Schlagwort-Archive: Huawei

Digitale Agenda kw31 / 2020

 

Die Corona-Warn-App macht Probleme

Erst funktionierte die Corona-App auf Android-Smartphones nicht richtig, dann auch auf iPhones, dann empfahlen SAP und Telekom, die App mindestens einmal am Tag zu öffnen. 

Die Nutzer sind verunsichert über die verschiedenen Fehlermeldungen, hier ein Überblick. 

Die Kommunikation rund um die App sollte schnell verbessert werden, schlägt Netzpolitik.org vor, bevor die Nutzer auf die Idee kommen, die App wieder zu deinstallieren.

 

Digitales Leben

Der Breitbandausbau kommt sehr langsam voran. Nur 5 Prozent der vom Bund bereitgestellten 11 Milliarden wurden bisher abgerufen. Die Fördermittel verteuern oft die Arbeiten und bereichern Berater. 

Internet-Giganten vor dem Untersuchungsausschuss. Die Chefs von Google, Amazon. Facebook und Apple mussten vor dem Kongress aussagen, ob sie ihre Marktmacht missbrauchen. Die Show war besser als die Antworten.

Recht auf Vergessen ist vom Einzelfall abhängig. Google ist nicht verpflichtet, negative Berichte über eine Person zu löschen, wenn sie tatsächlich wahr sind, urteilte der Bundesgerichtshof. 

Masken schützen vor Gesichtserkennung. Ohne Maske erreichen die besten Algorithmen eine Fehlerrate von nur 0,3 Prozent, mit Maske steigt sie auf 5 bis 50 Prozent. 

Huawei ist jetzt größter Smartphone-Hersteller. 56 Millionen Handys hat der chinesische Konzern im letzten Quartal verkauft und damit Samsung und Apple hinter sich gelassen.   

Garmin von Ransomware lahmgelegt. Der Hersteller von Navis und Fitnesstrackern musste seine Systeme für mehrere Tage herunterfahren, die Wiederherstellung erfolgte eher langsam. 

 

Zu guter Letzt …

Facebook verklagt die EU wegen Verletzung seiner Privatsphäre. Die Daten, die der Konzern im Zuge der Ermittlungen herausgeben sollte, seien zu umfangreich, teilweise irrelevant und verletzten die Privatsphäre vieler seiner Mitarbeiter, glaubt Facebook. Seinem Antrag auf einstweilige Verfügung wurde schon mal stattgegeben.

Digitale Agenda kw29 / 2020

 

Privacy Shield

Datenabkommen zwischen EU und USA ist ungültig. Nach Safe Harbor kippte der Europäische Gerichtshof jetzt auch dessen Nachfolger, Privacy Shield. Den Schutz persönlicher Daten von EU-Bürgern in den USA sah das Gericht vor US-Geheimdiensten wie der NSA als nicht gewährleistet. 

Was ist die Alternative? Das Urteilt stellt auch die Wirksamkeit der Standardvertragsklauseln in Frage, die von vielen Unternehmen genutzt werden. Diese müssen dringend überarbeitet werden, fordert der Bitkom. 

Vielleicht hilft das ‚Plattformgrundgesetz‘, das nächstes Jahr kommen soll. Das Vorzeige-Projekt der EU-Kommission soll Netzwerke wie Facebook und Twitter regulieren und die Marktmacht von Konzernen wie Google und Amazon beschränken. 

 

Digitales Leben

Twitter über Admin-Konten gehackt. Ein Twitter-Mitarbeiter mit mächtigen Rechten fiel auf einen gezielten Phishing-Angriff herein, und schon gab es Bitcoin-Werbung über die Konten von Barack Obama und Donald Trump. Ein Paradebeispiel für Social Engineering. 

Apple muss keine Steuern in Europa nachzahlen. Die EU-Kommission hatte von Apple 13 Milliarden Euro nachgefordert, weil sie Apples Steuer-Deal mit Irland in Zweifel stellte. Das Gericht der Europaischen Union erklärte nun die Forderung für nichtig.   

5G-Netz ohne Huawei? Die britische Regierung hat Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes ausgeschlossen. Deutschland will dem Beispiel nicht folgen, die SPD schlägt einen geheimen Ausschuss zur Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit von IT-Zulieferern vor.

Europa braucht eine eigene digitale Infrastruktur, damit es nicht ewig von USA und China abhängig ist, fordert ein Expertenbündnis von Wissenschaftlern, IT-Experten und Medienmanagern.

Open-Source-Produkte haben sich in der Krise bewährt. Die Stadt Bühl betreibt jetzt eine eigene Videokonferenz-Plattform, Open-Source-Bildungsplattformen wollen eine nachhaltige Finanzierung.

 

Zu guter Letzt …

Heute ist Welt-Emoji-Tag. Mehr als 3.300 Emojis stehen aktuell zur Wahl, am Anfang waren es nur 176. Zur Feier des Tages hat Google weitere 117 angekündigt und ein Sprachwissenschaftler erklärt den Emoji-Gebrauch unter Jugendlichen.

Digitale Agenda kw07 / 2020

 

Gesichtserkennung

Eine Infrastruktur für die Gesichtserkennung ist erstaunlich einfach aufzusetzen, fand ein Team des Schweizer Fernsehens heraus, und liefert auch recht schnell brauchbare Ergebnisse. Doch was lässt sich damit alles machen?

Das Bundeskriminalamt identifiziert Straftäter. Hunderte Personen sollen mit Hilfe von Gesichtserkennung als Täter überführt worden sein, Tendenz steigend. Allein bei der Bundespolizei waren es  letztes Jahr 219 Personen.

Die Kombination mit Künstlicher Intelligenz hebt Gesichtserkennung auf eine höhere Ebene, doch damit sind noch viele offene Fragen verbunden, ebenso wie bei diesen bizarren Anwendungsfällen.  

 

Digitales Leben

BND und CIA verkauften falsche Verschlüsselung. Über eine Schweizer Firma vermarkteten die zwei Geheimdienste jahrzehntelang Verschlüsselungsgeräte an Regierungen, in die sie Hintertüren eingebaut hatten.

Geheimdienste sollen Vorratsdaten speichern dürfen. Die Bundesregierung versucht, den Europäischen Gerichtshof von seinem Verbot der Vorratsdatenspeicherung abzubringen – der öffentlichen Sicherheit wegen. 

Der MWC fällt dem Coronavirus zum Opfer. Erst sagten die chinesischen Konzerne ihre Teilnahme  beim Mobile World Congress ab, dann viele europäische und US-Firmen. Jetzt wurde der Kongress komplett abgesagt. 

Microsofts Deal mit dem Pentagon wurde gestoppt. Nach einer Klage des Konkurrenten Amazon muss Microsoft seine Arbeit für das Projekt einstellen. Angeblich hat sich Donald Trump beim Vergabeverfahren eingemischt. 

Huawei wegen Industriespionage verklagt. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt, der Konzern streitet alle Vorwürfe ab. Derweil will die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag Huawei nicht mehr vom Ausbau des 5G-Netzes ausschließen. 

 

Zu guter Letzt …

Valentinstag muss ohne Facebook Dating auskommen, zumindest in Europa. Die irische Datenschutzbehörde stoppte den für heute geplanten Start des Dating-Dienstes, weil sie erst zehn Tage zuvor davon erfuhr und mit den Unterlagen für eine Datenschutzprüfung versorgt wurde.

Digitale Agenda kw50 / 2019

 

Social Media unter Druck

Gericht verbietet Facebook in Deutschland. Facebook, WhatsApp und Instagram verstoßen gegen Patente von Blackberry urteilte das Landgericht München I. Das Urteil ist rechtskräftig, aber die Apps bleiben live.

Regierungen wollen Hintertüren für Strafverfolger. Facebook will seine Apps noch besser verschlüsseln, Polizei und Geheimdienste wollen trotzdem Zugang. Facebook sieht die Seele des Internets in Gefahr. 

Rundfunk-Regeln für Google und Amazon. Ein neuer Medienstaatsvertrag nimmt auch Internet-Dienste in die Pflicht. Sie brauchen jetzt eine Zulassung und müssen Regeln befolgen.

Porno auf Twitter. Die Medienaufsicht leitet ein Verfahren gegen Twitter ein, weil auf der Plattform pornografische Inhalte bemerkt wurden, frei zugänglich auch für Internet-Nutzer ohne Twitter-Account. 

 

Digitales Leben

Rekordstrafe gegen 1&1 wg. DSGVO. Zu 9,55 Millionen Euro wurde der Internet-Provider verdonnert, weil er zu lax mit den persönlichen Daten seiner Kunden umgegangen sein soll. 1&1 sei mit Betrag noch gut bedient.

China wirft westliche IT aus ihren Behörden. Der Ausschluss von Huawei vom 5G-Ausbau konnte nicht ohne Folgen bleiben. Bis Ende 2022 sollen chinesische Behörden nur noch mit einheimischer Technik laufen. 

KI-Kommission verheimlicht Ergebnisse. Die Enquete-Kommission des Bundestags zu Künstlicher Intelligenz will ihre ersten Projektberichte nur scheibchenweise veröffentlichen, damit sie sich im Nachhinein nicht selbst widerspricht.

Streit um den Zugang auf staatliche Dokumente. Die Bundesregierung nutzt eine Klausel im Urheberrecht, um die Veröffentlichung staatlicher Dokumente zu verhindern. Zivilrechtliche Organisationen fordern eine Reform des Urheberrechts. 

Wie gefährlich ist die E-Evidence-Verordnung? Es gibt viele gute Gründe, Ermittlungen innerhalb der EU zu beschleunigen, aber die neue EU-Regelung könnte die Grundrechte des Einzelnen in Gefahr bringen.

 

Zu guter Letzt …

Grüne wollen ein „Recht auf Reparatur“. „Nutzerinnen und Nutzer sollten grundsätzlich das Recht und die Möglichkeit haben, Elektrogeräte, die sie erworben haben, frei zu verwenden und selbst zu reparieren“, heißt es in einem Antrag der Grünen im Bundestag.