Schlagwort-Archive: Digitaler Nachlass

Digitale Agenda kw28 / 2018

 

Mobilfunk-Gipfel

Das teuerste Netz mit dem schlechtesten Service – das sagen über das deutsche Mobilfunknetz nicht nur bissige Kommentare, sondern auch zahlreiche internationale Vergleichsstudien (PDF).

Wenn Funklöcher so peinlich werden, dass sich Dänen und Japaner darüber wundern, rufen Minister gerne zum Mobilfunk-Gipfel, um die Lage mit den Telko-Bossen zu besprechen und ihnen einige Zugeständnisse abzutrotzen. 

Heraus kam immerhin eine Absichtserklärung. Bis 2021 soll eine 99-prozentige Flächenabdeckung erreicht werden, mitunter durch 100 neue 4G-Standorte. Dafür dürfen Telekom & Co. die Einführung von 5G nach ihren eigenen Vorgaben gestalten. 

 

Digitales Leben

Der digitale Nachlass ist endlich geregelt. Datenbestände und Social-Media-Konten gehen nach dem Tod eines Nutzers an die rechtmäßigen Erben über. Der Bundesgerichtshof sieht keinen Grund, warum Daten anders behandelt werden sollten als materielle Güter.

Deutsche Medien im Visier von Geheimdiensten. Laut Verfassungsschutz laufen gerade mehrere Angriffe „mit nachrichtendienstlichem Hintergrund“ auf deutsche Medienhäuser sowie einer Organisation, die im Bereich der Chemiewaffen-Forschung tätig ist. 

Großbritannien will hohe Geldstrafe für Facebook. Die Datenschutzbehörde fordert vom sozialen Netzwerk die höchstmögliche Geldstrafe, weil der Konzern Informationen nicht ausreichend geschützt und sie an Firmen wie Cambridge Analytica weitergegeben hat. 

Regierung schweigt sich über Staatstrojaner aus. In einer vertraulichen Sitzung des Innenausschusses wollten Regierungsvertreter nicht einmal die Zahl der Fälle nennen, bei denen die Spionagesoftware zum Einsatz kam.

Büros werden durch die Digitalisierung nicht überflüssig. Laut einer Untersuchung des Fraunhofer Instituts hat die sinkende Beliebtheit von traditionellen Büros mehr damit zu tun, dass sie nicht mehr zeitgemäß strukturiert sind. 

 

Zu guter Letzt …

Was Twitter-Nutzer über ihr Privatleben verraten, haben britische Forscher untersucht – und waren vom Ergebnis überrascht. Mit jedem 140-Zeichen-Tweet erhebt Twitter 144 verschiedene Metadaten. Anhand dieser Metadaten konnten die Forscher die Identität jedes einzelnen der 10.000 Nutzer ihrer Stichprobe mit einer Genauigkeit von 96,7 Prozent eindeutig identifizieren. Fazit der Forscher: „Twitter weiß genau, wann du zu Hause bist.“ (Süddeutsche)

Digitale Agenda kw25 / 2018

 

Künstliche Diskriminierung

Die EU will Upload-Filter einführen. Netzwerke wie Facebook und YouTube sollen künftig das Hochladen geschützter und illegaler Inhalte von vornherein verhindern, statt sie hinterher zu löschen (Zeit).  

Upload-Filter sind eine Schnapsidee, glauben nicht nur die Redakteure der Großverlage, die die Maßnahme fordern (Süddeutsche). Bürgerrechtler befürchten eine Zensurmaschine und der IT-Verband Bitkom warnt: „Mit Upload-Filtern überschreitet die EU erstmals die Grenze zwischen Kontrolle und Zensur.“ 

Die Meinungsfreiheit in der Hand von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz – obwohl inzwischen bekannt ist, wie problematisch ihr Einsatz in Bereichen wie Strafverfolgung und Autoverkehr sein kann. 

 

Digitales Leben

Cyber-Gegenangriffe sind verfassungswidrig, findet eine Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags, hier in der Zusammenfassung von Netzpolitik.org. „Hackbacks“ sind dem Völkerrecht unterworfen und müssen im Einzelfall geprüft werden, es darf keine Automatismen geben. 

Im Streit um das Facebook-Konto ihrer toten Tochter haben die Eltern den Bundesgerichtshof eingeschaltet. Die Eltern wollen wissen, ob ihre Tochter Selbstmord begangen hat, Facebook verweigert ihnen den Zugang. Die Rechtslage ist sehr umstritten, das Grundsatzurteil wird im Juli erwartet (WiWo). 

Wie Google versucht, falsche Bewertungen zu verhindern, schildert ein Artikel in der Süddeutschen. Im Vorfeld der Fußball-WM wunde eine Unzahl von gefälschten Rezensionen russischer Lokale auf Tourismus-Webseiten bemerkt. 

Online-Spielsucht ist offiziell eine Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt „Gaming Disorder“ als eigene Krankheit an. Experten fürchten, dass Gamer jetzt „pathologisiert“ und diskriminiert werden könnten (Zeit). 

Was die Twitter-Hashtags der Parteien CDU, CSU und SPD über sie verraten, hat Sascha Lobo im Spiegel analysiert. Fazit: Die CDU hat außer Merkel nicht viel zu bieten, die SPD verteil soziale Heftpflaster und die CSU hat die kalte Hysterie kultiviert. 

 

Zu guter Letzt …

Einen Videokonferenz-Knigge mit den  wichtigsten Do’s & Dont’s hat Business User zusammengetragen. Beim Termin im virtuellen Raum gelten zwar die gleichen Regeln wie bei einem realen Treffen. Doch die Technik macht es nötig, auf einer Reihe zusätzlicher Dinge zu achten, denn Fehler haben dadurch eine noch stärkere Wirkung.