Schlagwort-Archive: 5G

Digitale Agenda kw11 / 2019

 

Digitale Konzernmacht

Nichts wird’s mit einer Digitalsteuer für Tech-Konzerne. Deren Einführung scheiterte am Widerstand von Ländern wie Irland und Schweden, die es sich nicht mit Firmen wie Apple, Facebook oder Spotify verscherzen wollen. 

Europa zeigt sich erneut machtlos und hat damit nicht nur eine Riesenchance verhorstet, sondern auch die eigene strukturelle Schwäche offenbart, Entscheidungen zu treffen.

Zerschlagt Facebook, Google und Amazon, forderte die US-Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren auf der SXSW-Konferenz in Austin, Texas. Firmen wie Facebook würden jede Regel aushebeln und „Märkte ohne Regeln sind Diebstahl“. 

Eine stärkere Regulierung der Konzerne fordert auch EU-Kommissarin Margarethe Vestager, die inzwischen auch US-Bürger auf ihre Seite gewinnen kann. 

 

Digitales Leben

GroKo will Upload-Filter weiter unterstützen, bekräftigten Regierungsvertreter bei einer Aktuellen Stunde im Bundestag, auch wenn sie den Kompromiss dazu selbst nicht sonderlich gut finden. Unterdessen hat auch der Kulturausschuss des EU-Parlaments die Reform mit kleineren Änderungen durchgewinkt. 

USA stellt Deutschland wegen Huawei unter Druck. Sollte Deutschland beim Aufbau des 5G-Netzes Huawei als Ausrüster zulassen, wollen die USA den Informationsaustausch mit deutschen Geheimdiensten einstellen.

Netzbetreiber halten versprochene Bandbreiten nicht ein. Die Bundesnetzagentur sieht in ihrem aktuellen Jahresbericht Handlungsbedarf, weil gerade mal 13 Prozent der Nutzer die vertraglich vereinbarte maximale Datenübertragungsrate erreichten, fast 30 Prozent haben nur die der Hälfte.

Wie gefährlich ist 5G für die Gesundheit? Ärzte warnen vor den Auswirkungen für elektrosensible Patienten und der Bund für Umwelt und Naturschutz erwartet, „dass 5G zu einer massiven Zunahme der Zwangsexposition durch Funkstrahlung führt“. 

Apple sagt Tracking-Cookies den Kampf an. Auch die Cookies besuchter Seiten sollen nun eine Lebensdauer von einer Woche haben. Apple reagiert auf eine Maßnahme der Werbeindustrie, die Third-Party-Cookies zu First-Party-Cookies erklärt hatte. Auch Firefox will nachziehen. 

 

Zu guter Letzt

Facebook betreibt eine interne Spitzelabteilung. Facebooks Sicherheitsteam nutzt die Daten der Plattform, um tatsächliche und angebliche Gefahren für das Unternehmen und seine Mitarbeiter zu observieren. Dabei liest es Standortdaten von Ex-Mitarbeitern aus und liest die Nachrichten von Praktikanten, die nicht zur Arbeit erscheinen. Unterdessen werden Facebooks Datendeals strafrechtlich untersucht. 

Digitale Agenda kw10 / 2019

 

Widerstand gegen Upload-Filter

Diese Messe ist noch nicht gelesen. Der massive Protest gegen die EU-Urheberrechtsreform und ihre Upload-Filter setzt die EU-Parlamentarier zunehmend unter Druck. Ein Versuch, die Abstimmung vorzuverlegen, vor dem Aktionstag am 23. März, scheiterte kläglich. 

Es sind nicht nur Netzaktivisten, die Upload-Filter für eine sehr schlechte Idee halten. 14 Organisationen, von Industrieverbänden wie dem BVDW bis hin zur Verbraucherzentrale wandten sich in einem offenen Brief an die Politik. Selbst industrienahe Parteien wie die FDP sind dagegen. 

Sogar in der CDU regt sich Widerstand. Der Landtag in Schleswig-Holstein hat am Mittwoch fast einstimmig die Reform abgelehnt und zeigt damit mehr Rückgrat als die „Alles-Mitmach-Partei SPD„, dank der die Reform überhaupt in dieser Form zustande kam. 

 

 Digitales Leben

Huawei verklagt die US-Regierung. Einen Ausschluss aus der Ausstattung des 5G-Netzes in den USA will sich der Hersteller nicht länger bieten lassen, ebensowenig die Spionagevorwürfe der US-Regierung. Bei dem Streit geht es längst um mehr als 5G. 

Zuckerberg verspricht Facebook-Nutzern mehr Privatsphäre. Nicht mehr der digitale Dorfplatz, sondern eine Plattform für den privaten Austausch zwischen Nutzern will Facebook in Zukunft sein. Das nächste unhaltbare Versprechen, meint die SZ und erinnert daran, dass die Telefonnummern der Nutzer jetzt auch missbraucht werden. 

Lokales Roaming soll elegant bestattet werden. Netzbetreiber sollten sich dazu verpflichten, ihre Netze zu teilen, um Funklöcher zu beseitigen. Die als Bedingung zur Vergabe einer 5G-Lizenz gedachte Maßnahme ist jetzt nur noch ein Vorhaben nach der Auktion – falls sich bis dahin noch jemand daran erinnert. 

„ji32k7au4a83“ ist ein sehr schlechtes Passwort. Die Zeichenkette taucht fast 150 Mal in einer Datenbank für gehackte Zugangsdaten auf und das hat viel mit der Belegung der taiwanesischen Tastatur zu tun. 

Apple-Chef Tim Cook heißt jetzt Tim Apple. Bei einer Sitzung seines Beratergremiums für Technologie, dem auch der Apple-Chef angehört, sprach Donald Trump von „Tim Apple“. Letzterer ersetzte prompt auf seinem Twitter-Profil seinen Nachnamen durch das Apple-Logo. 

 

Zu guter Letzt…

Ettenheimweiler will sein Funkloch verteidigen. Das Dorf in der Nähe von Freiburg ist inzwischen für sein Funkloch berühmt und soll tatsächlich bald einen eigenen Funkmast bekommen – gegen den erbitterten Widerstand einiger seiner Bewohner, die den Funkmast definitiv nicht in der Nähe ihres Grundstücks sehen wollen. Die Antenne könnte den Wert ihrer Immobilie mindern.  

Digitale Agenda kw05 / 2019

 

5G und Huawei

Huawei soll nichts mit dem künftigen 5G-Netz zu tun haben. Die USA werfen dem Hersteller Spionage und ein Unterlaufen der Sanktionen gegen den Iran vor und haben nun Anklage erhoben. Deutsche Geheimdienste meldeten ebenfalls Bedenken an. 

Huawei wird als Druckmittel genutzt im Handelskrieg der USA gegen China, scheinbar mit Erfolg. Die chinesische Regierung deutet nun Zugeständnisse an. Experten erwarten, dass der Handelskrieg darüber hinaus weitergehen wird. 

Der Ausbau des deutschen 5G-Netzes könnte sich verzögern, warnte die Telekom, hat aber (wie auch ihre Wettbewerber Vodafone und Telefonica) kaum eine Wahl. Laut Handelsblatt bereiten sich Netzwerkbetreiber darauf vor, Huawei aus ihren Kernnetzen zu verbannen.

 

Digitales Leben

Die Aufhebung der Netzneutralität macht Mobilfunk teurer. Angebote wie StreamOn der Deutschen Telekom, mit dem die mobile Nutzung von Diensten wie Spotify keinen Datenverbrauch kostet, benachteiligen kleinere Anbieter und treiben Mobilfunkpreise in die Höhe. 

Facebook führt Messenger, WhatsApp und Instagram zusammen. Künftig sollen Nutzer aller drei Plattformen über dieselbe App chatten können. Was mit einer Konsolidierung der Infrastrukturen begründet wird, ist in Wirklichkeit eine Zusammenführung von Nutzerdaten. 

Das Gesetz gegen Hassrede bewirkt sehr wenig. Das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) sollte dafür sorgen, dass strafbare Inhalte schnell aus sozialen Netzwerken verschwinden. Die Warnungen der Experten im Vorfeld scheinen sich nun zu bewahrheiten. 

EU führt verbessert Verbraucherschutz für Software-Produkte. Kunden müssen nicht mehr selbst beweisen, dass ein Produkt fehlerhaft gewesen ist, und haben das Recht auf Software-Updates. Die Richtlinie bezieht sich sowohl auf reine Software-Produkte und Cloud-Dienste als auch auf „smarte“ Hardware. 

Facetime-Bug verwandelt iPhones in Wanzen. Apple musste Anfang der Woche die Funktion, mit der mehr als zwei Personen an einem Gespräch teilnehmen können, abschalten, weil der dritte Teilnehmer abgehört werden kann, bevor er das Gespräch angenommen hat. 

 

Zu guter Letzt …

Wie man Facebook den Datenhahn zudreht, demonstrierte Apple diese Woche, wenn auch nur für einen Tag. Facebook hatte ein Entwickler-Zertifikat verwendet, um eine Marktforschungs-App unter die Leute zu bringen – an Apple vorbei. Diese App hatte Apple bereits letztes Jahr aus dem App-Store geworfen, weil sie viel zu viele Daten abgriff. Apple erklärte daraufhin das Zertifikat für ungültig mit dem Effekt, dass Facebook weder neue Apps testen noch interne Apps betreiben konnte, geschweige denn „Marktforschung“ durchzuführen. 

Digitale Agenda kw01 / 2019

 

Lokales Roaming

Funklöcher gehören gestopft, soviel hat die Politik inzwischen verstanden. Die Parlamentarier von Union und SPD wollen ein Gesetz entwerfen, das lokales Roaming ermöglicht. Die CSU will sogar eine staatliche Gesellschaft für den Ausbau des 5G-Netzes gründen. 

Unterdessen haben neun Konzerne die Bundesnetzagentur verklagt. Sie finden die Auflagen zur Vergabe der neuen 5G-Frequenzen als zu hart und fürchten um ihre Investitionen. Das Kartellamt lobt hingegen die Regeln der Netzagentur. 

Ihr Ziel für den Ausbau des Breitbandnetzes hat die Bundesregierung wohl verfehlt. Nicht 100 sondern nur 80 Prozent der deutschen Haushalte haben Zugang zu schnellem Internet, und dafür gibt es gute Gründe.  

 

Digitales Leben

Einige Highlights des letzten CCC-Kongresses: 

Beim BAMF sind Fehler vorprogrammiert. Die IT-Tools des Bundesamts für Migration sind vielschichtig und komplex, deren Nutzung verlangt aber von den Sachbearbeitern eine Expertise, die sie gar nicht haben können. 

Eine bessere Regulierung von Drohnen ist nach dem Vorfall am Flughafen Gatwick kurz vor Weihnachten dringend nötig, doch Experten haben wenig Hoffnung, den Einsatz von Drohnen effektiv zu überwachen.

Wie Mark Zuckerberg Facebook retten will, verriet er in seinem Jahresrückblick. Facebook soll seinen Nutzer nun weniger süchtig, dafür aber glücklicher machen – auch wenn das weniger Umsatz bedeutet. 

 

Zu guter Letzt …

Einen Adventskalender der besonderen Art betrieb ein unbekannter Twitter-Nutzer im Dezember. Nach und nach veröffentlichte er private Daten und Dokumente von Hunderten deutschen Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens, darunter Briefe, Rechnungen, Adresslisten und Ausweise.