Schlagwort-Archive: Drohnen

Digitale Agenda kw33 / 2018

 

Unbemannte (bewaffnete) Flugobjekte

An den Anblick von Drohnen werden wir uns in den nächsten Jahren wohl gewöhnen müssen. Die Zahl der möglichen Einsatzgebiete erhöht sich täglich, Rüstungskonzerne treiben die Weiterentwicklung voran. Denn: Drohnen sind die billigste Luftwaffe der Welt

Kampfdrohnen im zivilen Luftraum soll es in absehbarer Zeit auch geben, sobald ein sicheres automatisches Ausweichsystem für Drohnen entwickelt wird. Damit sollen Kollisionen mit zivilen Flugzeugen verhindert werden. 

Den Weltrekord im Dauerfliegen hat neulich eine mit Solarenergie betriebene Drohne von Airbus aufgestellt, mit fast 26 Tagen. Der erste Abnehmer der Serienfertigung wird das britische Militär sein. 

 

Digitales Leben

Daten für alle! Firmen wie Amazon sollen Google dazu verpflichtet werden, Daten mit Konkurrenten zu teilen, forderte jüngst SPD-Chefin Nahles im Handelsblatt. Der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger erklärt im Interview mit der Süddeutschen, warum die Forderung sehr sinnvoll ist.

Welche Forensik-Werkzeuge deutsche Behörden nutzen, wollte der Grüne Abgeordnete Konstantin von Notz wissen – und bekam auch Antwort (Text und Erläuterungen zu den Produkten auf Neztzpolitik.org).

Über Hakenkreuze in Computerspielen debattiert die Republik seit bekannt wurde, dass das Anzeigen von Nazi-Symbolen in Computerspielen ab jetzt erlaubt ist. „Kinder werden nicht gleich zu Nazis, wenn sie ein Hakenkreuz sehen“, sagt die Expertin Lisa Gotto im Interview mit der Zeit

Google zeichnet immer Bewegungsdaten auf, auch wenn der Nutzer explizit widersprochen hat, fand jetzt die Nachrichtenagentur AP heraus. Wer das Tracking verhindern will, muss das an einer bestimmten Stelle seines Google-Accounts tun (Anleitung).

Hacker werden immer einfallsreicher: Nun reicht schon ein manipuliertes Fax aus, um in ein Firmennetzwerk einzubrechen. Das FBI hat unterdessen Banken vor einem konzertierten Angriff auf Bankautomaten gewarnt, dessen Methode an Raffinesse kaum zu überbieten ist. 

 

Zu guter Letzt …

Wie leicht lassen sich US-Wahlergebnisse manipulieren? Kinderleicht, stellte sich am Ende der diesjährigen Hackerkonferenz Defcon heraus. Alle 25 Modelle der in den nächsten Wahlen eingesetzten Wahlmaschinen waren nach drei Tagen kompromittiert. Das Hacken von Websites, die Wahlergebnisse anzeigen, überließ der Veranstalter lieber einer Gruppe von etwa fünfzig Kindern, weil die Manipulation für erwachsene Hacker zu einfach gewesen wäre. Ob die Abstimmung per Smartphone-App, die dieses Jahr eingeführt werden soll, wirklich sicherer ist?

Digitale Agenda kw18 / 2018

 

Schöne neue Netzwelt

Wer kontrolliert das Internet? Diese Frage steht im Mittelpunkt der diesjährigen Netzkonferenz re:publica, die sich mit „POP – Power of People“ ein ausgesprochen optimistisches Motto gegeben hat. Vorträge und Fakten vermitteln bislang allerdings ein gegensätzliches Bild. 

Algorithmen erschaffen eine neue Art von Bürokratie – und wir sind alle freiwillig ein Teil davon, betonte die Autorin Danah Boyd in ihrem Eröffnungsvortrag. Die Tatsache, dass diese Algorithmen in der Hand von Firmen wie Google oder Amazon sind, die sich offen für Zensurmaßnahmen zeigen, beruhigt auch nicht unbedingt.

Immerhin gibt es Widerstand, nicht nur seitens der eher machtlosen Nutzer. Der Bundestag überlegt, digitale Plattformen zur Öffnung zu verpflichten und das EU-Parlament will gegen das „Blockieren, Filtern, Stören und Schließen digitaler Räume“ vorgehen (Netzpolitik).  

 

Digitale Welt

Ein Hacker-Angriff auf zwei deutsche Stromversorger wurde letzten Sommer vereitelt, fand die Süddeutsche heraus. Bis dahin sei es den Angreifern immerhin gelungen, sich im Netzwerk auszubreiten. Es sollen dieselben Hacker gewesen sein, die ein halbes Jahr zuvor Kiew den Strom abdrehten.

Über acht neue Lücken in Intel-Prozessoren berichtet das c’t Magazin. Vier davon schätzen Forscher als viel gefährlicher ein als Spectre und Meltdown, die Anfang des Jahres aufwändig gepatcht werden mussten. Die Lücken ließen sich noch stärker für Angriffe ausnutzen und bedrohten vor allem Cloud-Hoster. 

Twitter-Nutzer sollten ihre Passwörter ändern. Ein jetzt in der Software entdeckter Fehler habe dazu geführt, dass Passwörter unverschlüsselt in einem internen Verzeichnis gespeichert worden sind, sagte das Unternehmen. Es seien aber keine Daten abhanden gekommen (Zeit). 

Facebook will seine Nutzer verkuppeln, kündigte das Netzwerk auf seiner Entwicklerkonferenz an (Spiegel). Eine App, die genau das tun sollte, war übrigens Mark Zuckerbergs erstes Projekt, als er noch in Harvard studierte.

Cambridge Analytica meldet Insolvenz an – und will damit weiteren Ermittlungen zuvorkommen, vermuten viele Politiker in London. Facebook-Propaganda war schließlich nur ein kleiner Teil des Geschäftsmodells, das kaum eine illegale Aktivität zur Wahlmanipulation ausließ (Zeit).

 

Zu guter Letzt …

Zum Teil gründlich danebengegangen ist das Drohnenspektakel zum 1. Mai in der chinesischen Stadt Xian. Zwar gelang dem chinesischen Hersteller Ehang der Weltrekord, 1.374 Drohnen gleichzeitig in verschiedenen Formationen fliegen zu lassen, allerdings nur auf der Generalprobe zwei Tage zuvor. Während der eigentlichen Vorstellung am Maifeiertag sorgten Handy-Interferenzen dafür, dass viele Drohnen aus der Reihe tanzten und teilweise sehr unsanft landeten (Quartz).

Digitale Agenda kw35 / 2017

 

Digitale Wahlhelfer

Für Pragmatiker, Unentschlossene und all jene, die nicht eine bestimmte Partei aus Prinzip oder Gewohnheit wählen, hat sich der Wahl-O-Mat als Orientierungshilfe bewährt. Seit Mittwoch ist er wieder live.

Wie die Parteien zu digitalen Themen stehen, kann man auf Digital-O-Mat prüfen. Der ITK-Verband Bitkom hat die Positionen der Parteien auf digitalwahl.de zusammengetragen. Der Vergleich von Netzpolitik.org und die Analyse von Golem.de lesen sich aber spannender.

Auf Facebook und Twitter versagen vor allem Union und SPD (Politik Digital, Spiegel). Die AfD schlägt sich viel  besser (Netzpolitik.org) und holt sich jetzt als Verstärkung die Agentur von Donald Trump (Welt).

Die russische Gefahr erweist sich derweil als Luftnummer. Handfeste Beweise für eine Einmischung in die Wahl gab es ohnehin nie (Süddeutsche).

 


DSGVO: Sechs Datenschutz-Anforderungen für Cloud-Daten

Durch die Nutzung von Datenmanagement-Lösungen lässt sich eine Rechtssicherheit nach der neuen Datenschutz-Grundverordnung leichter erreichen. Welche Rolle dem Cloud Data Management dabei zufällt, erklärt Roland Stritt von Rubrik auf Line-of-Business.


 

Digitale Welt

Das Darknet ist vor der Polizei nicht sicher. Binnen vier Monaten ist es Ermittlern gelungen, die mutmaßlichen Betreiber von vier großen Marktplätzen zu identifizieren (Süddeutsche).

Die staatliche Forschungsstelle für Überwachungstechnik kommt nicht aus den Startlöchern. Am Mittwoch sollte „Zitis“ den Betrieb aufnehmen, doch es sind erst 17 der 120 Stellen besetzt. Eine gute Nachricht, findet die Zeit.

Ein Abwehrsystem gegen Drohnen hat das deutsche Startup Dedrone entwickelt. Seine Software kann anfliegende Drohnen erkennen und eine Reihe von Abwehrmaßnahmen lostreten (Süddeutsche).

Elon Musk vergrault seine Ingenieure mit seiner Auffassung vom Autopiloten. Der Chef von Tesla traut seinem System offenbar mehr als die Ingenieure, die es entwickeln. Letztere suchen lieber das Weite (Golem.de).

Googles öffentliches WLAN ist eine Datensenke. New York will mit Hilfe von Google allen einen kostenlosen Zugang zum Internet bieten. Google saugt im Gegenzug die Daten der Nutzer ab (Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Herzschrittmacher von Abbott können gehackt werden. Der Hersteller hat eine Rückrufaktion für 465.000 Geräte gestartet, insgesamt könnten 745.000 Geräte betroffen sein. Hacker können die Schwachstelle per Funkverbindung ausnutzen, um „unerlaubten Zugriff“ zu bekommen – um das Gerät lahmzulegen oder die Batterie zu leeren (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw17

 

Drohnen

Seit diesem Monat gilt ein neues Gesetz für Drohnen mit mehr als 250 Gramm Gewicht (Details in der Zeit). Doch reicht es aus, um die davon ausgehenden Gefahren auszuschalten?

Das Bundeskriminalamt sieht Bedrohungsszenarien bis hin zu terroristischen Anschlägen durch Drohnen in Deutschland. Flughäfen sowie Fußballfans und Konzertbesucher könnten laut Experten leicht zum Opfer von Drohnen werden (FAZ).

Auch der IS experimentiert damit. Als Tests des Islamischen Staats für Anschläge mit Drohnen in Syrien bekannt wurden, reagierte der chinesische Hersteller DJI per Software-Update und machte das Kriegsgebiet zur No Fly Zone für die eigenen Drohnen (heise.de)

Deutschland ist alles andere als eine No Fly Zone. Drohnen werden immer populärer (FAZ) und Hersteller DJI bringt jetzt sogar eine Brille auf den Markt, die dem Halter einen “Pilotenblick” ermöglicht (Golem).

        

Digitale Welt

Der elektronische Personalausweis scheitert daran, dass es keine sinnvollen Anwendungen für ihn gibt – weder von Behörden noch von Firmen. Deswegen haben ihn über zwei Drittel aller Halter nicht aktiviert. Jetzt soll er zwangsaktiviert werden (Netzpolitik.org, Zeit).

Netzneutralität: Das war’s dann wohl. Trumps neuer Vorsitzender der US-Telekommunikationsbehörde will “alte Fehler korrigieren”. Die “Fehler”: Provider dürfen nicht rechtmäßige Internet-Inhalte ausbremsen oder sperren und nicht eigene Inhalte bevorzugen (Zeit).

Nutzung von Streaming-Websites wird illegal. Nicht nur das Teilen, auch das Anschauen urheberrechtlich geschützter Filme auf einschlägigen Websites ist strafbar, sagt der Europäische Gerichtshof. Die deutschen Abmahnanwälte freuen sich schon (Süddeutsche).

Gericht: Keine WhatsApp-Daten für Facebook. Das Verwaltungsgericht Hamburg bestätigte die Haltung des Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Telefonnummern deutscher WhatsApp-Nutzer dürfen nicht ohne deren Einwilligung von Facebook genutzt werden (Zeit).

Russische Hacker haben es auf Politiker abgesehen. Zu den letzten Opfern gehörten laut einem Bericht von Trend Micro auch die Konrad-Adenauer-Stiftung und der französische Präsidentschaftskandidat Macron (Süddeutsche).

EU plant flexible Arbeitszeiten für Eltern. Die EU-Kommission möchte, dass Eltern künftig mindestens bis zum zwölften Lebensjahr ihrer Kinder EU-weit ein Recht auf zeitlich befristete Teilzeitarbeit haben (Zeit).

Wie Workday Firmenmitarbeiter überwacht, illustriert ein Artikel in der FAZ. Die Personalmanagement-Software des US-Herstellers soll sogar voraussagen können, was Mitarbeiter als nächstes tun werden.

   

Zu guter Letzt …

Amazon bietet Kamera fürs Schlafzimmer an. Echo Look heißt die neue Kamera mit Cloud-Anbindung und Machine-Learning-Algorithmen, die unter anderem ein virtueller Modeberater sein soll. Was sie sonst noch alles sein (und filmen) könnte, will Amazon vorerst noch nicht verraten (Zeit).