Schlagwort-Archive: Exchange

Digitale Agenda kw11 / 2021

 

Somebody else’s computer

Der Brand beim französischen Hoster OVH letzte Woche hatte verheerende Folgen: 3,6 Millionen Webseiten waren offline, viele Daten wurden unwiederbringlich vernichtet. 

Was wir lernen: Auch die Cloud ist ein physischer Ort, unsere Daten und Anwendungen liegen nur auf fremden Servern. Die Frage nach Redundanz ist damit nicht automatisch beantwortet. 

Machen wir uns zu sehr abhängig von der Cloud? Provider haben technisch die Möglichkeit, Firmen offline zu nehmen, wie der Fall Parler neulich zeigte. Auch für Privatpersonen wird es kritisch, wenn Facebook und Google einem die Konten löschen.

 

Digitales Leben

Exchange-Lücke bleibt weiterhin ein Problem. Mehr als 10.000 Exchange-Server sind laut BSI noch nicht gepatcht. Sie sind Ransomware-Attacken ausgesetzt und werden für Cypro-Mining missbraucht. Dabei ist inzwischen die Absicherung sehr einfach. 

EU entwirft Rahmen für digitalen Impfpass. Die Verordnung soll schon zum 1. Juni fertig sein, um den Tourismus zu fördern. Derweil legt die US-Regierung fest, was die Corona-Geimpften dürfen sollen. 

Irische Datenschutzbehörde schwer unter Beschuss. Sie ist zuständig für die EU-Niederlassungen von Facebook, Google und anderen Konzernen und scheint es mit der Durchsetzung der DSGVO nicht sehr genau zu nehmen.  

Apple auf Konfrontationskurs zu China. Die neuen Tracking-Bremsen sind nicht nur Facebook, sondern auch chinesischen Tech-Konzernen ein Dorn im Auge. Nun wollen sie Apple austricksen.  

Internet-Provider gründen Zensurstelle. Die „Clearingstelle Urheberrecht im Internet“ soll für Telekom, Vodafone, Telefonica & Co. DNS-Sperren gegen „strukturell urheberrechtsverletzende“ Webseiten umsetzen – ohne Gerichtsbeschluss. 

 

Zu guter Letzt …

Googles neues Smart Display ist um unseren Schlaf besorgt. Die neue Version des Nest Hub soll erkennen können, wie gut man schläft und ob man schnarcht, und morgens eine Analyse bereitstellen. Erfasst wird alles über einen Radar-Chip, der im Gerät eingebaut ist. 

Digitale Agenda kw10 / 2021

 

Exchange

Eine Sicherheitslücke in Exchange, der Mailserver-Software von Microsoft, sorgt seit Ende letzter Woche für zahlreiche Hackerangriffe bei Unternehmen und Behörden weltweit. 

Betroffen waren unter anderem die Europäische Bankenaufsicht sowie sechs Bundesbehörden. Experten befürchten eine Erpressungswelle als Folge der Einbrüche in Mail-Systeme. 

Die Meldepflicht für Unternehmen, die betroffen sein könnten, wird unterdessen von den verschiedenen Datenschutzbehörden noch unterschiedlich beurteilt. 

Hat Microsoft zu langsam reagiert? Die Schwachstellen und das dazugehörige Exploit wurden Microsoft immerhin schon Anfang Januar gemeldet. 

 

Digitales Leben

Der digitale Impfpass kommt von IBM. Zusammen mit dem Kölner Startup Ubirch soll IBM eine Impfnachweis-App, eine Prüf-App und ein Backend-System für Arztpraxen entwickeln.

Regierung plant ‚digitale Brieftasche‘. Sie soll alle wichtigen persönlichen Daten und Dokumente enthalten, von der Geburtsurkunde bis zum Testament. Ein ähnliches Projekt ist letzte Woche in der Schweiz am Widerstand der Bürger gescheitert. 

Milliardeninvestition von Apple in München. In der Landeshauptstadt sollen Architekturen und Designs für Halbleiter entwickelt werden, die sich mit drahtloser Konnektivität und 5G befassen.

Studie über das Ausmaß der Überwachung. Das Max-Planck-Institut hat mindestens 15 Kategorien anlasslos gespeicherter Massendaten identifiziert. Und auch, dass die Zahl der Datensammlungen kommerzieller Firmen noch höher ist.

150.000 Überwachungskameras angezapft. Durch den Hack konnten die Angreifer eine Live-Verbindung mit jeder installierten Kamera der Firma Verkada herstellen und hatten Zugriff die übermittelten Bilder. 

 

Zu guter Letzt …

69 Millionen Dollar für ein digitales Kryptokunstwerk. Das Werk EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS des Künstlers Beeple, eine Collage aus 5.000 digitalen Bildern, ist ein sogenanntes Non-Fungible Token (NFT), das nur digital existiert. Dank Blockchain kann sich der Käufer sicher sein, dass es sich um ein Original handelt.