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Digitale Agenda kw10 / 2020

 

Corona-Konsequenzen

Das Coronavirus hat die digitale Welt erreichtbesonders in China oder Südkorea, aber nicht nur dort.
→ Veranstaltungen werden weltweit abgesagt oder verschoben, von der Industriemesse in Hannover bis zur Google I/O, manche Konferenzen werden gestreamt.
Homeoffice und Videokonferenzen (bei Google und Microsoft kostenlos) sind jetzt angesagt.

Das Problem mit Fake News hat sich so zugespitzt, dass die EU ein Frühwarnsystem gegen Desinformation etabliert hat. Auf Online-Shops grassiert der Wucher. 

Die richtigen Informationen kommen in der Regel über die Behörden oder über nützliche Ratgeber wie diesen hier zum Thema Arbeit oder diesen hier zum Thema (Handy-)Hygiene. 

 

Digitales Leben

Die Bundesregierung hat eine Umweltpolitische Digitalagenda. „Die Digitalisierung soll kein Brandbeschleuniger werden“, sagt Umweltministerin Schulze, und stellt ein Paket mit 72 Maßnahmen vor.

Jeder durfte die Gesichtserkennung von Clearview nutzen. Auf der geleakten Kundenliste des Betreibers der weltweit größten Gesichter-Datenbank standen neben Ermittlungsbehörden auch Banken, Schulen und Privatpersonen. 

Pionier für autonome Autos wegen Industriespionage verurteilt. Anthony Levandowski wechselte von Google zu Uber und nahm mehr mit als nur sein Know-how. Jetzt muss er 179 Millionen Dollar zahlen. 

EU-Kommission hat eigene Pläne für KI. Eine neues Strategiepapier für Künstliche Intelligenz lässt eine strenge Regulierung der Gesichtserkennung vermissen und die Arbeit der offiziellen Hochkommission für KI-Ethik als völlig überflüssig erscheinen.

Was genau speichert Amazon Ring? Die mit einer Kamera bestückte intelligente Türklingel speichert natürlich mehr, als ihre Nutzer ahnen, und ist besonders gut am Erkennen ihrer Gewohnheiten. 

 

Zu gute Letzt …

Welches Verhältnis haben Menschen zu ihrem Sexroboter? Die einschlägige Industrie steht noch ganz am Anfang, doch die Hersteller gestalten ihre „Geräte“ möglichst menschenähnlich, damit ihre Nutzer eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen. Wissenschaftler versuchen, die Konsequenzen solcher Beziehungen zu verstehen.

Digitale Agenda kw31 / 2019

 

No Follow?

Facebook braucht die explizite Einwilligung der Nutzer, um sie künftig überallhin im Web zu verfolgen, urteilte der Europäische Gerichtshof diese Woche. Webseiten, die Facebooks Like-Button integriert haben, müssen diese Einwilligung einholen. 

Ein Klick mehr für den Nutzer, viel Arbeit für Website-Betreiber, ist das Fazit der Kommentare zum Urteil, von der FAZ bis zum Branchenverband Bitkom. Facebook wird auch weiterhin tracken, das gehört schließlich zu seinem Geschäftsmodell. 

Und Facebook trackt viel mehr, als wir ahnen. Auch hochgeladene Fotos werden markiert und ihre Reise durchs Internet verfolgt. Auf Facebooks versprochene „Clear History“-Funktion warten wir hingegen seit über einem Jahr vergeblich. 

 

Digitale Welt

Die Polizei als Vertriebspartner für Überwachungstechnik konnte Amazon in den USA für sich gewinnen. Dutzende Polizeireviere verpflichteten sich dazu, Amazons Gegensprechanlage mit Bewegungsmelder und Videokamera zu empfehlen und kostenlos zu verteilen. Im Gegenzug bekommt die Polizei Zugriff auf die Aufnahmen. 

Auswertungsstopp für Aufnahmen von Sprachassistenten. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte erwirkte eine dreimonatige Pause der Auswertung von Sprachaufnahmen von Google Assistant durch Menschen, Apple zog gestern freiwillig nach. Die Auswertungen standen in der Kritik, weil eine Wiedererkennung der Nutzer befürchtet wurde. 

Smart Meter drohen ein Flop zu werden. Die heute zu erschwinglichen Preisen verfügbaren Geräte sind kaum als „smart“ zu bezeichnen, die Kosten für die wirklich smarten zu hoch, die Sicherheitsbedenken berechtigt. 

100 Millionen Datensätze von Bankkunden soll eine 33-jährige Hackerin in ihren Besitz gebracht haben. Zum Verhängnis wurde ihr der Hang zu Prahlerei – sie berichtete in verschiedenen Foren im Netz vor ihrer Tat. 

Huawei unbeeindruckt von US-Sanktionen. Der chinesische Konzern ist im ersten Halbjahr um 23 Prozent gewachsen, obwohl US-Zulieferer wie Intel, Qualcomm oder Google Huawei nicht mehr beliefern dürfen. 

 

Zu guter Letzt …

Flexible Arbeitszeiten in Deutschland: Es ist kompliziert. Das deutsche Arbeitsrecht ist weltweit angesehen, muss aber für die Arbeitswelt der Zukunft reformiert werden – was leichter gesagt als getan ist.