Schlagwort-Archive: Störerhaftung

Digitale Agenda kw22

 

Internet-Milliardäre und die Medien

Die Geschichte ist pikant. Der berühmte Wrestler Hulk Hogan wird beim Sex mit der Frau eines Freundes gefilmt, das Klatschmagazin Gawker stellt den Film ins Internet. Hogan zieht vor Gericht und erreicht eine Entschädigung, die die Schließung von Gawker bedeuten würde. Und dann stellt sich heraus, dass die Klage in Wirklichkeit ein Rachefeldzug des deutschstämmigen PayPal-Gründers Peter Thiel war, weil Gawker ihn 2007 als schwul geoutet hatte (Spiegel).

Das Ganze ist nicht nur zum Lachen. Internet-Milliardäre wie Thiel bestimmen immer mehr die öffentliche Meinung.
– Die Washington Post gehört Amazon-Chef Bezos (Süddeutsche),
– Konzerne wie Verizon kaufen massiv Internet-Medien (Handelsblatt),
– die Gründerin der Huffington Post sitzt im Verwaltungsrat von Uber – desselben Uber, das vor zwei Jahren missliebige Journalisten „fertigmachen“ wollte (Süddeutsche),
– und Trump-Unterstützer Peter Thiel sitzt im Verwaltungsrat von Facebook.

Die Presse ist zu ängstlich, um die Eliten in Schach zu halten, urteilt der Internet-Experte Evgeny Morozov in der SZ. Beispiele von wohlmeinenden Berichten über Milliardäre häufen sich (Pando) und auch Facebook sieht keinen Grund, Thiel vom Verwaltungsrat zu entfernen (Slate.com). Die Tech-Branche ist dabei, sich ihre eigene Lügenpresse zu schaffen (Handelsblatt).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Der neue Jahresbericht über Internet-Trends der US-Analystin Mary Meeker (Präsentation) sieht Spracheingabe, Messaging, selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch (Zeit).

Was man über Software-Defined Storage wissen sollte, fasst Thomas Joos in der Computerwoche zusammen. Speicher-Virtualisierung ist sinnvoll, der Umgang damit will aber gelernt sein.

Virtual Reality wird die Arbeitswelt verändern, sagt eine neue Studie von Deloitte. Deutsche Firmen wollen bis 2020 knapp 850 Millionen Euro in VR- und MR-Anwendungen investieren.

9 Gründe, warum agile Methoden scheitern, hat das Beratungshaus PwC identifiziert. Die deutsche Zusammenfassung gibt’s auf CIO.de.

Der Bitcoin-Kurs geht gerade durch die Decke. Chinesische Investoren haben die Kryptowährung für sich entdeckt (t3n.de), Kriminelle aber auch. Sie betreiben darüber massiv Geldwäsche (heise.deMiami Herald, Hintergrundartikel zu Bitcoin in der Zeit).

Die Störerhaftung ist endlich beerdigt, Abmahnungen sind aber immer noch möglich. Rechtssicherheit sieht anders aus, kommentiert Netzpoitik.org.

Microsoft zwingt User zum Update auf Windows 10. Die Popups nerven Nutzer schon länger, das Wegklicken des Popups versteht Microsoft jetzt plötzlich als Einverständnis zum Update (Welt.de).

    

Zu guter Letzt …

Cyberkriminelle entdecken E-Zigaretten für sich. Durch das Aufladen über USB-Ports kann man sich Viren einfangen, warnt das BSI (Süddeutsche). Immerhin kam auch das Virus vom Atomkraftwerk Gundremmingen über eine USB-Schnittstelle (Spiegel).

Digitale Agenda kw19

 

Die Störerhaftung wird abgeschafft

Das ist die schönste Beerdigung des Jahres, kommentiert die Zeit. Politiker von Union und SPD im Bundestag hatten sich zuvor drauf verständigt, die sogenannte Störerhaftung abzuschaffen. Wer sein WLAN für andere Nutzer öffnet, soll künftig nicht mehr pauschal für deren Surfverhalten haften (Zeit.de).

Diese Regel war ohnehin ein schlechter Witz, über den nur Abmahnanwälte lachen konnten. Letzteren bescherte jetzt endlich auch der Bundesgerichtshof eine längst fällige Niederlage im Verfahren gegen eine Frau, deren Besucherin einen Film heruntergeladen hatte (Süddeutsche).

Ist das das Ende der „WLAN-Wüste Deutschland“? Netzpolitik.orgmahnt zur Vorsicht, es gebe im Gesetzentwurf immer noch einige strittige Klauseln. Was das neue Gesetz und das BGH-Urteil in der Praxis bedeuten und wie man jetzt mit seinem offenen WLAN umgehen sollte, kann man auf Welt.de und Spiegel.de nachlesen.

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Wie Anwendungsentwicklung in der Cloud funktioniert, erklärt der Crisp-Analyst René Büst in der Computerwoche. Diese wird für immer mehr Unternehmen interessant, da SaaS- und Web-basierte Applikationen von Grund auf neu entwickelt werden müssen, um von der Cloud zu profitieren.

Cyberkriminelle entdecken die Möglichkeiten von Open Source. Wozu noch eigene Verfahren für den Einbruch in fremde Netzwerke entwickeln, wenn es so leistungsfähige Penetrations-Tester wie das Browser Exploitation Framework gibt? (silicon.de)

Neun Tipps für gutes Teamwork bringt die Beraterin Ulrike Stahl auf CIO.de – vom Management konkurrierender Ziele über das Entwickeln einer gemeinsamen Ausdrucksweise bis hin zur Rolle des Chefs.

WhatsApp gibt’s jetzt auch als Desktop-App. Seit letztem Jahr kann man WhatsApp auch über den Browser nutzen, seit Montag auch als eigenständige PC-Anwendung. Hier geht’s zur Download-Seite, Bericht dazu auf t3n.de.

Was sind NVDIMMs? „Non-Volatile DIMMs“ sollen eine Brücke zwischen DRAMs und Flash-Speichern bilden. Wie das funktionieren soll und was die Vorteile der neuen Technik im Vergleich zu bisherigen DIMM-Speichern sind, verrät Doc Storage auf Speicherguide.de.

Viv stellt Siri, Cortana & Co. in den Schatten. Die Entwickler von Apples Siri stellten diese Woche ihr neues Produkt vor. Der digitale Assistent namens Viv ist als offene Plattform konzipiert und kann Anwendungen einbinden, die gar nicht auf dem Gerät des Nutzers installiert sein müssen (t3n.de).

Wie man den VM-Wildwuchs bekämpft, erklärt ein Artikel auf SearchDatacenter.de. Das einfache Aufsetzen von virtuellen Maschinen führt häufig dazu, dass es in der IT-infrastruktur von VM-Zombies und Outlaws nur so wimmelt.

    

Zu guter Letzt …

Facebook soll den US-Wahlkampf beeinflusst haben, indem es Nachrichten der Republikaner aktiv unterdrückt hat. Das berichteten ehemalige Facebook-Mitarbeiter dem US-Blog Gizmodo (Deutsch auf Süddeutsche.de). Inzwischen versucht Facebook die Sache klarzustellen, indem es erklärt, wie die Nachrichten priorisiert werden (Süddeutsche).