Schlagwort-Archive: digitaler Impfpass

Digitale Agenda kw23 / 2021

 

Nur zu unserer Sicherheit

Staatstrojaner für alle. Der Bundestag hat gestern ein neues Verfassungsschutzgesetz verabschiedet, nach dem Bundespolizei und Geheimdienste Computer und Smartphones auf bloßem Verdacht abhören können. 

Viele Freunde hat das neue Gesetz nicht. Zur Kritik aus der Öffentlichkeit kam auch die des Digitalverbands Bitkom und der Gewerkschaft Verdi hinzu. Auch die SPD ist über das Gesetz tief zerstritten. 

Die automatische Autokennzeichen-Erkennung kommt auch, zunächst nur zum Zweck der Rasterfahndung. Die Auto-Vorratsdatenspeicherung ist erstmal vom Tisch.  

Der Widerstand gegen noch mehr Überwachung wächst. Ein weltweites Bündnis fordert ein Verbot biometrischer Überwachung und die EU erwägt ein Verbot KI-gestützter Gesichtserkennung.

 

Digitales Leben

Die App für den digitalen Impfausweis ist da. CovPass ist als Ergänzung zum Impfheft gedacht und kann ein digitales Impfzertifikat sicher speichern. Dasselbe soll bald auch die Corona-Warn-App können. 

Apple bringt Alternative zu VPN. iCloud Private Relay ist eine Mischung aus VPN und Tor-Netzwerk und verschleiert IP-Adressen, funktioniert aber nur im Safari-Browser. Dafür gibt es FaceTime bald auch auf Android und Windows. 

Jüngstes Ransomware-Opfer zahlt 11 Millionen. Erwischt hat es diesmal JBS, den weltgrößten Fleischkonzern. Ein Teil des Lösegelds, das die Colonial Pipeline von einigen Wochen gezahlt hatte, konnte sichergestellt werden. 

Regulierer geben Gas gegen Tech-Konzerne. Nach diversen Verfahren gegen Google, Apple und Amazon knöpft sich die EU Facebook vor und erwägt eine Regulierung von Sprachassistenten wie Siri und Alexa.

Google lässt alternative Suchmaschinen auf Android. Ecosia, DuckDuckGo & Co. müssen sich ihren Platz in Android nicht mehr erkaufen und bekommen einen prominenteren Platz bei der Neuinstallation von Android.

 

Zu guter Letzt …

Homeoffice-Debatte im Silicon Valley. Dropbox hat das Homeoffice zum Stammarbeitsplatz erklärt und holt seine Mitarbeiter nur noch zu Meetings ins Büro, Facebook hat seinen Angestellten die freie Wahl gelassen, Apple besteht aber auf mindestens drei Tage Präsenz – zum Leidwesen eines großen Teils seiner Belegschaft. 

Digitale Agenda kw22 / 2021

 

Der Staat wird digital

Die Ausweispflicht wird auf EU-Ebene digitalisiert. Nach dem Start der Plattform für das EU-weite digitale Impfzertifikat soll bald auch eine digitale Brieftasche in Betrieb genommen werden. 

Ermittlungsbehörden rüsten digital auf. Das Saarland kündigt einen digitalen Spürhund mit Datenwaschmaschine an, Bayern orientiert sich mit seiner neuen Polizei-Software VeRA an der Überwachungssoftware von Palantir.

Digitale Überwachung des öffentlichen Raums. Das neue Digitale-Dienste-Gesetz der EU erinnert stark an das umstrittene deutsche NetzDG. Eine automatisierte Videoüberwachung in Karlsruhe wurde vorerst gestoppt. 

 

Digitales Leben

Neue Betriebssysteme von Google und Huawei. Googles Fuchsia nimmt seinen Betrieb im Nest Hub auf, HarmonyOS ersetzt Android auf Huawei-Geräten über ein einfaches Update (s.a. Interview mit dem Softwarechef von Huawei).

Googles Standort-Tracking hat ein Nachspiel. Interne Dokumente belegen, dass Android-Nutzern es praktisch unmöglich gemacht wurde, sich nicht tracken zu lassen. Die anhängige Klage erhält damit neue Brisanz.

Netzpolitik verklagt ZITiS. Für die Hacker-Behörde des Innenministeriums gibt es kein Gesetz, sie wurde per einfachen Ministerialerlass gegründet und verweigert bislang jegliche Auskunft über ihre Aktivitäten. 

WhatsApp will vorerst keine Nutzer aussperren. We den neuen Datenschutzbestimmungen nicht zustimmen will, kann es auch weiterhin bleiben lassen. Und sich sich in Ruhe nach Alternativen umsehen. 

Microsoft stellt diesen Monat neues Windows vor. Ob ein Windows 11 vorgestellt wird oder nur ein großes Update von Windows 10, weiß niemand. Ein neues Design wird es allemal.

 

Zu guter Letzt …

Amazon bringt Ihre Nachbarn in Ihr WLAN. Mit Sidewalk werden benachbarte Amazon-Geräte über Ihr WLAN ans Internet angeschlossen, falls deren Internet-Anschluss ausfällt. Die Funktion ist vorerst nur in den USA aktiviert, Datenschützer äußern Bedenken.

Digitale Agenda kw20 / 2021

 

Urheberrechtsreform

Upload-Filter sind jetzt Gesetz. Nach jahrelangem Streit ist das neue EU-Urheberrecht auch in der deutschen Gesetzgebung implementiert – und mit ihm auch die umstrittenen Upload-Filter.

„Ihr Upload ist leider fehlgeschlagen“, könnte es bald lauten. Auch wenn der Begriff „Upload-Filter“ nicht explizit im Gesetz erwähnt wird, bleibt YouTube & Co. nichts anderes übrig, als das Gesetz über dieses Mittel einzuhalten. 

Internet-Konzerne sind damit aufgerufen, sämtliche Uploads ihrer Nutzer aktiv zu überwachen. Das Gesetz schafft Unsicherheit für Nutzer, glaubt der Digitalverband Bitkom, und fordert, ebenso wie viele andere, Nachbesserungen. 

 

Digitales Leben

EU einigt sich über einheitlichen Impfausweis. Der „grüne Pass“ soll mit einheitlichen QR-Codes den Nachweis von Tests, einer Impfung oder einen Antikörper-Schutz nach einer Infektion erlauben. 

Wurde die Hackergruppe DarkSide besiegt? Die Ransomware-Erpresser, die außer der Colonial Pipeline auch Toshiba angegriffen hatten, scheinen nach Meldungen von Experten die Kontrolle über ihre Rechner verloren zu haben. 

Kartellamt eröffnet Verfahren gegen Amazon. Es ist bereits das dritte Verfahren und diesmal hat die Behörde neue Instrumente zur Hand. Greenpeace wirft Amazon derweil vor, weiterhin unverkaufte Neuware zu vernichten.

Die EU will an die Verschlüsselung ran. Demnächst soll ein Rechtsrahmen zur Entschlüsselung verabschiedet werden, damit Behörden auf „strafrechtlich relevante Daten“ zugreifen können.

Was können Sie gegen Telefon-Spam tun? Jährlich gehen mehr als 60.000 Beschwerden ein, Tendenz steigend. Doch es gibt einfache Mittel, dem Spuk ein Ende zu bereiten. 

 

Zu guter Letzt …

Ruhe sanft, Microsoft Explorer. Er hat versucht, sein eigenes Internet zu schaffen, war Mittelpunkt eines Kartellverfahrens mit einer Strafe von 561 Millionen Euro und immer wieder voller Sicherheitslücken. Good riddance! 

Digitale Agenda kw11 / 2021

 

Somebody else’s computer

Der Brand beim französischen Hoster OVH letzte Woche hatte verheerende Folgen: 3,6 Millionen Webseiten waren offline, viele Daten wurden unwiederbringlich vernichtet. 

Was wir lernen: Auch die Cloud ist ein physischer Ort, unsere Daten und Anwendungen liegen nur auf fremden Servern. Die Frage nach Redundanz ist damit nicht automatisch beantwortet. 

Machen wir uns zu sehr abhängig von der Cloud? Provider haben technisch die Möglichkeit, Firmen offline zu nehmen, wie der Fall Parler neulich zeigte. Auch für Privatpersonen wird es kritisch, wenn Facebook und Google einem die Konten löschen.

 

Digitales Leben

Exchange-Lücke bleibt weiterhin ein Problem. Mehr als 10.000 Exchange-Server sind laut BSI noch nicht gepatcht. Sie sind Ransomware-Attacken ausgesetzt und werden für Cypro-Mining missbraucht. Dabei ist inzwischen die Absicherung sehr einfach. 

EU entwirft Rahmen für digitalen Impfpass. Die Verordnung soll schon zum 1. Juni fertig sein, um den Tourismus zu fördern. Derweil legt die US-Regierung fest, was die Corona-Geimpften dürfen sollen. 

Irische Datenschutzbehörde schwer unter Beschuss. Sie ist zuständig für die EU-Niederlassungen von Facebook, Google und anderen Konzernen und scheint es mit der Durchsetzung der DSGVO nicht sehr genau zu nehmen.  

Apple auf Konfrontationskurs zu China. Die neuen Tracking-Bremsen sind nicht nur Facebook, sondern auch chinesischen Tech-Konzernen ein Dorn im Auge. Nun wollen sie Apple austricksen.  

Internet-Provider gründen Zensurstelle. Die „Clearingstelle Urheberrecht im Internet“ soll für Telekom, Vodafone, Telefonica & Co. DNS-Sperren gegen „strukturell urheberrechtsverletzende“ Webseiten umsetzen – ohne Gerichtsbeschluss. 

 

Zu guter Letzt …

Googles neues Smart Display ist um unseren Schlaf besorgt. Die neue Version des Nest Hub soll erkennen können, wie gut man schläft und ob man schnarcht, und morgens eine Analyse bereitstellen. Erfasst wird alles über einen Radar-Chip, der im Gerät eingebaut ist.