Schlagwort-Archive: Fake Porn

Digitale Agenda kw28 / 2019

 

Fake X

Fälschungen im Internet haben eine neue Dimension erreicht. Fake Shops sind inzwischen so ausgefeilt und verbreitet, dass immer mehr Verbraucher darauf reinfallen und vor einiger Zeit die Politik aktiv werden musste.

Ein Betrügerring mit gefälschten Geldanlagen ging letzte Woche der Polizei ins Netz. Nach Recherchen der ARD haben die Kriminellen mitunter Tausende Deutsche um ihr Geld gebracht und dabei Millionenbeträge erbeutet. 

Wie aus einem Bikini-Foto ein Nacktfoto wird, hat ein Entwickler vor kurzem mittels einer KI-Anwendung demonstriert, die er auf Github zur Verfügung stellte. Er wollte über eine bezahlte Version daran verdienen. Die App ist inzwischen gelöscht, wurde davor aber 500.000-mal heruntergeladen.

 

Digitale Welt

Die DSGVO macht langsam ernst. Der Hotelkette Marriott droht eine Strafe von 100 Millionen Euro wegen Datenverlust, Britisch Airways wurde aus demselben Grund zu über 200 Millionen Bußgeld verdonnert. Als erstes Schwergewicht hatte es im Januar Google erwischt: 50 Millionen Euro Strafe wegen intransparenter Informationspolitik.

Frankreich führt Digitalsteuer ein. Große Internet-Konzerne wie Google oder Airbnb müssen rückwirkend zum 1. Januar eine Sondersteuer von 3 Prozent des in Frankreich erzielten Umsatzes zahlen. Donald Trump droht mit Repressalien.   

Gesundheits-Apps soll es künftig auf Rezept geben. Nach einem Gesetzentwurf des Gesundheitsministers sollen Krankenkassen die Kosten für Anwendungen wie Tagebücher für Diabetiker oder Apps für Menschen mit Bluthochdruck übernehmen. Zugleich soll der bisher sehr strenge Datenschutz im Gesundheitswesen aufgeweicht werden, damit die Wirtschaft mehr Marktforschung und Werbung betreiben kann.

Privacy Shield steht auf der Kippe. Safe Harbor, der Vorgänger des Abkommens, das den Datenaustausch mit dien USA regelt, wurde schon vor vier Jahren vom österreichischen Datenschutz-Aktivisten Max Schrems durch eine Klage gegen Facebook zu Fall gebracht. Nun soll der EuGH über Privacy Shield entscheiden. 

Fehlurteile wegen Vorratsdatenspeicherung. Dänemark hat gespeicherte Metadaten von Handyverbindungen zur Verbrechensbekämpfung genutzt, doch ein Software-Fehler könnte zu falschen Beweisen geführt haben. 10.700 Prozesse seit 2012 stehen auf dem Prüfstand. 

 

Zu guter Letzt …

Alexa und Google Assistant hören zu viel mit. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags warnt, Kinder könnten mit Alexa ungeeignete Inhalte abrufen. Zudem sei unklar, welche Daten Amazon speichert und wie diese genutzt werden. Auch Nutzer von Google Assistant sollten damit rechnen, dass sie identifizierbar sind, auch wenn Google ihre Anonymität verspricht, wenn ihre Aufzeichnungen für die Forschung genutzt werden.

Digitale Agenda kw07 / 2018

 

Fake News & Fake Porn

Löschen, aber richtig. Soziale Medien sollen sich nach Ansicht der EU-Kommission stärker gegen Fake News, Hasskommentare und illegale Inhalte engagieren (Spiegel). Andererseits kritisiert sie die schwammigen Nutzungsbedingungen bei Facebook & Co, was das Löschen von Inhalten betrifft.

Das ist leichter gesagt als getan, da sich das Problem inzwischen nicht nur auf Textbeiträge beschränkt. Auch Videos lassen sich kinderleicht manipulieren. Resultat ist eine Schwemme gefälschter Pornofilme, in denen die Gesichter prominenter Schauspielerinnen wie Scarlett Johansson hineinmontiert werden.

Künstliche Intelligenz soll KI-Pornos eliminieren, wenn es nach dem Willen einiger Plattformbetreiber geht. Allerdings nicht als einzige Maßnahme, denn das Problem der gefälschten Videos betrifft auch Politiker (FAZ).

 

Digitale Welt

Pannenserie für Apple: Der neue intelligente Lautsprecher HomePod kann Holzmöbel beschädigen. Bei iOS 11 ist dem holprigen Start im letzten Jahr nun auch ein Teil des Codes im Internet aufgetaucht. Außerdem reicht ein indischer Buchstabe in einer WhatsApp-Nachricht, um ein iPhone zum Absturz zu bringen (Süddeutsche). Nun will Apple das Release-Tempo für iOS drosseln (Welt).

US-Geheimdienste warnen vor Huawei-Smartphones. FBI-Direktor Christopher Wray ist „zutiefst über die Risiken besorgt, wenn ein Unternehmen unter dem Einfluss einer fremden Regierung steht“ (Zeit).

Start für den Google Chrome Ad Blocker. Ausgeblendet werden sollen vor allem nervige animierte Banner. Google hofft, dass damit weniger Nutzer Ad Blocker installieren, die jegliche Werbung (inklusive der eigenen) blockieren (Süddeutsche).

Österreichs Polizei will die eigenen Spuren verwischen. Ein neues Gesetz soll die Gesetzeshüter teilweise von ihrer Dokumentationspflicht entbinden, wenn sie Verdächtige überwachen oder ausspionieren (Netzpolitik.de).

Finnland testet Führerscheine als Smartphone-App. Derzeit können 1000 Testpersonen ihre Fahrerlaubnis auf dem Smartphone vorzeigen. Knöllchen bekommen sie dann direkt auf den Bildschirm (Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Bitcoin wird zu einem vielschichtigen Problem, vor allem aber zu einem energetischen. Immer mehr Computer werden mit mit Schadsoftware infiziert, um im Hintergrund Bitcoins zu schürfen, seit neuestem auch Rechner kritischer Infrastrukturen wie Wasserwerke (Zeit). In Island soll 2018 mehr Energie fürs Schürfen aufgewendet werden als für die Summe aller Privathaushalte (Quartz). Und in den USA gibt es eine erste Bitcoin-Hotline für Leute, die verzweifelt sind weil sie durch Spekulationen zu viel Geld verloren haben (Süddeutsche).