Schlagwort-Archive: 5G

Digitale Agenda kw07 / 2021

 

Australien vs. Facebook

Facebook dreht Australien den Hahn ab. Die Facebook-Seiten australischer Medien sind leer und es können keine News mehr geteilt werden. Das australische Parlament hatte kurz zuvor ein Gesetz verabschiedet, das Tech-Konzerne dazu verpflichtet, für Nachrichten zu zahlen. 

Australische Politiker betrachten das als Kriegserklärung, Länder wie Kanada gehen selbst in die Offensive und die Diskussion um kartellrechtliche Konsequenzen flammt wieder auf.

Tech-Konzerne erschaffen derweil ihre eigene Welt. In Nevada werden sie demnächst autonome Städte mit eigenen Gesetzen gründen dürfen, Venture-Capitalisten bauen ihre eigenen Medienkanäle. 

 

Digitale Welt

Wieder rote Ampeln für Zoom, Teams und WebEx. Die Berliner Datenschutzbehörde hat erneut viele Videokonferenz-Anbieter geprüft und für die Großen reichte es nicht mal für eine gelbe Ampel (hier der Bericht als PDF).

Microsoft macht sich in der Autobranche breit. Zusammen mit VW will Microsoft Assistenzsysteme bauen, eine Kooperation mit Bosch sieht den Aufbau einer Software-Plattform vor.

5G und 6G  verursachen eine Antenneninvasion. Höhere Frequenzen bedeuten niedrigere Reichweiten, was wiederum mehr Funkmasten nach sich zieht. 

CDU will schärfere Upload-Filter. Axel Voss gehen die im aktuellen Gesetzentwurf formulierten Regelungen nicht weit genug. 

Bürgerrechtler wollen Gesichtserkennung stoppen. Eine Initiative des Chaos Computer Club und anderer Verbände will ein europäisches Verbot biometrischer Massenüberwachung erreichen. Gründe dafür gäbe es genug. 

Der Smartphone-Perso soll kommen. Bundesbürger sollen sich künftig gegenüber Behörden auch mit ihrem Smartphone ausweisen können.

Jens Spahn muss seine Allianz mit Google canceln. Ein Münchner Gericht untersagte dem Gesundheitsminister, Google Infos über bestimmte Krankheiten in Infoboxen anzeigen zu lassen.

 

Zu guter Letzt …

Die Milliardäre haben Bitcoin entdeckt. Nachdem Tesla 1,5 Milliarden Dollar in den Kauf von Bitcoins investiert hat, eilt der Kurs von Hoch zu Hoch. Der Einstieg von Großinvestoren führt nun zu einer Verknappung der Bitcoin-Reserven.

Digitale Agenda kw49 / 2020

 

Privatsphäre

Bundesregierung plant Sollbruchstellen in WhatsApp & Co., sagt jemand, der es wissen müsste. Sven Herpig hat eine Karriere beim BSI und Außenministerium hinter sich und warnt vor dem Ende verschlüsselter Kommunikation. 

Auch die EU will die Verschlüsselung umgehen. Hilfe bekommt sie von den Geheimdiensten der englischsprachigen Alliierten (Five Eyes), wenn auch noch nicht klar ist, welcher Art.

Der Entwurf des neuen BND-Gesetzes legalisiert alles, was der BND aktuell praktiziert und teilweise vom Verfassungsgericht moniert wird, und soll seinen Wirkungsradius noch ausbauen. 

 

Digitales Leben

Microsoft misst die Produktivität von Office-Nutzern. Der Productivity Score zeichnet unter anderem detailliert auf, wer in einem Unternehmen wie arbeitet. Das brachte Datenschützer auf die Barrikaden und Microsoft dazu, die Mitarbeiterüberwachung etwas zu entschärfen.

Großbritannien schließt Huawei vom 5G-Netz aus. Ab September 2021 dürfen keine Geräteteile des chinesischen Konzerns beim 5G-Ausbau mehr verwendet werden. Die Briten setzen nun auf NEC.

Ist das Darknet einfach nur kriminell? Genau das behaupten Forscher in einer Studie, doch die Erfinder wollen das nicht auf sich sitzen lassen. Anonymität schütze auch Dissidenten totalitärer Regime.

Der neue M1-Mac kann auch Windows 10. Einige schnelle Patches und eine Open-Source-Virtualisierungssoftware – mehr brauchte ein deutscher Entwickler nicht. Bei Windows handelt es sich um die Version für ARM-CPUs. 

Videoüberwachung wird in Karlsruhe privatisiert. EnBW und Stadtverwaltung wollen eine datenschutzkonforme Form der Videoüberwachung installieren, die keine personenbezogenen Daten aufnimmt. Zur Unterstützung der Polizei, so EnBW.

 

Zu guter Letzt …

Libra war so frei: Jetzt heißt sie Diem. Facebooks Digitalwährung wurde bereits letztes Jahr in eine Gesellschaft mit Sitz in Genf überführt. Der Namenswechsel soll signalisieren, dass die Diem Association „autonom und unabhängig“ von Facebook arbeitet. 

Digitale Agenda kw43 / 2020

 

Die USA gegen Google

US-Regierung leitet Kartellverfahren Google ein. Google soll seine Marktdominanz missbraucht und Firmen dazu gezwungen haben, seine Suchmaschine zum Standard auf Handys zu machen.

Ob die Klage Erfolg haben wird, ist offen. Zwar ist Googles Dominanz in viererlei Hinsicht gefährlich, aber die Alternativen momentan chancenlos und die letzte Konsequenz, eine Zerschlagung, eher unrealistisch und schwer durchzusetzen. 

Bekommen die USA Hilfe aus Europa? Auch die EU will die Marktmacht der digitalen Plattformen einschränken und arbeitet an einem Regelwerk, aber auf Geschäftspraktiken dürfte dies kaum Auswirkungen haben. 

 

Digitales Leben

Staatstrojaner für alle. Das Innenministerium hat sich im zweiten Anlauf mit seinem Plan durchgesetzt, allen 19 Geheimdienste des Bundes und der Länder eine Lizenz zum Schnüffeln zu erteilen. 

BND-Gesetz macht politische Überwachung möglich, glaubt ein Journalist, der das Gesetzt analysiert hat. Das könnte dramatische Einschnitte ins Recht auf Pressefreiheit nach sich ziehen.

Die Corona-Warn-App ist ein „zahnloser Tiger“ und hat kaum eine warnende Wirkung, sagt der bayrische Ministerpräsident Söder. Immerhin bekommt sie Montag neue Funktionen und läuft auch in Italien und Irland. 

EU-Kommission setzt auf Open Source. „Think Open“ heißt die neue Software-Strategie der EU. Die Kommission betrachtet sich selbst als Mitglied der Community, will aber die „Lebensfähigkeit des Ökosystems“ nicht unbedingt mit Geld fördern. 

Schweden will keine chinesische Anbieter im 5G-Netz. Huawei und ZTE sind vom Ausbau augeschlossen, die Skandinavier setzen lieber auf die einheimische Ericsson sowie auf Nokia und Samsung.

 

Zu guter Letzt …

Facebook Dating startet in Deutschland. Bei der Flirt-Funktion soll es möglichst sauber zugehen: Nur ab 18, keine Fotos, keine Videos und keine Facebook-Freunde, außer man hat einen unter ihnen als „heimlichen Schwarm“ gekennzeichnet. Und natürlich alles streng nach DSGVO.

Digitale Agenda kw42 /2020

 

Corona-Folgen

Corona hat die Überwachung weltweit verstärkt. Laut der Bürgerrechtsorganisation „Freedom House“ wird die Pandemie in vielen Ländern missbraucht, um neue Instrumente zur digitalen Überwachung zu schaffen.

Deutsche Firmen verabschieden sich vom Brief. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom wollen fast 90 Prozent der Unternehmen im Nachgang von Corona die Briefpost digital ersetzen.

Homeoffice verschlechtert die Sehkraft. Laut einer Umfrage von Yougov im Auftrag des Brillenherstellers Apollo verbringen Arbeitende seit März viel mehr Zeit vor dem Bildschirm, was negativen Folgen auf die Augengesundheit hat. 

Die Kosten für die Corona-App steigen derweil immer weiter – während Irland zeigt, wie es viel günstiger geht. 

 

Digitales Leben

Die europäische Cloud nimmt Gestalt an. Die EU-Mitgliedsländer unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Gründung einer Cloud-Föderation (Gaia X) mit offenen Schnittstellen.

Apple steigt mit dem iPhone 12 in den 5G-Ring. Das Design ist kantiger und erinnert an ältere Modelle, aber mit neuester Technik ausgestattet und in drei verschiedenen Größen erhältlich. 

Razzia bei Münchner Überwachungsfirma. FinFisher stellt Spionage-Software her und soll ohne Ausfuhrgenehmigung seine Abhörtrojaner an diktatorische Regime wie Ägypten oder Bahrain exportiert haben. Nach einer Strafanzeige sind die Ermittler aktiv geworden. 

Social Media mischen beim US-Wahlkampf mit. Facebook und YouTube löschen Trump-treue Qanon-Gruppen und Videos, Twitter unterdrückt einen kritischen Bericht über Joe Bidens Sohn und muss sich rechtfertigen.

Upload-Filter verstärken die Marktmacht von Google. Der neue Entwurf des Urheberrechts würde technologiestarken Unternehmen Vorteile verschaffen – zulasten kleinerer Plattformen und der Grundrechte.

 

Zu guter Letzt …

Gehen Sie doch mal als Hund in die Videokonferenz. Nvidia hat ein KI-Verfahren entwickelt, das Bandbreitenprobleme bei Videokonferenzen auf kreative Weise löst: Es nutzt nur ein Standbild des jeweiligen Gesichtes, berechnet die Sprechbewegungen und überträgt einfach nur diese. Laut Nvidia ist die Technik nicht auf menschliche Gesichter beschränkt.