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Digitale Agenda kw12 / 2019

 

Showdown um Upload-Filter

Vor der Abstimmung im EU-Parlament über die neue EU-Urheberrechtsreform nächsten Dienstag und vor dem Aktionstag am 23. März hat sich der Widerstand gegen Upload-Filter eindrucksvoll artikuliert.

Die Kanzlerin will sie trotzdem durchdrücken, angetrieben von einem Kompromiss mit Frankreich.

 

Digitales Leben

Die 5G-Auktion hat begonnen. Ein letzter Versuch der Netzbetreiber, die Versteigerung zu verschieben, ist gescheitert. Unterdessen nähert sich die EU einer europäischen Lösung mit China, um Huawei als Ausrüster zuzulassen. Im Gegenzug soll China seinen Markt öffnen.

Hunderte Millionen Facebook-Passwörter lagerten unverschlüsselt und für Tausende Mitarbeiter zugänglich jahrelang auf internen Servern des Unternehmens. Facebook bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht des Security-Forschers Brian Krebs. Die EU-Justizkommissarin hat Nutzer zum Facebook-Boykott aufgerufen.

Den Anfang vom Ende der Spielkonsolen haben Microsoft und Google eingeläutet. Microsoft hat neulich im eigenen Campus einen Streaming-Dienst demonstriert, diese Woche hat Google seine Streaming-Plattform Stadia vorgestellt. Gamer brauchen ab Ende 2019 nur noch Internet und einen Controller.

Weitere Milliardenstrafe für Google. Knapp 1,5 Milliarden Euro muss der Konzern an die EU zahlen, weil er seine Vormachtstellung bei Online-Werbung missbraucht haben soll. Es ist bereits die dritte Strafe in zwei Jahren, nach den 2,42 Milliarden in 2017 und 4,37 Milliarden letztes Jahr. 

Facebook will eigene Kryptowährung einführen. Die Nutzer sollen sie für grenzüberschreitende Zahlungen untereinander verwenden können und sie soll im gesamten Facebook-Imperium gültig sein, also auch für WhatsApp und Instagram.

 

Zu guter Letzt…

Die Startup-Pitches von Facebook, Airbnb, LinkedIn und anderen Internet-Schwergewichten hat Piktochart zusammengestellt. Die insgesamt 30 Präsentationen geben tiefe Einblicke in Argumentation, Schwerpunkte und angepeilte Ausrichtungen der Firmen. Pikant: Facebook hatte 2004 keine richtige Präsentation, weil es sich als Medium verstanden hat (heute ist es eine Plattform). Seinen ersten Investor hat es mit Mediadaten überzeugt. 

Digitale Agenda kw10 / 2019

 

Widerstand gegen Upload-Filter

Diese Messe ist noch nicht gelesen. Der massive Protest gegen die EU-Urheberrechtsreform und ihre Upload-Filter setzt die EU-Parlamentarier zunehmend unter Druck. Ein Versuch, die Abstimmung vorzuverlegen, vor dem Aktionstag am 23. März, scheiterte kläglich. 

Es sind nicht nur Netzaktivisten, die Upload-Filter für eine sehr schlechte Idee halten. 14 Organisationen, von Industrieverbänden wie dem BVDW bis hin zur Verbraucherzentrale wandten sich in einem offenen Brief an die Politik. Selbst industrienahe Parteien wie die FDP sind dagegen. 

Sogar in der CDU regt sich Widerstand. Der Landtag in Schleswig-Holstein hat am Mittwoch fast einstimmig die Reform abgelehnt und zeigt damit mehr Rückgrat als die „Alles-Mitmach-Partei SPD„, dank der die Reform überhaupt in dieser Form zustande kam. 

 

 Digitales Leben

Huawei verklagt die US-Regierung. Einen Ausschluss aus der Ausstattung des 5G-Netzes in den USA will sich der Hersteller nicht länger bieten lassen, ebensowenig die Spionagevorwürfe der US-Regierung. Bei dem Streit geht es längst um mehr als 5G. 

Zuckerberg verspricht Facebook-Nutzern mehr Privatsphäre. Nicht mehr der digitale Dorfplatz, sondern eine Plattform für den privaten Austausch zwischen Nutzern will Facebook in Zukunft sein. Das nächste unhaltbare Versprechen, meint die SZ und erinnert daran, dass die Telefonnummern der Nutzer jetzt auch missbraucht werden. 

Lokales Roaming soll elegant bestattet werden. Netzbetreiber sollten sich dazu verpflichten, ihre Netze zu teilen, um Funklöcher zu beseitigen. Die als Bedingung zur Vergabe einer 5G-Lizenz gedachte Maßnahme ist jetzt nur noch ein Vorhaben nach der Auktion – falls sich bis dahin noch jemand daran erinnert. 

„ji32k7au4a83“ ist ein sehr schlechtes Passwort. Die Zeichenkette taucht fast 150 Mal in einer Datenbank für gehackte Zugangsdaten auf und das hat viel mit der Belegung der taiwanesischen Tastatur zu tun. 

Apple-Chef Tim Cook heißt jetzt Tim Apple. Bei einer Sitzung seines Beratergremiums für Technologie, dem auch der Apple-Chef angehört, sprach Donald Trump von „Tim Apple“. Letzterer ersetzte prompt auf seinem Twitter-Profil seinen Nachnamen durch das Apple-Logo. 

 

Zu guter Letzt…

Ettenheimweiler will sein Funkloch verteidigen. Das Dorf in der Nähe von Freiburg ist inzwischen für sein Funkloch berühmt und soll tatsächlich bald einen eigenen Funkmast bekommen – gegen den erbitterten Widerstand einiger seiner Bewohner, die den Funkmast definitiv nicht in der Nähe ihres Grundstücks sehen wollen. Die Antenne könnte den Wert ihrer Immobilie mindern.  

Digitale Agenda kw07 / 2019

 

Digitale Urheberrechte

Eine Anpassung an das digitale Zeitalter sollte die Reform des Urheberrechts in der EU darstellen, und das ist zum Großteil auch gelungen. Der endgültige Reformtext steht nun, allerdings inklusive Artikel 11 über das Leistungsschutzrecht und Artikel 13 über Upload-Filter.  

Dieser Kompromiss gefährdet das freie Netz, kommentiert die Süddeutsche, die Zeit spricht von einem Aufbruch  ins unfreie Internet und der Spiegel fragt: Wollt ihr Europa zerstören? Die Argumente der Befürworter klingen dagegen etwas realitätsfern. 

Kann die Reform noch gestoppt werden? Sie verstößt eindeutig gegen den Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD, aber das dürfte kein Hindernis sein. Nur noch das Einwirken auf EU-Abgeordnete der CDU und der Widerstand der Bürger könnten helfen.  

 

Digitales Leben

620 Millionen gehackte Accounts werden wieder im Darknet zum Verkauf angeboten. Stichproben zufolge sind die Daten echt und stammen von 16 verschiedenen Websites, die zwischen 2016 und 2018 gehackt wurden. 

Russland will mehr Kontrolle über sein Internet. Das Parlament hat einem Gesetz zugestimmt, das Russlands Netz im Fall von Angriffen von außen vom globalen Internet abkoppeln soll. Die Opposition befürchtet, dass dadurch Zensur und Totalüberwachung möglich werden.

SPD will Facebook-Daten vergemeinschaften. In einem Konzeptpapier kritisieren Experten die Übermacht von Konzernen wie Facebook, Google oder Amazon und schlagen vor, einen Teil der gesammelten Daten in anonymisierter Form zugänglich zu machen. In den USA droht Facebook derweil ein Milliarden-Bußgeld wegen Cambridge Analytica.

Schweizer Behörden setzen auf Threema statt WhatsApp. Threema ist ein Schweizer Unternehmen und sein gleichnamiger Messenger ist stark verschlüsselt. Außerdem kann er mit pseudonymen Accounts betrieben werden, 

Apple baut Spezial-iPhones für Deutschland. Zwei ältere iPhone-Modelle werden für Deutschland nicht mehr mit Chips von Intel sondern von Qualcomm angeboten. Die Intel-Chips sollen Qualcomm-Patente verletzen und Qualcomm hatte letzten Dezember ein Verkaufsverbot erwirkt. 

 

Zu guter Letzt …

Nacktfotos von Amazon-Chef Jeff Bezos drohte angeblich der Chef des Boulevard-Blatts National Enquirer zu veröffentlichen, falls Bezos ihm weiterhin eine politisch motivierte Verschwörung unterstellt. Das Blatt hatte kurz zuvor eine Affäre zwischen Bezos und der TV-Moderatorin Lauren Sanchez ans Tageslicht gebracht und hatte offenbar Zugriff auf private Chats zwischen ihm und seiner Geliebten. Inzwischen ist die Affäre jedoch politisch und gilt als Stellvertreterkrieg zwischen Donald Trump und der Washington Post. 

Digitale Agenda kw06 / 2019

 

Schranken für Facebook

Facebook darf nicht mehr nach Belieben Daten sammeln, urteilte das Bundeskartellamt. Der Konzern habe eine marktbeherrschende Stellung im Bereich soziale Netze und missbrauche sie auch auf verschiedene Weisen, z.B. durch Tracking oder der Zusammenführung von Nutzerdaten verschiedener Plattformen. 

Eine gute Entscheidung, die aber zu kurz greift, ist der Tenor der Kommentare darauf. Zum einen weil die Datenzusammenführung nicht untersagt wurde, sondern ihr der Nutzer jetzt nur explizit zustimmen muss; zum anderen weil was für Facebook gilt, auch für Google gelten sollte. 

Immerhin ein erster Schritt, um die ungezügelte Datensammelwut von Facebook & Co. etwas einzudämmen und sie an ihre Versprechen über mehr Kontrolle seitens der Nutzer zu erinnern – bevor die Auswüchse nicht noch krasser werden.

 

Digitales Leben

Huawei soll beim Aufbau des 5G-Netzes mitmachen dürfen, wenn es nach dem Willen der Bundesregierung und der Netzbetreiber gehen soll. Ein Ausschluss von Huawei würde den 5G-Ausbau verteuern und verzögern, die deutsche Wirtschaft befürchtet zudem chinesische Gegenmaßnahmen. Die Regierung will sich aber gegen Spionage absichern.

Das Scannen von Kfz-Kennzeichen ist verfassungswidrig, urteilte das Bundesverfassungsgericht, zumindest wenn es ohne konkreten Anlass passiert. Die Erfassung von Nummernschildern in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg, um diese mit Fahndungslisten abzugleichen, ist damit vorerst gestoppt.

Banken und Geheimdienste wollen Hintertüren in die Verschlüsselung nach TLS 1.3 einbauen. Der neue Standard soll mit „Enterprise TLS“ (eTLS) einen Nachschlüssel bekommen, mit dem sich Daten innerhalb von Firmennetzen entschlüsseln ließen. 

Die Upload-Filter sind noch nicht ganz tot. Nachdem die Verhandlungen zur neuen EU-Urheberrechtsreform gescheitert waren, sollte ein Kompromiss die Reform doch noch möglich machen. Doch inzwischen wollen die Verlage selbst von der Reform nichts mehr wissen. 

Saftige Steuernachzahlung für Apple. In Frankreich ist eine halbe Milliarde Euro fällig, nachdem Apple letztes Jahr bereits 200 Millionen nachgezahlt hatte. Der Hersteller ist „stolz auf seinen Beitrag zur französischen Wirtschaft“.

 

Zu guter Letzt …

Liebeskummer? Reden Sie mit Ihrem Chatbot. Im Gegensatz zu so manchen vielbeschäftigten Freunden hat Ibindo immer Zeit für Sie, auch wenn er momentan nur über den Facebook Messenger kommunizieren kann. Und er kennt sein Geschäft ziemlich gut. Seine Erschafferin ist selbst Therapeutin mit Spezialgebiet – genau – Liebeskummer.