Schlagwort-Archive: Donald Trump

Digitale Agenda kw41-42 / 2021

 

Jagd auf Facebook

Der Druck auf Facebook wächst … 

… während Facebook Wiedergutmachung übt.

Immerhin: In der irischen Datenschutzbehörde hat Facebook noch Freunde.

 

Digitales Leben

Angespannt bis kritisch beurteilt das BSI die aktuelle Sicherheitslage, in einigen Bereichen ist sogar Alarmstufe Rot angesagt. Der Bitkom bestätigt den Trend mit Zahlen. Kein Wunder bei dieser Gesetzgebung, kommentiert Netzpolitik.

Trump baut eigenes soziales Netzwerk. „Die Taliban sind auf Twitter, aber euer Lieblingspräsident wird zum Schweigen gebracht“, sagt Trump. TRUTH Social soll „der Tyrannei von Big Tech die Stirn bieten“.

Ampelkoalition will digitale Akzente setzen. Der Anteil digitaler Themen im Sondierungsbericht ist umfangreich und SPD, FDP und Grüne wollen „eine neue Kultur der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft etablieren.

Teamviewer startet Kooperation mit Google. Im Mittelpunk der Zusammenarbeit stehen Anwendungen im Bereich Augmented Reality für die Google Cloud, auch Google Glass soll dabei eine Rolle spielen.

Amazon soll in Indien massiv manipuliert haben. Laut einer Recherche von Reuters (Zusammenfassung in der Zeit) soll Amazon indische Produkte kopiert und Suchergebnisse manipuliert haben, um die lokale Industrie zu übervorteilen.

 

Zu guter Letzt …

KI vollendet Beethovens 10. Sinfonie. Die Unvollendete – inklusive dem fehlenden Teil, den Musikwissenschaftler, Komponisten und Informatiker mithilfe künstlicher Intelligenz errechneten – wurde in Bonn uraufgeführt. Für den Dirigenten Dirk Kaftan war es nur ein Experiment: „Um es kurz zu machen: Das ist kein Beethoven.“

Digitale Agenda kw23 / 2020

 

Digitale Macht

Der Streit zwischen Trump und Twitter eskaliert. Angesichts der Unruhen in den USA wagt Twitter die Konfrontation mit dem US-Präsidenten, kennzeichnet Tweets von ihm als gewaltverherrlichend und sperrt Videos. 

Facebook-Chef Mark Mark Zuckerberg bleibt lieber untätig und erntet einen Shitstorm und Kündigungen der eigenen Mitarbeiter, ignoriert aber den Kern des Problems.

Welche Rolle spielt Silicon Valley für die Demokratie? Tech-Konzerne werden durch die Krise noch stärker, entscheiden Wahlen, betreiben digitalen Kolonialismus und führen Wirtschaftskriege. Sogar Tesla-Gründer Elon Musk fordert jetzt die Zerschlagung von Amazon. 

 

Digitales Leben

Code der deutschen Corona-App ist veröffentlicht. Software-Entwickler können die Funktionen unter die Lupe nehmen und Verbesserungen vorschlagen. Grüne Justizminister fordern derweil ein Gesetz, das deren Einsatz strikt regelt.

EU-Cloud-Projekt Gaia-X geht an den Start. Deutschland und Frankreich haben den Startschuss für die Entwicklung einer europäischen Cloud gegeben, die Europas Unabhängigkeit von Amazon AWS und Microsoft Azure begründen soll.

Verfassungsschutz soll Staatstrojaner bekommen. Innen- und Justizministerium sollen sich darauf geeinigt haben, dass der Inlandsgeheimdienst in bestimmten Fällen den Trojaner einsetzen darf.

Milliardenklage gegen Google wg. Schnüffeln. Weil Google über seinen Chrome-Browser trotz Inkognito-Modus Daten sammelte, muss es sich in den USA einer Sammelklage stellen. 

Deutsche Verlage ziehen Klage gegen Google zurück. Im Rahmen des neuen Leistungsschutzrechts sollte Google für die Übernahme von Nachrichtentexten zahlen, doch die Aussichten auf Erfolg waren schlecht.

 

Zu guter Letzt …

Ein Hintergrundbild lässt Android-Smartphones crashen. Es ist ein wunderschönes Wallpaper mit einem See vor einer Bergkulisse, doch einmal auf einem Android-Handy installiert, ist das Gerät nicht mehr bedienbar. Betroffen sind viele Samsung- und Google-Handys, nicht aber Huawei und OnePlus.

Digitale Agenda kw05

 

Silicon Valley rebelliert gegen Trump

Das Schweigen der Tech-Bosse in der Zeit nach den US-Wahlen war unüberhörbar. Außer einem PR-wirksamen Meeting mit Trump im Dezember vermieden sie jegliche Kritik an seiner Politik – bis letztes Wochenende, als er sein Einreiseverbot für Muslime aussprach (FAZZeit).

Jetzt stehen die Zeichen auf Konfrontation.
– Die Firmenbosse lehnen das Einreiseverbot öffentlich ab (t3n.de).
– Mehrere Silicon-Valley-Firmen erwägen Klage gegen die Verordnung (FAZZeit).
– Der Bundesstaat Kalifornien will Trumps Politik generell mit eigenen Maßnahmen aushebeln (Zeit).
– Amazon und Expedia unterstützen eine Klage des Bundesstaats Washington (Golem).
– Uber-Chef Travis Kalanick steigt aus Trumps Technologiebeirat aus (heise.de).

Es ist ein Aufstand der Angestellten. Die Mitarbeiter von Firmen wie Google demonstrierten und streikten gegen das Dekret (Netzpolitik.org), und das im besten Interesse ihrer Arbeitgeber. Keine andere Branche hat von einer freizügigen Migrationspolitik so profitiert (QuartzBusiness Insider).

  

Datenschutz-Fail

Diffus und voller Gummiparagrafen ist auch der zweite Gesetzentwurf der deutschen Fassung der EU-Datenschutzgrundverordnung. Außerdem steht er an so vielen Stellen in Konflikt mit EU-Recht, dass er „in null Komma nix vor dem Europäischen Gerichtshof landen“ würde (Zeit).

Der Entwurf wird von allen Seiten abgelehnt – auch von der Industrie. Der IT-Verband Bitkom warnt davor, „die mühsam errungene europaweite Regelung wieder zum Flickenteppich zu machen“, die Bundesdatenschutzbeauftragte Voßhof hält ihn gar für verfassungswidrig (Netzpolitik.org).

Ein Wettbewerbsvorteil ist in Gefahr. „Die Bundesregierung bemüht sich nach Kräften, die Legende vom „hohen deutschen Datenschutzniveau“ zu entkräften, schreibt der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar.

 

Digitale Welt

Keine Roaming-Gebühren mehr in der EU. Ab Mitte Juni kosten Handy-Telefonate, SMS-Versand und Internet im EU-Ausland nicht mehr als zuhause. Die Telkos rechnen von da an untereinander ab (FAZ).

Verbraucherschützer verklagen WhatsApp. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat wegen der Weitergabe der Telefonnummern an den Mutterkonzern Facebook beim Landgericht Berlin Klage eingereicht. (Spiegel).

Siegeszug des Home Office. Derzeit bieten in Deutschland rund 30 Prozent der Unternehmen die Möglichkeit an, von zu Hause aus zu Arbeiten. Laut einer Studie des IT-Verbands Bitkom ist allerdings das Homeoffice nicht für jeden geeignet (silicon.de).

Neue Dropbox-Funktionen für Firmen und TeamsSmart Syncverknüpft das lokale Dateisystem mit Ordnern und Dateien in der Dropbox-Cloud; Paper erlaubt das gemeinsame Bearbeiten von Textdokumenten, Bildern und Tabellen (Golem).

Computer sind die besseren Poker-Spieler. Vier der weltbesten Poker-Profis sind gegen eine neue Poker-Software namens Libratus angetreten. Sie zogen den Kürzeren. Libratus kann inzwischen sogar perfekt bluffen (Süddeutsche).

   

Zu guter Letzt …

Siri bittet um eine kleine Datenspende. Mit dem nächsten Update (iOS 10.3) werden iPhone-Nutzer um die Erlaubnis gebeten, ihre iCloud-Daten – darunter Fotos, E-Mails, Notizen, Kontakte und Termine – analysieren zu dürfen. Diejenigen, die das gestatten wollen, müssen aktiv einwilligen, standardmäßig ist die Option deaktiviert. Ihrem Datensatz werden Hash- und Zufallswerte hinzugefügt, die zwar eine statistische Auswertung zulassen, aber den Nutzer anonym bleiben lassen (Zeit).

Digitale Agenda kw04

 

Digitaler Wahlkampf

Meinungsbildung sollte man nicht Social Bots überlassen. Der deutschen Politik graust es vor einem Wahlkampf à la Trump und Innenminister De Maizière überlegt, den Betrieb von Social Bots unter Strafe zu stellen (Zeit).

Ist die Angst vor Social Bots überhaupt berechtigt? Empirische Beweise für deren Gefahr gibt es kaum (Netzpolitik.org). Und selbst wenn es sie gäbe, ist es fraglich, ob Verbote etwas bewirken würden (Süddeutsche).

Außerdem benutzen Politiker selbst Social Bots. Eine Analyse der Twitter-Follower zahlreicher Politiker hat ergeben, dass ihre Gefolgschaft bis zu drei Vierteln aus Bots oder falschen, inaktiven und längst aufgegebenen Accounts besteht (Mitteldeutsche Zeitung).

Viel wirksamer könnte ein Werbe-Boykott von Medien sein, die bewusst Fake News verarbeiten. Vor dem Start der deutschen Ausgabe von Breitbart haben mehr als 700 internationale Firmen die ultrarechte Lügenschleuder auf eine Blacklist gesetzt (Süddeutsche).

  

Trumps alternatives Internet

Mit der Netzneutralität könnte es bald vorbei sein. Donald Trump hat mit Ajit Pai einen neuen Chef der Telekommunikations-Aufsichtsbehörde FCC ernannt, der es lieber den Telko-Konzernen recht machen und das Neutralitätsgesetz kassieren will (SpiegelNetzpolitik.org).

Das Thema Klimawandel ist im Internet tabu. Trump hat der Umweltbehörde, der NASA und der Verwaltung der Nationalparks einen Maulkorb verhängt, sie dürfen nichts mehr dazu tweeten. Die Reaktion: Zahlreiche Guerilla-Accounts und ein Wissenschaftler-Marsch auf Washington (Zeit).

Trump erschafft seine eigene Faktenwelt – mit „alternativen Fakten“, versteht sich. Lügen sind Teil einer Methode, die von Diktatoren hinlänglich bekannt ist (ZeitBloomberg). George Orwells „1984“ ist derzeit in den USA das meistgekaufte Buch auf Amazon (Süddeutsche).

 

Digitale Welt

Microsoft muss keine Daten rausrücken. Der Konzern hat im Streit mit der US-Regierung ein weiteres Mal gesiegt: In Irland gespeicherte Daten dürfen nicht nach Amerika wandern – zumindest nicht nach aktueller Gesetzeslage (FAZ).

Samsung weiß jetzt, warum Note7 brannte. Schuld an den Bränden seines Flaggschiffs der Galaxy-Serie sollen fehlerhafte Batterien gewesen sein. Samsung will jetzt die Produktionsprozesse ändern (Zeit).

Das digitale Leben erzeugt Stress. Der Zwang zur permanenten Erreichbarkeit und das ständige Multitasking können auf Dauer Depression und Burnout verursachen, sagt eine Studie der Uni Mainz (Politik Digital).

… und soziale Netzwerke können deprimieren, sagt eine Studie von Kaspersky. Der extensive Gebrauch der sozialen Netzwerke und die Jagd nach ‚Gefällt mir‘-Klicks erzeugt Druck und kann Neid, Stress und Depression auslösen (Computerwoche).

   

Zu guter Letzt …

‚Satan‘, der Trojaner zum Selbermachen. Erpresserviren gibt es jetzt auch im Leasing-Modell. Die Gruppe hinter der Ransomware „Satan“ bietet einen Service an, bei dem ihre „Kunden“ die schädliche Software über eine webbasierte Oberfläche gemäß ihren Bedürfnissen anpassen können. Die Satan-Hersteller kassieren dann 30 Prozent des Lösegelds (Süddeutsche).