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Digitale Agenda kw19 / 2018

 

KI-Leitplanken

Einen Shitstorm erntete Google mit seiner neuesten Errungenschaft in Sachen Künstliche Intelligenz: Google Duplex kann so gut telefonieren, dass es von einem Menschen nicht zu unterscheiden ist – und weist sich nicht als Computer aus. An das Missbrauchspotenzial musste Google erst von der Presse erinnert werden. 

Leitlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz werden derzeit der Industrie überlassen. Die Deutsche Telekom hat heute immerhin ihre eigenen veröffentlicht. 

Mit Regeln wenig im Sinn hat hingegen das Weiße Haus in seiner Bilanz nach einer eigenen KI-Konferenz. Die deutsche Wissenschaftsministerin will einen „ethischen Rahmen“ entwickeln lassen, in der Zwischenzeit sind aber Investitionen angesagt (FAZ).

KI muss nachvollziehbar werden, fordern nicht nur Experten, sondern einer Umfrage des Bitkom nach auch die einfachen Nutzer. Explainable Artificial Intelligence (erklärbare KI) könnte ein erster Ansatz dafür sein. 

 

Digitale Welt

Deutschlands Breitband entwickelt sich im Schneckentempo. Noch immer werden drei von vier Internet-Anschlüssen mit Kupfer ausgeliefert, die Änderung zum letzten Jahr beträgt lediglich 1 Prozent, berichtet die Bundesnetzagentur (Netzpolitik). 

Das neue Android P soll weniger süchtig machen. Google fühlt sich für das „digitale Wohlbefinden“ seiner Nutzer verantwortlich und will sie davor bewahren, zu übertreiben. Die neue Android-Version hat viele neue Funktionen, die einem helfen sollen, das Smartphone einfach mal wegzulegen (Süddeutsche).

Europäische Behörden sind auf die DSGVO schlecht vorbereitet. Reuters fand heraus, dass 17 Staaten ihre Datenschutzbehörden noch nicht gut genug ausgestattet haben, um die neue Datenschutz-Grundverordnung durchzusetzen (Netzpolitik). 

Apple entfernt Apps, die Daten an Dritte weitergeben. In Vorbereitung auf die DSGVO werden im App Store alle Apps, die sich nicht an Apples AGBs halten, aus dem Verkehr gezogen, berichtet Macwelt.

Googles Plattform fürs Internet der Dinge ist da. Mit Android Things 1.0 versucht Google zunächst, Entwickler für sein IoT-Betriebssystem anzulocken und verspricht, sich selbst um Sicherheit und Bugfixes zu kümmern (heise.de). 

 

Zu guter Letzt …

Wenn Sie nicht möchten, dass der BND Ihre Metadaten speichert, können Sie ihn schriftlich dazu auffordern. Und damit das Ganze möglichst einfach geht, haben die Reporter ohne Grenzen das Prozedere automatisiert. Im Formular des BND-Generators braucht ein Nutzer nur seine Kontaktdaten einzugeben. Der Generator schreibt und verschickt daraufhin automatisch eine entsprechende Mail an den Bundesnachrichtendienst.

Digitale Agenda kw39 / 2017

 

Nach der Wahl

Die gute Nachricht zuerst. Im „ersten Wahlkampf einer neuen Zeit“ (Spiegel) gab es auf der digitalen Seite kaum böse Überraschungen – weil man die Gefahren kannte und darauf vorbereitet war: Man wusste,

Was von eine Jamaika-Koalition zu erwarten ist, analysieren die Zeit und Netzpolitik.org. – und sind vorsichtig optimistisch.

Es braucht massive Investitionen in die digitale Infrastruktur, wenn nicht gar einen digitalen Marshall-Plan (Spiegel). Politik und Telekom haben bei der Breitbandversorgung viel nachzuholen (WiWo, Seite 3).

 

Digitale Welt

Wie sicher ist Apples Gesichtserkennung? Ähnlich wie bei der Einführung des Fingerabdrucksensors sind Bedenken über Sicherheit und Datenschutz laut geworden. Apple hat reagiert (Zeit).

Wie wirkt sich der Wegfall der Roaming-Gebühren aus? Die Gewinne der Mobilfunkanbieter sind nach wie vor hoch, von der Maßnahme profitieren aber sowohl Reisende als auch lokale Betriebe (Süddeutsche).

Die neuen Daten-Flatrates von Telekom und Vodafone (Spiegel) sind gute Beispiele dafür, was Verbrauchern blüht, wenn die Netzneutralität scheibchenweise aufgeweicht wird (Netzpolitik.org).

Amazon Echo will jetzt überall mithören. Amazon hat sechs neue Versionen seiner intelligenter Lautsprecher vorgestellt, die in jedes Zimmer passen und auch telefonieren können. Die digitale Assistentin Alexa wird damit allgegenwärtig (Zeit)

Das Smart Home ist das Gegenteil von sicher, warnt die Verbraucherzentrale in einem Positionspapier und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die Stiftung Warentest hat Passwort-Manager getestet und neun von ihnen als „empfehlenswert“ beurteilt (Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Was weiß Tinder über die sexuellen Vorlieben seiner Singles? Jede Menge, fand eine Journalistin heraus, die selbst jahrelang Kundin war. Sie bat um Auskunft und bekam 800 Druckseiten über ihr Liebes- und Sexleben zugeschickt (Süddeutsche).