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Digitale Agenda kw03 / 2018

 

Coin-Schwemme

Jeder darf mal: Fast jeden Tag kommen neue Kryptowährungen wie Bitcoin auf dem Markt und offensichtlich gibt es genug Verrückte, die sie kaufen. Gegen den Krypto-Hype ist Roulette ein Familienspiel kommentiert die Süddeutsche. Auch der neuerliche Bitcoin-Crash schreckt kaum jemanden ab.

Alles, was mit Bitcoin und Blockchain zu tun hat, ist gefragt. Ein Unternehmen wie Kodak (gibt’s noch) braucht nur anzukündigen, einen „KodakCoin“ zu entwickeln, um seinen Aktienkurs zu verdoppeln. Eine Getränkefirma fügte nur das Wort „Blockchain“ in ihrem Namen und hatte denselben Effekt.

Die Blockchain-Technologie (gute Erläuterung in der SZ) hat dennoch das Potenzial, die digitale Welt zu verändern (Netzpolitik). Sogar sinnvolle Geschäftsmodelle mit Kryptowährungen sind möglich, wenn sie so gut durchdacht sind beim Messenger Telegram (Zeit).

 

Digitale Welt

Soziale Netzwerke sind auf Löschkurs. Schon die bloße Androhung des Netzdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) hat gereicht, dass 2017 Facebook und Twitter viel mehr Beiträge gelöscht haben als die Jahre davor (Zeit). Der Übereifer den Netzwerke ist allerdings genauso gefährlich wie ihre Nachlässigkeit.

Android-Trojaner liest bei WhatsApp mit. „Skygofree“ wurde von Kaspersky entdeckt und scheint ein typischer Staatstrojaner zu sein. Entwickelt wurde er wahrscheinlich von einer darauf spezialisierten italienischen Firma (Spiegel).

Über die iPhone-Bremse entscheidet künftig der Nutzer. Apple hat sich Kritik und Klagen eingefangen, weil es die Leistung alter iPhones mit altem Akku drosselt, damit sie länger laufen. Künftig kann man das abstellen, sollte man aber besser nicht (Spiegel).

Spähtechnoilogie soll nicht exportiert werden dürfen. Das EU-Parlament hat dafür gestimmt, Gesetzeslücken zu schließen, die den Verkauf von Überwachungssoftware an autoritäre Staaten erlaubt (Netzpolitik).

Apple holt seine Milliarden nach Hause. Der Konzern will seine Cash-Reserven von 252 Milliarden Dollar aus Steueroasen abziehen und in den USA 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Mit Trumps Steuerreform soll das aber nur bedingt etwas zu tun haben (Süddeutsche, Welt).

 

Zu guter Letzt …

Es geht auch ohne Vermittler. Nach dem Verbot des Fahrdienstleisters Uber in London haben die Fahrer der legendären schwarzen Taxis selbst eine App herausgegeben. Die TaxiApp wird von ihnen genossenschaftlich getragen und vermittelt Taxis, ohne dass ein Konzern wie Uber mitverdient. Es ist nicht die erste Zunft, die dem genossenschaftlichen Modell folgt. Nachdem bei der Sharing Economy offenbar nur Vermittler profitieren, ist die Co-operative Economy jetzt im Kommen (Netzpolitik, The Independent, Co-op News).

Digitale Agenda kw47 / 2017

 

Aus für die Netzneutralität?

Die Netzneutralität soll abgeschafft werden. Der neue Chef der US-Regulierungsbehörde FCC hat seine Pläne vorgelegt, seine Behörde soll die Maßnahmen Mitte Dezember offiziell beschließen (Süddeutsche, Leserdebatte hier).

Telko- und Kabelkonzerne sollen nun bestimmen, wie schnell einzelne Inhalte-Anbieter wie YouTube oder Netflix gestreamt werden und zu welchem Preis für den Verbraucher. Die Maßnahmen betreffen zwar nur die USA, doch Europa ist längst auf ähnlichem Kurs (t3n.de, Zeit).

Die Folgen: Provider könnten nicht nur einzelne Anbieter drosseln, sondern auch Technologien und Protokolle wie BitTorrent komplett sperren (The Verge).

Als Konsequenz werden wohl Google, Facebook & Co. ihr derzeit begrenztes Engagement als Provider verstärken und eigene Netzwerke aufbauen – mit unabsehbaren Folgen für Meinungsfreiheit und Demokratie (Tagesspiegel, Spiegel).

 

Digitale Welt

Feindbild Russland: Google, Facebook und Twitter gehen systematisch gegen russische Medien sowie Nutzer und Kunden von sozialen Medien vor (Spiegel). Facebook will eine Software für Propaganda-Check anbieten (Zeit), Google News gibt russischen Medien weniger Reichweite (Netzpolitik.org).

Android-Smartphones übermitteln heimlich den Standort ihrer Nutzer an Google, auch bei deaktiviertem GPS und ohne SIM-Karte. Die Informationen werden über den Dienst für Push-Benachrichtigungen weitergeleitet (Zeit).

Sicherheitslücken in 31 Banking-Apps haben Security-Forscher entdeckt. Betroffen sind unter anderem die Apps von Commerzbank, die Stadtsparkassen und Comdirect (Süddeutsche).

Die digitalisierte Migrationskontrolle führt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) derzeit ein. Die Technik soll helfen, Flüchtlinge ohne Ausweispapiere zu identifizieren (Netzpolitik.org).

Wie das US-Militär soziale Netzwerke überwacht, hat ein Forscher der Security-Firma UpGuard herausgefunden, als er zufällig drei riesige Datencontainer auf Amazons Cloud-Speicher S3 entdeckte (heise.de).

 

Zu guter Letzt …

Facebook kennt jeden, den Sie jemals getroffen haben – sogar Menschen, mir denen Sie längst nichts mehr zu tun hatten. Sollten Sie sich manchmal wundern über die gespenstisch treffsicheren Vorschläge für Menschen, denen Sie auf Facebook eine Kontaktanfrage schicken sollten, liegt das an den erschreckenden Fähigkeiten der Datensammlung von Facebook, die alle möglichen und unmöglichen Quellen abgreift (Gizmodo, englisch).

Digitale Agenda kw28 /2017

 

Der Facebook-Faktor

Wie beeinflusst Facebook die anstehende Bundestagswahl? Eine Artikelserie der Süddeutschen Zeitung liefert interessante Einsichten zu Themen wie:

Über die menschlichen Abgründe, die Mitglieder des Löschteams von Facebook täglich zu sehen bekommen, und wie sie damit fertig werden, berichtet ein Artikel in der Zeit.

Digitale Welt

Welche Lobby schreibt an welchem Gesetz mit? Wir werden es bald ganz genau wissen, denn die Aktion #GläserneGesetze brachte die Bundesregierung dazu, Entwürfe der Ministerien und Stellungnahmen von Verbänden zu über 600 Gesetzen aus der letzten Legislaturperiode zu veröffentlichen (Netzpolitik.org).

Betreiber von Atomkraftwerken in den USA gehackt. Die Malware kam über Bewerbungsmails, die gezielt an Ingenieure geschickt wurden. Ziel war wohl das Auskundschaften ihrer Netzwerke (Zeit).

Chinesische Forscher teleportieren Photonen (heise.de). Wie das funktioniert, wird auf Golem beschrieben und sollte nicht mit der Teleportation von Masse (Beaming) verwechselt werden. Die Technik ist sehr relevant für die verschlüsselte Kommunikation (Fraunhofer).

Neue Android-Smartphones von Nokia. Mit iPhone und Galaxy können es die Modelle 3, 5 und 6 noch nicht aufnehmen, doch sie sind solide verarbeitet, günstig und laufen, wie auch Google-Handys, mit einem reinen Android, inklusive Updates und ohne Bloatware (Zeit).

Ein Handy, das ohne Batterie auskommt, haben Forscher in Seattle entwickelt. Der Prototyp hat einen Strombedarf von nur 3,5 Mikrowatt. Um das zu erreichen, musste vieles komplett neu gedacht werden (Süddeutsche).

Calibri-Font überführt korrupten Premierminister. Pakistans Regierungschef hatte versucht, seine Unschuld vom Vorwurf der Korruption mit einem Dokument zu beweisen, das für sein angebliches Alter mit einer Schrift geschrieben war, die viel zu neu war (heise.de).

Zu guter Letzt …

Das große ß sucht seinen Platz auf der Tastatur. Es gibt tatsächlich einen Großbuchstaben davon () und der wurde jetzt vom Rat für deutsche Rechtschreibung offiziell abgesegnet. Auf Computertastaturen ist er aber nicht vorgesehen. Jetzt wird verhandelt: Welches Zeichen soll Platz machen? (Süddeutsche)

Digitale Agenda kw32

 

Android-Updates

900 Millionen Android-Geräte sind von einer Sicherheitslücke betroffen, die diese Woche von den Security-Experten von CheckPoint veröffentlicht wurde (Süddeutsche.de). Die Schwachstelle liegt an den Treibern eines Qualcomm-Chips.

Dieses Mal ging es noch glimpflich aus, denn zum einen ist das Hacken der Smartphones über diese Lücke nicht ganz trivial, zum anderen kann Googles Verify Apps erkennen, ob auf einem Gerät eine App installiert ist, die diese Lücke ausnutzen könnte (ZDnet.de).

Das eigentliche Problem jedoch ist der Weg, über den Updates für Android-Nutzer verteilt werden, nämlich über die Gerätehersteller. Diese hatten es, trotz aller Ermahnungen seitens Google, bisher mit Sicherheitsupdates nie besonders eilig (heise.de).

    

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Datenpannen kosten deutsche Unternehmen durchschnittlich 3,6 Millionen Euro, hat eine Studie des Ponemon Institute und IBM herausgefunden (deutschsprachiger Artikel dazu im IBM Think Blog).
Cyberversicherungen würden in den nächsten Jahren deshalb sehr gefragt sein. Ob diese ihr Geld wert sind, haben SearchSecurity.de und der Versicherungs-Schutzverband vor einiger Zeit recherchiert.

Funk-Autoschlüssel sind unsicher, haben Forscher jetzt herausgefunden. Nach ersten Schätzungen könnten weltweit rund 100 Millionen Autos von 15 Herstellern davon betroffen sein, allen voran Volkswagen. Sie verwenden alle Chips und Verschlüsselung des holländischen Herstellers NXP (FAZ).

Bewertungen von Arbeitgebern auf Kununu & Co. bereiten vielen Unternehmen Kopfzerbrechen. Das falscheste, was man gegen negative Bewertungen tun kann, ist bei seinen Mitarbeitern positive Kritiken einzufordern, sagt der HR-Experte Olaf Kempin (Computerwoche).

7 Schritte zu einer hybriden IT beschreibt Ray Richardson, Infrastruktur-Stratege bei HP Enterprise, im HPE Blog. Er warnt davor, den Wechsel zur Cloud nur als Plattformmigration zu verstehen. Vielmehr müssten damit auch die IT-Prozesse und die Geschäftsmodelle grundlegend geändert werden.

Flash stirbt sehr langsam, aber es stirbt. Ab September will auch Google in seinem Chrome-Browser keine versteckten Flash-Inhalte mehr zulassen, im Dezember soll dann komplett auf HTML5 umgestellt werden (silicon.de).

Das Mainframe ist eine Chance für die Generation Y, schreibt Bernhard Prüger von der Berliner Beta Systems in der Computerwoche. Seit 25 Jahren werden Mainframes kontinuierlich totgesagt. In Wirklichkeit sind ihre Dienste gefragt wie nie, weil ihre Rechenkünste immer noch unerreicht sind.

Facebook will Adblocker umgehen und glaubt die richtige Technologie dafür entwickelt zu haben. Im Gegenzug will es seine Werbung noch treffsicherer auf die vermeintlichen Interessen seiner Nutzer ausrichten, sodass sie nicht als störend empfunden wird (heise.de). Außerdem will es allzu reißerische Artikel (Clickbait) von seiner Timeline verbannen. Netzpolitik.org hätte dazu noch einige Fragen.

    

Zu guter Letzt …

Lösegeld zahlen, damit die Heizung wieder geht? Klingt abstrus, doch intelligente Thermostate könnten zum Einfallstor für Ransomware werden. Auf der Hackerkonferenz Defcon wurde gezeigt, wie das geht (Zeit.de).

Was machen eigentlich Nachbarschafts-Netzwerke? Portale wie Nebenan.de und WirNachbarn.com wollen Bewohner eines Viertels zusammenbringen. In den USA ist Sicherheit das Hauptmotiv, hier ist es mehr der Wunsch, Anschluss zu seiner sonst anonymen Umgebung zu finden (Spiegel.de).