Schlagwort-Archive: Docker

Digitale Agenda kw07

 

Der Staat will einen Generalschlüssel

Wie macht man sich Firmen wie Apple gefügig? Das FBI versucht es gerade mit der ganz dicken Terrorismus-Keule. Um das iPhone des Attentäters von San Bernardino zu knacken, verlangt es von Apple eine Software, die alle Sicherheitsfunktionen und die Verschlüsselung aushebelt – nur für dieses eine iPhone, natürlich (Zeit.deSpiegel.de).

Diese Software gibt es nicht, sagt Apple-Chef Tim Cook in einem offenen Brief an seine Kunden, und er will sie auch nicht herstellen lassen. Das FBI könne ihm nicht garantieren, dass sie nur für dieses iPhone genutzt würde. Und: „In den falschen Händen wäre diese Software eine Gefahr für jedes iPhone.“

Könnte nicht Apple selbst das iPhone knacken? Wahrscheinlich schon, glauben einige Security-Experten. Doch das ist nicht, wonach das FBI gefragt hat. Es will einen Generalschlüssel für sich haben. Und wie Geheimdienste mit solchen Werkzeugen umgehen, ist inzwischen bekannt.

Die gute Nachricht: Verschlüsselung funktioniert – für Privatleute genauso wie für Unternehmen und leider auch für Terroristen. Damit zu leben ist allemal besser als das Recht auf Privatsphäre zu schleifen, das sieht nicht nur die IT-Branche so (SüddeutscheSpiegelZeitEFF).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Eine Artikelserie zum Thema Internet der Dinge in der Computerwoche beschäftigt sich mit Themen wie:
– Funktionen, Anwendungen, Stand der Dinge
– Die grundlegenden Bausteine (APIs, Beacons, M2M, etc.)
– Fünf Dinge, die IT-Entscheider übers IoT wissen sollten

Digitalisierung verhilft dem Mittelstand zum Erfolg, sagt eine Studie von IDC, für die über 3.000 Firmen in 11 Ländern befragt wurden (das Wesentliche auf silicon.de). Schade nur, dass das Thema in den meisten deutschen Firmen noch keine Chefsache ist (Lünendonk-Studie, Artikel auf CIO.de)

Blockchain-as-a-service bei IBM und Microsoft. Die Erkundung der Möglichkeiten der Blockchain-Technologie steht erst am Anfang, doch die IT-Schwergewichte versprechen sich viel und stellen jetzt Cloud-Plattformen zur Verfügung (hier die von IBM), in denen experimentiert werden kann (golem.de).

Was es mit Docker und der Container-Technik auf sich hat, beleuchtet der Analyst René Büst auf silicon.de. Passend dazu: Wie Windows Server 2016 Container-Technik unterstützt (CloudComputing-Insider.de) und welche OpenStack-Module den Container-Support verbessern (SearchDatacenter.de).

Eine kritische Sicherheitslücke in Linux, die Server übers Netz angreifbar macht, wurde erst jetzt von Forschern entdeckt obwohl sie seit 2008 besteht. Patches für alle wichtigen Distributionen sind unterwegs (heise.de).

Hersteller sollen die Lebensdauer ihrer Geräte angeben, verlangt das Umweltbundesamt. Noch immer fallen vor allem bei Consumer-Notebooks kritische Bauteile viel zu schnell aus (Zeit.de).

In 29 Jahren sind die Probleme der Menschheit gelöst, glaubt der Chef der Singularity University, einer mitunter von Google unterstützten privaten Forschungseinrichtung. Bis dahin sieht er aber schwarz. Reportage auf Welt.de.

   

Zu guter Letzt …

Ein Lobbyist wird neuer Chef des BSI. Ist Arne Schönbohm die richtige Besetzung an der Spitze des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik? Seine fachlichen Qualifikationen sind nicht halb so gut wie seine Beziehungen zur Industrie, seine Kritiker halten ihn für einen „Cyberclown“ (Der Freitag).

Digitale Agenda kw26

 

Self-Service Business Intelligence

Den Einstieg in Datenanalyse nach Guerilla-Manier vollziehen derzeit in vielen Unternehmen Werkzeuge wie Qlik oder Tableau. Lange als Spielerei belächelt, gewinnen die Self-Service-Tools immer häufiger auch große Firmen wie Vodafone oder den Autohersteller Ashok Leyland für sich (Business User).

Self-Service-Tools steigern allgemein die Akzeptanz für BI, findet inzwischen nicht nur Jedox-Vorstand Bernd Eisenblätter (Computerwoche), selbst BI-Anbieter, sondern auch Marktforscher wie BARC. Ein Grund dafür sei auch, dass sie sich „nicht nach den langsamen bürokratischen Abläufen der IT richten müssen“.

Die IT sollte besser nicht außen vor bleiben, warnt der Geschäftsführer von Samac Software Markus Weber (IT-Director). Wenn die IT nicht vorher für eine ordentliche Datenbasis sorgt, griffen die Business-Anwender auf sehr divergierende Datenquellen zu und dann sei mit inkonsistenten Ergebnissen in den Fachabteilungen zu rechnen. „Ohne zentrale Definition ist das Report-Chaos vorprogrammiert!“

Die Investitionen in BI-Projekte werden weiter steigen, prognostizieren unisono alle großen Marktforscher. Am besten die IT nimmt die Angelegenheit selbst in die Hand. Eine Orientierung über Markt und Anbieter gibt es bei Gartner und BARC, dazu gibt es Einsichten über den Einsatz von Datenanalyse in Deutschland in einer Studie von KPMG und dem Bitkom.

 

IT-MANAGEMENT

Wie werden Microsoft-Server-Produkte korrekt lizenziert? Der IT-Berater Thomas Joos erklärt in der Computerwoche die Lizenzmodelle für Windows, SQL, Exchange und sonstiger Microsoft-Server-Software.

Oracle wird langsam eine Macht in der Cloud. Software-, Platform- oder Infrastructure-as-a-Service – Oracles Cloud-Portfolio ist jetzt komplett, nachdem diese Woche 24 neue Cloud-Produkte vorgestellt wurden (silicon.de). Damit sollen Firmen ihre Anwendungen ohne jede Änderung zwischen dem eigenen Rechenzentrum und der Cloud hin und her schieben können.

Die Deutsche Börse Cloud Exchange (DBCE) hat letzten Monat mit einiger Verspätung ihren Betrieb aufgenommen. Dort können Unternehmen Cloud-Ressourcen (CPUs, Arbeitsspeicher, Storage) bei eher kleineren Rechenzentren in Deutschland und dem europäischen Ausland mieten. CIO.de hat ein umfangreiches FAQ dazu.

 

TECHNIK

Big Data einfacher handhabbar zu machen verspricht die Intelligence Platform des US-Startups AtScale. Sie ist der erste OLAP-Server für Hadoop und macht es möglich, mit gängigen BI-Tools wie Tableau oder von Microsoft Office aus in Daten reinzuschauen, die mit Hadoop verwaltet werden (ZDnet, englisch).

Schluss mit dem Container-Wirrwarr will das Open Container Project machen, nachdem jetzt auch Marktführer Docker mit an Bord ist und einen wichtigen Teil seines Codes dem Projekt gestiftet hat. Das Projekt soll einen herstellerneutralen Standard für die Cloud-gerechte Verpackung von Software entwickeln (Computerwoche).

Irrtümlich abgeschickte E-mails zurückholen kann man jetzt mit einer Rückholfunktion in Googles Gmail. Wer Gmail im Browser nutzt und die Funktion aktiviert hat, bekommt bis zu 30 Sekunden Zeit, den Versand wieder rückgängig zu machen (Spiegel).

 

Zu guter Letzt …

Google bringt seinen Computern das Halluzinieren bei. Wie bei Menschen auf einem LSD-Trip sehen die Bilder aus, die Googles Bilderkennungssysteme produzieren, wenn sie nicht korrekt abgefragt werden. Man könnte sie glatt als Kunst an Wand hängen. Artikel und Bildergalerie auf Spiegel.de.

Apples neue Firmenzentrale, Campus 2, wird größer als das Pentagon und soll 5 Milliarden Dollar kosten. Die Welt hat ein eindrucksvolles Video von der Baustelle.