Schlagwort-Archive: Corona-App

Digitale Agenda kw28 / 2020

 

Public Private Surveillance

Ein polnisches Startup schafft die Anonymität ab. PimEyes betreibt eine Suchmaschine für Gesichter, in der jeder ein Foto hochladen und nach ähnlichen Bildern suchen kann. Das birgt ein enormes Missbrauchspotenzial.

Gesichtserkennung auch im Supermarkt. Eine spanische Supermarktkette testet in 40 Filialen ein System, das Menschen aufspüren soll, die ein gerichtliches Zutrittsverbot haben.

Provider sollen Staatstrojaner installieren helfen. Die Regierung will Telekommunikationsanbieter dazu verpflichten, Überwachungssoftware auf die Geräte Verdächtiger aufzuspielen.

Polizei betreibt Überwachungs-Outcourcing. Die Übertragung von Polizeidiensten an Privatfirmen verschärft die staatlichen Eingriffe und untergräbt unsere Grundrechte, warnt Privacy International. 

Wie das in der Praxis aussieht, demonstriert die US-Polizei im Nachgang der Black Lives Matter-Proteste.  

 

Digitales Leben

Westen auf Isolationskurs gegen China. Großbritannien will Huawei vom 5G-Netz ausschließen, die USA prüfen ein Verbot chinesischer Apps, Twitter und Facebook stoppen Datenweitergabe an Hongkonger Behörden.

Zoom, Teams & Co. fallen beim Datenschutz durch. Einem Kurztest der Berliner Datenschutzbehörde hielten lediglich die Open-Source-Plattform Jitsi sowie kleinere Anbieter wie Wire stand.

Apple liefert Originalteile an Reparaturbetriebe. Nach der massiven Kritik kam die Kehrtwende. Künftig werden auch freie Werkstätten Akkus oder Bildschirme von Apple verwenden können.

Smart-TVs sind Wanzen im Wohnzimmer, sagt ein neuer Bericht des Bundeskartellamts. Die meisten Hersteller meinen es mit dem Datenschutz überhaupt nicht ernst.

Die Deutsche Bank will auf die Google-Cloud. Deutschlands größte Bank will zusammen mit Google seine IT-Systeme erneuern und gemeinsame Finanzprodukte entwickeln. 

 

Zu guter Letzt

Wenn die Corona-App aufs Gesundheitsamt trifft, gibt’s erstmal Kommunikationsprobleme. Allzu viele Gedanken über dieses Zusammenspiel scheint man sich bei der sonst vorbildlich entwickelten App nicht gemacht haben, sagt ein Erfahrungsbericht in der Zeit. 

Digitale Agenda kw27 / 2020

 

Facebook und der digitale Wahlkampf

Facebook wird von Werbekunden boykottiert, weil es sich von Hasspredigern und Rassisten (darunter auch Donald Trump) missbrauchen lässt, lautet der Vorwurf. Mehrere Hundert Konzerne (auch deutsche) sind Teil der Kampagne. 

Die Folgen: Ein Einbruch des Aktienkurses, ein Gelöbnis auf Besserung, Durchhalteparolen nach innen und die Sperrung vieler Konten. 

Im Vorfeld der US-Wahlen wächst der Druck auf Social Media und es gibt immer mehr Löschungen und Deplatforming auch auf Twitter, YouTube, Reddit und anderen. 

Debatte: Ist das noch Schutz der Demokratie oder Zensur im Auftrag von Konzernen?

Auch international wird versucht, Social Media unter Kontrolle zu bekommen, z.B. in der Türkei, Brasilien oder Indien. 

 

Digitales Leben

Grüne wollen Grundrecht auf schnelles Internet. Die Corona-Krise hat die Unmöglichkeit von Homeoffice in vielen Regionen aufgezeigt, jetzt soll Breitband staatsrechtlich garantiert werden. 

Informatikerverband warnt vor Folgen der Corona-App. Das FIfF lobt den Entwicklungsprozess der App, weist aber auf die Folgen für den Datenschutz hin, die noch diskutiert werden sollten. 

Google will Fitbit übernehmen. Der Anbieter von Fitness-Armbändern ist eine Schatztruhe voller Gesundheitsdaten, und die werden immer wertvoller. Mehrere Verbände wollen den Deal verhindern.

Microsoft und Google starten Qualifizierungsprogramme. Die Tech-Konzerne wollen die aktuellen Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt für sich nutzen und neue Fachkräfte für sich gewinnen. 

Falsche Server-Konfiguration gefährdet Webseiten. Eine seit Jahren bekannte Lücke macht auch sensible Kundendaten von außen zugänglich. Zehntausende Unternehmen sind betroffen. 

 

Zu guter Letzt …

Corona-App geht auf vielen Ministeriums-Handys nicht. In mehreren Bundesministerien sind offenbar Diensthandys im Einsatz, auf denen die Corona-Warn-App nicht installiert werden kann, oder weil viele Funktionen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sind. Da hilft auch kein Update.

Digitale Agenda kw25 / 2020

 

Die App ist da

Die Corona-Warn-App ist seit Dienstag verfügbar, wurde von mehr als 6 Millionen Bürgern heruntergeladen und hat einige davon verwirrt. 

 

Digitales Leben

Das neue Gesetz gegen Hassrede ist verabschiedet, hat aber viele Schwachstellen. Selbst die Industrie moniert, dass „private Unternehmen in die Rolle von Ermittlern und Richtern“ gehoben werden. 

Facebook wiederum will Hassrede durch KI bekämpfen, räumt sich aber das Recht auf Fehler ein oder die Technik einzusetzen, um bei Bedarf Gewerkschaften zu unterdrücken.

Großbritannien und USA tauschen unbegrenzt Daten aus. Ein neues Abkommen zwischen den beiden Staaten bringt EU-Datenschützer auf die Barrikaden und stellt den Datenaustausch mit der EU in Frage. 

Geheimdienste brauchen ein richtiges Kontrollgremium, sagt laut Spiegel eine noch unveröffentlichte Studie. Spätestens seit dem BND-Urteil sei klar, dass es heute nur einen „Flickenteppich“ der Kontrolle gibt.

Milliardenzuschuss für die Mobilfunkbranche. Telekom & Co. sollen mithilfe von 1,1 Milliarden vom Bund endlich die Funklöcher stopfen. 

 

Zu guter Letzt …

Korruption, Philipp Amthor und Massenüberwachung. Der junge CDU-Politiker soll sich für eine neue Firma namens Augustus Intelligence eingesetzt und dafür Aktienoptionen erhalten haben. Das Unternehmen hat noch keine Produkte und keine Umsätze, doch sein Profil erinnert stark an ein berüchtigtes Vorbild. 

Digitale Agenda kw22 / 2020

 

Flop-App

In Deutschland soll die Corona-App erst gegen Ende Juni verfügbar sein und der Innenminister will, dass sie europaweit funktioniert, aber dazu sollen erstmal Apple und Google zustimmen. 

Digitales Leben

Cookie-Einwilligung muss vom Nutzer gesetzt werden. Die vom deutschen Telemediengesetz erlaubte Praxis der vom Website-Betreiber gesetzten Häkchen widerspricht europäischem Recht, urteilte der Bundesgerichtshof. 

Trump: Facebook & Co. sollen für Nutzerinhalte haften. Nach dem eher misslungenen Faktencheck-Versuch eines Trump-Tweets will der US-Präsident die Haftungsfreiheit von Social-Media-Plattformen für Nutzerinhalte wieder aufheben.

IT-Riesen gehen auf Sparkurs. IBM und HPE machen den Anfang, führen Sparprogramme ein und sprechen von Personalabbau. Auch Sharing-Economy-Stars wie Uber und Airbnb hat die Krise eingeholt.

Facebook und Google mit Homeoffice-Bonus. Jeweils 1.000 Dollar zahlen Facebook und Google ihren Mitarbeitern als Entschädigung fürs Homeoffice. Twitter führt Homeoffice als Permanenteinrichtung ein.

Unterstützung für den Online-Unterricht bietet die Suchmaschine WirLernenOnline.de. Zu finden sind dadurch sogenannte „Open Educational Resources“, also Bildungsmaterialien, die offen zugänglich sind und von allen genutzt, verändert und erweitert werden können.

 

Zu guter letzt …

Wofür genau braucht man ein Falt-Handy? Lisa Hegemann von der Zeit war schon immer ein Fan von Klapp-Handys und hat das Samsung Galaxy Z Flip ausprobiert. Als Smartphone hat es sie überzeugt. Was die Faltfunktion betrifft … wie der bayrische Kabarettist Gerhard Polt sagen würde: „Braucht’s des?“