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Digitale Agenda kw30 / 2020

 

Social Media & Meinungsfreiheit

Sind Facebook, Twitter & Co. Orte der freien Meinungsäußerung oder der Subversion und Irreführung? Und wie sollte man mit Falschinformationen umgehen?

Digitales Leben

Aus für Privacy Shield – was nun? 5.378 US-Unternehmen durften unter dem Datenaustauschabkommen persönliche Daten europäischer Bürger verarbeiten, darunter Cloud-Schwergewichte wie Microsoft oder Amazon. Die Rechtssicherheit ist seit letzter Woche weg, Lösungen gibt es aber auch kaum.

Kartellbeschwerde gegen Microsoft Teams. Microsoft nutze seine Marktmacht, um Teams als kostenlosen Teil von Microsoft Office zum Standard zu etablieren und Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, so der Vorwurf von Slack.

Bürgerrechtler warnen vor digitalem Immunitätsausweis. Er würde Privilegien für die einen und Nachteile für die anderen bringen und dubiose Geschäftsmodelle ermöglichen, befürchtet Privacy International.

Verfassungsgericht kippt Überwachungsgesetz – mal wieder. Ermittler dürfen nicht unbegrenzt auf persönliche Daten zugreifen, urteilten die Richter. Das kommt uns bekannt vor. 

Apple will bis 2030 komplett klimaneutral werden. In zehn Jahren soll kein Apple-Gerät mehr überschüssiges CO2 verursachen, inkl. Recycling. Einige deutsche Zulieferer verpflichten sich schon heute.

Zu guter Letzt …

Wenn von einer Datenbank nur noch ein ‚Miau‘ übrig bleibt, dann hat mal wieder ein mysteriöser Bot zugeschlagen. Er hat eine Vorliebe für ungeschützte ElasticSearch- und MongoDB-Datenbanken in Cloud-Umgebungen, radiert sie aus und hinterlässt nur ein „meow“. 

Digitale Agenda kw29 / 2020

 

Privacy Shield

Datenabkommen zwischen EU und USA ist ungültig. Nach Safe Harbor kippte der Europäische Gerichtshof jetzt auch dessen Nachfolger, Privacy Shield. Den Schutz persönlicher Daten von EU-Bürgern in den USA sah das Gericht vor US-Geheimdiensten wie der NSA als nicht gewährleistet. 

Was ist die Alternative? Das Urteilt stellt auch die Wirksamkeit der Standardvertragsklauseln in Frage, die von vielen Unternehmen genutzt werden. Diese müssen dringend überarbeitet werden, fordert der Bitkom. 

Vielleicht hilft das ‚Plattformgrundgesetz‘, das nächstes Jahr kommen soll. Das Vorzeige-Projekt der EU-Kommission soll Netzwerke wie Facebook und Twitter regulieren und die Marktmacht von Konzernen wie Google und Amazon beschränken. 

 

Digitales Leben

Twitter über Admin-Konten gehackt. Ein Twitter-Mitarbeiter mit mächtigen Rechten fiel auf einen gezielten Phishing-Angriff herein, und schon gab es Bitcoin-Werbung über die Konten von Barack Obama und Donald Trump. Ein Paradebeispiel für Social Engineering. 

Apple muss keine Steuern in Europa nachzahlen. Die EU-Kommission hatte von Apple 13 Milliarden Euro nachgefordert, weil sie Apples Steuer-Deal mit Irland in Zweifel stellte. Das Gericht der Europaischen Union erklärte nun die Forderung für nichtig.   

5G-Netz ohne Huawei? Die britische Regierung hat Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes ausgeschlossen. Deutschland will dem Beispiel nicht folgen, die SPD schlägt einen geheimen Ausschuss zur Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit von IT-Zulieferern vor.

Europa braucht eine eigene digitale Infrastruktur, damit es nicht ewig von USA und China abhängig ist, fordert ein Expertenbündnis von Wissenschaftlern, IT-Experten und Medienmanagern.

Open-Source-Produkte haben sich in der Krise bewährt. Die Stadt Bühl betreibt jetzt eine eigene Videokonferenz-Plattform, Open-Source-Bildungsplattformen wollen eine nachhaltige Finanzierung.

 

Zu guter Letzt …

Heute ist Welt-Emoji-Tag. Mehr als 3.300 Emojis stehen aktuell zur Wahl, am Anfang waren es nur 176. Zur Feier des Tages hat Google weitere 117 angekündigt und ein Sprachwissenschaftler erklärt den Emoji-Gebrauch unter Jugendlichen.

Digitale Agenda kw26 / 2020

 

Intel Outside

Macs sollen künftig mit ARM-Prozessoren laufen. Nach 15 Jahren setzt der Hersteller auf eigene CPUs, will aber weiterhin Intel-Kunde bleiben.
→ Das neue Betriebssystem MacOS 11 Big Sur soll auf beiden Plattformen laufen.
→ Intel-basierte Anwendungen (außer Virtualisierungs-Software) sollen auf ARM-Macs dank Rosetta 2 laufen. 

Außerdem neu:
→ Face ID und Touch ID können zur Authentifizierung bei Websites verwendet werden.
→ Apple Pay funktioniert jetzt auch für Girokonten.

Für Missstimmung auf dem Entwicklerkongress WWDC sorgte der Streit um einen Sonderdeal zwischen Apple und Amazon, der Amazon Prime Video bevorzugt behandelt. 

 

Digitales Leben

Facebook muss seine Datensammlung einschränken, urteilte der Bundesgerichtshof im Eilverfahren. Die vom Bundeskartellamt verlangten strengeren Regeln seien sofort umzusetzen.

DSGVO: Gesetz super, Anwendung weniger. Zwei Jahre nach Einführung hat die EU-Kommission viel Lob für das Gesetz übrig, nicht aber für dessen Durchsetzung. Die Industrie hat eher Bauchschmerzen. 

Urheberrechtsreform bringt Uploadfilter Light. Der Entwurf des neuen Urheberrechtsgesetzes schließt Uploadfilter nicht aus, sorgt aber für Streit zwischen CDU- und SPD-Ministerien.

BKA und BND wollen Software-Lücken nutzen. Ein neues Schwachstellen-Management soll den Behörden das Recht einräumen, Software-Lücken zum Abhören zu nutzen, statt sie an die Hersteller zu melden. 

Israelische Spionage-Software gegen Dissidenten. Ein marokkanischer Journalist wurde mit der Software von NSO überwacht, fand Amnesty International heraus, und wandte sich an die Presse.  Nun wurde der Journalist zum Verhör vorgeladen.

 

Zu guter Letzt …

Haben Sie Ihre Hände auch wirklich gut gewaschen? Eine neue KI-Software von Fujitsu kann erkennen, ob Sie auch wirklich gründlich waren, indem Sie sie dabei filmt. Fujitsu kann sich einen Einsatz der Software in der Lebensmittelindustrie vorstellen, hat aber noch nicht endgültig entschieden, wie sie vermarktet werden soll.

Digitale Agenda kw46 / 2019

 

Tech-Konzerne übernehmen

Technologiekonzerne drängen die Banken zurück. Ihren technologischen Vorsprung und die Tatsache, dass sie den direkten Zugang zum Verbraucher haben, nutzen sie, um jetzt auch im Finanzwesen die erste Geige zu spielen. Diese Woche wurde Facebook Pay offiziell vorgestellt. 

Google hat schon 50 Millionen Patientenakten – und das ist erst der Anfang. Google will mit seinem Project Nightingale die Gesundheitsbranche aufmischen, indem es auf Basis der Daten und künstlicher Intelligenz die richtige Therapie vorschlägt.

Apples Kreditkarte unter Beschuss. In den USA gibt es Beschwerden darüber, dass Apple-Partner Goldman Sachs den Kreditrahmen für Frauen viel niedriger setzt als für Männer. Die Bundesregierung verlangt derweil eine Öffnung von Apple Pay.

 

Digitales Leben

Künstliche Intelligenz bekommt einen TÜV. Das Arbeitsministerium will noch dieses Jahr ein KI-Observatorium einrichten, das KI-Produkte, die in Unternehmen zum Einsatz kommen, unter die Lupe nimmt.

Mobilfunkbetreiber wollen gemeinsam Funkmasten bauen. „Funklöcher schließen“, heißt es offiziell, doch fest steht auch: Der 5G-Ausbau braucht viel mehr Masten als heute vorhanden. Die Rede ist von 6.000 neuen Masten.

Tesla will eine neue Fabrik in Brandenburg bauen. Der europäische Markt, deutsche Ingenieurskunst, Hilfe vom deutschen Staat und die Nähe zum neuen Berliner Flughafen waren für Elon Musk die entscheidenden Argumente.

GitHub-Entwickler rebellieren gegen Microsoft wegen seiner Entscheidung, mit der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE zu kooperieren. Der kürzlich gewonnene Milliardenauftrag vom Pentagon wird inzwischen von Amazon gerichtlich beanstandet. 

Fotografieren unter den Rock ist jetzt strafbar. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der heimliches Fotografieren unter den Rock härter bestraft. Bisher waren Betroffene rechtlich wehrlos.

 

Zu guter Letzt …

Das legendäre Motorola Razr kehrt zurück – als Falt-Handy mit großem Display. Für Nostalgiker hat Motorola im neuen Razr einen Retro-Modus versteckt, mit dem die alte Tastatur sichtbar wird.