Schlagwort-Archive: Intel

Digitale Agenda kw18 / 2021

 

Computerspiele vor Gericht

Die Gerichtsverhandlung Epic vs. Apple hat begonnen. Der Hersteller von Fortnite hatte gegen den iPhone-Hersteller geklagt, weil er sich von den Regeln des Apple App Stores als benachteiligt sieht. 

Ist Apple mit seinem App Store ein Monopolist? Und falls ja, wird dieses Monopol von Apple missbraucht? Derlei Vorwürfe häufen sich, auch innerhalb der EU-Kommission.

Ein spannender Prozess wird es allemal. Die ersten Verhandlungstage brachten so einige pikante Einzelheiten aus dem Mail-Wechsel des Apple-Managements mit diversen großen App-Herstellern zu Tage.

 

Digitales Leben

Microsoft führt EU-Datengrenze ein. Europäischen Cloud-Kunden verspricht der Konzern, ihre Daten immer in Europa zu halten, um sie vor Anfragen der US-Geheimdienste zu schützen. 

EU soll Intel-Fab mit 8 Milliarden subventionieren. Das sind etwa 40 Prozent der Gesamtkosten und das sei in Asien so üblich, argumentierte Intel-Chef Gelsinger im Gespräch mit EU-Kommissar Breton.

Maßnahmen gegen Mediensucht gefordert. Die extensive Nutzung von Smartphones macht süchtig, und 90 Prozent der Bundesbürger, inklusive Kinder, wollen etwas dagegen unternehmen.

Dell schließt zwölf Jahre alte Lücke. Der Hersteller hat ein Update für eine kritische Sicherheitslücke zur Verfügung gestellt, die alle PCs betrifft, die zwischen 2009 und 2021 gebaut wurden. 

Amazon zahlt keine Körperschaftssteuer. Die europäische Niederlassung in Luxemburg bekommt sogar eine Rückerstattung, weil Amazon trotz Rekordumsatz einen Verlust eingefahren hat. Derweil streiken die deutschen Beschäftigten wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und in den USA haben 45 hochrangige Manager das Unternehmen verlassen. 

 

Zu guter Letzt …

Donald Trump baut sein eigenes Twitter. Auf seinem neuen Blog will sich Trump unzensiert mit seinen Anhängern unterhalten. Twitter blockiert Posts aus Trumps neuer Plattform und auf Facebook bleibt Trump weiterhin gesperrt. Einen Ex-US-Präsidenten zu sperren sollte eigentlich nicht Facebooks Entscheidung sein, meint die Zeit. 

Digitale Agenda kw01 / 2021

 

Digitale Meinungsfreiheit

Der Sturm auf den US-Kongress am Mittwoch hat eine Vorgeschichte, die sich hauptsächlich  auf Social Media-Plattformen abgespielt hat. So war es kaum überraschend, dass Twitter und Facebook unmittelbar danach Donald Trumps Accounts blockierten. 

Internet-Konzerne als Wächter der Demokratie? Immer häufiger müssen Twitter, Facebook, YouTube & Co. darüber entscheiden, wer was öffentlich äußern darf. Rufe nach Zensur sind ebenso nachvollziehbar wie mahnende Worte, die Schuld nicht nur bei den Konzernen zu suchen.

Die Suche nach einer Lösung, um der Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter eine tragfähige Basis zu geben, ist nicht einfach und wird weder mit Verboten noch mit Zensur erfolgreich sein. Schon eher mit differenzierenden Gesetzen, auch wenn deren Entstehung langsam ist.

 

Digitales Leben

Microsofts Quellcode fiel Hackern zum Opfer. Die Angreifer hatten sich bereits vor Monaten über die Wartungssoftware von SolarWinds Zugang in die Microsoft-Server verschafft. Auch deutsche Behörden wie BKA und BSI sind betroffen. 

Die Modernisierung der Bundes-IT wird voraussichtlich drei Jahre länger dauern als geplant. Damit ist mit einem Abschluss des Projekts nicht früher als 2028 zu rechnen. 

Die EU will Open-Source-Software nicht fördern. Offensichtlich hat sie immer noch nicht verstanden, dass „digitale Souveränität“ auf der Fähigkeit von Europa basiert, eigene Software zu entwickeln, statt auf US-Konzerne angewiesen zu sein. 

Julian Assange bleibt weiter in Haft. Die Richterin stimmte der Auslieferung prinzipiell zu, hatte aber Bedenken wegen des schlechten gesundheitlichen Zustands des Wikileaks-Gründers. Eine Freilassung auf Bewährung lehnte sie trotzdem ab. 

CSU will den Smartphone-Perso. Ausweisdokumente wie Führerschein und Personalausweis sollen auf dem eigenen Handy gespeichert werden können, um das Leben in der digitalen Welt zu erleichtern.

Apples neue Tracking-Bremse ärgert Facebook. Apple erlaubt das App-übergreifende Tracking von installierten Apps nur wenn der Nutzer dem explizit zugestimmt hat – und Facebook läuft Sturm. Was ist eigentlich mit Android?

 

Zu guter Letzt …

Für Intel-CPUs wird die Luft immer dünner. Nach Apple soll jetzt auch Microsoft an einem eigenen Prozessor auf ARM-Basis arbeiten. Amazon verwendet schon länger eigene CPUs in seinen Rechenzentren und Google setzt bei KI-Anwendungen ebenfalls auf eigene Chips. 

Digitale Agenda kw26 / 2020

 

Intel Outside

Macs sollen künftig mit ARM-Prozessoren laufen. Nach 15 Jahren setzt der Hersteller auf eigene CPUs, will aber weiterhin Intel-Kunde bleiben.
→ Das neue Betriebssystem MacOS 11 Big Sur soll auf beiden Plattformen laufen.
→ Intel-basierte Anwendungen (außer Virtualisierungs-Software) sollen auf ARM-Macs dank Rosetta 2 laufen. 

Außerdem neu:
→ Face ID und Touch ID können zur Authentifizierung bei Websites verwendet werden.
→ Apple Pay funktioniert jetzt auch für Girokonten.

Für Missstimmung auf dem Entwicklerkongress WWDC sorgte der Streit um einen Sonderdeal zwischen Apple und Amazon, der Amazon Prime Video bevorzugt behandelt. 

 

Digitales Leben

Facebook muss seine Datensammlung einschränken, urteilte der Bundesgerichtshof im Eilverfahren. Die vom Bundeskartellamt verlangten strengeren Regeln seien sofort umzusetzen.

DSGVO: Gesetz super, Anwendung weniger. Zwei Jahre nach Einführung hat die EU-Kommission viel Lob für das Gesetz übrig, nicht aber für dessen Durchsetzung. Die Industrie hat eher Bauchschmerzen. 

Urheberrechtsreform bringt Uploadfilter Light. Der Entwurf des neuen Urheberrechtsgesetzes schließt Uploadfilter nicht aus, sorgt aber für Streit zwischen CDU- und SPD-Ministerien.

BKA und BND wollen Software-Lücken nutzen. Ein neues Schwachstellen-Management soll den Behörden das Recht einräumen, Software-Lücken zum Abhören zu nutzen, statt sie an die Hersteller zu melden. 

Israelische Spionage-Software gegen Dissidenten. Ein marokkanischer Journalist wurde mit der Software von NSO überwacht, fand Amnesty International heraus, und wandte sich an die Presse.  Nun wurde der Journalist zum Verhör vorgeladen.

 

Zu guter Letzt …

Haben Sie Ihre Hände auch wirklich gut gewaschen? Eine neue KI-Software von Fujitsu kann erkennen, ob Sie auch wirklich gründlich waren, indem Sie sie dabei filmt. Fujitsu kann sich einen Einsatz der Software in der Lebensmittelindustrie vorstellen, hat aber noch nicht endgültig entschieden, wie sie vermarktet werden soll.

Digitale Agenda kw18 / 2018

 

Schöne neue Netzwelt

Wer kontrolliert das Internet? Diese Frage steht im Mittelpunkt der diesjährigen Netzkonferenz re:publica, die sich mit „POP – Power of People“ ein ausgesprochen optimistisches Motto gegeben hat. Vorträge und Fakten vermitteln bislang allerdings ein gegensätzliches Bild. 

Algorithmen erschaffen eine neue Art von Bürokratie – und wir sind alle freiwillig ein Teil davon, betonte die Autorin Danah Boyd in ihrem Eröffnungsvortrag. Die Tatsache, dass diese Algorithmen in der Hand von Firmen wie Google oder Amazon sind, die sich offen für Zensurmaßnahmen zeigen, beruhigt auch nicht unbedingt.

Immerhin gibt es Widerstand, nicht nur seitens der eher machtlosen Nutzer. Der Bundestag überlegt, digitale Plattformen zur Öffnung zu verpflichten und das EU-Parlament will gegen das „Blockieren, Filtern, Stören und Schließen digitaler Räume“ vorgehen (Netzpolitik).  

 

Digitale Welt

Ein Hacker-Angriff auf zwei deutsche Stromversorger wurde letzten Sommer vereitelt, fand die Süddeutsche heraus. Bis dahin sei es den Angreifern immerhin gelungen, sich im Netzwerk auszubreiten. Es sollen dieselben Hacker gewesen sein, die ein halbes Jahr zuvor Kiew den Strom abdrehten.

Über acht neue Lücken in Intel-Prozessoren berichtet das c’t Magazin. Vier davon schätzen Forscher als viel gefährlicher ein als Spectre und Meltdown, die Anfang des Jahres aufwändig gepatcht werden mussten. Die Lücken ließen sich noch stärker für Angriffe ausnutzen und bedrohten vor allem Cloud-Hoster. 

Twitter-Nutzer sollten ihre Passwörter ändern. Ein jetzt in der Software entdeckter Fehler habe dazu geführt, dass Passwörter unverschlüsselt in einem internen Verzeichnis gespeichert worden sind, sagte das Unternehmen. Es seien aber keine Daten abhanden gekommen (Zeit). 

Facebook will seine Nutzer verkuppeln, kündigte das Netzwerk auf seiner Entwicklerkonferenz an (Spiegel). Eine App, die genau das tun sollte, war übrigens Mark Zuckerbergs erstes Projekt, als er noch in Harvard studierte.

Cambridge Analytica meldet Insolvenz an – und will damit weiteren Ermittlungen zuvorkommen, vermuten viele Politiker in London. Facebook-Propaganda war schließlich nur ein kleiner Teil des Geschäftsmodells, das kaum eine illegale Aktivität zur Wahlmanipulation ausließ (Zeit).

 

Zu guter Letzt …

Zum Teil gründlich danebengegangen ist das Drohnenspektakel zum 1. Mai in der chinesischen Stadt Xian. Zwar gelang dem chinesischen Hersteller Ehang der Weltrekord, 1.374 Drohnen gleichzeitig in verschiedenen Formationen fliegen zu lassen, allerdings nur auf der Generalprobe zwei Tage zuvor. Während der eigentlichen Vorstellung am Maifeiertag sorgten Handy-Interferenzen dafür, dass viele Drohnen aus der Reihe tanzten und teilweise sehr unsanft landeten (Quartz).