Schlagwort-Archive: Darknet

Digitale Agenda kw40 / 2019

 

Schlachtfeld Social Media

Facebook, Twitter & Co. als Orte der freien Meinungsäußerung? Sollte es jemals so gedacht gewesen sein, ist es längst hinfällig. Soziale Netzwerke sind heute zugleich Orte für Mobbing, Desinformation und Propaganda. 

Desinformationskampagnen in 70 Ländern identifizierte eine neue Studie der Universität Oxford. 

Facebook rechnet weiterhin mit Wahlbeeinflussung und will sie mit Künstlicher Intelligenz bekämpfen. Eine eigene Studie zu diesem Thema scheint so brisant zu sein, dass Facebook sie lieber unter Verschluss hält.

Facebook muss rechtswidrige Inhalte besser löschen, urteilte der Europäische Gerichtshof diese Woche. 

Twitters Redaktionsleiter für Europa gehört einer Spezialeinheit der britischen Armee an, die auf Informationskrieg spezialisiert ist. 

Twitter testet gerade ein Feature namens Hide Tweet, das Antworten auf Tweets nach Belieben verbergen kann – für alle Nutzer. Desinformation dürfte dann, unbehelligt von lästiger Widerrede, live bleiben.

Grünen-Politikerin Renate Künast geht in die nächste Instanz, um nicht mehr übelst beleidigt werden zu dürfen. Hier ist Sascha Lobos Glossar der Social-Media-Beschimpfungen.

 

Digitales Leben

Cookies brauchen das explizite Einverständnis des Nutzers, urteilte der Europäische Gerichtshof. Die gängige Praxis in Deutschland muss geändert werden – und das wird Werbetreibenden weh tun. 

CDU will den Datenschutz aufweichen. Die Partei ist um das Tempo der Digitalisierung besorgt und hat ein Konzept vorgelegt, das einer Kehrtwende in der deutschen Datenschutzpolitik gleich kommt.

Schwerer Schlag gegen das Darknet. In einem fünfgeschossigen Bunker an der Mosel war ein großer Darknet-Knoten untergebracht, in dem sehr dunkle Geschäfte betrieben wurden – bis ein GSG-9-Kommando anrückte.

Regierungen wollen auf Facebook-Nachrichten zugreifen. Die USA, Großbritannien und Australien fordern von Facebook, eine Hintertür für Strafverfolger in die Verschlüsselung einzubauen.

 

Zu guter Letzt …

Microsoft will wieder Smartphones bauen, allerdings nicht mehr mit einem eigenen Betriebssystem. Das faltbare Surface Duo soll zwei Displays von jeweils 5,6 Zoll Diagonale haben, die zu einem großen Bildschirm aufgeklappt werden können. Das Gerät soll nächstes Jahr pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen. 

Digitale Agenda kw35 / 2017

 

Digitale Wahlhelfer

Für Pragmatiker, Unentschlossene und all jene, die nicht eine bestimmte Partei aus Prinzip oder Gewohnheit wählen, hat sich der Wahl-O-Mat als Orientierungshilfe bewährt. Seit Mittwoch ist er wieder live.

Wie die Parteien zu digitalen Themen stehen, kann man auf Digital-O-Mat prüfen. Der ITK-Verband Bitkom hat die Positionen der Parteien auf digitalwahl.de zusammengetragen. Der Vergleich von Netzpolitik.org und die Analyse von Golem.de lesen sich aber spannender.

Auf Facebook und Twitter versagen vor allem Union und SPD (Politik Digital, Spiegel). Die AfD schlägt sich viel  besser (Netzpolitik.org) und holt sich jetzt als Verstärkung die Agentur von Donald Trump (Welt).

Die russische Gefahr erweist sich derweil als Luftnummer. Handfeste Beweise für eine Einmischung in die Wahl gab es ohnehin nie (Süddeutsche).

 


DSGVO: Sechs Datenschutz-Anforderungen für Cloud-Daten

Durch die Nutzung von Datenmanagement-Lösungen lässt sich eine Rechtssicherheit nach der neuen Datenschutz-Grundverordnung leichter erreichen. Welche Rolle dem Cloud Data Management dabei zufällt, erklärt Roland Stritt von Rubrik auf Line-of-Business.


 

Digitale Welt

Das Darknet ist vor der Polizei nicht sicher. Binnen vier Monaten ist es Ermittlern gelungen, die mutmaßlichen Betreiber von vier großen Marktplätzen zu identifizieren (Süddeutsche).

Die staatliche Forschungsstelle für Überwachungstechnik kommt nicht aus den Startlöchern. Am Mittwoch sollte „Zitis“ den Betrieb aufnehmen, doch es sind erst 17 der 120 Stellen besetzt. Eine gute Nachricht, findet die Zeit.

Ein Abwehrsystem gegen Drohnen hat das deutsche Startup Dedrone entwickelt. Seine Software kann anfliegende Drohnen erkennen und eine Reihe von Abwehrmaßnahmen lostreten (Süddeutsche).

Elon Musk vergrault seine Ingenieure mit seiner Auffassung vom Autopiloten. Der Chef von Tesla traut seinem System offenbar mehr als die Ingenieure, die es entwickeln. Letztere suchen lieber das Weite (Golem.de).

Googles öffentliches WLAN ist eine Datensenke. New York will mit Hilfe von Google allen einen kostenlosen Zugang zum Internet bieten. Google saugt im Gegenzug die Daten der Nutzer ab (Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Herzschrittmacher von Abbott können gehackt werden. Der Hersteller hat eine Rückrufaktion für 465.000 Geräte gestartet, insgesamt könnten 745.000 Geräte betroffen sein. Hacker können die Schwachstelle per Funkverbindung ausnutzen, um „unerlaubten Zugriff“ zu bekommen – um das Gerät lahmzulegen oder die Batterie zu leeren (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw34 / 2017

 

Gesichtserkennung

Von Protesten überschattet war der Besuch von Innenminister de Maizière am Berliner Bahnhof Südkreuz, der ihn über Details des Pilotprojekts zur Gesichtserkennung informieren sollte (Spiegel).

Datenschützer fordern den Abbruch des Projekts mit der Begründung, die Betreiber erheben bereits jetzt viel mehr Daten, als mit den Testpersonen vereinbart wurde (Zeit).

Gesichtserkennung ist nur ein erster Schritt, der nach erfolgreichem Abschluss des Pilotprojekts in Richtung flächendeckender Videoüberwachung und automatischer Erkennung von Verhaltensmustern bis hin zur gezielten Personenüberwachung gehen soll (Netzpolitik.org).

De Maizière hebt das Recht auf Anonymität auf, kommentiert Heribert Prantl in der Süddeutschen und fragt sich, ob sich künftig jeder rastern lassen muss, um zu beweisen, dass er nicht verdächtig ist.

 


DSGVO: Die Kernpunkte auf einen Blick

In genau 9 Monaten tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Welche Pflichten bringt sie für Unternehmen, welche Auflagen verschärfen sich? Die Juristen Tilman Dralle und Thomas Werner vom TÜV Rheinland erläutern auf Line of Business die wichtigsten Punkte und geben Empfehlungen.

Hier geht’s zum Artikel.


 

Digitale Welt

Die ethischen Richtlinien für autonome Fahrzeuge hat die Ethik-Kommission der Bundesregierung erarbeitet (PDF, Eckpunkte hier). das Gremium gibt erfreulicher Weise klare Leitlinien für Verantwortung, Haftung, Nicht-Diskriminierung und Datensouveränität (FAZ).

Wie Europol Internet-Inhalte löschen lässt, schildert ein Artikel auf Netzpolitik.org. Damit soll der Verbreitung von Propaganda und der Radikalisierung im Internet entgegengewirkt werden, doch Verfahren und Befugnisse der Behörde werfen Fragen auf.

Eine unheimliche Machtdemonstration haben Google, Facebook, Spotify und andere Internet-Firmen mit dem Rauswurf von Nazi-Plattformen und -Inhalten hingelegt. So ehrbar die Absicht ist, Bürgerrechtler sind über die Machtfülle alarmiert (Süddeutsche). Das Internet entwickelt sich zu einem Monopol weniger Firmen (The New Yorker).

Note 8 soll Samsungs guten Ruf wiederherstellen. Nach dem Fiasko mit den brennenden Akkus des Galaxy Note 7 bringen die Koreaner einen ebenso beeindruckenden wie teuren Nachfolger (Süddeutsche, Zeit, Spiegel).

Die neue Android-Version 8.0 (Oreo) könnte dazu beitragen, Smartphones deutlich sicherer und langlebiger zu machen. Eine neue Funktion soll es Herstellern erleichtern, Software-Updates für ihre Geräte anzubieten (Zeit, Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Eine kleine Tour durch das Darknet, genauer gesagt durch einen Darknet-Shop, gibt der IBM-Sicherheitsexperte Etay Mayor in einem Video auf TechRepublic. Darin kann man alles kaufen, was man als Krimineller brauchen könnte: von Botnetzen und Ransomware über Hehlerware, Fälschungen, Drogen und Waffen bis hin zu dubiosen „Dienstleistungen“ – alles mit Waren- und Verkäuferbewertungen wie auf Ebay.

Digitale Agenda kw29 / 2017

 

Lernen, wie Maschinen lernen

Algorithmen werden von Menschen geschrieben – noch. Selbstlernende Systeme sollen bald bestehende Algorithmen verbessern und eigenständig neue schreiben.

Einer Maschine beim Lernen zusehen kann man über Videos, die die Google-Tochter DeepMind zur Verfügung gestellt hat. Zum Beispiel, wie sich ein virtuelles Strichmännchen das Laufen beibringt (Die Zeit).

Wer hat am Ende die Kontrolle? Je breiter Machine Learning eingesetzt wird, desto größer die Gefahr, echte Probleme zu verursachen, zum Beispiel im Straßenverkehr (Technology Review).

Wie Facebook und Google durch ihre Algorithmen jetzt schon unsere Wahrnehmung prägen und dadurch Massenmanipulation möglich machen, erklärt der Internet-Experte Frank Pasquale im Interview mit Netzpolitik.org.

 

Digitale Welt

Ermittler heben größten Darknet-Marktplatz aus. Ob Drogen, Waffen oder Diebesgut – auf Alpha Bay war all das und noch mehr zu bekommen. Der Europol-Chef spricht von „einer der größten Cyber-Crime-Ermittlungen der Kriminalgeschichte“ (Süddeutsche).

Googles Datenbrille versucht ein Comeback. Die als „Spanner-Brille“ in Verruf geratene Google Glass wird in Version 2 ein reines Arbeitsgerät sein, das nur an Firmen verkauft wird. In Deutschland haben Unternehmen wie Volkswagen die Brille bereits im Einsatz (FAZ, Wired).

Das WLAN des ICE ist unsicher – mal wieder. Schon vor neun Monaten hatte der Sprecher des Chaos Computer Clubs die Bahn auf die Lücke hingewiesen, über die sensible Nutzerdaten abgegriffen werden können (Süddeutsche).

Amazon bastelt an WhatsApp-Konkurrenten. „Anytime“ soll alles haben, was WhatsApp bereits bietet, und nicht einmal die Telefonnummer des Nutzers verlangen. Vom Geschäftsmodell her würde die App viel Sinn machen (t3n.de).

Warum Netflix Erfolg hat und Apple TV nicht, erklärt Axel Postinett in der Zeit. Wenn Apple Netflix nicht bald kauft (wie oft gemunkelt wird), dürfte der Streaming-Zug für den iPhone-Hersteller endgültig abgefahren sein.

Die gefragtesten IT-Jobs von morgen hat die Computerwoche im Rahmen einer Umfrage ermittelt. Security- und Datenspezialisten belegen weiterhin Spitzenpositionen, einige aktuell noch gefragte Profile geraten in den Hintergrund.

 

Zu guter Letzt …

Wer die AGBs nicht liest, muss das Klo putzen. Ein britischer WLAN-Anbieter erlaubte sich den Spaß, in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen Klauseln einzuschmuggeln, die seine Nutzer dazu verpflichten, die Klos eines Pop-Festivals zu putzen oder 1.000 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. 22.000 Nutzer fielen herein, nur einer hat aufgepasst (Spiegel).