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Digitale Agenda kw16 / 2018

 

Facebook und die DSGVO

Zwei Datenschutz-Klassen bei Facebook. Das Netzwerk will zwar langfristig die Prinzipien der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) weltweit anwenden, fürs nächste werden aber Nicht-EU-Bürger ausgenommen. Für 1,5 Milliarden Nutzer außerhalb der EU gelten die wesentlich lockereren US-Regeln (Zeit). 

In Vorbereitung auf die DSGVO, die ab dem 25. Mai gilt, holt sich Facebook schon mal die Einwilligung der Nutzer für seine neuen Bestimmungen ein und führt eine weitreichende Gesichtserkennung ein (Netzpolitik). Dieselbe Gesichtserkennung handelte sich unlängst eine Sammelklage in den USA ein (Spiegel). 

Die Datenschutz-Einstellungen wurden ebenfalls modifiziert. Worauf Sie jetzt achten sollten, erklärt ein Artikel in der Zeit. 

 

Digitale Welt

Daten in EU-Rechenzentren sind vor US-Behörden sicher. Microsofts Widerstand gegen die Herausgabe von Daten, die in einem Rechenzentrum in Irland lagen, hat sich gelohnt. Die US-Gesetze wurden so modifiziert, dass US-Anbieter wie Microsoft die jeweils lokalen Gesetze einhalten müssen (Spiegel).  

Widerstand gegen das neue Polizeigesetz. Bayern prescht mit einem neuen „Polizeiaufgabengesetz“ vor, das an Orwell erinnert. Horst Seehofer will es auf die Bundesrepublik ausweiten. Der Widerstand dagegen nimmt jetzt Form an (Netzpolitik).

Das Blockieren von Bannerwerbung ist legal, urteilte gestern der Bundesgerichtshof. Gegen den Betreiber von AdBlock Plus geklagt hatte der Axel Springer Verlag mit dem Argument, Adblocker bedrohten die Pressefreiheit (Zeit). 

Google wird zur „Auskunftei des Staates“. Viele Straftäter nutzen die Suchmaschine, um Verbrechen vorzubereiten – und werden durch die Herausgabe ihrer Suchanfragen an die Behörden überführt. Doch wenn Tech-Konzerne sich als Hilfssheriffs betätigen, agieren sie in einer rechtlichen Grauzone (Süddeutsche). 

Russisches Gericht lässt Telegram sperren. Der populäre Messaging-Dienst wollte den Behörden keinen Zugang zu verschlüsselten Chats gewähren (Spiegel). Den App-Betreibern gelingt es trotzdem immer wieder, die Sperre zu umgehen. 

 

Zu guter Letzt …

Student verdient mit Alexa 10.000 Dollar im Monat. Amazons digitale Assistentin kann noch nicht viel und gelegentlich nervt sie ihre Besitzer mit ungewollten Ansagen. Doch Freelancer wie der Mathematikstudent David Markey bringen ihr neue Fähigkeiten bei – und das zahlt sich für sie aus (FAZ). 

Digitale Agenda kw19

 

Privatsphäre

Wem gehören meine Daten? Diese Frage war das dominierende Thema der Netzkonferenz re:publica dieses Jahr.

Privatsphäre ist eine Illusion und Datenvermeidung keine Option mehr”, sagt der ehemalige Chefwissenschaftler von Amazon, der Deutsche Andreas Weigend, im Interview mit der Zeit. In seinem neuen Buch fordert er stattdessen von den Konzernen Transparenz über die gespeicherten Daten und das Recht, diese Daten selbst zu managen.

Was Browser-Daten über uns verraten, schildert sehr anschaulich ein Artikel von Zarja Protner auf Netzpolitik.org. Es ist viel mehr, als häufig angenommen – inklusive der falschen Schlüsse, die man aus den Lücken dieser Daten ziehen könnte.

Das Internet der Dinge setzt eine zusätzliche Dimension drauf und schafft damit sogar eine neue Form der Spurensicherung.

Auch der Staat will viel mehr Daten haben und Innenminister de Maizière begründet das mit digitalem Pragmatismus – Terrorabwehr mache die Zusammenarbeit mit Ländern notwendig, die es nicht so genau mit dem Datenschutz nehmen (Süddeutsche). Also wird die Vorratsdatenspeicherung jetzt ausgeweitet.

Eine Alternative zu “Sign in with Facebook” wollen deutsche Unternehmen aus der Automobil- und Finanzbranche schaffen. Der Nutzer soll dabei selbst bestimmen können wer welche Daten bekommt (Spiegel).

        

Digitale Welt

Wie Mobbing auf Twitter funktioniert, schildert ein Artikel der Süddeutschen am Beispiel des Netzwerks “Sifftwitter”. Es führt systematisch digitale Mobbing-Attacken gegen Andersdenkende aus – mit üblen Konsequenzen für die Opfer.

Blockchain-Technologie stabilisiert deutsches Stromnetz. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll der Strom aus Windanlagen im Norden und Solaranlagen im Süden im Übertragungsnetz ausgeglichen werden (Die Welt).

Den Krieg um die Adblocker im Browser analysiert ein Artikel in der Zeit. Wenn Google seinen Chrome-Browser mit einem Adblocker ausstattet, geht es nicht nur um die Dominanz im Werbegeschäft, sondern auch um freie Meinungsäußerung, Netzneutralität und Datenschutz.

Amazon Echo bekommt Bildschirm und Kamera. Der Onlinehändler hat mit dem Modell “Echo Show” seinem Heimassistenten die Möglichkeit gegeben, die Haustür oder andere Zimmer zu überwachen, Videotelefonate zu führen und Informationen anzuzeigen (Spiegel).

Künstliche Intelligenz ist rassistisch. Algorithmen werden überwiegend von Weißen programmiert. Wenn Computer die Schönheit von Frauen beurteilen sollen, passiert das auch nach dem Geschmack weißer Männer (Süddeutsche).

Wie wird man Datenspezialist? So sehr sie gesucht werden, richtige “Data Scientists” sind momentan eine seltene Spezies. 7 Tipps, wie man als Normalsterblicher trotzdem den Umgang mit Daten lernen kann, gibt Lars Milde in der Computerwoche.

   

Zu guter Letzt …

IT-Verband Bitkom bekommt Big Brother Award. Wenn es in der Vergangenheit um Datensouveränität oder Datensparsamkeit ging, vertrat der IT-Branchenverband eine eher deutsch-konservative Linie und empfahl möglichst wenig Daten zu teilen. Nun scheine sich innerhalb des Verbands die amerikanische Sicht der Dinge durchzusetzen, so die Laudatoren. Nämlich dass Datensparsamkeit die Entwicklung von Big Data und Künstlicher Intelligenz behindere. Und dank Bitkom habe sich diese Ansicht mittlerweile auch in die Politik eingeschlichen (Zeit).

Digitale Agenda kw32

 

Android-Updates

900 Millionen Android-Geräte sind von einer Sicherheitslücke betroffen, die diese Woche von den Security-Experten von CheckPoint veröffentlicht wurde (Süddeutsche.de). Die Schwachstelle liegt an den Treibern eines Qualcomm-Chips.

Dieses Mal ging es noch glimpflich aus, denn zum einen ist das Hacken der Smartphones über diese Lücke nicht ganz trivial, zum anderen kann Googles Verify Apps erkennen, ob auf einem Gerät eine App installiert ist, die diese Lücke ausnutzen könnte (ZDnet.de).

Das eigentliche Problem jedoch ist der Weg, über den Updates für Android-Nutzer verteilt werden, nämlich über die Gerätehersteller. Diese hatten es, trotz aller Ermahnungen seitens Google, bisher mit Sicherheitsupdates nie besonders eilig (heise.de).

    

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Datenpannen kosten deutsche Unternehmen durchschnittlich 3,6 Millionen Euro, hat eine Studie des Ponemon Institute und IBM herausgefunden (deutschsprachiger Artikel dazu im IBM Think Blog).
Cyberversicherungen würden in den nächsten Jahren deshalb sehr gefragt sein. Ob diese ihr Geld wert sind, haben SearchSecurity.de und der Versicherungs-Schutzverband vor einiger Zeit recherchiert.

Funk-Autoschlüssel sind unsicher, haben Forscher jetzt herausgefunden. Nach ersten Schätzungen könnten weltweit rund 100 Millionen Autos von 15 Herstellern davon betroffen sein, allen voran Volkswagen. Sie verwenden alle Chips und Verschlüsselung des holländischen Herstellers NXP (FAZ).

Bewertungen von Arbeitgebern auf Kununu & Co. bereiten vielen Unternehmen Kopfzerbrechen. Das falscheste, was man gegen negative Bewertungen tun kann, ist bei seinen Mitarbeitern positive Kritiken einzufordern, sagt der HR-Experte Olaf Kempin (Computerwoche).

7 Schritte zu einer hybriden IT beschreibt Ray Richardson, Infrastruktur-Stratege bei HP Enterprise, im HPE Blog. Er warnt davor, den Wechsel zur Cloud nur als Plattformmigration zu verstehen. Vielmehr müssten damit auch die IT-Prozesse und die Geschäftsmodelle grundlegend geändert werden.

Flash stirbt sehr langsam, aber es stirbt. Ab September will auch Google in seinem Chrome-Browser keine versteckten Flash-Inhalte mehr zulassen, im Dezember soll dann komplett auf HTML5 umgestellt werden (silicon.de).

Das Mainframe ist eine Chance für die Generation Y, schreibt Bernhard Prüger von der Berliner Beta Systems in der Computerwoche. Seit 25 Jahren werden Mainframes kontinuierlich totgesagt. In Wirklichkeit sind ihre Dienste gefragt wie nie, weil ihre Rechenkünste immer noch unerreicht sind.

Facebook will Adblocker umgehen und glaubt die richtige Technologie dafür entwickelt zu haben. Im Gegenzug will es seine Werbung noch treffsicherer auf die vermeintlichen Interessen seiner Nutzer ausrichten, sodass sie nicht als störend empfunden wird (heise.de). Außerdem will es allzu reißerische Artikel (Clickbait) von seiner Timeline verbannen. Netzpolitik.org hätte dazu noch einige Fragen.

    

Zu guter Letzt …

Lösegeld zahlen, damit die Heizung wieder geht? Klingt abstrus, doch intelligente Thermostate könnten zum Einfallstor für Ransomware werden. Auf der Hackerkonferenz Defcon wurde gezeigt, wie das geht (Zeit.de).

Was machen eigentlich Nachbarschafts-Netzwerke? Portale wie Nebenan.de und WirNachbarn.com wollen Bewohner eines Viertels zusammenbringen. In den USA ist Sicherheit das Hauptmotiv, hier ist es mehr der Wunsch, Anschluss zu seiner sonst anonymen Umgebung zu finden (Spiegel.de).

Digitale Agenda kw38

 

Hasskommentare gegen Flüchtlinge auf Facebook

Wo hört Meinungsfreiheit auf, wo fängt Hetze an? Bundeskanzlerin und Justizminister fordern von Facebook seit letzter Woche, die eigenen Regeln konsequenter anzuwenden und gegen die Hasstiraden gegenüber Flüchtlingen vorzugehen. Soll aber Facebook nach Gutdünken zensieren dürfen und selbst urteilen, welche Kommentare den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen? (Zeit.de)

Justizminister Maas blitzte mit seinen Forderungen ab. Kurz vor einem Treffen mit dem Minister stellte Facebook drei eigene Initiativen vor, die seine bisherige Praxis verstärken sollen: Mehr Unterstützung für zivile Organisationen, eine Kooperation mit Beschwerdestellen und mehr Platz für Gegenrede (Zeit.de).

Die Abwehr gegen Hetzparolen überlässt Facebook auch künftig lieber seinen Nutzern und den Justizbehörden. Organisationen wie das Netz gegen Nazis oder Einzelpersonen wie der in der SZ portraitierte„David“ sammeln Kommentare, melden sie bei Facebook und zeigen ihre Urheber an. Diese sollen künftig mehr Unterstützung bekommen.

Einen „Gefällt mir nicht“-Button wird es auch nicht geben. Zwar bastelt Facebook an einem neuen Button, der etwas anderes kundtun soll als „Gefällt mir“, doch negative Bewertungen sind im Netzwerk auch weiterhin tabu. Der neue Button soll eher Mitgefühl für Menschen ausdrücken, die eine schwierige Situation durchleben – was in der Handhabung aber auch nicht ganz trivial ist (Süddeutsche).

 

IT-MANAGEMENT

Wie ein Security Audit nach ISO 27001 abläuft, schildern zwei Experten des TÜV Rheinland in der Computerwoche. Ab Oktober können sich Unternehmen ihre Security-Management-Systeme nur noch nach der neuen ISO/IEC 27001:2013 zertifizieren lassen.

Ein kostenloses Datacenter-Assessment bietet seit neuestem Dell an. Mit Hilfe des Tools „D-Pack“ ermitteln Dell-Mitarbeiter, wie zukunftsfähig das Rechenzentrum noch ist und erarbeiten einen Plan für die weitere Entwicklung. Details auf Datacenter-Insider.de.

 

TECHNIK

Die Adblocker kommen aufs iPhone zusammen mit dem neuen iOS 9, das seit Mittwoch verfügbar ist. Drei davon werden auf TechCrunch besprochen (Englisch), ein weiterer auf Chip.de. Einen umfassenden Testbericht von iOS 9 gibt es auf Golem.de, einen noch ausführlicheren auf Ars Technica.

Eine Cloud-Management-Plattform als Service will Materna demnächst anbieten. Sie basiert auf dem Cloud Lifecycle Management von BMC und ist von Materna um zahlreiche fertige Integrationen sowie provisionierbare Services angereichert (Computerwoche).

Wie VMware-Container funktionieren erklärt Doc Storage auf Speicherguide.de. Hypervisoren und Container muten auf den ersten Blick wie konkurrierende Konzepte an, doch sie werden sich mittelfristig perfekt ergänzen, glaubt der Doc.

 

Zu guter Letzt …

Computer im Klassenzimmer machen Kinder nicht klüger, sagt eine neue Studie der OECD. Wenn Computer sehr häufig im Unterricht zum Einsatz kommen, schneiden Schüler sogar deutlich schlechter ab. Grundlagen in den klassischen Fächern wappnen sie hingegen besser für die digitale Welt (FAZ).