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Digitale Agenda kw27

 

Roaming-Gebühren und Netzneutralität ab 2017

Die gute Nachricht zuerst: Die EU schafft ab dem 15 Juli 2017 die Roaming-Gebühren im europäischen Ausland ab (Spiegel). Freikontingente an Telefonminuten, SMS oder Daten können dann auch im Ausland wahrgenommen werden, ansonsten gelten überall die Tarife des eigenen Vertrags. Schon ab dem 30. April 2016 sollen die Roaming-Gebühren deutlich sinken.

Bei der Netzneutralität hingegen ist nicht mehr ganz klar, was noch damit gemeint ist. Der Begriff wird jetzt von der EU-Kommission nur noch für das „offene Internet“ verwendet (FAQ hier). Hier wird sich kein Anbieter von Inhalten wie etwa YouTube oder Netflix seine Vorfahrt erkaufen dürfen, alle Datenpakete müssen von den Providern gleich behandelt werden.

Doch künftig wird es nicht nur dieses eine Internet geben. Die EU-Kommission lässt explizit „Spezialdienste“ zu und nennt als Beispiele Internet-Fernsehen, Videokonferenzen, Telemedizin, selbstfahrende Autos oder Online-Spiele. Gleichzeitig sollen Spezialdienste dem „öffentlichen Interesse“ dienen, doch letzteres ist genauso wenig spezifiziert wie die Kriterien für die Zulassung dieser Dienste (Zeit.de).

Ausnahmen wird es auch im Mobilfunk geben. Nach der „Zero Rating„-Regel werden Telekom & Co. Streaming-Dienste wie Spotify anbieten dürfen, ohne dass der Datenverbrauch hierfür dem Nutzer etwas kosten soll (Golem.de). Das heißt, Spotify wird bei der Telekom keine Datenautobahn mieten dürfen (ist ja verboten!), wohl aber einen bevorzugten Zugang zu seinen Kunden.

Das ist das Ende der Netzneutralität in Europa, beklagt der EU-Parlamentarier Michel Reimon in seinem Blog. Und der Professor für Regulierungsrecht Thomas Fetzer warnt in der Süddeutschen, dass die Vorfahrtsstraßen der Provider den normalen Internet-Zugang „zu einer Art Feldweg“ verkommen lassen könnten.

 

IT-MANAGEMENT

Die sieben Todsünden im Projektmanagement zählt Werner Kurzlechner auf CIO.de auf. Hochmut, Habgier, Missgunst und der ganze Rest haben beim Projektmanagement ihre eigene besondere Ausprägung.

Das Sicherheitsrisiko ihrer Cloud-Daten können deutsche Unternehmen zu 60 Prozent nicht wirklich einschätzen, ergab eine Studie von Ponemon im Auftrag von Informatica. Dasselbe gilt für 28 Prozent der unternehmenskritischen Daten im eigenen Rechenzentrum. Eine Zusammenfassung der Studie gibt es hier, eine Infografik mit den wichtigsten Erkenntnissen hier und die Studie selbst hier.

 

TECHNIK

Die Sicherheitsfunktionen von Windows 10 erläutert Christoph Hoffmann in der Computerwoche und gibt einige Tipps, wie man am besten damit umgehen sollte. Individuelle Anpassungen sind, wie gehabt, um einiges besser als die Grundeinstellungen.

Die meisten VPN-Dienste verraten zu viel über ihre Nutzer, fanden Forscher der Universitäten Rom und London heraus. Schlechte IPv6-Umsetzung und Anfälligkeit für DNS-Angriffe machen VPN-Verbindungen besonders in offenen WLAN-Netzen unsicher (Golem.de).

Amazon nimmt SSL/TLS in die eigene Hand. Um seine Cloud-Kunden nicht erneut einer Lücke wie Heartbleed auszusetzen hat Amazon seine eigenen Bibliotheken entwickelt. Die Umstellung sei nicht mit irgendeinem Aufwand auf Seiten der Kunden verbunden, betont Amazon (heise.de).

 

Zu guter Letzt …

Griechenland per Crowdfunding zu retten versucht derzeit ein junger Brite auf Indiegogo. Der Greek Bailout Fund stand Donnerstag Abend bei rekordträchtigen 1,5 Millionen Euro. Wo so viel Sympathie herkommt? Ganz einfach, die Spender bekommen ihr Geld zurück wenn das Ziel von 1,6 Milliarden Euro nicht erreicht wird.