Schlagwort-Archive: Cookie-Hinweise

Digitale Agenda kw32 / 2021

 

Apples Bilder

Apple will Fotos der Nutzer nach Kinderpornos scannen. Die Scans sollen auf den Endgeräten der Nutzer auf Basis von Hash-Werten durchgeführt und mit denen einer Kinderschutzorganisation verglichen werden.

Apple erntet dafür viel Kritik. So nahvollziehbar das Anliegen ist, baut Apple damit eine Infrastruktur der Überwachung und Zensur, sagen US-Bürgerrechtler. Das Unternehmen setze falsche Prioritäten und öffne eine Büchse der Pandora.  

Apple verteidigt seine Pläne und versucht, Bedenken zu zerstreuen, auch intern, kann sich aber eine Ausweitung der Maßnahme auf Apps von Drittanbietern vorstellen.

 

Digitales Leben

Cookie-Banner-Beschwerde gegen 422 Firmen. Nach einer Warnung an die Firmen selbst will die Organisation des „Facebook-Schrecks“ Max Schrems formale Beschwerden bei zehn Datenschutzbehörden einreichen.

Krypto-Börse werden 600 Millionen Dollar geklaut. Das Opfer, eine Tauschbörse namens Poly Network, bat die Hacker im Nachgang, das Geld wieder zurückzugeben. Tatsächlich waren bis gestern 342 Millionen wieder auf dem Konto.  

Bücher können Schadsoftware übertragen. Einem israelischen Forscher gelang es, einen Amazon Kindle zu infizieren. Im Ernstfall könnte ein Angreifer den Amazon-Account des Besitzers manipulieren, den Reader in einen Bot verwandeln und andere Geräte attackieren.

Die Überwachung braucht langsam eine Gesamtrechnung. Die Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach einer Übersicht wird von der Politik seit Jahren ignoriert. Das Max-Planck-Institut hat en Konzept für ein Überwachungsbarometer erstellt. 

Google will Homeoffice-Tarife einführen. Homeworker sollen bis zu 25 Prozent weniger verdienen, ergab eine Auswertung geleakter interner Dokumente. Googles Produktivität hatte durch den Lockdown massiv gelitten.

 

Zu guter Letzt …

Leben Jugendliche bereits im Metaverse? Dank Homeschooling sind sie durchschnittlich 70,4 Stunden pro Woche online. Die Vision mancher Tech-Oligarchen wie Mark Zuckerberg von einem vollständig digital simulierten Leben rückt damit erschreckend nah.  

Digitale Agenda kw13-14 / 2021

 

Datenkraken

Facebook-Datenleck exponiert 533 Millionen Nutzer. Namen, Telefonnummern und andere persönliche Informationen sind im Umlauf, die ersten Nutzer bekommen bereits SMS-Spam. Facebook versucht derweil, die Sache kleinzureden.

Datenschutzaktivist Max Schrems verklagt Google. Der Mann, der Safe Harbour und Privacy Shield zum Sturz brachte, wirft Google vor, Android-Nutzer ohne deren Zustimmung zu tracken. 

Politik bildet Allianz gegen Tech-Giganten. Der US-Präsident und die EU sind aber weniger um die Dominanz der Konzerne oder den Datenschutz besorgt, sondern um die Prävention von „Kampagnen ausländischer Desinformation„.

Es wird Zeit für die Einführung digitaler Grundrechte, sagt eine Gruppe europäischer Anwälte und orientiert sich dabei an einen Entwurf des Erfolgsautors Ferdinand von Schirach.

 

Digitales Leben

Der Bundestag will Cookie-Banner abschaffen. Im Gespräch sind laut Spiegel ein nationaler Daten-Treuhänder und ein deutsches Cookie-Gesetz, doch es könnte sehr schwierig werden.

BND erhält weitreichende Überwachungsrechte. Was vor einigen Jahren noch für Skandale sorgte, wie z.B. die Überwachung deutscher Staatsbürger, wurde nun durch das neue BND-Gesetz legalisiert.

Paypal akzeptiert Kryptowährungen. In den USA können Paypal-Kunden Bitcoin und andere digitale Zahlungsmittel nutzen. Die Messaging-App Signal testet in Großbritannien anonyme Zahlungen mit MobileCoin.

Microsofts Hololens zieht in den Krieg. Der Software-Hersteller liefert 120.000 Datenbrillen an das US-Militär, der Auftragswert liegt bei 22 Milliarden Dollar. Bei den Angestellten regt sich Widerstand.

Datenschützer dürfen vor IT-Produkten warnen. Ein Gutachten der Datenschutzkonferenz kommt zum Schluss, dass Datenschutzbehörden sehr wohl vor Produkten wie Zoom warnen dürfen, sofern die Sachlichkeit gewahrt ist.

 

Zu guter Letzt …

Jeff Bezos will höhere Unternehmenssteuern. Der scheidende Amazon-Chef und angehende Philanthrop, dessen Firma in den USA und Europa kaum Steuern zahlt, hat sich für eine Anhebung der Unternehmenssteuer ausgesprochen. Das sorgt für freundlichere Schlagzeilen als Berichte über in Flaschen pinkelnde Amazon-Fahrer. 

Digitale Agenda kw22 / 2020

 

Flop-App

In Deutschland soll die Corona-App erst gegen Ende Juni verfügbar sein und der Innenminister will, dass sie europaweit funktioniert, aber dazu sollen erstmal Apple und Google zustimmen. 

Digitales Leben

Cookie-Einwilligung muss vom Nutzer gesetzt werden. Die vom deutschen Telemediengesetz erlaubte Praxis der vom Website-Betreiber gesetzten Häkchen widerspricht europäischem Recht, urteilte der Bundesgerichtshof. 

Trump: Facebook & Co. sollen für Nutzerinhalte haften. Nach dem eher misslungenen Faktencheck-Versuch eines Trump-Tweets will der US-Präsident die Haftungsfreiheit von Social-Media-Plattformen für Nutzerinhalte wieder aufheben.

IT-Riesen gehen auf Sparkurs. IBM und HPE machen den Anfang, führen Sparprogramme ein und sprechen von Personalabbau. Auch Sharing-Economy-Stars wie Uber und Airbnb hat die Krise eingeholt.

Facebook und Google mit Homeoffice-Bonus. Jeweils 1.000 Dollar zahlen Facebook und Google ihren Mitarbeitern als Entschädigung fürs Homeoffice. Twitter führt Homeoffice als Permanenteinrichtung ein.

Unterstützung für den Online-Unterricht bietet die Suchmaschine WirLernenOnline.de. Zu finden sind dadurch sogenannte „Open Educational Resources“, also Bildungsmaterialien, die offen zugänglich sind und von allen genutzt, verändert und erweitert werden können.

 

Zu guter letzt …

Wofür genau braucht man ein Falt-Handy? Lisa Hegemann von der Zeit war schon immer ein Fan von Klapp-Handys und hat das Samsung Galaxy Z Flip ausprobiert. Als Smartphone hat es sie überzeugt. Was die Faltfunktion betrifft … wie der bayrische Kabarettist Gerhard Polt sagen würde: „Braucht’s des?“

Digitale Agenda kw33 / 2019

 

Digitaler Sexismus

Der Nutzer sagt an, die Assistentin macht. Wie die Kommunikation mit Siri, Alexa & Co. das Frauenbild der Dienstmagd erneut heraufbeschwört, erklärt der Kulturwissenschaftler Holger Schulze im ZEIT-Podcast. 

Das Frauenbild in Videospielen ist sogar Männern zu sexistisch, fand eine neue Umfrage des Bitkom heraus. Games würden Darstellungen verwenden, die manchmal bis zur Verharmlosung von sexuellem Missbrauch reichen.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt könnte immerhin dazu beitragen, Frauen einen besseren Stand auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Trends wie Homeoffice, New Work oder New Recruiting bringen weibliche Eigenschaften besser zur Geltung. 

 

Digitales Leben

Die meisten Cookie-Hinweise in der EU sind nicht regelkonform, fand die Untersuchung von 5.000 Websites heraus. Die Mehrzahl der Hinweise boten den Besuchern keine Wahlmöglichkeit, Cookies abzulehnen oder nur einen Teil zuzulassen.

Deliveroo macht in Deutschland dicht. Das britische Unternehmen will sich lieber auf Länder konzentrieren, wo Konkurrenz und Arbeitnehmerrechte schwächer sind – und kooperative Geschäftsmodelle nicht ganz so im Kommen. 

Der Widerstand gegen 5G formiert sich. Ausgerechnet die EU-Hauptstadt Brüssel hat die strengsten Gesetze für Handy-Strahlung und es mit dem Ausbau von 5G überhaupt nicht eilig – eine Inspiration für Strahlungsskeptiker. 

Die Vorratsspeicherung von Kfz-Kennzeichen ist illegal, sagt ein Gutachten des Bundesinnenministeriums, das in der Versenkung verschwand. Stattdessen läuft nach wie vor ein Pilotprojekt in Brandenburg, das täglich 55.000 Kennzeichen scannt.

Millionen biometrischer Daten offen im Netz haben israelische Security-Forscher entdeckt. Die Daten gehören einer koreanischen Firma, die in Europa führend bei biometrischen Zutrittskontrollsystemen ist.

Ein Touchscreen verursachte die Schiffskollision zwischen einem US-Kriegsschiff und einem Tanker vor zwei Jahren. Die Besatzung des Zerstörers steuerte das Schiff über ein Touchscreen – und griff daneben.

 

Zu guter Letzt …

Den Wettbewerb im Social Engineering gewann auf der diesjährigen Defcon eine junge Hackerin, die am Telefon innerhalb von 20 Minuten vom Mitarbeiter eines Tabakkonzerns alles erfuhr, was einen Hacker glücklich macht: alles über seinen Arbeitslaptop, dessen Betriebssystem und E-Mail-Programm, seinen VPN-Anbieter und die installierte Software. Phishing kann manchmal so einfach sein …