Schlagwort-Archive: Spracherkennung

Digitale Agenda kw05 / 2018

 

Staatstrojaner

Der Staatstrojaner ist bereits in Aktion, fanden die Süddeutsche, NDR und WDR heraus. Der Trojaner umgeht verschlüsselte Messaging-Dienste wie WhatsApp und hat vollen Zugriff auf alle Daten des Zielgeräts.

Die digitale Inquisition hat begonnen, kommentiert Heribert Prantl. Damit fielen bei der Überwachung zeitliche und inhaltliche Grenzen und die vom Grundgesetz garantierte freie und geschützte Kommunikation werde außer Kraft gesetzt.

Verfassungsklagen sind vorprogrammiert. Politiker aller Fraktionen im Bundestag außer der Union teilen die Ansicht, dass das Gesetz übers Ziel hinausschießt. In Großbritannien hat das höchste Gericht ein ähnliches Gesetz gerade als rechtswidrig erklärt.

 

Digitale Welt

Deutschland ist Pionier bei autonomen Fahrzeugen, aber die Schlagzeilen gehören Tesla, Google und Apple. Mehr als die Hälfte aller Patente zum Thema liegen in Deutschland, Daimler schickte die ersten Autos schon 1992 in den Straßenverkehr (FAZ).

Intelligente Lautsprecher sind Black Boxes, was den Datenschutz betrifft. Amazon Echo oder Google Home sind immer auf Empfang, doch nur die Hersteller wissen, was sie speichern. Datenschützer äußern Bedenken (Tagesspiegel, Süddeutsche), Tests fallen wenig schmeichelhaft aus (Spiegel, Welt).

Spracherkennung lässt sich leicht austricksen, fanden US-Forscher heraus. Man kann Sprachsequenzen mit anderen Signalen so überlagern, dass die Spracherkennung etwas völlig anderes versteht als ein Mensch.

Wie ein Quantencomputer funktioniert, erklärt in einer einfachen Sprache ein Artikel in der Zeit.

Passwörter sind für junge Leute ein alter Hut, sagt eine neue Studie von IBM. Sie setzen lieber auf Biometrie, Multifaktor-Authentifizierung und – wenn’s denn sein muss – auf Passwort-Manager. Für diejenigen, die noch eine Weile mit Passwörtern leben müssen, hier einige Tipps von der Süddeutschen und vom Spiegel.

Populäre Märchen: Bitcoin ist anonym und das Darknet ist sicher. Forscher aus Katar konnten Bitcoin-Nutzer identifizieren, die ihre Bitcoin-Adressen sowohl im Tor-Netzwerk benutzt als auch im Internet veröffentlicht haben (Spiegel).

 

Zu guter Letzt …

Fitness-App verrät Standorte geheimer Militärbasen. Soldaten joggen gerne um ihre Militärbasis herum und zeichnen dabei ihre Strecken und Leistungsdaten auf. Als die Fitness-App Strava neulich eine globale Heatmap der Strecken veröffentlichte, die die Fitness-Strecken ihrer Nutzer zeigte, dürften viele Geheimdienste gejubelt haben. Darauf zu erkennen waren die Umrisse vieler geheimer Stützpunkte in Syrien, Taiwan, Dschibuti und anderen Ländern. Auch ein Camp der Bundeswehr in Afghanistan ist darauf zu finden. Immerhin: die Heatmap ist anonym (Zeit).