Schlagwort-Archive: 5G

Digitale Agenda kw45 / 2019

 

Digitale Medizin

Die Medizin wird in Deutschland digitaler. Das Digitale-Versorgung-Gesetz wurde diese Woche im Bundestag verabschiedet. Teil des Gesetzes ist die Schaffung einer Forschungsdatenbank aller gesetzlich Versicherten. 

Datenschutzrechtlich ist das Gesetz umstritten, auch wenn die digitale Versorgung viele Vorteile bringt. Die Weitergabe anonymisierter Daten an Firmen wird von der Industrie begrüßt, aber sie birgt Gefahren.

Wie wichtig Gesundheitsdaten für die Industrie sind, zeigt auch Googles Übernahme von Fitbit. Google will der Apple Watch etwas entgegensetzen können, hätte aber auch nichts gegen mehr Gesundheitsdaten. Fitbit-Kunden löschen ihre Daten jetzt schon.

 

Digitales Leben

Die erste Millionenstrafe wegen DSGVO-Verletzung muss die (in Berlin verhasste) Deutsche Wohnen zahlen. Der Umgang der Immobilienfirma mit den persönlichen Daten ihrer Mieter war mangelhaft. 

5G ist der Polizei zu sicher – und Huawei dem BND zu unsicher. Deutsche Sicherheitsbehörden wollen eine Möglichkeit, weiterhin abhören zu können, Huawei bietet eine No-Backdoor-Vereinbarung an.

Xerox will HP übernehmen. Nach der Abspaltung von HP Enterprise produziert HP hauptsächlich PCs und Drucker, und die könnten gut zum Xerox-Geschäft passen. 

Alexa & Co lassen sich per Laserstrahl hacken. Security-Forscher haben einen Weg gefunden, intelligenten Lautsprechern und ihren Sprachassistenten heimlich Befehle zu geben – per Light Commands. 

Künstliche Intelligenz hält Einzug in Microsoft Office. Die digitale Assistentin Cortana und andere KI-Tools sollen dem Nutzer bei der Arbeit helfen. Microsoft verspricht absoluten Datenschutz, muss aber wohl erst den Lizenzvertrag ändern.

 

Zu guter Letzt …

Wo sind in Deutschland die größten Funklöcher? Die Ergebnisse ihrer App zur Breitbandmessung hat die Bundesnetzagentur in eine Deutschlandkarte eingearbeitet, die sich detailliert absuchen lässt. Etwa 187.000 Mal ist die App auf Smartphones installiert worden, die Nutzer übermittelten bisher etwa 160 Millionen Messpunkte.

Digitale Agenda kw44 / 2019

 

Gaia X

Europa soll eine eigene Cloud-Infrastruktur bekommen. Wirtschaftsminister Altmaier stellte seine Pläne für Gaia X auf dem diesjährigen Digitalgipfel vor. 

Die Reaktionen der IT-Wirtschaft sind gemischt. Während deutsche Industrieverbände wie Bitkom und eco eine Stärkung der digitalen Souveränität sehen, prophezeit Microsoft, dass das Projekt nicht erfolgreich sein wird.  

Die Motivation ist klar, die Umsetzung nicht, kommentiert die ZEIT, denn zum jetzigen Zeitpunkt scheint Gaia X nicht viel mehr als ein Konzept zu sein, dem sogar die Trägerorganisation fehlt. 

 

Digitales Leben

Die Preise für private 5G-Netze stehen fest, und sie sind moderat ausgefallen. Sogenannte Campusnetze sind bei der Produktentwicklung und für landwirtschaftlichen Anwendungen wichtig.

Twitter verbietet politische Werbung. Während Facebook weiterhin auch für politische Werbung voller Lügen die Hand aufhalten will, verbannt sie Twitter komplett. Das ist gut so und besser als ständig herumzueiern.

Bundesregierung will bei der Mobilfunkversorgung helfen. Um wenigstens ein flächendeckendes 4G-Netz zu erreichen, sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Der Ausbau des 5G-Netzes könnte sich aber verzögern, denn der BND hält Huawei für nicht vertrauenswürdig.

Facebook verklagt israelische Firma wegen Spionage. Die NSO Group hatte WhatsApp dazu benutzt, um Spähsoftware zu installieren, auch auf Handys politischer Dissidenten in Ländern wie Saudi-Arabien. 

Microsoft darf die Pentagon-Cloud bauen. Beim Wettbewerb um das 10-Milliarden-Projekt JEDI des US-Verteidigungsministeriums ging Favorit Amazon überraschend leer aus. 

Wikipedia-Gründer will Alternative zu Facebook bauen. WT:Social soll ohne Werbung auskommen und kollaborativer funktionieren.

 

Zu guter Letzt …

Happy 50th Birthday, Internet! Vor 50 Jahren wurde die erste Nachricht über das Netz verschickt, das heute Internet heißt, und es war eigentlich ein Militärprojekt. Wie es wohl wäre, wenn es heute kein Internet gäbe?

Digitale Agenda kw42 / 2019

 

Halle-Nachbeben

Sind Ego-Shooter potenzielle Massenmörder? Diesen Eindruck könnte man bekommen bei den Äußerungen von Horst Seehofer über mögliche Konsequenzen aus dem Anschlag von Halle. Nicht schon wieder diese Debatte, meint nicht nur die ZEIT, sondern auch Experten und sogar Markus Söder. 

Mehr Überwachung – darauf laufen die Vorschläge des Innenministers und der Union hinaus. Und natürlich ist die Forderung nach Hintertüren in der Messenger-Verschlüsselung wieder dabei. 

Immerhin einige Lichtblicke: Das EU-Parlament wehrt sich gegen Upload-Filter bei Terrorverdacht und die SPD will einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, der vor allem auf Social-Media-Plattformen abzielt.

 

Digitales Leben

Das Smartphone als Personalausweis soll im Rahmen von Pilotprojekten demnächst in Nordrhein-Westfalen und Thüringen genutzt werden können. Deutschland hat in Sachen E-Government noch viel aufzuholen.

Die Digitalisierung erschafft menschenrechtsfreie Zonen, sagt ein neuer UN-Bericht. Die Privatisierung und Automatisierung der Sozialsysteme erzeugt Diskriminierung, warnt seit längerem auch Algorithmwatch.   

Bundesregierung hält an Huawei fest. Kein Anbieter soll beim Ausbau des 5G-Netzes außen vor bleiben, heißt es vom Innenministerium. Ohne Huawei würde der Ausbau massiv verzögert.

Immer mehr Behörden kommen ins Visier der Hacker, sagt der neue BSI-Lagebericht. Allein in deutschen Regierungsnetzen wurden in einem Jahr etwa 770.000 infizierte E-Mails abgefangen.

Libra startet mit Hinternissen. Viele der ursprünglichen Partner von Facebooks Kryptowährung sind abgesprungen, darunter Paypal. Regierungen weltweit äußern Bedenken, aus gutem Grund. 

Chrome und Firefox sollen Internet-Provider umgehen. DNS over HTTPS (DoH), heißt das Verfahren, das das Surfverhalten der Nutzer von den Providern geheim hält, wogegen letztere natürlich Sturm laufen. 

 

Zu guter Letzt

Das erste Smartphone ‚made in Africa‘ kommt aus Ruanda. Der ehemalige Krisenstaat erlebt derzeit einen ungeahnten Aufschwung und lockt ausländische Investoren an. Hersteller des Handys namens Mara ist ein panafrikanisches Unternehmen mit Sitz in Dubai. Mit Geräten wie dem neuen Google Pixel 4 kann es nicht mithalten, dafür kostet es weniger als 200 Euro. 

Digitale Agenda kw36 / 2019

 

Werbetracking

Persönliche Informationen von Kindern hat Google-Tochter YouTube jahrelang ohne dem Einverständnis ihrer Eltern gesammelt und die Einsichten daraus für das Ausspielen von Werbung genutzt. Die Strafe von 170 Millionen Dollar fiel eher milde aus. 

Werbetracking kann viel Schaden anrichten, besonders wenn es auf Minderjährige angewendet wird. Schon länger fordern deshalb Bürgerrechtsorganisationen, die Privatsphäre von Kindern besser zu schützen.

Auch depressive Hilfesuchende sind Werbetracking ausgesetzt. Ihr Surf-Verhalten, aus dem ersichtlich wird, dass sie z.B. Depressionstests gemacht haben, wird häufig an Werbenetzwerke weitergereicht. 

 

Digitales Leben

420 Millionen Telefonnummern von Facebook-Nutzern fand ein Sicherheitsforscher frei zugänglich auf einem Server, alle mit Facebook-ID, viele mit Klarnamen. Damit lässt sich jede Menge Unsinn anstellen.

Über seine ersten Erfahrungen mit 5G berichtet Spiegel-Redakteur Matthias Kremp. Dafür musste er auf das Parkdeck der Vodafone-Zentrale in Düsseldorf. Sein Fazit: Auf dieser Datenautobahn gibt es keine Wartezeiten.

Das Smart Home kommt nicht in die Gänge, und dafür gibt es sehr gute Gründe. Auch wenn die Industrie das intelligente Zuhause schönredet und schönrechnet, es fehlt noch an echten Anwendungsfällen und Sicherheit.

Bundesregierung will mehr digitale Transparenz. Durch Open Government sollen Bürger künftig mehr Einblick in Gesetzgebungs- und Verwaltungsverfahren bekommen und sich auch daran beteiligen können.

Die neue Bundes-IT wird zum Milliardenfiasko, berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Statt der veranschlagten 1 Milliarde Euro soll die Renovierung mehr als 3 Milliarden kosten.

Zurückhacken bringt gar nichts, schreibt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einem vertraulichen Gutachten und widerspricht dem Innenministerium, das seit einiger Zeit an einem Hackback-Gesetz arbeitet. 

 

Zu guter Letzt …

Twitter-Account von Twitter-Chef gehackt. Die 4,2 Millionen Follower von Jack Dorsey durften sich letzte Woche über etliche rassistische Äußerungen wundern, das i-Tüpfelchen war eine Bombendrohung. „Wenn ihr Jack nicht schützen könnt, könnt ihr gar niemanden schützen“, twitterte ein entsetzter Nutzer.