Schlagwort-Archive: Roaming

Digitale Agenda kw01 / 2019

 

Lokales Roaming

Funklöcher gehören gestopft, soviel hat die Politik inzwischen verstanden. Die Parlamentarier von Union und SPD wollen ein Gesetz entwerfen, das lokales Roaming ermöglicht. Die CSU will sogar eine staatliche Gesellschaft für den Ausbau des 5G-Netzes gründen. 

Unterdessen haben neun Konzerne die Bundesnetzagentur verklagt. Sie finden die Auflagen zur Vergabe der neuen 5G-Frequenzen als zu hart und fürchten um ihre Investitionen. Das Kartellamt lobt hingegen die Regeln der Netzagentur. 

Ihr Ziel für den Ausbau des Breitbandnetzes hat die Bundesregierung wohl verfehlt. Nicht 100 sondern nur 80 Prozent der deutschen Haushalte haben Zugang zu schnellem Internet, und dafür gibt es gute Gründe.  

 

Digitales Leben

Einige Highlights des letzten CCC-Kongresses: 

Beim BAMF sind Fehler vorprogrammiert. Die IT-Tools des Bundesamts für Migration sind vielschichtig und komplex, deren Nutzung verlangt aber von den Sachbearbeitern eine Expertise, die sie gar nicht haben können. 

Eine bessere Regulierung von Drohnen ist nach dem Vorfall am Flughafen Gatwick kurz vor Weihnachten dringend nötig, doch Experten haben wenig Hoffnung, den Einsatz von Drohnen effektiv zu überwachen.

Wie Mark Zuckerberg Facebook retten will, verriet er in seinem Jahresrückblick. Facebook soll seinen Nutzer nun weniger süchtig, dafür aber glücklicher machen – auch wenn das weniger Umsatz bedeutet. 

 

Zu guter Letzt …

Einen Adventskalender der besonderen Art betrieb ein unbekannter Twitter-Nutzer im Dezember. Nach und nach veröffentlichte er private Daten und Dokumente von Hunderten deutschen Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens, darunter Briefe, Rechnungen, Adresslisten und Ausweise. 

Digitale Agenda kw39 / 2017

 

Nach der Wahl

Die gute Nachricht zuerst. Im „ersten Wahlkampf einer neuen Zeit“ (Spiegel) gab es auf der digitalen Seite kaum böse Überraschungen – weil man die Gefahren kannte und darauf vorbereitet war: Man wusste,

Was von eine Jamaika-Koalition zu erwarten ist, analysieren die Zeit und Netzpolitik.org. – und sind vorsichtig optimistisch.

Es braucht massive Investitionen in die digitale Infrastruktur, wenn nicht gar einen digitalen Marshall-Plan (Spiegel). Politik und Telekom haben bei der Breitbandversorgung viel nachzuholen (WiWo, Seite 3).

 

Digitale Welt

Wie sicher ist Apples Gesichtserkennung? Ähnlich wie bei der Einführung des Fingerabdrucksensors sind Bedenken über Sicherheit und Datenschutz laut geworden. Apple hat reagiert (Zeit).

Wie wirkt sich der Wegfall der Roaming-Gebühren aus? Die Gewinne der Mobilfunkanbieter sind nach wie vor hoch, von der Maßnahme profitieren aber sowohl Reisende als auch lokale Betriebe (Süddeutsche).

Die neuen Daten-Flatrates von Telekom und Vodafone (Spiegel) sind gute Beispiele dafür, was Verbrauchern blüht, wenn die Netzneutralität scheibchenweise aufgeweicht wird (Netzpolitik.org).

Amazon Echo will jetzt überall mithören. Amazon hat sechs neue Versionen seiner intelligenter Lautsprecher vorgestellt, die in jedes Zimmer passen und auch telefonieren können. Die digitale Assistentin Alexa wird damit allgegenwärtig (Zeit)

Das Smart Home ist das Gegenteil von sicher, warnt die Verbraucherzentrale in einem Positionspapier und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die Stiftung Warentest hat Passwort-Manager getestet und neun von ihnen als „empfehlenswert“ beurteilt (Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Was weiß Tinder über die sexuellen Vorlieben seiner Singles? Jede Menge, fand eine Journalistin heraus, die selbst jahrelang Kundin war. Sie bat um Auskunft und bekam 800 Druckseiten über ihr Liebes- und Sexleben zugeschickt (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw24 / 2017

 

Digitalisierung 

„Die Welt wartet nicht auf Deutschland“, mahnte die Kanzlerin auf dem diesjährigen Digital-Gipfel. Das Land habe noch einiges aufzuholen. Und Wirtschaftsministerin Zypries musste zugeben: „Gegen Länder wie Estland sind wir noch Waisenknaben“ (Süddeutsche).

Deutschlands Industrie ist zu erfolgreich, um sich über die Digitalisierung Sorgen zu machen, sagt einen neue Studie. Jedes dritte Unternehmen hält sie für den eigenen Betrieb für nicht notwendig (FAZ).

Deutschland braucht einen Digitalminister, fordert nicht nur die Süddeutsche, sondern zunehmend auch die Industrie. Das Thema ist momentan auf drei Ministerien verteilt, von denen keines wirklich den Überblick hat.

        

Digitale Welt

Das Abhören von WhatsApp-Nachrichten soll noch vor der Bundestagswahl gesetzlich geregelt werden, haben die Innenminister der Länder diese Woche beschlossen (Süddeutsche). Verschlüsselung soll durch Spionage-Software umgangen werden, auch wenn Staatstrojaner technisch und verfassungsrechtlich problematisch sind (Zeit).

Keine Roaming-Gebühren mehr in der EU. Seit gestern kostet Telefonieren und Surfen im EU-Ausland nicht mehr als zuhause. Einige Mobilfunkanbieter versuchen trotzdem, mit „nationalen Tarifen“ die Abschaffung zu umgehen (Süddeutsche).

Microsoft ändert seine Update-Politik und will gegen Gefahren wie WannaCry jetzt doch Updates für alte Betriebssysteme wie Windows XP und Vista liefern (Zeit).

Apple baut autonome Autos. In einem Interview mit Bloomberg bestätigte Apple-Chef Tim Cook die Gerüchte und sagte, dass Apple sogar mit Hochdruck an der „Mutter aller KI-Projekte“ arbeitet (FAZ).

Wie Hacker die Lichter von Kiew ausknipsten, haben die Security-Firmen Dragos und Eset herausgefunden. Es war ein ausgeklügelter Angriff aufs Stromnetz mit einer speziellen Schadsoftware für Industrieanlagen (Süddeutsche).

Mit immer neuen Tracking-Techniken analysieren Firmen die Vorlieben ihrer Kunden, um ihnen individuelle Produkte und Preise anzubieten. Besonders angesagt sind Ultraschall, Bluetooth und Sensoren (Zeit).

Welche Lobbyisten schreiben Gesetze mit? Mit der Initiative „Gläserne Gesetze“ wollen die Organisationen Frag den Staat und Abgeordnetenwatch den Einfluss von Lobbyisten auf die Gesetzgebung transparent machen (Netzpolitik.org).

   

Zu guter Letzt …

Ein virtueller Schnuller für Smartphone-Süchtige ist die iPhone-App Binky. Sie simuliert ein soziales Netzwerk mit einem endlosen Stream von Bildern, die man liken, kommentieren und sogar teilen kann. Nur bekommt die geteilten Bilder und die Kommentare absolut niemand zu sehen, weil sich das Ganze ausschließlich im eigenen Gerät abspielt (Zeit). Endlich ein „soziales Netzwerk“, das niemals Probleme mit dem Datenschutz haben wird!

Digitale Agenda kw05

 

Silicon Valley rebelliert gegen Trump

Das Schweigen der Tech-Bosse in der Zeit nach den US-Wahlen war unüberhörbar. Außer einem PR-wirksamen Meeting mit Trump im Dezember vermieden sie jegliche Kritik an seiner Politik – bis letztes Wochenende, als er sein Einreiseverbot für Muslime aussprach (FAZZeit).

Jetzt stehen die Zeichen auf Konfrontation.
– Die Firmenbosse lehnen das Einreiseverbot öffentlich ab (t3n.de).
– Mehrere Silicon-Valley-Firmen erwägen Klage gegen die Verordnung (FAZZeit).
– Der Bundesstaat Kalifornien will Trumps Politik generell mit eigenen Maßnahmen aushebeln (Zeit).
– Amazon und Expedia unterstützen eine Klage des Bundesstaats Washington (Golem).
– Uber-Chef Travis Kalanick steigt aus Trumps Technologiebeirat aus (heise.de).

Es ist ein Aufstand der Angestellten. Die Mitarbeiter von Firmen wie Google demonstrierten und streikten gegen das Dekret (Netzpolitik.org), und das im besten Interesse ihrer Arbeitgeber. Keine andere Branche hat von einer freizügigen Migrationspolitik so profitiert (QuartzBusiness Insider).

  

Datenschutz-Fail

Diffus und voller Gummiparagrafen ist auch der zweite Gesetzentwurf der deutschen Fassung der EU-Datenschutzgrundverordnung. Außerdem steht er an so vielen Stellen in Konflikt mit EU-Recht, dass er „in null Komma nix vor dem Europäischen Gerichtshof landen“ würde (Zeit).

Der Entwurf wird von allen Seiten abgelehnt – auch von der Industrie. Der IT-Verband Bitkom warnt davor, „die mühsam errungene europaweite Regelung wieder zum Flickenteppich zu machen“, die Bundesdatenschutzbeauftragte Voßhof hält ihn gar für verfassungswidrig (Netzpolitik.org).

Ein Wettbewerbsvorteil ist in Gefahr. „Die Bundesregierung bemüht sich nach Kräften, die Legende vom „hohen deutschen Datenschutzniveau“ zu entkräften, schreibt der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar.

 

Digitale Welt

Keine Roaming-Gebühren mehr in der EU. Ab Mitte Juni kosten Handy-Telefonate, SMS-Versand und Internet im EU-Ausland nicht mehr als zuhause. Die Telkos rechnen von da an untereinander ab (FAZ).

Verbraucherschützer verklagen WhatsApp. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat wegen der Weitergabe der Telefonnummern an den Mutterkonzern Facebook beim Landgericht Berlin Klage eingereicht. (Spiegel).

Siegeszug des Home Office. Derzeit bieten in Deutschland rund 30 Prozent der Unternehmen die Möglichkeit an, von zu Hause aus zu Arbeiten. Laut einer Studie des IT-Verbands Bitkom ist allerdings das Homeoffice nicht für jeden geeignet (silicon.de).

Neue Dropbox-Funktionen für Firmen und TeamsSmart Syncverknüpft das lokale Dateisystem mit Ordnern und Dateien in der Dropbox-Cloud; Paper erlaubt das gemeinsame Bearbeiten von Textdokumenten, Bildern und Tabellen (Golem).

Computer sind die besseren Poker-Spieler. Vier der weltbesten Poker-Profis sind gegen eine neue Poker-Software namens Libratus angetreten. Sie zogen den Kürzeren. Libratus kann inzwischen sogar perfekt bluffen (Süddeutsche).

   

Zu guter Letzt …

Siri bittet um eine kleine Datenspende. Mit dem nächsten Update (iOS 10.3) werden iPhone-Nutzer um die Erlaubnis gebeten, ihre iCloud-Daten – darunter Fotos, E-Mails, Notizen, Kontakte und Termine – analysieren zu dürfen. Diejenigen, die das gestatten wollen, müssen aktiv einwilligen, standardmäßig ist die Option deaktiviert. Ihrem Datensatz werden Hash- und Zufallswerte hinzugefügt, die zwar eine statistische Auswertung zulassen, aber den Nutzer anonym bleiben lassen (Zeit).