Digitale Agenda kw42 / 2017

 

Orwells China

Wie digitale Repression aussehen kann, demonstrierte China im Vorfeld des Parteitags der Kommunistischen Partei: Facebook, WhatsApp und westliche Medien wie die New York Times blockiert, Messaging-Dienste wie WeChat überwacht, VPN-Apps verboten und vieles mehr (Reporter ohne Grenzen, BBC, Buzzfeed, Spiegel).

Gesichtserkennung wird zum Mittel totaler Kontrolle. Das Regime baut eine Datenbank mit den Gesichtern aller Chinesen auf, deren Identität überall innerhalb von Sekunden zu erkennen sein soll (South China Morning Post). Gesichtserkennung gehört schon jetzt für Chinesen zum Alltag (Zeit).

Die Partei will alles kontrollieren, nicht nur die digitale Welt, sondern auch die Wirtschaft (FAZ). Über ihren weltweit großen wirtschaftlichen Einfluss droht das chinesische Modell der „aufgeklärten Demokratie“ zum Exportschlager zu werden (Süddeutsche).

Digitale Welt

Die WPA2-Verschlüsselung wurde geknackt. Security-Forscher fanden eine Schwachstelle, die Man-in-the-middle-Angriffe möglich macht (Süddeutsche), allerdings mit sehr viel Fachwissen (Zeit). Patches sind bereits unterwegs, aber nicht für alle.

Das beste Smartphone, das kein iPhone ist, kommt von Google und heißt Pixel 2, so die einhellige Meinung der Tester (Süddeutsche, Spiegel, heise.de) – nicht zuletzt dank eines eigenen Grafik-Chips. Allerdings ist es genauso teuer wie ein iPhone.

Die ökologisch besten Smartphones produzieren laut Greenpeace Fairphone und Apple. Die komplette Studie gibt’s hier als PDF (in Englisch).

Russland will einen Krypto-Rubel einführen. Die Popularität von Bitcoin wird für Putin langsam zum Problem, jetzt soll eine offizielle und regulierte Krypto-Währung eingeführt werden (Zeit).

Twitter will endlich gegen Mobbing vorgehen und nächste Woche konkrete Maßnahmen ankündigen. Bislang war kaum nachvollziehbar, wann ein Account suspendiert werden kann und wann nicht (Netzpolitik.org).

Wie wird ein Computer unschlagbar in Go? Ganz einfach, er bringt es sich selbst bei und spielt ständig gegen sich selbst – Deep Learning macht es möglich. Google hat Details über die Entwicklung von AlphaGo verraten (FAZ).

 

Zu guter Letzt …

WhatsApp führt Live-Standortverfolgung ein. Klingt wie der Albtraum aller Datenschützer, ist aber halb so wild und kann sogar ganz nützlich sein. Das Feature lässt sich immer nur einmalig für jeweils 15 Minuten, eine oder acht Stunden aktivieren, die Übertragung ist verschlüsselt und WhatsApp selbst hat keinen Zugriff drauf (Zeit).