Schlagwort-Archive: Cybersicherheit

Digitale Agenda kw16

 

Facebooks erweiterte Realität

Text war gestern. Schon jetzt ist der Facebook-Feed voller Bilder und Videos, bald sollen die (Bewegt-)Bilder durch Augmented Realityangereichert werden, kündigte Facebook-Chef Zuckerberg auf seiner Hausmesse an (Süddeutsche).

Das Einblenden digitaler Zusatzinformationen ist nützlich und macht Spaß, doch Facebook hat sein Geschäft im Sinn: Bilder verraten mehr über das Umfeld und die Vorlieben der Nutzer – und je mehr Facebook über sie weiß, desto gezielter kann es Werbung platzieren (Zeit, mehr übers AR-Geschäft bei Ben Evans).

Und bald kann Facebook auch Gedanken lesen. 60 Forscher arbeiten bei Facebook an der Auswertung von Gehirnströmen. Acht Worte pro Minute sind heute schon möglich, das Ziel sind 100 und möglichst einfach (FAZ).

Das wäre alles nicht problematisch, wenn Facebook nicht so mächtig wäre. Doch Facebook entwickelt sich zu einem Monopolisten, den höchstens die eigene Zurückhaltung stoppen kann. Und davon ist wenig vorhanden, vor allem beim Abkupfern von Technik (Stratechery).

        

Digitale Welt

Bundesregierung will zurückhacken dürfen. Werden kritische Infrastrukturen wie beispielsweise das Stromnetz angegriffen, soll sich Deutschland durch die Zerstörung der angreifenden Server wehren können, empfiehlt der Sicherheitsrat (Süddeutsche).

Drohnen müssen ab jetzt gekennzeichnet sein. Seit letzten Freitag gilt eine neue Drohnenverordnung, die ab Oktober nochmal verschärft wird. Mitunter müssen Drohnen ab 250 Gramm Gewicht ein feuerfestes Schild mit den Kontaktdaten des Besitzers tragen (Zeit).

Amazon-Mitarbeiter bekommen erst dann einen Bonus
, wenn ihre Teamkollegen nicht krank werden. Der Versandhändler hat eine Anwesenheitsprämie eingeführt, die Gruppendynamik als Druckmittel nutzt. Die Gewerkschaft läuft Sturm (Süddeutsche).

Die NSA soll Banken ausspioniert haben. Swift organisiert den Zahlungsverkehr zwischen den Banken und war schon in den Snowden-Enthüllungen als Ziel der NSA identifiziert. Neue Dokumente einer Hackergruppe liefern Hinweise, dass auch Banken Spionageziele waren (Zeit).

Steve Ballmer will Transparenz in die US-Finanzen bringen. Das neue Projekt des Microsoft-Mitgründers soll detaillierte Antworten auf die Frage liefern, was die US-Regierung mit all den Steuergeldern macht (Golem).

Google plant angeblich Adblocker für Chrome, Klingt aberwitzig, denn Google lebt selbst von Werbung. Der Browser soll jedoch nur Anzeigen ausblenden, die besonders nervig sind (Spiegel). Inzwischen hört man, dass die ganze Werbewirtschaft auf diese Weise ihr Überleben retten will (Advertising Age).

Für Intel ist die PC-Ära vorbei
. Eines der wichtigsten Events der PC-Welt, das Intel Developer Forum, wird nicht wieder stattfinden. Intel markiert damit auch die eigene Neuorientierung in Richtung Daten, Künstliche Intelligenz und dem Internet der Dinge (Golem).

   

Zu guter Letzt …

Dem Paradebeispiel einer Fake News sind auch zahlreiche “seriöse Medien” weltweit aufgesessen, darunter auch die Online-Ausgabe des Focus. Bei der Meldung ging es um ein Ehepaar in den USA, das angeblich über einen DNA-Test herausfand, dass sie Geschwister sind. Nicht nur die Geschichte selbst ist frei erfunden; auch die Primärquelle, die Zeitung Mississippi Herald, ist einfach nur fake.

Digitale Agenda kw27

Die schnellen Cybertruppen

So etwas wie der Bundestags-Hack darf nicht wieder passieren. Letztes Jahr hatten Unbekannte eine Spähsoftware im Netzwerk des Bundestags installiert und so ziemlich alles abgegriffen, was dort gespeichert war.

Jetzt gibt es einen Plan des Innenministers, wie in Zukunft mit solchen Vorfällen umzugehen ist. Nach der “Cybersicherheitsstrategie für Deutschland 2016” soll es bald eine neue Infrastruktur für Cyberabwehr inklusive drei schneller Emergency Response Teams nebeneinander geben, die auch das BSI und die Geheimdienste mit einbeziehen (Zeit.de).

Ungereimtheiten, Unschärfen und Widersprüche haben die Journalisten wie auch Politiker der Opposition in de Maizières Papier reichlich gefunden, denn es beinhaltet viele weitere Elemente, die sehr vage definiert sind. “Verfassungsrechtlich höchst fragwürdig”, sagt der Grüne Konstantin von Notz (ZeitNetzpolitik.org).

Einen Markt für Cybersicherheit in Europa will derweil die EU-Kommission bis 2020 entstehen lassen und mit 450 Millionen Euro fördern. Darin sollen neue Abwehrmittel und Zertifizierungen für Consumer- und Infrastrukturprodukte entwickelt werden (silicon.de).

TECHNIK UND IT-MANAGEMENT

Was das neue iOS 10 im Firmeneinsatz drauf hat, schildert eine Artikelserie von Mark Zimmermann auf Computerwoche.de. Abgedeckt werden alle relevanten Bereiche, von Datensicherheit über neue Verwaltungsfunktionen bis hin zum Lizenz-Management und eigenen Apps.

Selbständiger, Freelancer, Crowdworker — das Internet verändert Arbeitsverhältnisse zunehmend zum Nachteil derer, die die Arbeit leisten. Die Zeit beleuchtet das Phänomen Crowdworking, erklärt seine Auswirkungen auf die Selbständigen und spricht mit der Expertin Ayad Al-Ani.

Am 12. Juli tritt das Privacy Shield offiziell in Kraft, das Nachfolgeabkommen von Safe Harbor, das den Datenaustausch mit den USA regeln soll. Viel verändert hat sich nicht (Zeit.deNetzpolitik.org), und das macht eine neue Klage wahrscheinlich. Was Firmen auf jeden Fall beachten sollten, erklärt Roger Illing von OpenText auf silicon.de.

Den Nachfolger der microSD-Karten hat Samsung vorgestellt. UFS-2.0-Speicherkarten sind genauso groß, speichern derzeit bis zu 256 GB, sind aber um ein Vielfaches schneller (t3n.de)

Microsoft vereint ERP und CRM in der Cloud und nennt das Ganze Dynamics 365. Mit von der Partie sind Power BI und Cortana, zusätzliche Anwendungen anderer Hersteller sind über einen Marktplatz namens AppSource erhältlich (silicon.de).

Volkswagen will das Auto mit dem Haus vernetzen und hat dafür LG als Partner ausgesucht. Ihre Connected-Car-Plattform soll nahtlos mit der intelligenten Haussteuerung verwoben sein (Golem.de).

HummingBad hat Millionen Android-Geräte verseucht. Die Infektion kommt über getarnte Apps, der Trojaner kann Smartphones rooten und sich Zugriff auf das komplette System, Funktionen, Daten und Passwörter verschaffen (Süddeutsche).

Zu guter Letzt …

Blackberry baut keine Hardware-Tastaturen mehr. Der Hersteller hat angekündigt, seine “Classic”-Linie demnächst einzustellen und in Zukunft stärker auf Android-Smartphones zu setzen — sollte es langfristig überhaupt noch Handys bauen. Die Umsätze mit Software hingegen wachsen weiter (FAZ).