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Digitale Agenda kw17 / 2018

 

Europäische KI

500 Millionen Euro an zusätzlichen Geldern will die EU-Kommission bis 2020 in die Forschung Künstlicher Intelligenz investieren. Danach soll die Förderung weitergehen, die genauen Beträge sind aber noch nicht definiert (FAZ). 

Das ist nur ein guter Anfang, reicht aber noch lange nicht, kommentiert der IT-Verband Bitkom. Eine EU-Studie hatte zuvor gezeigt, dass Europa Gefahr läuft, in Sachen KI von den USA und China abgehängt zu werden. 

Verpasst Europa den KI-Zug? Einige Europäische Wissenschaftler schlagen bereits Alarm und warnen davor, die Grundlagenforschung zu vernachlässigen. 

Wir sind noch gut im Rennen, beteuert der Chef des Deutschen KI-Forschungszentrums (DFKI) und sieht auch kein Problem, wenn deutsche Hersteller wie Mercedes oder Audi chinesische KI in ihren Produkten einsetzen.

 

Digitale Welt

Wovor sich Facebook fürchten muss, erklärt ein Artikel in der Süddeutschen. Zwar waren seine Zahlen auch im letzten Quartal hervorragend, doch in USA will der Kongress Einschränkungen, die Handelsbehörde droht mit Milliardenstrafen und jetzt knöpfen sich auch Kartellbehörden in Europa das Netzwerk vor. 

Das neue bayerische Polizeigesetz, eine mögliche Blaupause für den Bund, wird auch durch die Wortklauberei  der CSU-Minister nicht unbedingt harmloser. Was als „mehr Datenschutz“ verkauft wird, ist in Wirklichkeit nur mehr Datenerfassung (Netzpolitik). 

US-Regierung darf doch bei anderen Länder schnüffeln. Zwar sieht der neue Cloud Act vor, dass US-Behörden die lokalen Datenschutzbestimmungen respektieren müssen, doch bilaterale Abkommen einzelner Länder mit den USA hebeln diese Regel aus (Zeit). 

Schlüsselkarten für Hotelzimmer geknackt. Security-Spezialisten ist es gelungen, ein Gerät zu bauen, das innerhalb von Sekunden einen Generalschlüssel für alle Schlösser dieses Typs weltweit programmieren kann (Süddeutsche).  

YouTube und Facebook löschen mehr, als man von außen ahnen könnte. Bei YouTube war es in letzter Zeit ein Video pro Sekunde, bei Facebook waren es allein im ersten Quartal mehrere Millionen Beiträge. Nicht gelöscht wird wohl dieser Dokumentarfilm auf YouTube, der zeigt, wie organisiert Trolle manchmal vorgehen. 

 

Zu guter Letzt …

Dürfen Leichen ihre Handys entsperren? In den USA wurde von der Polizei mehrmals versucht, Smartphones von Erschossenen über den Fingerabdrucksensor zu entsperren. Legal war das Vorgehen nach US-Recht in der Regel schon, doch den Polizisten gelang es meistens trotzdem nicht. (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw11 / 2018

 

Digitale Bilanz

Wohin geht’s mit dem Internet? Die „South by Southwest“-Konferenz (SXSW) in Austin, Texas, hielt dem Web den Spiegel vor – und bot ein ernüchterndes Bild.

  • Die Freiheit weicht einer immer stärker werdenden Zensur.
  • Soziale Netzwerke manipulieren das Verhalten ihrer Nutzer.
  • Künstliche Intelligenz läuft Gefahr, aus dem Ruder zu geraten.

Auch der Erfinder des WWW ist alles andere als glücklich. Am 29. Geburtstag des Web plädiert Tim Berners Lee für mehr Offenheit, Chancengleichheit und Vielfalt statt immer mehr Monopole und Kommerz.

 

Digitale Welt

Zombie Störerhaftung: Betreiber offener WLANs haften zwar weiterhin nicht für Urheberrechtsverletzungen, entschied das Münchner Oberlandesgericht. Abmahnungen, die vor dem 12. Oktober 2017 verschickt wurden, sind aber weiterhin rechtens (Netzpolitik).

Regierung will nicht für digitale Geräte in Schulen bezahlen. Stattdessen sollen Kinder ihre eigenen Geräte in den digitalen Unterricht mitbringen. Bring Your Own Device macht Digitalisierung vom elterlichen Geldbeutel abhängig, kritisiert die Opposition (Tagesspiegel).

Mit Wikipedia  gegen Verschwörungstheorien: YouTube will jetzt neben allzu abstrusen Videos harte Fakten aus Wikipedia-Einträgen setzen – und sich damit eine eigene Prüfinstanz sparen, die Menschen beschäftigt (Spiegel). Die Begründung dazu klingt genauso billig.

Facebook wirft britische rechtsextreme Gruppe raus. „Britain first“ hatte 2 Millionen Follower, auf seiner Seite waren aber immer wieder rassistische Parolen zu lesen und gefälschte Videos über „gewalttätige Muslime“ zu sehen (Zeit).

Augmented Reality soll hörbar werden – sagt Bose und zeigt jetzt eine Sonnenbrille, die ihrem Träger Infos über das, was er gerade betrachtet, zuflüstert (WiWo). Laut Bose sollen die Ansagen nur die Ohren des Trägers erreichen.

 

Zu guter Letzt …

Die interessantesten Technologien für 2018 hat die MIT Technology Review gekürt. Auch diesmal dominiert die Digitaltechnik die Top-10-Liste mit Technologien wie „sich duellierende neuronale Netzwerke“ oder einem Verfahren für  „perfekten Privatsphärenschutz im Internet“. Fast noch interessanter dürften aber Dinge wie „3D-Druck für Metall“ oder ein „Verbrennungsverfahren ohne Kohlenstoffemissionen“ sein. Auf Englisch, aber es lohnt sich.

Digitale Agenda kw49 / 2017

 

Bitcoin-Wahn

Bitcoin ist von Spekulanten entdeckt worden und scheint derzeit das Lieblingsspielzeug von Glücksrittern und Hackern zu sein. Der Kurs der digitalen Währung ist seit Anfang des Jahres um Faktor 15 gestiegen. Die aktuellen Schwankungen lassen aber vermuten, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht (Manager Magazin).

Diese Art Hysterie hat man zuletzt während der Dotcom-Blase erlebt:

  • Immer mehr Startups versuchen sich an neuen digitalen Währungen, mit teilweise dubiosen Methoden (Süddeutsche).
  • Zum Schürfen neuer Bitcoins wird so viel Strom gebraucht, dass die globale Energiewende in Gefahr ist (Spiegel).
  • Sogar Tesla-Autos werden werden fürs Schürfen von Bitcoins missbraucht (t3n.de).
  • In der Schweiz gibt es neuerdings einen bombensicheren Bitcoin-Bunker (Quartz, t3n.de).

Wie geht es weiter? IT-Professor Roman Beck in der Süddeutschen und Sascha Lobo im Spiegel helfen, den Bitcoin-Wahn einzuordnen.

 

Digitale Welt

Innenminister dementiert digitalen Lauschangriff – ein bisschen. Das Dementi lässt noch viele Fragen offen und Netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl erklärt im Interview mit der Süddeutschen, warum das Thema Hintertüren in technischen Geräten und Autos so riskant ist.

Algorithmen sollten dringend kontrolliert werden, fordern immer mehr Experten. Algorithmen können diskriminieren und entscheiden künftig oft über Leben und Tod – doch nach welchen Kriterien genau? Mit AlgorithmWatch nimmt die Bewegung Gestalt an (Zeit).

Einige Tastatur-Apps sind verkappte Keylogger. Die App „Ai.Type“ beispielsweise ist auf über 30 Millionen Geräten im Einsatz und hat inzwischen 577 GB an Daten gesammelt. Sie ist nicht die erste, der Ausspähen vorgeworfen wird (Spiegel).

Google und Amazon streiten sich auf dem Rücken der Verbraucher. Amazon hat vor einiger Zeit alle Google-Produkte aus seinem Sortiment verbannt, ab Januar soll YouTube nicht mehr auf Amazon-Produkten wie FireTV verfügbar sein (Zeit).

YouTube soll sauberer werden, verspricht Google. Das Unternehmen habe Algorithmen für das Herausfiltern von Gewaltvideos entwickelt, die die Arbeit von 180.000 Prüfern leisten können. Das Prüfpersonal soll dennoch auf 10.000 aufgestockt werden (Zeit).

Mercedes ersetzt Betriebsanleitung durch Chatbot. Während die ersten Gehversuche deutscher Firmen mit Chatbots auf Facebook eher peinlich wirken (Zeit), bringt Mercedes eine Smartphone-App, die auf natürliche Sprache reagiert und Augmented Reality nutzt, um Orientierung in einem Mercedes-Cockpit zu geben (IBM-Blog).

 

Zu guter Letzt …

Das erste smarte Kondom kommt im Januar auf dem Markt. Hersteller ist die britische Firma British Condoms und i.Con analysiert so ziemlich alles, was Männer über ihre Leistungen im Bett wissen wollen – buchstäblich, denn die Betonung liegt auf „Leistung“: Anzahl der Stöße, Ausdauer, Kalorienverbrauch, etc.. Spätere Updates sollen sogar helfen, Geschlechtskrankheiten zu erkennen (Chip).

Digitale Agenda kw46 / 2017

 

Netzsperren

Um die Freiheit im Internet steht es nicht gut. Neue Berichte der Unesco (PDF in Englisch) und des Freedom House zeigen, dass der Zugang zum Internet, Meinungs- und Pressefreiheit immer schlechter werden. Nur noch 23 Prozent aller Internet-Nutzer leben in Ländern mit freiem Zugang (Netzpolitik.org).

Das Internet ist aus drei Seiten in Gefahr:

  • Legale Netzsperren: Das EU-Parlament hat jetzt Verbraucherschützern das Recht erteilt, Netzsperren zu verhängen – ein erster Schritt zum Aufbau einer Zensur-Infrastruktur (Netzpolitik.org).
  • Kommerz-orientierte Politik: Die Netzneutralität ist in der EU bereits verwässert und schafft Raum für fragwürdige Geschäftsmodelle (Süddeutsche), in den USA will sie Donald Trump im Dezember ganz abschaffen (Reuters, Zeit).
  • Goldene Käfige und Filterblasen. Konzerne wie Facebook und Google bestimmen immer mehr, wie wir informiert werden (Netzpolitik).

 

Digitale Welt

Der neue Firefox ist jetzt richtig schnell. Mit dem ‚Quantum‚-Update schließt Firefox zu Google Chrome auf, bietet viel Privatsphäre und verspricht bald noch mehr Verbesserungen (Zeit, Süddeutsche, heise.de).

Killer-Roboter sollen verboten werden. In Genf verhandeln Regierungsvertreter und Rüstungsexperten um die Zukunft von „tödlichen autonomen Waffensystemen“, die durch Künstliche Intelligenz gesteuert werden (Süddeutsche).

Digitale Technologien können CO2-Emissionen halbieren und damit Deutschland helfen, seine Klimaziele bis 2030 doch noch zu erreichen, glaubt der IT-Branchenverband Bitkom.

YouTube wird immer mehr unterwandert. Betrüger schaffen es immer wieder, ihre Videos auf die ‚Trending‘-Liste zu bringen (Spiegel), auf YouTube Kids tauchen immer wieder unangemessene und sogar gefährliche Inhalte auf (Zeit).

Die erste Kirche der Künstlichen Intelligenz heißt Way of the Future und wurde von Googles ehemaligem Entwicklungschef für autonome Fahrzeuge gegründet. Sie will „einen friedlichen und respektvollen Übergang der Führung dieses Planeten von den Menschen zu den Menschen+Maschinen schaffen“ (Wired, englisch).

 

Zu guter Letzt …

Vernetzte Dildos sind manchmal zu neugierig, mussten die Kunden des Sexspielzeug-Herstellers Lovense neulich feststellen. Mehrere Nutzer der über eine App gesteuerten Spielzeuge entdeckten nach ihrem Spiel eine Audioaufnahme von sich auf ihrem Handy. Laut Hersteller handelte es sich nur um einen „kleinen Bug“ (Zeit).