Schlagwort-Archive: Dell

Digitale Agenda kw42

 

Dell kauft EMC

IT-Infrastruktur verändert sich grundlegend und mit ihr auch die Hersteller, die sie liefern. In der größten Übernahme der IT-Geschichte kauft Dell den Marktführer bei Speichersystemen, EMC, für stolze 67 Milliarden Dollar (silicon.de). Damit entsteht, nach HP und IBM, der weltweit drittgrößte Anbieter professioneller IT-Infrastruktur.

Dell ist längst keine PC-Firma mehr und ihr Gründer Michael Dell versucht sie schon länger als Komplettanbieter zu positionieren, inklusive einem umfassenden Cloud-Angebot über die Töchter Pivotal und Boomi. Insofern macht die Übernahme strategisch sehr viel Sinn (Computerwoche). Im Vorfeld hatte Dell sogar versucht, die eigene PC-Sparte zu verkaufen (Re/code).

Ob die Übernahme wirtschaftlich Sinn macht, bezweifelt die Wirtschaftspresse allerdings sehr stark. „Stirb langsamer“ titelt die Süddeutsche und das Handelsblatt sieht Dell und EMC „schneller in die falsche Richtung“ laufen.

Kunden können sich auf niedrigere Preise freuen, darüber scheinen sich Experten einig zu sein. Die Übernahme setzt HP, IBM sowie Cloud-Anbieter wie Amazon noch stärker unter Druck. Der jetzt schon heftige Preiskampf wird sich noch verstärken, glauben Analysten (GigaomComputerworld).

 

IT-MANAGEMENT

Wie man eine Projektkrise erkennt, erklärt der Projektexperte Hauke Thun in der Computerwoche anhand von zehn typischen Symptomen. Wenn beispielsweise ein Projekt seit Wochen „fast fertig“ ist und trotzdem nicht wirklich fertig werden will, ist irgendwas grundlegend faul.

Je stärker die Digitalisierung im Unternehmen, desto besser die Resultate in Umsatz und Profit, sagt eine weltweite Studie von CA. In Deutschland ist die digitale Transformation bei den meisten Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern bereits als strategisches Programm aufgesetzt (silicon.de).

 

TECHNIK

Über 87 Prozent aller Android-Geräte sind unsicher, hat ein Forscherteam aus Cambridge in einer Langzeitstudie herausgefunden. Schuld daran sei primär die fragwürdige Update-Politik vieler Gerätehersteller, die ihre Kunden nicht regelmäßig mit Updates versorgen (Golem.de).

IBMs Watson analysiert alle Datenquellen – auch die der Konkurrenz. Die auf Künstliche Intelligenz basierende Analyse-Plattform, die natürliche Sprache verarbeiten kann, kann jetzt dank einer Vielzahl von Konrektoren in die Daten von Oracle, Amazon oder Twitter hineinschauen und durch „Storybooks“ Standard-Abfragen besser handhaben (silicon.de).

Per Software-Update zum selbstfahrenden Auto geworden ist das Modell S von Tesla. Es kann von selbst auf der Autobahn die Spur wechseln, eine passende Parklücke finden und selbst in die Garage fahren. Trotzdem empfiehlt Tesla, die Hände nicht vom Lenkrad zu nehmen – bei Unfällen haftet immer noch der Fahrer (Welt.de).

 

Zu guter Letzt …

Dieser USB-Stick ist tödlich. Gegen Viren lässt sich ein PC schützen, aber 220 Volt sind doch etwas mehr, als ein Motherboard vertragen kann. Genau diese Spannung jagt der harmlos aussehende USB-Killer 2.0 durch das USB-Port, bevor es dunkel wird auf dem Bildschirm – für immer (Spiegel.de).

Digitale Agenda kw38

 

Hasskommentare gegen Flüchtlinge auf Facebook

Wo hört Meinungsfreiheit auf, wo fängt Hetze an? Bundeskanzlerin und Justizminister fordern von Facebook seit letzter Woche, die eigenen Regeln konsequenter anzuwenden und gegen die Hasstiraden gegenüber Flüchtlingen vorzugehen. Soll aber Facebook nach Gutdünken zensieren dürfen und selbst urteilen, welche Kommentare den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen? (Zeit.de)

Justizminister Maas blitzte mit seinen Forderungen ab. Kurz vor einem Treffen mit dem Minister stellte Facebook drei eigene Initiativen vor, die seine bisherige Praxis verstärken sollen: Mehr Unterstützung für zivile Organisationen, eine Kooperation mit Beschwerdestellen und mehr Platz für Gegenrede (Zeit.de).

Die Abwehr gegen Hetzparolen überlässt Facebook auch künftig lieber seinen Nutzern und den Justizbehörden. Organisationen wie das Netz gegen Nazis oder Einzelpersonen wie der in der SZ portraitierte„David“ sammeln Kommentare, melden sie bei Facebook und zeigen ihre Urheber an. Diese sollen künftig mehr Unterstützung bekommen.

Einen „Gefällt mir nicht“-Button wird es auch nicht geben. Zwar bastelt Facebook an einem neuen Button, der etwas anderes kundtun soll als „Gefällt mir“, doch negative Bewertungen sind im Netzwerk auch weiterhin tabu. Der neue Button soll eher Mitgefühl für Menschen ausdrücken, die eine schwierige Situation durchleben – was in der Handhabung aber auch nicht ganz trivial ist (Süddeutsche).

 

IT-MANAGEMENT

Wie ein Security Audit nach ISO 27001 abläuft, schildern zwei Experten des TÜV Rheinland in der Computerwoche. Ab Oktober können sich Unternehmen ihre Security-Management-Systeme nur noch nach der neuen ISO/IEC 27001:2013 zertifizieren lassen.

Ein kostenloses Datacenter-Assessment bietet seit neuestem Dell an. Mit Hilfe des Tools „D-Pack“ ermitteln Dell-Mitarbeiter, wie zukunftsfähig das Rechenzentrum noch ist und erarbeiten einen Plan für die weitere Entwicklung. Details auf Datacenter-Insider.de.

 

TECHNIK

Die Adblocker kommen aufs iPhone zusammen mit dem neuen iOS 9, das seit Mittwoch verfügbar ist. Drei davon werden auf TechCrunch besprochen (Englisch), ein weiterer auf Chip.de. Einen umfassenden Testbericht von iOS 9 gibt es auf Golem.de, einen noch ausführlicheren auf Ars Technica.

Eine Cloud-Management-Plattform als Service will Materna demnächst anbieten. Sie basiert auf dem Cloud Lifecycle Management von BMC und ist von Materna um zahlreiche fertige Integrationen sowie provisionierbare Services angereichert (Computerwoche).

Wie VMware-Container funktionieren erklärt Doc Storage auf Speicherguide.de. Hypervisoren und Container muten auf den ersten Blick wie konkurrierende Konzepte an, doch sie werden sich mittelfristig perfekt ergänzen, glaubt der Doc.

 

Zu guter Letzt …

Computer im Klassenzimmer machen Kinder nicht klüger, sagt eine neue Studie der OECD. Wenn Computer sehr häufig im Unterricht zum Einsatz kommen, schneiden Schüler sogar deutlich schlechter ab. Grundlagen in den klassischen Fächern wappnen sie hingegen besser für die digitale Welt (FAZ).