Archiv der Kategorie: Newsletter

Digitale Agenda kw47 / 2020

 

Apple Crumble

Das neue MacBook Pro mit dem hauseigenen M1-Prozessor überzeugt in ersten Tests hinsichtlich Leistung und Batterielaufzeit, doch die Fachpresse ist skeptisch. Die Chip rät dazu, abzuwarten, und Heise sieht in der M1-CPU keine Gefahr für Intel. 

Das neue Betriebssystem Big Sur läuft zwar sehr gut, kann aber in seiner aktuellen Version ältere Macs beim Upgrade beschädigen. 

Tracking und Werbung: Der Datenschutzaktivist Max Schrems hat gegen den Konzern wegen Tracking Beschwerde eingelegt. Apple hält derweil an seinem Plan fest, App-Tracking einzudämmen, nervt aber mit Werbung auf dem iPhone.

Apple zeigt sich spendabel. Kleinere App-Entwickler müssen ab 2021 nur noch die halbe Provision an Apple entrichten. Außerdem will Apple für die durch Updates gedrosselten iPhones mehr Entschädigung zahlen.

 

Digitales Leben

Die Corona-Warn-App ist eher unbeliebt. Trotz neuer Funktionen und gutem Datenschutz wollen mehr als die Hälfte der Deutschen nichts mit der App zu tun haben. Ideen für bessere Funktionalität gibt es hingegen reichlich. 

Gaia-X Initiative bekommt Zulauf. Für das Projekt zur Schaffung einer europäischen Cloud wollen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mehr als 100 Firmen „Mitglied der ersten Stunde“ werden.

Weiter Streit um Staatstrojaner und Verschlüsselung. Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats lehnt den Staatstrojaner für Geheimdienste ab, die EU und das Innenministerium werfen Nebelkerzen beim Thema Messenger-Verschlüsselung. 

Was genau treibt Zitis? Due Süddeutsche hat der „Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“ einen Besuch abgestattet und schildert ihre Eindrücke in zwei Artikeln über Verbrechensbekämpfung und Volksverhetzung.  

Amazon wird jetzt auch zur Apotheke. In den USA hat der Online-Händler den Start einer eigenen Internet-Apotheke angekündigt. Im Nachgang von Corona will sich Amazon den 500-Milliarden-Markt nicht entgehen lassen.

 

Zu guter Letzt …

Speicherdefekt könnte Zehntausende Teslas lahmlegen. Ein 8 GB großer Flash-Speicher in den Modellen S und X gibt nach einer Weile den Geist auf, was den Ausfall von teils wichtigen Funktionen der Fahrzeuge zur Folge haben kann. Dieser Fehler kann zur Abwechslung mal nicht per Software-Update repariert werden. 

Digitale Agenda kw46 / 2020

 

Messenger im Visier

Bundeskartellamt untersucht Messenger-Apps. WhatsApp, Telegram & Co sollen gegen wiederholt gegen die Datenschutzrechte der Verbraucher verstoßen haben. Die Behörde will außerdem untersuchen, ob die Kommunikation zwischen verschiedenen Messenger-Diensten möglich werden soll. 

EU-Staaten wollen Hintertüren für Messenger. Verschlüsselung ist nach wie vor ein Dorn im Auge von Ermittlern und Geheimdiensten und sie lassen nicht locker, ganz egal wie schlecht die Idee sein mag. 

Industrie und Verbraucher warnen vor Hintertüren. Bitkom, Eco, TeleTrusT, CCC, die Gesellschaft für Informatik und viele andere Industrieverbände und Organisationen warnen vor einem Irrweg.  

 

Digitales Leben

Die ersten Macs mit Apple-CPU sind da. Sie versprechen dreifache CPU-Leistung, fünffache Grafikleistung und bessere Akku-Laufzeiten. Apple zufolge ist der M1-Prozessor weder ein Intel-Klon noch eine ARM-Adaption, sondern etwas ganz eigenes. 

Biden gewinnt, Silicon Valley jubelt. Selbst wenn der neue US-Präsident Google & Co. höher besteuert, hätten sie sieben Gründe zur Freude. Sogar bei einem blockierten Senat würden sie profitieren.  

Bitcoin ist wieder in den Schlagzeilen. Der Kurs der Kryptowährung geht durch die Decke, das US-Justizministerium wird zum Bitcoin-Milliardär und ein ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter nutzt den Bitcoin-Mixer zur Geldwäsche. 

Schleicht sich Google in die europäische Cloud ein? Der französische Cloud-Anbieter OVH ist ein federführendes Mitglied bei Gaia-X, geht aber eine weitgehende Partnerschaft mit Google ein – zum Wohle der Euro-Cloud. 

Ausnahmezustand wird zur Normalität. Die Antiterror-Gesetze im Nachgang von 9/11 waren ursprünglich auf fünf Jahre begrenzt. Trotz starker verfassungsrechtlicher Bedenken sollen sie nun dauerhaft gelten. 

 

Zu guter Letzt …

Bei Gesundheitsfragen hört die Google-Neutralität auf. Bei Suchbegriffen wie Grippe, Corona, Allergien und anderen Krankheiten funktioniert Google nicht mehr nach den seinen „normalen“ Algorithmen. Fortan wird ein Infokasten mit einem Text des Gesundheitsministeriums angezeigt. Zeitungen und Fachmedien wie die Apothekenumschau fühlen sich übergangen. 

Digitale Agenda kw45 / 2020

 

US-Wahlen

Es kam wie befürchtet. Der Wahlkampf um die US-Präsidentschaft war so heftig und das Ergebnis der US-Wahl ist so knapp, dass Facebook und Twitter zugleich das Schlachtfeld bereitstellen und den Schiedsrichter spielen müssen. 

Ein knappes Ergebnis ist genau das, was die Plattformen vermeiden wollten, denn dadurch sind sie dazu gezwungen, Anzeigen abzulehnen, Tweets zu brandmarken und Gruppen zu löschen. 

Demokratische Prozesse auf privaten Plattformen, geführt mit sehr viel Geld und mit jungen Milliardären wie Mark Zuckerberg und Jack Dorsey als Schlichter – was soll da schon schiefgehen?

 

Digitales Leben

So wird die Corona-Warn-App weiterentwickelt. Laut einem internen Dokument soll ein Update Ende Februar es leichter machen, nachzuvollziehen, wo man sich angesteckt haben könnte, und ein QR-Code die lästigen Restaurant-Listen ersetzen. Die Grünen fordern eine Cluster-Nachverfolgung. 

Altmaier hat kein Problem mit Upload-Filtern. Der Wirtschaftsminister liegt immer noch im Clinch mit dem SPD-geführten Justizministerium und will das neue Urheberrechtsgesetz eher restriktiv gestalten, inklusive Upload-Filter. 

Office 365 in Schulen ist problematisch. Die Verletzung gleich mehrerer datenschutzrechtlicher Vorschriften werde durch ein Wirrwar an Klauseln möglich, erklärt ausführlich ein Rechtswissenschaftler.

Oberster Datenschützer kritisiert Staatstrojaner. „Das Ausmaß der staatlichen Überwachung übersteigt mittlerweile das für eine Demokratie erträgliche Maß“, sagt Ulrich Kelber im Spiegel-Interview.

Aus fürs Datensammeln aus „berechtigtem Interesse“? Ein deutscher Entwurf der neuen E-Privacy-Verordnung der EU sieht vor, dass die Platzierung entsprechender Cookies nicht mehr möglich ist.

 

Zu guter Letzt …

Die Kamera als offenes Scheunentor des Smart Home. Ein Professor für IT-Sicherheit ließ seine Studenten auf die Überwachungskamera eines vernetzten Hauses los – und sie konnten erschreckend schnell und problemlos liefern.

Digitale Agenda kw44 / 2020

 

Googles Macht

Wie mächtig ist Google tatsächlich? Nachdem in den USA ein Kartellverfahren gegen den Konzern eröffnet wurde, fordern nun konkurrierende Suchmaschinen von der EU nicht nur Bußgelder, sondern richtige Maßnahmen, um das Monopol zu brechen. 

In Italien ermitteln Wettbewerbshüter gegen den Konzern wegen des Verdachts auf Missbrauch seiner Marktmacht im Zusammenhang mit Onlinewerbung und inspizierten seine Büros.

Die Macht von Google über die Medien untersucht eine Studie der Otto Brenner Stiftung (als Artikelserie auf netzpolitik.org: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4) und zeigt, dass Googles Einfluss auf das, was wir erfahren, ebenso groß wie unsichtbar ist.

 

Digitales Leben

Wie datenschutzkonform ist Microsoft Office365? Nach dem Aus für Privacy Shield geraten auch die Standardvertragsklauseln ins Visier der Datenschützer. Experten untersuchen die Problematik, Anwälte die Konsequenzen und Dienstleister bieten technische Hilfe an. 

Apples Suchmaschine nimmt Gestalt an. Im Web soll ein Suchmaschinen-Crawler des Konzerns seine Aktivität stark erhöht haben, um einen eigenen Such-Index aufzubauen.

Die neue Fahndungsdatenbank der EU soll nicht mehr nur von der Polizei benutzt werden dürfen, sondern von rund 2.000 weiteren Behörden. Das würde das Missbrauchsrisiko massiv erhöhen, befürchten Politiker. 

Die Corona-Warn-App könnte einige neue Features gebrauchen, um ihre Effektivität beim Contact-Tracing zu erhöhen – weiterhin bei Wahrung der Anonymität der Nutzer. 

Jens Spahn hat es eilig mit seiner ePA. Die elektronische Patientenakte würde in ihrer jetzigen Form gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen und die Technik ist noch nicht ausgereift, doch der Minister gibt Gas. 

 

Zu guter Letzt …

Aktienkurs von SAP stürzt ab. Die Corona-Pandemie würde sich mindestens bis Mitte 2021 negativ auf die Geschäfte auswirken, kündigte der Konzern an korrigierte seine Prognosen nach unten. Die Gewinnmarge werde vorerst bei „nur“ 29 Prozent stagnieren.