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Digitale Agenda kw05

 

Kampf um den Datenschutz an allen Fronten

Privatsphäre gegen Online-Werbung und Geheimdienste – so ungefähr lässt sich die Frontlinie beschreiben, an der diese Woche am heftigsten gekämpft wurde. In Deutschland gehörten die Schlagzeilen eindeutig Facebook: Seine neuen Nutzungsbedingungen, denen man ab heute bereits durch das Login automatisch zugestimmt hat, erlauben dem Netzwerk, auf unser gesamtes Surfverhalten im Web zuzugreifen (Details auf Süddeutsche.de, Radio-Interview mit dem ehemaligen Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar auf Bayern2).

Den Datenschutz im großen Stil reformieren will Bundesjustizminister Heiko Maas und beklagt in einem Gastbeitrag auf Zeit.de, dass es derzeit „mit der Datensouveränität oft nicht weit her ist“. Das 20 Jahre alte, „aus der Bronzezeit des Internet“ stammende Datenschutzrecht soll durch eine neue EU-Datenschutzverordnung ersetzt werden. Maas freut sich, dass die Verhandlungen darüber endlich wieder in Gang gekommen sind – nur: Glaubt man einem Dokument über den Stand der Verhandlungen, positioniert sich ausgerechnet Deutschland gegen einen schärferen Datenschutz (Details auf Digitalcourage.de).

Auf einen langen Kampf bereitet man sich auch in den USA vor. So nennt die Electronic Frontier Foundation (EFF) auf ihrem Blog 8 Maßnahmen, mit denen NSA & Co. ein Riegel vor der Privatsphäre der Bürger vorgeschoben werden soll, und verschweigt dabei nicht, dass es ein langer harter Kampf auf politischer, juristischer, industrieller und aufklärerischer Ebene sein wird. Unerwartete Unterstützung bekommt sie ausgerechnet von der US-Handelsbehörde, deren Vorsitzende in der New York Times einen besseren Datenschutz für mobile Geräte fordert.

Unterdessen positioniert sich die NSA als Freund und Helfer der Industrie: In einem neuen Bericht (PDF) gibt sie Unternehmen Empfehlungen, wie sie sich gegen Malware schützen können, die es auf ihre wertvollen Firmendaten abgesehen haben.

Die chinesische Regierung macht lieber genau das Gegenteil. Wie die New York Times berichtet, fordert sie seit neuestem von ausländischen Technologiefirmen, die Geschäfte mit chinesischen Banken machen, den Source-Code ihrer Software auszuhändigen und Hintertüren in allen Hardware-Produkten bereitzustellen.

 

IT-MANAGEMENT

Windows 10 lässt noch viele Fragen offen, findet Heinrich Vaske in der Computerwoche. Zwar soll es die stark fragmentierte Windows-Welt (von XP bis Windows 8) wieder vereinen, doch wie genau das Modell „Windows as a Service“ funktionieren und wie die Rechnung für den Anwender aussehen soll, hat Microsoft noch nicht verraten. Auch das „dynamische Upgrade-Verfahren“, nach dem die Anwender das Upgrade-Tempo selbst bestimmen können, bleibt noch nebulös. Auf dem Weg von der aktuellen Volumenlizenz hin zu Cloud-tauglichen Lizenzmodellen müssen noch viele Fragen geklärt werden.

Jedes dritte Unternehmen ist nicht für den EU-Datenschutz fit. So lautet das Ergebnis einer Studie (PDF) des Security-Dienstleisters FireEye. Auch wenn die endgültige Fassung der EU-Grundverordnung erst im Laufe dieses Jahres veröffentlicht wird, eine Reihe von Maßnahmen in Hinsicht auf Sicherheit und Compliance, wie das Melden von Datenlecks binnen 72 Stunden, sind schon definiert. Was den Unternehmen vor allem fehlt, sind detaillierte Informationen und eine adäquate Beratung bei dieser Aufgabe. Zusammenfassung auf Silicon.de.

 

TECHNIK

IBMs Identity Mixer schützt persönliche Daten. Eine „Authentifizierung ohne Identifizierung“ bietet ein neues Verfahren von IBM. Identity Mixer verrät dem Dienst, in den man sich einloggen oder von dem man etwas kaufen will, nicht mehr, als er für einen bestimmten Vorgang braucht. Beispielsweise muss ein Vierzehnjähriger, der einen bestimmten Film im Web anschauen will, lediglich nachzuweisen, dass er älter als zwölf ist und evtl. den Film bezahlen. Mit Identity Mixer bekommt der Filmverleih nur einen entsprechenden Nachweis und sein Geld – aber keinerlei Informationen über die Identität seines Kunden. Details auf Silicon.de, Demo auf IBMs Bluemix-Portal.

Amazon bringt E-Mail-Dienst für FirmenWorkmail soll als Alternative zu Microsoft und Google eine Exchange-kompatible E-Mail-Plattform bieten, die kostengünstig aber voll businesstauglich ist. Für 4 Dollar im Monat pro Nutzer kann Workmail Client-seitig mit Outlook, Apple Mail sowie auf mobilen Geräten mit allen Clients betrieben werden, die Exchange ActiveSync (EAS) unterstützen. Momentan ist der Dienst als Preview verfügbar, in Betrieb gehen soll er im zweiten Quartal. Details auf Computerwoche.de.

Vivaldi – ein neuer Browser für Power-User. Der Gründer und ehemalige Chef von Opera blieb seinem Metier treu und brachte jetzt eine erste Technical Preview seines neuen Browsers heraus. Vivaldi basiert auf Googles Chromium-Engine, ist jetzt schon gespickt mit interessanten Features und soll bei seinem ersten richtigen Release durch Chrome-Plugins erweiterbar sein und einen integrierten E-Mail-Client besitzen (Details auf Heise.de).