Schlagwort-Archive: iPhone

Digitale Agenda kw15/16 /2020

 

Contact Tracing

Tracking wird in Zeiten von Corona Pflicht. Apple und Google schaffen einen globalen Standard, eine europäische Corona-App soll bald kommen, Tracing-Konzepte machen die Runde – mal mit mehr Anonymität, mal mit weniger. 

Der Chaos Computer Club stellt einige sehr berechtigte Fragen, das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. veröffentlicht eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) für eine Corona-App.

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte analysiert die Auswirkungen von Corona auf die Zivilgesellschaft, insbesondere in Hinsicht auf die Einhaltung des Grundgesetzes.

Was passiert nach Corona? Verschwinden die Tracing-Apps wieder in der Schublade oder machen wir weiter mit Microsofts ID2020 und der Known Traveller ID des Weltwirtschaftsforums? (Video, Analyse dazu) 

 

Quarantäne, Wochen 3 und 4

Amazon muss französische Auslieferungszentren schließen. Ein Gericht befand, dass Amazon den Gesundheitsschutz seiner Mitarbeiter nicht gewährleisten kann.

Hacker verkaufen Zoom-Schwachstellen. 500.000 Dollar will eine Bande für ihr Wissen über Sicherheitslücken, mit der Gespräche abgehört und Computer übernommen werden können. Hier eine Anleitung zur Absicherung von Zoom.  

Überwachung durch den Chef boomt. In der Krise entdecken Vorgesetzte viele digitale Möglichkeiten, über die Aktivitäten ihrer Angestellten Bescheid zu wissen. 

Apple stellt neues iPhone SE vor. Etwa so groß wie ein iPhone 8, Fingerabdruck-Sensor und CPU der neuesten Generation – das Einstiegsmodell mit 64GB Speicher kostet 479 Euro.

 

Zu guter Letzt …

Russischer Konzern will ICQ wiederbeleben. Der einstige Standard für Instant Messaging sieht in seiner neuen Inkarnation verdächtig nach WhatsApp aus und kann eingegangene Sprachnachrichten in Text umwandeln. 

Digitale Agenda kw34

 

iPhone und die Spyware

Als die bislang ausgeklügeltste Malware für mobile Geräte bezeichneten Security-Forscher von Lookout die Spyware Pegasus. Der gescheiterte Versuch, sie auf dem iPhone eines arabischen Menschenrechtlers zu installieren, brachte sie ans Licht (Spiegel.de).

Die Malware nutzt gleich drei Lücken in iOS, die es wohl schon seit Jahren gibt. Pegasus kann einfach über einen infizierten Link installiert werden und verschafft sich Zugriff auf praktisch alle auf dem Gerät gespeicherten Daten, inklusive Passwörter und Messaging-Inhalte.

Wer baut so etwas? Laut Lookout und dem Citizen Lab handelt es sich um ein Produkt der NSO Group, einer israelischen Firma, die Spyware an Regierungen verkauft – auch an solche, die damit Oppositionelle, Dissidenten und Aktivisten bespitzeln (Motherboard).

Für iOS steht ein Update bereit. Laut Citizen Lab hat es Apple innerhalb von zehn Tagen nach der Benachrichtigung bereitgestellt. Monatliche Updates sind für Firmen wie HTC oder Motorola hingegen „unrealistisch“ bzw. „zu aufwändig“ (silicon.de).

    

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Windows 10 Enterprise ist ab September für 5,90 Euro im Monat zu haben. Das Service-Angebot richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen (silicon.de).

Unterdessen sorgt das Anniversary Update von Windows 10 für Ärger. Es legt PowerShell-Funktionen lahm, lässt Rechner mit mehreren SSDs abstürzen, macht Probleme mit Webcams und verträgt sich nichtmit dem Kindle Reader.

DevOps ist beliebt, wird aber falsch umgesetzt, schreibt der Deutschland-Chef von CA in der Computerwoche. Obwohl Deutschland in Europa Spitzenreiter beim Einsatz von DevOps ist, erfüllen die meisten Unternehmen nicht die Voraussetzungen einer erfolgreichen Umsetzung.

Einen Schritt weiter in Richtung Überwachung gegangen sind der deutsche und der französische Innenminister mit ihrer gemeinsamen Erklärung letzten Dienstag. Sie wollen die Verschlüsselung auf Messaging-Diensten wie WhatsApp umgehen dürfen (Süddeutsche). Einen Kurs in Richtung Backdoor-Pflicht nennt das Sascha Lobo im Spiegel.

Viele VPNs haben Probleme mit IPv6, weil sie auf Basis von IPv4 aufgesetzt wurden. Immer mehr Internet-Provider steigen aber auf IPv6 um und die „Übersetzung“ klappt nicht so recht. Auswege schildert ein Artikel in der Computerwoche.

Ein kostenloses VPN zur Verhinderung von Tracking bringt der Opera-Browser jetzt auch auf Android-Smartphones. Es ist kostenlos, aber werbefinanziert. Kostenpflichtige Alternativen liefert ein Artikel auf silicon.de.

Hilfe gegen Abmahnanwälte in Form eines Abmahnbeantworters bietet der Chaos Computer Club (CCC). Das Tool ist für Nutzer gedacht, die zu Unrecht abgemahnt wurden. Alle anderen sollten sich lieber an die inzwischen zahlreichen Spezialanwälte wenden (Zeit.de).

Facebook bekommt auch Ihre Handy-Nummer, frei Haus geliefert von ihrer Tochter WhatsApp. Bei der WhatsApp-Übernahme vor zwei Jahren klang das noch ganz anders (Süddeutsche).

    

Zu guter Letzt …

F*ck Trump steht ganz oben auf der Website von CRV, einer großen Venture-Capital-Firma im Silicon Valley. Wie deren Gründer in einem Artikel und einem Interview erklärt, haben die meisten Partner von CRV einen Migrationshintergrund aus sieben verschiedenen Ländern. Trumps Haltung zu Migranten und Moslems sei inakzeptabel und es werde Zeit, das deutlich zu artikulieren. CRV startet als Reaktion zu Trump ein Programm, um ausländischen Gründern die Einwanderung in die USA zu erleichtern.

Unterdessen wollen die USA die Gesinnung einreisender Ausländer prüfen, unabhängig von deren Nationalität. Sie sollen im Einreiseantrag die Links zu ihren Social-Media-Accounts angeben (silicon.de).

Digitale Agenda kw25

 

Verschlüsselung? Kein Problem!

Die Bundesregierung will Verschlüsselung systematisch knacken und stellt hierfür eine eigene Behörde auf die Beine. In der „Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“ (Zitis), sollen einige Hundert Spezialisten die Codes von Herstellern wie Apple oder Microsoft knacken, damit Polizei und Verfassungsschutz weiterhin mitlesen können (Süddeutsche).

Die Behörde soll explizit unabhängig von Polizei und den Geheimdiensten agieren und lediglich technische Lösungen liefern, die sie selbst entwickelt oder (wo auch immer) einkauft.

Massenüberwachung soll legalisiert und ausgeweitet, dafür aber besser kontrolliert werden, so die Bundesregierung in einem neuen Gesetzentwurf zur Geheimdienstkontrolle. Allerdings wird die Kontrolle, so wie sie im Gesetzentwurf definiert ist, schon jetzt als „zahnloser Tiger“ gesehen (Netzpolitik.org).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Wie man am besten Software-Entwickler rekrutiert, erklärt Daniel Weuthen in der Computerwoche. Der Autor konzentriert sich dabei auf den Einstellungsprozess für Entwickler, die in bestehenden agilen Teams integriert werden sollen.

MS SQL Server läuft demnächst auf Linux und Docker-Container, zum Ausprobieren liegt jetzt eine Preview auf Ubuntu in einem Docker-Image vor (silicon.de). Übrigens läuft inzwischen rund ein Drittel aller Installationen auf Azure, Microsofts Cloud-Plattform, mit Linux, Tendenz steigend (ZDnet.com).

Wie es sich in der neuen Siemens-Zentrale arbeiten lässt, schildert vorab ein Artikel in der FAZ. Die Mitarbeiter sollen ihr Arbeitsumfeld selbst bestimmen können und „jedes Team hat Möglichkeiten zur Gestaltung seiner Area“, sagt Siemens. Das neue „Headquarter“ wird heute offiziell eröffnet.

Haben Bots die Brexit-Wahl entschieden? Sie haben zumindest die Meinungsbildung in den sozialen Medien massiv beeinflusst, glauben Wissenschaftler. Sie haben Twitter-Accounts beobachtet und dabei festgestellt, dass automatisierte Nutzerkonten die Diskussion dominiert haben – pro Brexit (Spiegel).

Bald gibt es kostenloses WLAN im ICE, und zwar jetzt auch in der 2. Klasse. Kleiner Wermutstropfen: Ab einer bestimmten Datenmenge wird es kostenpflichtig, oder langsamer (Zeit.de).

LibreOffice gibt’s jetzt auch in der Cloud. Das kostenlose Office-Paket steht jetzt unter dem Namen Collabora Online für ownCloud Enterprisezur Nutzung bereit und bietet Kollaborationsfunktionen, die deutlich über die bereits in owncloud integrierten Collaboration-Funktionen hinausgehen (silicon.de).

Ein iPhone ohne Kopfhörer-Buchse? Genau das wird über das neue iPhone kolportiert, das nächsten Herbst auf dem Markt kommen soll (Süddeutsche). Die US-Fachpresse nannte die Idee“Idiotisch„. Aber vielleicht war alles doch nur ein Missverständnis (Computerwoche).

    

Zu guter Letzt …

Die coolste Frau im Silicon Valley ist weder weiß noch ein verkopfter Nerd, bringt aber Entwickler zum Rappen. Bozoma Saint John, genannt „Boz“, ist Marketing-Chefin von Apple Music (Süddeutsche).

Mark Zuckerberg klebt sein Webcam ab, ebenso das Mikrofon an seinem Laptop. Das hat neulich ein Foto vom Schreibtisch des Facebook-Chefs verraten. Offensichtlich weiß er nur zu gut, dass ein nicht leuchtendes grünes Lämpchen neben der Webcam nicht unbedingt heißen muss, dass die Kamera tatsächlich aus ist (Zeit.de).

Digitale Agenda kw45

 

Android for Work

Die Business-Tauglichkeit von Android ist für die meisten Experten nicht wirklich erwiesen, vor allem aus Sicherheitsgründen. Doch Google scheint es mit seinen Plänen ernst zu meinen, das mobile Betriebssystem auch im Business-Umfeld zu etablieren.

Android for Work, die Container-basierte Plattform für den Betrieb von Firmenanwendungen auf Android-Geräten, wird inzwischen von 19.000 Firmen betrieben oder getestet, meldet Google. Das Unternehmen konnte außerdem rund 80 Software-Partner rekrutieren und liefert seit August regelmäßig Security-Patches für die eigenen Nexus-Geräte (ZDnet.deInformationWeek).

Androids Problem sind eigentlich die Hardware-Hersteller. Sie reichern Android mit eigenen Funktionen an, die sich als Sicherheitslücken erweisen, wie Google diese Woche nachgewiesen hat (heise.de). Mit denen soll nun eine neue, businesstaugliche Kooperationsbasis gefunden werden.

Das Modell dazu könnte BlackBerry liefern, das letzte Woche sein erstes Android-Smartphone vorgestellt hat und wie Google selbst monatliche Security-Updates liefern will (silicon.de).

Ist Android damit sicher genug fürs Unternehmen? Der Mobile-Experte Mark Zimmermann zeigt sich in einem zweiteiligen Artikel auf computerwoche.de noch nicht ganz überzeugt. Was ihm Sorgen bereitet sind außer den bisher spärlichen Updates vor allem die Consumer-Funktionen, die für seinen Geschmack zu gesprächig sind, besonders in Kombination mit Googles Datensammelei.

 

IT-MANAGEMENT

1Password gibt’s jetzt auch für Gruppen. Der beliebte Dienst zur Passwort-Verwaltung will mit 1Password for Teams sich auch bei Unternehmen etablieren. Das Produkt tut genau das, was der Name verspricht, in bewährt komfortabler Manier inklusive Admin-Funktion (t3n.de).

Die Konten privilegierter Benutzer müssen anders und viel intelligenter geschützt werden, meint Martin Kuppinger auf SearchSecurity.de, denn sie werden von Hackern als solche identifiziert und sind Ziele geduldiger und raffinierter Attacken, die viel Schaden anrichten können.

 

TECHNIK

Bei der Telekom gibt es nur noch eine Cloud. Von Infrastructure- und Platform-as-a-Service bis zu Cloud-Anwendungen für Großunternehmen und Mittelständler – die Telekom will der größte Cloud-Anbieter in Europa werden und vereint alle Aktivitäten unter dem Dach der Telekom Cloud (silicon.de).

Ist Deduplikation auf Flash-Systemen sinnvoll? Doc Storage erklärt auf speicherguide.de, welche Nebenwirkungen Deduplikation bei Flash-Speichersystemen haben kann und wie Datenkompression bei dieser Rechnung ins Spiel kommt.

Gmail beantwortet Emails jetzt selbst. Ab Ende dieser Woche soll Nutzern der englischsprachigen Gmail-Version eine neue Funktion namens Smart Reply zur Verfügung stehen, die den Inhalt einer empfangener Email „versteht“ und daraufhin die passende Antwort vorschlägt (Süddeutsche).

 

Zu guter Letzt …

Amazon eröffnet einen richtigen Buchladen. Seit Dienstag gibt es in Amazons Heimatstadt Seattle Bücher zum Anfassen – in der selben Shopping-Mall, in der Konkurrent Barnes & Noble 2011 seinen eigenen Buchladen dicht machte. Bewertet werden die Bücher übrigens auf Papier (Handelsblatt).

iPhone-Jailbreak ist 1 Million Dollar wert. Diese Summe hat der Security-Anbieter Zerodium an eine Hackergruppe ausgezahlt, die einen Weg gefunden hat, iPhones mit iOS 9 remote über den Browser zu hacken. Zerodium will das Verfahren erst an seine Kunden verkaufen, bevor es mit Apple spricht (Zeit.de).