Schlagwort-Archive: WhatsApp

Digitale Agenda kw43 / 2018

 

Digitale Erziehung

Mit der digitalen Bildung in deutschen Schulen ist es nicht weit hin und damit werden junge Leute nicht gut genug für die Arbeitswelt von morgen vorbereitet. Das liegt an der schlechten Ausstattung der Schulen ebenso wie am fehlenden Fachwissen beim Lehrpersonal.  Zumindest am Geld sollte das heute nicht scheitern. Über den DigitalPakt Schule will der Bund 5 Milliarden Euro in die digitale Bildung investieren, doch die Länder zieren sich, denn dazu müssten sie eine Einmischung des Bundes in ihre Kulturpolitik dulden.  Der Druck der Industrie könnte zum Schluss die Länder zum einlenken zwingen. „Allgemeinbildung definiert sich in der digitalen Welt anders als in der Industriegesellschaft“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg (statt über „Smartphone in der Schule„-Diskussionen oder „Smartphones sind allem Schuld„-Debatten).   

Digitales Leben

Apple-Chef will eine DSGVO für die USA und wettert gegen den „Daten-industriellen Komplex“ von Facebook und Google. „Daten werden mit militärischer Effizienz gegen uns als Waffen eingesetzt“, sagte Tim Cook auf einer Datenschutz-Konferenz in Brüssel. Deutsche Autohersteller sind nicht von Google abhängig. Mit ihren Kartendienst Here sind sie gerade dabei, Nokias eher mittelmäßiges Navi-Produkt in eine brauchbare Plattform für selbstfahrende Fahrzeuge zu verwandeln. Brasilien hat keinen Putsch nötig. Der Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro, ein erklärter Freund der letzten Militärdiktatur, setzt systematisch auf Lügen und Verleumdungen, die über WhatsApp verbreitet werden. WhatsApp könnte das eigentlich verhindern. Nein, keine Krise. Nur um einen gesunden Rücksetzer handelt es sich laut Experten bei den fallenden Kursen von wichtigen Technologiefirmen. Seit gut einer Woche bereiten Firmen wie IBM, Amazon, Google oder Snapchat den Anlegern Sorgen. Strafen für Apple, Samsung und Facebook. Apple und Samsung zahlen in Italien 10 bzw. 5 Millionen wegen der Leistungsdrosselung ihrer Geräte durch Updates, Facebook zahlt in England 500.000 Pfund wegen der Datenweitergabe an Cambridge Analytica. Arme Portokasse…  

Zu guter Letzt …

Künstliche Intelligenz kann richtig teuer malen. Ein von einem Algorithmus erstelltes Gemälde ist in New York für 432.000 Dollar versteigert worden. Erwartet wurde eher ein Preis um die 10.000 Dollar. Der Käufer besitzt jetzt ein Gemälde mit der originellsten Signatur der Kunstgeschichte: min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]

Digitale Agenda kw41 / 2018

 

5G-Mobilfunk

Das Geschacher um die 5G-Lizenzen hat schon begonnen, lange bevor die eigentliche Versteigerung nächstes Jahr stattfindet. 99 Prozent Abdeckung bis 2025 verspricht die Telekom im Gegenzug für lockerere Regeln für die Verlegung von Glasfaser. Heftige Kritik erntet derweil der Entwurf der Auktions- und Vergaberegeln. Diese Kriterien des Grauens seien dafür verantwortlich, dass Deutschland heute nur 70 Prozent LTE-Abdeckung hat, schreiben die Grünen im Handelsblatt. Und die Telko-Platzhirsche befürchten, von Google, Apple und Amazon ausgetrickst zu werden. Sie könnten über regionale Lizenzen sich in das Vergabeverfahren einschleichen und das Monopol von Telekom, Vodafone und Telefonica brechen.   

Digitales Leben

Die Urheberrechtsreform der EU war ein Eigentor, nicht nur weil die jetzt vorgesehenen Upload-Filter einen ersten Schritt in Richtung Zensur bedeuten. Die geplanten Regelungen gefährden auch die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in Europa. Die Security-Bilanz dieser Woche: Die neue Agentur für Cybersicherheit soll Cyberwaffen entwickeln. Eine parlamentarische Anfrage der Linken brachte an den Tag, dass die Produkte der ‚Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit‘ eher auf Angriff ausgelegt sein werden.   

Zu guter Letzt …

Ruhe Sanft, Google+. Zum Schluss war es eine Software-Panne, die dem Facebook-Klon den Garaus machte. Eine Lücke gab App-Entwicklern unberechtigten Zugang zu privaten Nutzerdaten. Das Netzwerk, in dem es still wie auf dem Friedhof war, soll nächsten Sommer für Privatnutzer dichtgemacht werden und nur noch für die interne Kommunikation von Firmen zur Verfügung stehen. 

Digitale Agenda kw31 / 2018

 

Zensur-Plattformen

Google liefert China eine eigene Filterblase. Nach Informationen von The Intercept arbeitet Google an einer Version seiner Suchmaschine, die den Zensurvorgaben der chinesischen Regierung entspricht (Zeit). Google hatte sich 2010 aus China zurückgezogen, weil es nicht zensieren wollte. 

Facebook löscht 32 Seiten und Konten, die ein „koordiniertes nicht-authentisches Verhalten“ zeigten. Mit der gleichen Begründung wurde auch die Veranstaltungsseite einer Demonstration gegen die Kundgebung einer rechtsextremen Gruppe gelöscht. 

Wer entscheidet, was gelöscht wird oder nicht auffindbar sein soll? Angesichts immer lauterer Forderungen nach Zensur in der EU und der bereits herrschenden Zensur in Asien und Afrika, eine nicht ganz unberechtigte Frage. 

 

Digitales Leben

Die schmutzigen Tricks beim Glasfaserausbau soll die Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes nun verhindern. Die Kommunen beklagen schon länger ein Schlupfloch im aktuellen Gesetz, das vor allem die Deutsche Telekom extensiv genutzt haben soll. 

Ab 2019 ist WhatsApp nicht mehr werbefrei. Die Werbung soll vorerst nicht in oder zwischen den privaten Chats, sondern nur im „Status“ auftauchen. Die beiden WhatsApp-Gründer hatten das Unternehmen letztes Jahr verlassen, weil sie damit nicht einverstanden waren.

Warum sollte man Wikipedia vertrauen? Im Interview mit der Zeit erklärt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, nach welchen Kriterien sich die Autoren-Community ihre vertrauenswürdigen Quellen aussucht und wie sie mit Trollen fertig wird, die „alternative Fakten“ einschmuggeln. 

Facebooks Security-Chef geht und ist frustriert über die Haltung des Unternehmens zum Thema Sicherheit und Datenschutz. Alex Stamos hatte dazu eine wesentlich nutzerfreundlichere Einstellung als sein Arbeitgeber, wie eine Analyse der Süddeutschen zeigt. 

Apple ist jetzt 1 Billion Dollar wert. Nachdem die letzten Quartalszahlen noch besser waren als erwartet (11,5 Milliarden Gewinn), ist der Aktienwert von Apple auf 1.000.000.000.000 Dollar gestiegen – als erstes nichtstaatliches Unternehmen der Wirtschaftsgeschichte. 

 

Zu guter Letzt …

Die Sprache der Rechtsextremen im Netz hat sich Sascha Lobo genauer angeschaut und erklärt, was wirklich unter Begriffen wie „Merkel“, „Globalisten“ oder „Goldstücke“ zu verstehen ist. 

Digitale Agenda kw42 / 2017

 

Orwells China

Wie digitale Repression aussehen kann, demonstrierte China im Vorfeld des Parteitags der Kommunistischen Partei: Facebook, WhatsApp und westliche Medien wie die New York Times blockiert, Messaging-Dienste wie WeChat überwacht, VPN-Apps verboten und vieles mehr (Reporter ohne Grenzen, BBC, Buzzfeed, Spiegel).

Gesichtserkennung wird zum Mittel totaler Kontrolle. Das Regime baut eine Datenbank mit den Gesichtern aller Chinesen auf, deren Identität überall innerhalb von Sekunden zu erkennen sein soll (South China Morning Post). Gesichtserkennung gehört schon jetzt für Chinesen zum Alltag (Zeit).

Die Partei will alles kontrollieren, nicht nur die digitale Welt, sondern auch die Wirtschaft (FAZ). Über ihren weltweit großen wirtschaftlichen Einfluss droht das chinesische Modell der „aufgeklärten Demokratie“ zum Exportschlager zu werden (Süddeutsche).

Digitale Welt

Die WPA2-Verschlüsselung wurde geknackt. Security-Forscher fanden eine Schwachstelle, die Man-in-the-middle-Angriffe möglich macht (Süddeutsche), allerdings mit sehr viel Fachwissen (Zeit). Patches sind bereits unterwegs, aber nicht für alle.

Das beste Smartphone, das kein iPhone ist, kommt von Google und heißt Pixel 2, so die einhellige Meinung der Tester (Süddeutsche, Spiegel, heise.de) – nicht zuletzt dank eines eigenen Grafik-Chips. Allerdings ist es genauso teuer wie ein iPhone.

Die ökologisch besten Smartphones produzieren laut Greenpeace Fairphone und Apple. Die komplette Studie gibt’s hier als PDF (in Englisch).

Russland will einen Krypto-Rubel einführen. Die Popularität von Bitcoin wird für Putin langsam zum Problem, jetzt soll eine offizielle und regulierte Krypto-Währung eingeführt werden (Zeit).

Twitter will endlich gegen Mobbing vorgehen und nächste Woche konkrete Maßnahmen ankündigen. Bislang war kaum nachvollziehbar, wann ein Account suspendiert werden kann und wann nicht (Netzpolitik.org).

Wie wird ein Computer unschlagbar in Go? Ganz einfach, er bringt es sich selbst bei und spielt ständig gegen sich selbst – Deep Learning macht es möglich. Google hat Details über die Entwicklung von AlphaGo verraten (FAZ).

 

Zu guter Letzt …

WhatsApp führt Live-Standortverfolgung ein. Klingt wie der Albtraum aller Datenschützer, ist aber halb so wild und kann sogar ganz nützlich sein. Das Feature lässt sich immer nur einmalig für jeweils 15 Minuten, eine oder acht Stunden aktivieren, die Übertragung ist verschlüsselt und WhatsApp selbst hat keinen Zugriff drauf (Zeit).