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Digitale Agenda kw09

 

Staatsfeind Verschlüsselung

Um die generelle Überwindung von Verschlüsselung seitens der Behörden geht es im Streit zwischen Apple und dem FBI. Das wurde diese Woche während einer Anhörung im US-Kongress mehr als deutlich. FBI-Chef James Comey verlangt, dass es keine Räume geben darf, die nicht per Gerichtsbeschluss durchsuchbar sind (Spiegel).

„Die Forderung des FBI ist absurd“, urteilte am Montag ein US-Bundesrichter in einem ähnlichen Verfahren, in dem Apple klären wollte, wie weit solche Gerichtsbeschlüsse gehen können. Würde das FBI damit durchkommen, könnten Gerichtsbeschlüsse dem Staat alles erlauben, was ihm vom Gesetz her nicht explizit verboten ist (Zeit).

Das alles ist auch für Europäer sehr relevant. In den Verhandlungen um den Nachfolger des Safe-Harbor-Abkommens, das den Datenaustausch zwischen EU und USA regeln soll, wird immer mehr klar, dass die USA von ihrer Praxis der Massenüberwachung nicht abrücken wollen – und das wäre ein Freibrief auch für den Zugriff auf Firmendaten (Zeit).

Deswegen solidarisiert sich die IT-Industrie mit Apple. Bei einem Auftritt vor dem US-Kongress unterstütze Microsofts Chefjustiziar Apple „aus vollem Herzen“ und forderte neue Gesetze, die das Thema nach den Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts regeln, statt sich auf solche zu beziehen, die aus dem Jahr 1911 stammen (WinBeta).

 

Technik & IT-Management

Home Office scheitert oft am Arbeitgeber, fand eine neue Studie von Infratest heraus. 40 Prozent aller Arbeitnehmer könnten zwar gelegentlich von zuhause aus arbeiten, doch nur 12 Prozent tun es tatsächlich. Deutsche Unternehmen pochen mehrheitlich auf Präsenz (CIO.de).

iOS 9.3 bringt neue Management-Funktionen. Das neue Release, das jetzt als Beta-Version vorliegt, lässt Admins eine noch restriktivere Linie fahren für das, was Anwender auf dem Smartphone tun dürfen (Computerwoche).

Tipps für das Führen virtueller Teams liefert eine neue Studie von PAC. Der Einsatz virtueller Teams setzt allerdings einen Kulturwechsel voraus, den viele Firmen noch nicht bereit sind zu vollziehen (CIO.de).

Die Telekom hat jetzt eine Cloud-Telefonanlage im Programm, die besonders für Mittelständler interessant sein dürfte. Abgerechnet wird pro Nebenstelle (5,95 Euro im Monat), es kann monatlich gekündigt werden (silicon.de).

Eine neue WLAN-Technik soll den Energieverbrauch um das 10.000-fache senken und ist damit um ein Vielfaches sparsamer als Bluetooth LE. Das ist vor allem für Kleinstgeräte im Internet der Dinge sehr wichtig (t3n.de).

 

Digitales Leben

Bosch will dieses Jahr 14.000 Akademiker einstellen, gut die Hälfte davon für die IT und Software-Entwicklung. So will sich das Traditionsunternehmen für Industrie 4.0 fit machen (FAZ).

Sharing Economy vergrößert die Kluft zwischen Arm und Reich, hat eine Studie von JP Morgan am Beispiel von Uber und Airbnb herausgefunden. Während Fahrern des Taxi-Dienstes Uber kontinuierlich die Gage gekürzt wird, verdienen Hausbesitzer, die ihre Immobilien über Airbnb zur Miete anbieten, immer mehr (Quartz).

Facebook ist im Visier des deutschen Kartellamts. Eine Untersuchung soll klären, ob Facebook seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, um mehr private Daten seiner Nutzer kommerziell auszuschlachten, als ihnen bewusst und lieb ist (Welt.de).

Nächstes Jahr kommen Sex-Roboter auf dem Markt. Roxxxy heißt das erste Modell des Herstellers True Companion, dessen Innenleben gerade durch Künstliche Intelligenz aufgepimpt wird. Die Puppe soll dann verschiedene Persönlichkeiten annehmen können, von „wild“ bis „schüchtern“ (Süddeutsche).