Schlagwort-Archive: Coronavirus

Digitale Agenda kw07 / 2020

 

Gesichtserkennung

Eine Infrastruktur für die Gesichtserkennung ist erstaunlich einfach aufzusetzen, fand ein Team des Schweizer Fernsehens heraus, und liefert auch recht schnell brauchbare Ergebnisse. Doch was lässt sich damit alles machen?

Das Bundeskriminalamt identifiziert Straftäter. Hunderte Personen sollen mit Hilfe von Gesichtserkennung als Täter überführt worden sein, Tendenz steigend. Allein bei der Bundespolizei waren es  letztes Jahr 219 Personen.

Die Kombination mit Künstlicher Intelligenz hebt Gesichtserkennung auf eine höhere Ebene, doch damit sind noch viele offene Fragen verbunden, ebenso wie bei diesen bizarren Anwendungsfällen.  

 

Digitales Leben

BND und CIA verkauften falsche Verschlüsselung. Über eine Schweizer Firma vermarkteten die zwei Geheimdienste jahrzehntelang Verschlüsselungsgeräte an Regierungen, in die sie Hintertüren eingebaut hatten.

Geheimdienste sollen Vorratsdaten speichern dürfen. Die Bundesregierung versucht, den Europäischen Gerichtshof von seinem Verbot der Vorratsdatenspeicherung abzubringen – der öffentlichen Sicherheit wegen. 

Der MWC fällt dem Coronavirus zum Opfer. Erst sagten die chinesischen Konzerne ihre Teilnahme  beim Mobile World Congress ab, dann viele europäische und US-Firmen. Jetzt wurde der Kongress komplett abgesagt. 

Microsofts Deal mit dem Pentagon wurde gestoppt. Nach einer Klage des Konkurrenten Amazon muss Microsoft seine Arbeit für das Projekt einstellen. Angeblich hat sich Donald Trump beim Vergabeverfahren eingemischt. 

Huawei wegen Industriespionage verklagt. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt, der Konzern streitet alle Vorwürfe ab. Derweil will die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag Huawei nicht mehr vom Ausbau des 5G-Netzes ausschließen. 

 

Zu guter Letzt …

Valentinstag muss ohne Facebook Dating auskommen, zumindest in Europa. Die irische Datenschutzbehörde stoppte den für heute geplanten Start des Dating-Dienstes, weil sie erst zehn Tage zuvor davon erfuhr und mit den Unterlagen für eine Datenschutzprüfung versorgt wurde.

Digitale Agenda kw06 / 2020

 

Coronavirus

Das Panikpotenzial sozialer Netzwerke wird durch den Fall des Coronavirus besonders gut illustriert – und treibt häufig wilde Blüten, bis hin zu Diskriminierung chinesischer Bürger. Inzwischen gehen Facebook & Co. systematisch gegen Falschmeldungen vor. 

Wie kann man sich schützen? In China markieren Apps infizierte Gebiete auf der Landkarte, die Regierung versucht es mit Info-Drohnen, ein Startup aus Singapur entwickelt einen Schnelltest. 

Das Virus hat auch die Tech-Industrie erreicht. US-Hersteller wie Apple schließen vorübergehend ihre Büros in China, Firmen wie LG oder ZTE sagen ihre Teilnahme beim Mobile World Congress ab.

 

Digitales Leben

Gesetz zum Schutz von Patientendaten. Das Gesundheitsministerium hat als Ergänzung zur elektronischen Patientenakte einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Nutzung und Schutz von Patientendaten regeln soll.

Die EU arbeitet an einer eigenen Datenstrategie. Um technologisch nicht von den USA und China abgehängt zu werden, will die EU einen grenzenlosen Markt für Daten schaffen.

Häufiger Passwortwechsel ist out. In seinen aktuellen Empfehlungen zum IT-Grundschutz rückt das BSI vom Grundsatz ab, Passwörter häufig zu ändern. Es gibt gute Argumente, die dagegen sprechen. 

Huawei will 5G-Fabriken in Europa bauen. Mit europäischen Produktionsstätten würde man „5G für Europa, made in Europe“ anbieten können, sagt der Hersteller, der nicht vom Ausbau des 5G-Netzes ausgeschlossen werden will. 

Twitter und Google gehen gegen Deepfakes vor. Google will mit seiner Assembler-Plattform gleich ganze Desinformationskampagnen stoppen. Twitter will nach eher schwammigen Kriterien Tweets, Fotos und Videos blockieren oder löschen.  

Israel gönnt sich einen Cybernotruf. Unter der Nummer 119 können Bürger Hilfe bekommen, falls ihnen etwas auf ihrem Rechner nicht ganz koscher vorkommt. Der Dienst soll der Verbreitung von Malware entgegenwirken. 

 

Zu guter Letzt …

Goodbye, Blackberry. Selten war die Fallhöhe eines Tech-Unternehmens größer als bei Blackberry. Der einstige Smartphone-Marktführer war einmal 83 Milliarden Dollar wert, aktuell nur noch 3. Und er hat endlich eingesehen, dass die Produktion eigener Handys keinen Sinn mehr hat. Ende August ist endgültiger Produktionsstopp, Blackberry macht dann nur noch Software.