Schlagwort-Archive: Drohnen

Digitale Agenda kw18 / 2019

 

Spaltpilz Huawei

Die USA machen Druck: Nachdem Großbritannien beschlossen hatte, Huawei für den Aufbau seines 5G-Netzes zuzulassen, drohen die USA ihrem engsten Verbündeten mit einer Kündigung der Zusammenarbeit ihrer Geheimdienste, so wie das auch mit Deutschland der Fall war. 

Auch der britische Verteidigungsminister musste gehen. Gavin Williamson wurde von Theresa May entlassen, weil er Dienstgeheimnisse an Huawei weitergegeben haben soll. 

Was ist an den Befürchtungen dran, dass über die Huawei-Infrastruktur spioniert werden könnte? Vodafone berichtet von Hintertüren, die 2011/12 in Huawei-Geräten entdeckt wurden. Und wie eng der Hersteller mit der chinesischen Regierung verbandelt ist, ist immer noch unklar.

 

Digitales Leben

Kein Witz: Facebook setzt auf Privatsphäre. „Die Zukunft ist privat“ hieß es der Entwicklerkonferenz dieses Jahr und Facebook stellte eine Reihe neue Maßnahmen vor, die Nutzern mehr Privatsphäre geben sollen. Nebenbei steigern sie auch die Aussagekraft der erhobenen Daten. 

Welche Daten Google und Apple über ihre Nutzer sammeln, haben zwei WiWo-Redakteure im Selbstversuch ermittelt. Google will demnächst eine Funktion in Betrieb nehmen, nach der persönliche Daten automatisch nach einer bestimmten Zeit gelöscht werden. 

Apple wirft Kinderüberwachungs-Apps aus dem App Store. Die Apps schossen offensichtlich weit übers Ziel hinaus und sammelten sensible Informationen wie Standort, die Nutzung der Apps, E-Mail-Konten und den Browser-Verlauf. Auch die Verwendung der Kamera konnten sie kontrollieren.

Wikileaks-Gründer verurteilt. Julian Assange muss wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen für 50 Wochen ins Gefängnis, was als Abschiebehaft vor seiner Auslieferung an die USA gedeutet wird. Derweil hat sich Edward Snowden mit Assange solidarisiert. 

Wem gehört diese Datenbank? Sicherheitsforscher entdeckten in der Microsoft Cloud eine offen zugängliche Datenbank mit sensiblen Daten von 80 Millionen US-Haushalten (65 Prozent des gesamten Landes). Eine Goldgrube für Identitätsdiebe. 

 

Zu guter Letzt …

Drohnen über dem eigenen Garten abschießen ist legal. Das Amtsgericht Riesa sprach einen Mann frei, der mit einem Luftgewehr die Kamera-Drohne seines Nachbarn abgeschossen hatte, als sie über seinem Garten schwebte. Der Mann sah die Privatsphäre seiner beiden Töchter verletzt, die sich zu dieser Zeit im Garten aufhielten.

Digitale Agenda kw01 / 2019

 

Lokales Roaming

Funklöcher gehören gestopft, soviel hat die Politik inzwischen verstanden. Die Parlamentarier von Union und SPD wollen ein Gesetz entwerfen, das lokales Roaming ermöglicht. Die CSU will sogar eine staatliche Gesellschaft für den Ausbau des 5G-Netzes gründen. 

Unterdessen haben neun Konzerne die Bundesnetzagentur verklagt. Sie finden die Auflagen zur Vergabe der neuen 5G-Frequenzen als zu hart und fürchten um ihre Investitionen. Das Kartellamt lobt hingegen die Regeln der Netzagentur. 

Ihr Ziel für den Ausbau des Breitbandnetzes hat die Bundesregierung wohl verfehlt. Nicht 100 sondern nur 80 Prozent der deutschen Haushalte haben Zugang zu schnellem Internet, und dafür gibt es gute Gründe.  

 

Digitales Leben

Einige Highlights des letzten CCC-Kongresses: 

Beim BAMF sind Fehler vorprogrammiert. Die IT-Tools des Bundesamts für Migration sind vielschichtig und komplex, deren Nutzung verlangt aber von den Sachbearbeitern eine Expertise, die sie gar nicht haben können. 

Eine bessere Regulierung von Drohnen ist nach dem Vorfall am Flughafen Gatwick kurz vor Weihnachten dringend nötig, doch Experten haben wenig Hoffnung, den Einsatz von Drohnen effektiv zu überwachen.

Wie Mark Zuckerberg Facebook retten will, verriet er in seinem Jahresrückblick. Facebook soll seinen Nutzer nun weniger süchtig, dafür aber glücklicher machen – auch wenn das weniger Umsatz bedeutet. 

 

Zu guter Letzt …

Einen Adventskalender der besonderen Art betrieb ein unbekannter Twitter-Nutzer im Dezember. Nach und nach veröffentlichte er private Daten und Dokumente von Hunderten deutschen Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens, darunter Briefe, Rechnungen, Adresslisten und Ausweise. 

Digitale Agenda kw47 / 2018

 

5G-Streit

5G könnte viele Probleme lösen, aber auch einige neue verursachen. Am Montag will die Regierung über die Vergaberegeln der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard entscheiden. Im Vorfeld gibt es Streit. Provider sollten zur Kooperation gezwungen werden, fordern die Fraktionen von Union und SPD, damit 5G nicht für noch mehr weiße Flecken sorgt. Letztere bekommt jetzt sogar das WLAN von ICE-Zügen zu spüren.  Die Netzbetreiber drohen ihrerseits mit Klagen und der IT-Verband Bitkom hält die Auflagen für überzogen.  5G könnte die Netzneutralität beerdigen, befürchten andererseits Verbraucherschützer. 5G lasse eine große Fragmentierung des Signals zu, sodass Daten unterschiedlich priorisiert werden könnten. Damit wären auch rechtlich problematische Angebote wie StreamOn plötzlich legal.  

Digitales Leben

Microsoft Office verstößt gegen die DSGVO, urteilt eine Untersuchung der niederländischen Regierung. Das Programm sammelt und speichert in großem Umfang personenbezogene Daten, ohne Nutzer zu informieren. Der Befund umfasst auch die Enterprise-Version von Office. Ist das der Beginn einer neuen Dotcom-Krise? Die Börsenkurse von Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google verloren mehr als 20 Prozent ihres Werts. Experten sehen viele Parallelen zur ersten Dotcom-Blase.  Die Datenbanken für Migration und Strafverfolgung dürfen eigentlich nicht miteinander verbunden werden, doch die betreuende Behörde kombiniert sie nun durch eine gemeinsame Suchmaske. Die Polizei kann damit alle Informationen über jeden Asylbewerber abgreifen.  Facebooks Image ist im Keller. Nach dem Bekanntwerden einer Schmutzkampagne gegen Facebook-Kritiker opfert das Unternehmen seinen PR-Chef und zahlt in Italien 100 Millionen Euro Steuern nach. Am obersten Management wird aber nicht gerüttelt.  Bitcoin ist in der Krise. Seit Anfang des Jahres hat die Kryptowährung 70 Prozent ihres Wertes verloren und taumelt weiter nach unten. Der Machtkampf zwischen zwei Lagern um die künftige Ausrichtung verunsichert die Anleger.   

Zu guter Letzt …

In Island bringt eine Drohne das Abendessen. Weil die Hauptstadt Reykjavik durch eine weitläufige Bucht zweigeteilt ist, benutzt ein Lieferservice Drohnen, um das Wasser zu überfliegen. Der Pilotbetrieb der ersten Strecke war so reibungslos, dass die Genehmigung jetzt auf 15 Flugstrecken erweitert wurde. 

Digitale Agenda kw33 / 2018

 

Unbemannte (bewaffnete) Flugobjekte

An den Anblick von Drohnen werden wir uns in den nächsten Jahren wohl gewöhnen müssen. Die Zahl der möglichen Einsatzgebiete erhöht sich täglich, Rüstungskonzerne treiben die Weiterentwicklung voran. Denn: Drohnen sind die billigste Luftwaffe der Welt

Kampfdrohnen im zivilen Luftraum soll es in absehbarer Zeit auch geben, sobald ein sicheres automatisches Ausweichsystem für Drohnen entwickelt wird. Damit sollen Kollisionen mit zivilen Flugzeugen verhindert werden. 

Den Weltrekord im Dauerfliegen hat neulich eine mit Solarenergie betriebene Drohne von Airbus aufgestellt, mit fast 26 Tagen. Der erste Abnehmer der Serienfertigung wird das britische Militär sein. 

 

Digitales Leben

Daten für alle! Firmen wie Amazon sollen Google dazu verpflichtet werden, Daten mit Konkurrenten zu teilen, forderte jüngst SPD-Chefin Nahles im Handelsblatt. Der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger erklärt im Interview mit der Süddeutschen, warum die Forderung sehr sinnvoll ist.

Welche Forensik-Werkzeuge deutsche Behörden nutzen, wollte der Grüne Abgeordnete Konstantin von Notz wissen – und bekam auch Antwort (Text und Erläuterungen zu den Produkten auf Neztzpolitik.org).

Über Hakenkreuze in Computerspielen debattiert die Republik seit bekannt wurde, dass das Anzeigen von Nazi-Symbolen in Computerspielen ab jetzt erlaubt ist. „Kinder werden nicht gleich zu Nazis, wenn sie ein Hakenkreuz sehen“, sagt die Expertin Lisa Gotto im Interview mit der Zeit

Google zeichnet immer Bewegungsdaten auf, auch wenn der Nutzer explizit widersprochen hat, fand jetzt die Nachrichtenagentur AP heraus. Wer das Tracking verhindern will, muss das an einer bestimmten Stelle seines Google-Accounts tun (Anleitung).

Hacker werden immer einfallsreicher: Nun reicht schon ein manipuliertes Fax aus, um in ein Firmennetzwerk einzubrechen. Das FBI hat unterdessen Banken vor einem konzertierten Angriff auf Bankautomaten gewarnt, dessen Methode an Raffinesse kaum zu überbieten ist. 

 

Zu guter Letzt …

Wie leicht lassen sich US-Wahlergebnisse manipulieren? Kinderleicht, stellte sich am Ende der diesjährigen Hackerkonferenz Defcon heraus. Alle 25 Modelle der in den nächsten Wahlen eingesetzten Wahlmaschinen waren nach drei Tagen kompromittiert. Das Hacken von Websites, die Wahlergebnisse anzeigen, überließ der Veranstalter lieber einer Gruppe von etwa fünfzig Kindern, weil die Manipulation für erwachsene Hacker zu einfach gewesen wäre. Ob die Abstimmung per Smartphone-App, die dieses Jahr eingeführt werden soll, wirklich sicherer ist?