Schlagwort-Archive: Edward Snowden

Digitale Agenda kw24

 

Die Geschäfte der „Sharing“ Economy

Die Geschäftsmodelle von Uber, Airbnb & Co. sind für Staat und Gesellschaft problematisch. Uber macht Pkw-Besitzer zu Taxifahrern – ohne Taxischein, ohne Versicherung, ohne Lizenz und meist für sehr wenig Geld (Tagesanzeiger). Und Airbnb verwandelt Haus- und Wohnungsbesitzer in Hoteliers – ohne Gewerbeschein und gerne am Finanzamt vorbei (Süddeutsche).

Der Gesetzgeber lernt erst, damit umzugehen. Uber-Manager rund um die Welt verbringen viel Zeit vor Gericht, um ihr Geschäftsmodell trotzdem durchzudrücken (Handelsblatt). Die Partner von Airbnb scheiterten letzte Woche vor Gericht beim Versuch, das Berliner Zweckentfremdungsverbot zu umgehen (Tagesspiegel).

Man sollte die Startups nicht unterschätzen. Ihre Investoren haben einen langen Atem und sehr tiefe Taschen (Handelsblatt). Und sie investieren neuerdings viel in Lobbyismus – mit ersten Erfolgen: Die EU-Kommission hat der Sharing Economy bereits ihre Unterstützung zugesagt (Spiegel).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Eine Software hilft, den richtigen Bewerber einzustellen – an diesen Gedanken sollten sich Bewerber und Personalmanager langsam gewöhnen. Drei solcher Hilfsmittel und ihre Möglichkeiten beschreibt Michael Schweizer auf Computerwoche.de.

Microsoft kauft LinkedIn und will damit „Produktivität und Geschäftsabläufe neu erfinden“. LinkedIn wirft mehr als 400 Millionen vernetzte Nutzer in den Topf, Microsoft bringt Office, Skype und jede Menge Anwendungen und Infrastruktur mit. Könnte was werden (Zeit.de).

Nur eins von vier Big-Data-Projekten ist profitabel, hat eine neue Studie von Capgemini ergeben. Eine Studie von Bitkom wiederum zeigt, dass deutsche Firmen mit Big Data noch sehr zurückhaltend sind. Zusammenfassung auf Computerwoche.de.

Internet-Anbieter müssen echte Geschwindigkeit angeben, hat die Bundesregierung beschlossen. 50 Mbit/s auf dem Papier sind heute meistens nicht viel mehr als 41 Mbit/s in der Leitung. Die Grünen verlangen zudem Geldbußen bei Nichteinhaltung (Süddeutsche).

Edward Snowden darf keinen Ehrendoktor bekommen, urteilte das Verwaltungsgericht Schwerin. Die Philosophische Fakultät der Uni Rostock wollte ihm der Titel verleihen, der Rektor lehnte es ab mit der Begründung, Snowden habe „keine besondere wissenschaftliche Leistung“ hervorgebracht (Zeit).

Apples neuer Umgang mit persönlichen Daten löst Kontroversen aus. Mit „Differential Privacy“ will Apple Erkenntnisse über die Gewohnheiten seiner Nutzer ziehen, die persönlichen Daten aber vorher anonymisieren. Experten zweifeln an der Praktikabilität des Verfahrens (Spiegel).

Die besten Wetter-Apps fürs Smartphone hat die Süddeutsche gekürt, mit Unterstützung eines Meteorologen. Ihre Pendants fürs iPad hat das CIO-Magazin unter die Lupe genommen.

    

Zu guter Letzt …

Hacker interessieren sich für Trumps Geheimnisse. Gleich zwei russische Hackergruppen sind in das Netzwerk der Demokratischen Partei eigedrungen und haben ein vertrauliches Dossier über The Donald erbeutet (Süddeutsche). Dabei tauschen Trump und Putin seit Wochen Liebenswürdigkeiten aus … (Spiegel)

Microsoft steigt ins Marihuana-Geschäft ein – ganz legal. Der Konzern unterstützt das Startup Kind Financial mit einer Software, die den legalen Marihuana-Verkauf verwaltet und die Rechtmäßigkeit der Transaktionen prüft (New York TimesComputerwoche).
Die Affinität zum Gras scheint bei Microsoft Tradition zu haben: Schon drei Jahre zuvor hatte ein Microsoft-Manager seine Karriere beim Konzern an den Nagel gehängt, um legal Cannabis zu verkaufen (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw40

 

Datenschutz als Geschäftsmodell

Ein US-Unternehmen als Vorbild beim Datenschutz? Als genau das verkauft sich Apple seit Anfang der Woche. Auf einer neuen Seite zum Thema Privatsphäre geht Apple auf jedes einzelne seiner Produkte ein und erklärt, wie persönliche Daten verschlüsselt und keinem weitergegeben werden, auch Behörden nicht.

Apple kann es sich leisten, so aufzutreten. Das Unternehmen macht seinen Umsatz mit teurer Hardware und Cloud-Diensten, die die Hardware unterstützen, statt mit Werbung. Entsprechend ist die Seite gespickt mit dezenten Seitenhieben gegen Google und Facebook (Süddeutsche).

In Erklärungsnot geraten ist derweil Microsoft wegen der Datensammelwut seines Windows 10. In einem Blog-Beitrag erklärt Windows-Chef Terry Myerson, dass Daten nur gesammelt werden, um das Produkt zu verbessern, nicht für Werbezwecke. Dass Windows in der Grundeinstellung mit eigenen Online-Diensten wie Bing verbunden ist, die von Werbung leben, verschweigt er lieber (heise.de).

Der Boykott von Werbung hat durch Adblocker, die es jetzt auch für mobile Apple-Geräten gibt, einen neuen Höhepunkt erreicht. Grund genug, dass sich die Werbeindustrie an die eigene Nase fasst und über Werbeformen der Zukunft nachdenkt, die hoffentlich als weniger lästig empfunden werden, meint Dirk von Gehlen in der Süddeutschen.

 

IT-MANAGEMENT

Insel- und Konkurrenzdenken stehen der digitalen Transformation von Unternehmen im Weg. Das ist das Ergebnis einer Studie von PAC und Hays. Auch wenn sich mehr als die Hälfte der Befragten mit Veränderungen in ihrem Bereich schwer tun, der Veränderungsdruck ist und bleibt extrem hoch.

43.000 IT-Stellen sind in deutschen Unternehmen unbesetzt, sagt eine neue Erhebung des Bitkom. Die Industrie setzt Hoffnungen auf mehr Frauen und Zuwanderung, macht aber Quereinsteigern nur wenig Hoffnung. Die Anforderungen sind dank neuer Technologien einfach zu hoch (CIO.de).

 

TECHNIK

Einen Vergleich zwischen zwei Hosted-Server-Diensten, 1&1 und Kamp Netzwerkdienste, schildern Frank-Michael Schlede und Thomas Bär im Datacenter Insider. Der Zuschnitt der beiden Angebote ist unterschiedlich, ihren Zweck als Ersatz für eigene Infrastruktur erfüllen sie aber beide.

Was Container sind und was man genau damit macht, erklärt ein Beitrag von Paul Rubens in der Computerwoche, indem er zehn wesentliche Fragen darüber beantwortet, inklusive dem Verhältnis zwischen Containern und Virtuellen Maschinen.

Mit dem Azure Data Lake Store stellt Microsoft einen Service vor, mit dem sich über die Cloud große Datensätze speichern und analysieren lassen (silicon.de). Der Dienst basiert auf Linux, genau wie der Azure Cloud Switch, den Microsoft für das Management seiner eigenen Cloud nutzt (CW).

 

Zu guter Letzt …

Edward Snowden ist jetzt auf Twitter und folgt nur einem anderen Nutzer – der NSA (SZ). Letztere übt sich derweil im ganz, ganz lieb sein. Zum ‚Love Note Day‘ letztes Wochenende veröffentlichte der Geheimdienst Grußkarten mit rosa Herzchen auf seiner Website und mit Weisheiten drauf wie „Liebe und Cyberattacken kommen unerwartet“ (Spiegel).

Digitale Agenda kw15

 

Kennt jemand noch Edward Snowden?

Offensichtlich nicht, zumindest nicht in den USA. Der Comedian John Oliver fragte Passanten auf dem Times Square in New York, ob sie jemanden mit diesem Namen kennen. Resultat: Die meisten von ihnen kannten den Namen nicht, alle anderen brachten ihn eher mit Wikileaks in Verbindung.

John Oliver gelang trotzdem das Kunststück, Datenschutz dem einfachen Amerikaner näher zu bringen. Er fragte dieselben Passanten, ob sie es gut fänden, wenn die NSA auf ihre Nacktfotos zugreifen könnte. Antwort: Natürlich nicht, ein solches Programm müsste sofort gestoppt werden! Dass die NSA das tatsächlich kann (und gelegentlich tut), ließ sich Oliver von Edward Snowden persönlich bestätigen, indem er ihn in Moskau interviewte (Artikel auf Zeit.de, die ganze Sendung auf YouTube).

Anlass der Aktion war die Verlängerung der Antiterror-Gesetze in den USA, des berüchtigten Patriot Act, das die NSA mit einem Blankoscheck für Überwachung ausstattete und derzeit Firmen wie Microsoft oder Amazon das Cloud-Geschäft in Europa verhagelt. Da kann sich Amazon noch so viele Segen von EU-Datenschutzbehörden abholen (silicon.de), die Zweifel bleiben.

 

Live Streaming kann heute jeder – mit dem Handy 

Der Tweet bekommt ein Live-Video-Brüderchen. Mit der App Periscope aus dem Hause Twitter kann man von seinem Smartphone aus live Video streamen – wofür das auch immer gut sein soll. Zwei Monate zuvor hatte die App Meerkat, die etwa dasselbe macht, in der App-Welt für Aufsehen gesorgt.

Warum soll das wichtig sein? Man kann die Apps als sinnlosen Hype abtun (Welt.de) und über ihre derzeitigen Unzulänglichkeiten schimpfen (Guardian), oder aber sich einige Gedanken über die neuen Möglichkeiten machen, die sie eröffnen. Zum Beispiel im Journalismus, wenn jedermann live aus einer Demo berichten kann (Netzpiloten), oder für den Wahlkampf, wie es Obamas ehemaliger Wahlkampfmanager tut (Medium). Auch hat Twitter schließlich seinerzeit erstmal nicht viel Sinn gemacht.

 

IT-MANAGEMENT

Wozu braucht man einen Scrum Master? Agile Verfahren und Arbeitsmethoden sind im Kommen, werden aber oft nicht wirklich verstanden. Firmen, die sich ohne richtiges Training auf agile Methoden einlassen, stellen gerne die Position des Scrum Masters in Frage, weil er vermeintlich keine produktive Rolle hat. Björn Radon erklärt auf Computerwoche, warum dem nicht so ist.

Kontrollfreaks sind als Führungskräfte out. Bei Personalentwicklung, Förderung von künftigen Führungskräften und bei der Frauenförderung klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander – so lautet das Fazit des Hays-HR-Reports 2014/2015 mit Schwerpunkt auf Führung. Häufigste Fehler: Chefs haben keine Zeit, um sich mit ihren Mitarbeitern zu beschäftigen, oder sie räumen ihnen zu wenig Raum für ihre Weiterentwicklung ein. Artikel auf CIO.de.

 

TECHNIK

Ein Special über Workspace-as-a-Service gibt es auf silicon.de zu entdecken. In einer Artikelserie wird ein Überblick über Desktop- und Workspace-as-a-Service geliefert, inklusive Marktübersichten und Vergleichen von Leistungsmekrmalen aller derzeit in Deutschland verfügbaren DaaS- und WaaS-Angebote.

Aluminium könnte das Lithium in Akkus ersetzen. Einen Durchbruch in der Batterieforschung meldet die Uni Stanford. Ihr Prototyp eines Aluminium-Ionen-Akkus lässt sich innerhalb einer Minute laden, hält mehr als 7.000 Ladezyklen aus und ist viel sicherer als Lithium-Akkus. Noch dazu ist Aluminium im Gegensatz zu Lithium auf der Erde reichlich vorhanden und billig (Bericht auf Golem.de).

Cisco baut seine Security Services aus, auch für KMUs. Mit der Vorstellung des AMP Threat Grids baut Cisco seine Advanced Malware Protection (AMP) aus. Das neue Modul erweitert die Möglichkeiten der Erkennung und Auswertung von möglichen Schwachstellen und verkürzt die Reaktionszeit nach einem Angriff. Mit FirePower wurde zudem ein Dienst speziell für den Schutz von KMUs an den Start gebracht (silicon.de).

 

Zu guter Letzt …

IBMs Supercomputer Watson schreibt ein Kochbuch. „Cognitive Cooking with Chef Watson“ ist ab nächsten Dienstag im Buchhandel erhältlich. Watson „weiß“, welche Zutaten grundsätzlich gut miteinander harmonieren und auf welche Weise man sie kombinieren kann. Mit Hilfe von professionellen Köchen durfte er kreativ werden. „Türkische Bruschetta“ oder „Indische Paella“ klingen ebenfalls … kreativ. Guten Appetit!