Schlagwort-Archive: DigitalPakt Schule

Digitale Agenda kw08 / 2019

 

Digitalpakt Schule

Die Digitalisierung der Schulen kann endlich kommen. 5,5 Milliarden Euro sollen in den nächsten fünf Jahren vom Bund in die Ausstattung der Schulen mit WLAN, digitalen Lerninhalten und Computern fließen, das sind umgerechnet ca. 500 Euro pro Schüler. 

Ist das zu wenig, zu spät? Deutsche Schüler haben in Sachen Digitalkompetenz im internationalen Vergleich schon jetzt den Anschluss verloren, sagt die Industrie. Selbst wenn mehr Geld vorhanden ist: Es müssen erst digitale Lehrpläne entwickelt und Lehrer fortgebildet werden. 

Das Vertrauen der Bürger hat die Politik durch dieses Trauerspiel zumindest verspielt, meint der Spiegel. Und die Süddeutsche warnt davor, den Digitalpakt mit Erwartungen zu überfrachten, denn Technik wird Lehrkräfte nie ersetzen können.

 

Digitales Leben

Die Upload-Filter sind noch nicht durch. Kanzlerin Merkel will die umstrittene EU-Urheberrechtsreform nicht mehr stoppen und der EU-Ministerrat hat sie ebenfalls durchgewinkt. Vor der Abstimmung im EU-Parlament formiert sich aber der Widerstand und Justizministerin Barley durfte 4,7 Millionen Unterschriften gegen die Reform in Empfang nehmen.

Termin für 5G-Versteigerung wackelt. Die Netzbetreiber wollen die Bedingungen der Bundesnetzagentur nicht akzeptieren und versuchen, die Auktion zu stoppen – bisher ohne Erfolg. Nun steigt die Telekom mit einem Eilantrag in den Ring. 

Widerstand gegen Huawei bröckelt. Auch Großbritannien hält etwaige Risiken, die sich durch die Ausstattung des neuen 5G-Mobilfunknetzes durch Huawei ergeben könnten, für kontrollierbar – wie zuvor Deutschland. „Amerika steht nicht für die Welt“, sagt Huawei-Chef Ren. 

Geheimes Mikrofon in Googles Alarmanlage. Nest Secure ist seit 2017 im Handel, doch erst jetzt hat Google bekannt gemacht, dass darin ein Mikrofon steckt. Die Anlage ist nun über den Google Assistant ansprechbar, die Kunden aber sauer auf Googles Informationspolitik.

Daimler und BMW starten gemeinsame Carsharing-Plattform. Das Zusammenlegen von Verwaltung, Service und Flottenmanagement von Car2Go und DriveNow soll die nötigen Ersparnisse bringen, um sich gegen US-Konkurrenten wie Uber zu verteidigen. Letzterer geht demnächst an die Börse.

 

Zu guter Letzt …

Samsung erfindet das Klapp-Handy neu. Herzstück des Galaxy Fold ist ein faltbares Display, das aufgeklappt stolze 7,3 Zoll Bildschirmdiagonale bietet (Bericht der Vorstellung). Darauf passen die Fenster von drei Apps, die man parallel bedienen kann. Außerdem hat das Handy sechs (!) Kameras an Bord. Übertroffen wird das ganze nur noch vom Preis – ca. 2.000 Euro. Und bevor Sie fragen: Ja, es gibt einen Markt dafür. 

Digitale Agenda kw43 / 2018

 

Digitale Erziehung

Mit der digitalen Bildung in deutschen Schulen ist es nicht weit hin und damit werden junge Leute nicht gut genug für die Arbeitswelt von morgen vorbereitet. Das liegt an der schlechten Ausstattung der Schulen ebenso wie am fehlenden Fachwissen beim Lehrpersonal.  Zumindest am Geld sollte das heute nicht scheitern. Über den DigitalPakt Schule will der Bund 5 Milliarden Euro in die digitale Bildung investieren, doch die Länder zieren sich, denn dazu müssten sie eine Einmischung des Bundes in ihre Kulturpolitik dulden.  Der Druck der Industrie könnte zum Schluss die Länder zum einlenken zwingen. „Allgemeinbildung definiert sich in der digitalen Welt anders als in der Industriegesellschaft“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg (statt über „Smartphone in der Schule„-Diskussionen oder „Smartphones sind allem Schuld„-Debatten).   

Digitales Leben

Apple-Chef will eine DSGVO für die USA und wettert gegen den „Daten-industriellen Komplex“ von Facebook und Google. „Daten werden mit militärischer Effizienz gegen uns als Waffen eingesetzt“, sagte Tim Cook auf einer Datenschutz-Konferenz in Brüssel. Deutsche Autohersteller sind nicht von Google abhängig. Mit ihren Kartendienst Here sind sie gerade dabei, Nokias eher mittelmäßiges Navi-Produkt in eine brauchbare Plattform für selbstfahrende Fahrzeuge zu verwandeln. Brasilien hat keinen Putsch nötig. Der Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro, ein erklärter Freund der letzten Militärdiktatur, setzt systematisch auf Lügen und Verleumdungen, die über WhatsApp verbreitet werden. WhatsApp könnte das eigentlich verhindern. Nein, keine Krise. Nur um einen gesunden Rücksetzer handelt es sich laut Experten bei den fallenden Kursen von wichtigen Technologiefirmen. Seit gut einer Woche bereiten Firmen wie IBM, Amazon, Google oder Snapchat den Anlegern Sorgen. Strafen für Apple, Samsung und Facebook. Apple und Samsung zahlen in Italien 10 bzw. 5 Millionen wegen der Leistungsdrosselung ihrer Geräte durch Updates, Facebook zahlt in England 500.000 Pfund wegen der Datenweitergabe an Cambridge Analytica. Arme Portokasse…  

Zu guter Letzt …

Künstliche Intelligenz kann richtig teuer malen. Ein von einem Algorithmus erstelltes Gemälde ist in New York für 432.000 Dollar versteigert worden. Erwartet wurde eher ein Preis um die 10.000 Dollar. Der Käufer besitzt jetzt ein Gemälde mit der originellsten Signatur der Kunstgeschichte: min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]