Schlagwort-Archive: File Sharing

Digitale Agenda kw13

 

Selbstfahrende Autos

Als ‚größte Mobilitätsrevolution‘ seit – nein, nicht seit der Pkw-Maut, sondern seit der Erfindung des Automobils, pries Verkehrsminister Dobrindt autonome Autos an und unterstellte sie jetzt natürlich dem „modernsten Straßenverkehrsrecht der Welt“ (Tagesspiegel).

Wer haftet nun bei Unfällen mit autonomen Autos? Theoretisch der Kfz-Hersteller, aber eben nur theoretisch. Die Aufmerksamkeitspflicht für den Fahrer ist im Gesetz so hoch angesetzt, dass vom „autonomen Fahren“ nicht viel übrig bleibt – dafür aber der schwarze Peter beim Fahrer (Tagesschau.de)

Es geht um Planungssicherheit für Autohersteller, nicht um Rechtssicherheit für Autofahrer, meint die Zeit. Die Industrie braucht eine Rechtsgrundlage, um Autos mit Fahrassistenzsystemen anzubieten und in diesem Bereich mit Tesla, Google & Co. mithalten zu können.

        

Digitale Welt

Eltern haften beim Filesharing für ihre Kinder, hat der Bundesgerichtshof entschieden. Die Eltern im strittigen Fall wollten nicht verraten, welches ihrer drei erwachsenen Kinder Filesharing betrieb – also müssen sie zahlen (Süddeutsche).

Maas verschlimmbessert seinen Gesetzentwurf zum Verbot von Hasskommentaren. Dem Gesetz zur „Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken“ wurden die Spitzen genommen, doch die Meinungsfreiheit droht unter die Räder zu kommen (ZeitNetzpolitik.org).

Von wegen schnelles Internet. Die Bundesnetzagentur hat die Provider abermals angemahnt, die gebuchte Geschwindigkeit auch tatsächlich zu liefern, droht mit Maßnahmen und hat einen eigenen Dienst für Verbraucher zum Nachmessen der DSL-Geschwindigkeit gestartet (FAZ).

Samsung stellt Galaxy 8 vor, Comeback für Note7. Die Vorderseite des neuen Flaggschiffs besteht praktisch nur aus einem Display, der Akku ist der beste seiner Klasse – sollte er diesmal nicht brennen (SüddeutscheZeitSpiegel). Das Skandalhandy Note7 soll wieder aufgelegt werden (Spiegel).

US-Provider dürfen Browser-Daten verkaufen. Trump räumt mit dem Datenschutz in den USA auf. Telkos und Internet-Provider brauchen nicht mehr ihre Nutzer um Erlaubnis zu fragen, um ihre privaten Daten zu verhökern (Zeit).

Smart Cities sind das nächste große Ding, sagt Vinton Cerf, einer der Väter des internet und aktuell in den Diensten von Google, im Interview mit der Zeit.

4chan, das Anti-Facebook. Auf dem US-Krawallforum 4chan ist so gut wie nichts verboten. Pöbeln und trollen gehört zum guten Ton, Trump-Fans und Ultrarechte hatten dort 2016 ein großartiges Jahr. Lesenswerte Zusammenfassung eines Erfahrungsberichts von Medium in der Süddeutschen.

   

Zu guter Letzt …

Automat verbrennt jeden Tweet von Donald TrumpDavid Neevel hat sich einen Namen gemacht als Erfinder lustiger Maschinen, die niemand wirklich braucht, wie zum Beispiel die Hot Dog-Kanone oder die Augenchristbaumkugeln. Jetzt hat er eine Maschine entwickelt, die jeden Tweet von Donald Trump innerhalb von Sekunden nach seiner Veröffentlichung verbrennt und seine Asche entsorgt. Zu bewundern natürlich auf Twitter.

Digitale Agenda kw32

 

„Landesverrat“

Geheimdienst sucht sinnvolle Beschäftigung und wird entlarvt, dass ihm dabei nichts besseres einfällt als Massenüberwachung à la NSA. Wie peinlich. Also muss der Informant ermittelt werden und sei es dadurch, dass man die Blogger von Netzpolitik.org, die die Unterlagen veröffentlicht haben, des Landesverrats anklagt. (Komplette Chronik und Hintergrund auf Zeit.de.)

Was wie Sommertheater aussieht, offenbart bei näherem Hinsehen Zustände, auf die man alles andere als stolz sein kann:
– Ein Verfassungsschutz-Chef, der offensichtlich versucht, potenzielle Whistleblower einzuschüchtern.
– Ein Generalbundesanwalt, dem ein „äußerst dünnes Gutachten“ (Süddeutsche) reicht, um gegen Journalisten zu ermitteln.
– Ein Justizminister, der zwar schon früh starke Zweifel am Sinn des Verfahrens äußert, aber machen lässt bis er seinen Bundesanwalt feuern muss.
– Und ein Innenminister, der mal wieder von nichts wusste.

Das kollektive Versagen hat System, schreibt Sascha Lobo in einem lesenswerten Kommentar im Spiegel. Aussitzen und Mund halten ist zu sehr zu einer Tugend geworden in diesem Land.

 

IT-MANAGEMENT

Die Gefahren von Social Engineering zu erkennen helfen die Tipps, die die US-Kollegen des CIO Magazins zusammengestellt haben (hier auf Deutsch). Das Einschleichen ins Unternehmen durch gezielte Kontaktaufnahme bei unbedarften Mitarbeiten ist wesentlich effektiver als Viren und Angriffe auf Firewalls.

Was ist eine „bimodale IT“ und warum sollte man sich damit befassen, fragte ein Leser Doc Storage auf speicherguide.de. Das Gartner-Konzept von einer langsamen Backend-IT und einer schnellen, den Fachbereichen angegliederten IT ist reine Illusion, meint der alte Haudegen. So etwas KANN es nicht geben, weil am Ende alle auf dieselben (zentralen) Daten zugreifen müssen. Ähnlich klang auch das Urteil von Christoph Witte in der Computerwoche vor einiger Zeit.


eBook: Datenvisualisierung sagt mehr als tausend Worte

Datenvisualisierung gilt heute als probates Mittel, um in einer immer stärkeren Big Data-Flut den Durchblick zu gewinnen und zu bewahren. Sie soll helfen, Daten besser zu verstehen und sie zum effektiven Werkzeug zur Entscheidungsfindung zu machen.
Das eBook von SAS präsentiert die Praxiserfahrungen von rund 30 Unternehmen mit der visuellen Darstellung von Daten.


TECHNIK

Windows 10 für Unternehmen ist seit Anfang der Woche erhältlich, mit besserer Sicherheit und Verwaltung und natürlich wieder mit einem Startmenü. Die wichtigsten Neuerungen fasst Cloudcomputing-Insider zusammen. Die Computerwoche liefert Tipps für die neuen Grundeinstellungen, die Datenschutz-Enstellungen und eine Übersicht der Tasten-Shortcuts.

Einen anderen Ansatz beim Enterprise File Sharing als populäre Dienste wie Box oder Dropbox hat der US-Anbieter Egnyte.com gewählt, und ist damit sehr erfolgreich: Zusätzlich zu den umfangreichen Verwaltungseinstellungen kann der Admin bestimmen, ob und welche Files auf dem eigenen Server gespeichert werden statt in der Cloud.

Wer es lieber komplett ohne die Cloud mag, kann weiterhin auf die Pro-Version von BitTorrent Sync zählen. Mit den neuen mobilen Apps für iOS, Android und Windows Phone lassen sich Dateien direkt im Sync-Ordner bearbeiten oder neu erstellen und im Peer-to-Peer-Verfahren synchronisieren.

Zu guter Letzt …

Wie sehen Software-Entwickler aus? Tipp: Sie tragen nicht immer nur schwarze T-Shirts und Pferdeschwanz. Vor allem sind sie nicht immer männlich. Eine junge US-Entwicklerin postete ein Foto von sich auf Twitter unter dem Hashtag #Ilooklikeanengineer und hat eine Lawine von Fotos anderer Programmiererinnen ausgelöst, die ebenfalls von Stereotypen die Nase voll haben. Kostproben auf Spiegel.de und Süddeutsche.de.