Schlagwort-Archive: Generation Y

Digitale Agenda kw08

 

Bots sind die neuen Apps

Die nächste Revolution steht vor der Tür. Nach dem PC in den Achtzigern, dem Web in dem Neunzigern und den mobilen Apps in den Nuller Jahren, bricht nun die Phase der Bots an, insbesondere die der Chatbots.

Was genau sind Bots? Im Grunde sind es Programme, die (wie Roboter) selbsttätig bestimmte Aufgaben erledigen und dabei wenig Interaktion mit Menschen brauchen. Webcrawler gehören dazu, ebenso wie Spam-Bots. Nur sind Bots inzwischen technisch so ausgereift, dass sie eine Reihe neuer Anwendungen möglich machen. Tiefere Einsichten über deren Nutzen, Möglichkeiten und Gefahren bieten zwei äußerst lesenswerte Artikel:
– How to think about bots und
– In search for the killer bot.

Warum werden Bots so hoch gehandelt? Weil sie die Interaktion zwischen Menschen und einer Computer-Anwendung extrem vereinfachen. Chatbots können im Auftrag einer Anwendung über Text kommunizieren. Statt z.B. seinen Urlaub über die umständliche Benutzeroberfläche eines HR-Programms zu beantragen, reicht es „Ich hätte gerne Urlaub vom 4. bis 19. April“ in ein Chat-Fenster einzutippen, den Rest macht der Bot. Lesetipps dazu:
– The era of the conversational office
– How messaging bots will change workplace productivity
– How chat bots are becoming the new ‘app’.

Genau deswegen sitzt WhatApp auf einer Goldgrube. Der beliebte Chat-Dienst verzichtet auf Werbung und seit Januar auch auf Gebühren. Stattdessen will er Firmen gegen Gebühr mit seinen Nutzern verbinden. Möchte man z.B. für seinen Flug einchecken, würde eine Nachricht wie „Für Flug LH1234 einchecken“ an die Lufthansa genügen. Das stellt den gesamten E-Commerce auf eine neue Basis. Einen kurzen Einblick in diese Entwicklung geben Zeit und Süddeutsche, noch besser: 2016 will be the year of Conversational Commerce.

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Wie Microservices IT-Organisation revolutionieren, erklärt die Enterprise-Architektin Marina Ribke in der Computerwoche. Microservices können die Antwort auf die Anforderungen der Digitalisierung sein, vorausgesetzt man ist bereit, seine IT komplett neu zu denken.

Generation Y stellt Arbeitgeber auf die Probe. Junge IT-ler sind eine sehr begehrte Spezies, fordern von ihren Chefs aber entsprechend viel: Weiterbildung, Förderung, Coaching und Mentoring. Werden die Forderungen nicht erfüllt, sind sie schnell wieder weg (Deloitte-Studie, Artikel auf CIO.de).

Das Mooresche Gesetz hat ausgedient, schreibt Mitchell Waldrop in der Zeitschrift Nature, und das wird auch die Halbleiterindustrie nächsten Monat offiziell ankündigen (deutscher Artikel auf Welt.de). Die Verdoppelung der Dichte von Halbleiterchips alle zwei Jahre hat immerhin über 50 Jahre gehalten.

Neun kostenlose Datenbank-Tools für System-Admins stellt die Website SmashingAppsvor – von Adminer über DB Comparer bis zum SQlite Database Browser.

Der Nachfolger von LTE kommt früher als erwartet. Die Standards für 5G sind noch nicht ganz ausformuliert, aber Ausrüster wie Nokia oder Ericsson stehen bereits in den Startlöchern. Dadurch werden Anwendungen wie autonomes Fahren und Industrie 4.0 möglich (Computerwoche).

Smartphone-Apps warnen vor Erdbeben. Die Beschleunigungssensoren von Smartphones nutzt die Android-App MyShake, um Erdbeben zu erkennen, bevor sie ein Mensch wahrnimmt. In solchen Situationen können Sekunden entscheidend sein (Spiegel).

Bezahlen mit dem Selfie. Ab dem zweiten Halbjahr will MasterCard ein Bezahlsystem einführen, bei dem man sich durch ein Selfie identifizieren kann (Spiegel). Besonderheit: Man muss während man sich fotografiert auch blinzeln.

   

Zu guter Letzt …

Bundestrojaner reloaded. Das Bundesinnenministerium hat diese Woche eine neue Version des Bundestrojaners freigegeben (Süddeutsche). Die erste Version war vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden, weil sie mit ihren Funktionen übers Ziel hinausschoss und den gesamten Rechner ihres Opfers durchsuchen konnte. Die neue Version soll nur Kommunikationsfunktionen wie Skype überwachen können. Der Chaos Computer Club lacht sich über die angebliche Einschränkung schief, Heribert Prantl sieht in der Süddeutschen ein Horrorszenario Realität werden.

Digitale Agenda kw23

 

Schöne neue Arbeitswelt

Festanstellung war gestern, es lebe die Selbständigkeit! Wie sehr das Internet die Arbeitswelt in diese Richtung verschiebt, wurde bei der diesjährigen Präsentation der KPCB-Analystin Mary Meeker zum Stand der Dinge im Internet besonders deutlich (Zusammenfassung auf business-user.de).

Freiwillig oder nicht, die Generation Y (Geburtsdatum nach 1977) wird sich zunehmend auf eine Zukunft als Freelancer einrichten müssen – nicht nur in den USA, wo der Anteil der Selbständigen schon bei 34 Prozent liegt. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Freiberufler sich seit 1999 verdoppelt und 42 Prozent aller neuer Arbeitsverträge sind befristet (Welt.de).

Die On-Demand Economy rationalisiert immer mehr feste Arbeitsplätze weg, den Rest besorgt die zunehmende Automatisierung der Prozesse und Abläufe. Vor allem Bürojobs sind stärker als andere bedroht (Süddeutsche), in der IT bringt die „Robotic Process Automation“ immer mehr Jobs in Gefahr (Computerwoche).

Das Internet bietet immerhin Möglichkeiten, sich als Selbständiger über Wasser zu halten. Zu den erfolgreichsten Startups in den USA gehören Vermittlungsbörsen für Freelancer wie Work Market, oder Etsy, ein Marktplatz für selbstgemachte Produkte jeder Art. In Deutschland boomt schon seit Jahren Gulp.de, das IT-Projekte an Selbständige vermittelt. Und laut KPCB kann die Generation Y mit den neuen Möglichkeiten besonders gut umgehen.

 

IT-MANAGEMENT

Die Preise und Upgrades für Windows 10 hat Microsoft diese Woche bekannt gegeben, zumindest die in USA geltenden Dollarpreise (Details auf Golem.de). Auch die Systemvoraussetzungen wurden veröffentlicht. Erfreulich: Bei einem kostenlosen Upgrade ist auch eine komplette Neuinstallation möglich.

Ein Comeback der Malware bestätigt der neue Report des Secutrity-Spezialisten Checkpoint (Zusammenfassung auf Computerwoche.de). Im Vergleich zu 2013 soll das Aufkommen um Faktor 48 gestiegen sein, darunter auch die besonders gefährlichen Zero-Day-Exploits.

 


Buchtipp:

„IT-Strategie – Optimale Ausrichtung der IT an das Business in 7 Schritten“ heißt das Buch von Volker Johanning und erklärt das, was der Titel verspricht, anhand von Arbeitsblättern für die praktische Umsetzung (Amazon.de).


 

TECHNIK

Deutsche IT-Technik ist in den USA gefragt. Apple hat Metaio gekauft, den Münchner Spezialisten für Augmented Reality (silicon.de), Microsoft die Berliner 6wunderkinder, Herausgeber der populären ToDo-App Wunderlist (t3n.de). Eine Geschichte der Übernahmen deutscher Startups durch US-Firmen gibt’s im Handelsblatt.

Enterprise Filesharing auf Open Source Basis. Die unkontrollierte Nutzung von Dropbox & Co. wirft häufig Compliance-Fragen auf, businesstaugliche Plattformen sind teuer. Red Hat, OwnCloud und HP haben eine Blaupause für Enterprise Filesharing auf Open Source-Basis entworfen (speicherguide.de).

Das neue MacBook definiert eine neue Notebook-Klasse – extrem leicht und dünn, Retina-Display, neuartige Tastatur und Trackpad. Doch was taugt es im Tagesgeschäft? Die Kollegen von CIO.de haben das schicke Teil getestet.

 

Zu guter Letzt …

IBM wird Apples größter Firmenkunde. Die legendäre Feindschaft zwischen den beiden Firmen liegt 30 Jahre zurück, seit einem Jahr bauen sie gemeinsam mobile Business-Apps. 15.000 Macs sind bei IBM bereits im Einsatz. Bis Ende des Jahres sollen noch 50.000 hinzu kommen (heise.de).

Die Gesichtserkennung ist das eigentliche Highlight von Google Photos, das diese Woche auf Googles Entwicklerkonferenz vorgestellt wurde (Praxistest auf Cnet.de). Die Funktion ist für Deutschland noch nicht freigeschaltet. Aber was wäre die IT ohne Workarounds