Schlagwort-Archive: Fairphone

Digitale Agenda kw35 / 2019

 

Im Clinch mit den Großen

Bundeskartellamt verliert gegen Facebook. Das Kartellamt wollte dem Netzwerk per einstweiliger Anordnung verbieten, die eigenen Daten mit denen von Instagram und WhatsApp zusammenzulegen. Das Kartellgericht konnte keinen Nachteil für die Nutzer erkennen.

Für Satire hat Twitter kein Verständnis – zumindest nicht, wenn es um Wahlen geht. Ironische Tweets darüber,  wie Wähler mit ihren Wahlzetteln umgehen sollten, wurden mit einer Sperrung von Konten auf unbestimmte Zeit quittiert.

Google kann sich tatsächlich irren. Die im Suchdienst angegeben Wartezeiten für einen Platz im Wirtshaus oder im Biergarten des Bräustüberls Tegernsee waren geschäftsschädigend hoch angesetzt. Das Bräustüberl hat geklagt und gewonnen. 

 

Digitales Leben

Wie gefährlich für die Gesundheit ist 5G? Überhaupt nicht, sagt die Stiftung Warentest (Zusammenfassung in der SZ), nachdem sie eine Reihe aktueller Studien zum Thema ausgewertet hat. Die Diskussionen darüber und die Forderungen nach einem Moratorium werden dennoch kaum verstummen. 

Das Bayerische Rote Kreuz übermittelte heikle Daten an Facebook. Die Daten der Blutspender waren zwar anonym, konnten aber dennoch Personen zugeordnet werden, fand die SZ heraus. Die Datenschutzaufsicht prüft jetzt, ob ein Verstoß gegen die DSGVO vorliegt.

Ukrainisches Atomkraftwerk schürft Bitcoins. Die Mitarbeiter des Kraftwerks schlossen das interne Netzwerk ans Internet an und nutzten seine Rechenpower, um die Kryptowährung zu generieren.

Das neue Fairphone 3 bewegt sich erwartungsgemäß technologisch nicht auf dem allerhöchsten Niveau, doch es ist zumindest umweltverträglich produziert und viel leichter zu reparieren als so manches Markengerät.

Wie totale Überwachung aussehen kann, schildert ein Artikel auf The Intercept (Englisch). Mit der Technologie einer israelischen Firma überwacht die US-Grenzbehörde einen Grenzabschnitt zu Mexiko, der sich in einem Indianer-Reservat befindet  – und damit auch die Einwohner des Reservats. 

 

Zu guter Letzt …

Die erste Straftat im Weltraum könnte eine Astronautin der Raumstation ISS begangen haben. Anne McClain soll von einem Computer der Raumstation auf das Onlinekonto ihrer Ex-Frau zugegriffen und deren Finanzen kontrolliert haben. Sollte es zu einer Verhandlung kommen, wird sie wohl mangels eines Gerichts im Weltraum in den USA stattfinden. 

Digitale Agenda kw35 / 2018

 

Autonome Waffensysteme

Über die Entwicklung autonomer Waffensysteme diskutiert die UNO derzeit in Genf. Immer wahrscheinlicher werden Situationen, nach welchen Künstliche Intelligenzen ohne menschliche Aufsicht Entscheidungen über Leben und Tod treffen.  Wissenschaftler warnen vor Horrorszenarien. 160 Organisationen aus Forschung und Wirtschaft und 2400 Experten haben sich gegen die Entwicklung vollautonomer Waffen ausgesprochen und wollen sich unter keinen Umständen daran beteiligen.  Die Wahrscheinlichkeit eines Verbots ist trotzdem eher gering. Alle Großmächte sind in der Entwicklung solcher Systeme zu weit fortgeschritten und haben ein zu großes Interesse, damit Geopolitik zu betreiben.   

Digitales Leben

Eine neue Agentur für Cybersicherheit will der Bund mit 200 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren fördern. Wie auch das US-Vorbild DARPA soll die ADIC und Startups aus dem Bereich Netzsicherheit finanzieren. Die Sinnhaftigkeit der Agentur wird allerdings angezweifelt.  Die große DSGVO-Abmahnwelle ist ausgeblieben. Zwar gab es einige Versuche, bei Website-Betreibern abzukassieren, doch der Politik scheint das Problem der Abmahnindustrie inzwischen bewusst zu sein und sie bereitet neue Gesetze vor (Tagesschau.de, Netzpolitik). Baupläne für Waffen aus dem 3D-Drucker sollen nun verkauft werden. US-Gerichte hatten die Veröffentlichung und den freien Download verboten, von einem Verkauf war im Urteil aber nicht die Rede. Ob solche Waffen überhaupt funktionstüchtig sind, wird bezweifelt. Umweltverträgliche Smartphones – geht das? Fairphone und Shift versuchen es und schaffen es immerhin in die obere Mittelklasse. Doch ihr Geschäft ist enorm schwierig, wie ein Artikel in der Süddeutschen zeigt.  Das Surface Go von Microsoft ist nun auch in Deutschland im Handel und bekommt gute Kritiken, zumindest was die Verarbeitungsqualität und die PC-Funktionalität betrifft. Als Tablet muss es im Vergleich zum iPad den kürzeren ziehen.   

Zu guter Letzt …

Nach Fake News kommt Fake Evidence. Mit falschen Beweisen unterstellt Donald Trump Google, jahrelang die Reden seines Vorgängers auf seiner Homepage promotet zu haben, seine eigenen jedoch nicht. Ein Blick ins Internet-Archiv zeigt, dass Trump es auch hier mit der Wahrheit nicht sehr genau nimmt.