursprüngliche Implementation der Blockchain kaum Wachstum zulässt, hat sich ein Teil der führenden Entwickler abgespalten, eine erweiterte Blockchain entwickelt und ruft derzeit alle Bitcoin-Halter dazu auf, „upzugraden„. Die Spaltung könnte ein vorläufiges Ende von Bitcoin bedeuten (Süddeutsche).

 

IT-MANAGEMENT

11 vermeidbare Fehler im Projektmanagement beschreibt der Coach Michael Reichl auf CIO.de. Dinge wie das Negieren von Konflikten oder das Unterschätzen von Widerständen sollten vor allem bei Projekten gemieden werden, bei denen das Wort „Change“ ganz groß im Pflichtenheft steht.

Wie DevOps HP dabei hilft, die eigene IT-Organisation zu transformieren, erklären im Interview CIO Ralph Loura und Operations-Chef Rich Gilbert im Discover Blog. Ein Peer-To-Peer-Modell erlaubt es jetzt, in kleineren Teams mit den Fachabteilungen zusammenzuarbeiten und schneller zu liefern.

 

TECHNIK

Ein iPhone mit Brennstoffzelle statt Lithium-Akku hat das britische Unternehmen Intelligent Energy gezeigt (Spiegel). Eine Tankfüllung reicht für eine ganze Woche. Der Umbau war allerdings so aufwändig, dass sofort Fragen nach einer Kooperation mit Apple dazu aufkamen. Beide Unternehmen schweigen.

Einen Durchbruch bei selbstlernenden Systemen meldet das US-Startup Maxima. Es hat den Kern eines generischen Systems künstlicher Intelligenz gebaut, das auf allen möglichen Gebieten lernfähig ist. Im Demo-Video wird ein einfaches Beispiel aus der Mathematik gezeigt, das Erlernen von Spielen sowie Spracherkennung. Das beste sind die Systemvoraussetzungen: Es reicht ein Raspberry Pi mit 0,5 GB Arbeitsspeicher.

Facebook bekommt einen digitalen Assistenten. Er heißt M (genau wie James Bonds Vorgesetzter) und soll Nutzern bei einfachen aber zeitaufwändigen Tätigkeiten helfen, über Fragen wie „Kannst du mir helfen, Blumen für den Geburtstag meiner Mutter zu bestellen?“ (Spiegel).

 

Zu guter Letzt …

Den Vertrag zwischen NSA, BND und Verfassungsschutz hat jetzt die Zeit veröffentlicht. Der Deal: BND und BfV dürfen XKeyscore nutzen, eines der mächtigsten Tools der NSA, teilen aber im Gegenzug die so gewonnenen Informationen so weit wie möglich mit der NSA.