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Digitale Agenda kw26 / 2021

 

Update-Pflicht

Software-Updates für Geräte und Apps müssen sein. Der Bundestag beschloss ein Gesetz, nach dem Hersteller dazu verpflichtet sind, Updates bereitzustellen, allerdings ohne festzulegen, wie lange. 

Die Tech-Industrie begrüßt das Gesetz als „Schritt in die richtige Richtung„, beklagt aber die fehlende Dauer und weist darauf hin, dass lebenslange Updates unrealistisch sind.

Ist das Smart Home damit besser geschützt? Das ist nicht ganz klar, denn das Gesetz unterscheidet nicht zwischen Feature-Updates und Security-Updates. Zudem haben Geräte nur 24 Monate Herstellergarantie.

 

Digitales Leben

Hacker bieten 700.000 LinkedIn-Datensätze an. Heise Security hat sich eine Auswahl der Daten geprüft und hält deren Echtheit für wahrscheinlich. Weitere 700.000 Datensätze auf dem Schwarzmarkt stammen aus Onlinemarktplätzen wie Otto, Check24 oder Kaufland.

Amazon kauft Team-Messenger Wickr. Der Messenger wird unter anderem von US-Behörden genutzt, um gut verschlüsselte Kommunikation über die Cloud zu gewährleisten.

Zoff um SAP-Betriebsrat. Der Vorsitzende Ralf Zeiger ist von seinem Amt zurückgetreten. Es wird über Unregelmäßigkeiten bei Urlaubstagen und manipulierte Beweismittel gemunkelt. 

Was genau sind „Dark Patterns“? Das sollten Sie wissen, wenn Sie nicht im Netz ganz beiläufig über den Tisch gezogen werden wollen, zum Beispiel durch den Abschluss eines Vertrags, aus dem Sie nie mehr rauskommen. 

WWW-Quellcode war 5,4 Millionen Dollar wert. Web-Erfinder Tim Berners-Lee ließ den Original-Code aus dem Jahr 1989 versteigern, um mit dem Geld andere Projekte zu finanzieren.

 

Zu guter Letzt …

Bundesregierung soll ihre Facebook-Seiten schließen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte empfiehlt Bundesbehörden, ihre Facebook-Auftritte bis Ende des Jahres abzuschalten. Ein DSGVO-konformer Betrieb der Seiten sei nicht möglich und Facebook ist nicht zu Änderungen bereit.

Digitale Agenda kw24

 

Die Geschäfte der „Sharing“ Economy

Die Geschäftsmodelle von Uber, Airbnb & Co. sind für Staat und Gesellschaft problematisch. Uber macht Pkw-Besitzer zu Taxifahrern – ohne Taxischein, ohne Versicherung, ohne Lizenz und meist für sehr wenig Geld (Tagesanzeiger). Und Airbnb verwandelt Haus- und Wohnungsbesitzer in Hoteliers – ohne Gewerbeschein und gerne am Finanzamt vorbei (Süddeutsche).

Der Gesetzgeber lernt erst, damit umzugehen. Uber-Manager rund um die Welt verbringen viel Zeit vor Gericht, um ihr Geschäftsmodell trotzdem durchzudrücken (Handelsblatt). Die Partner von Airbnb scheiterten letzte Woche vor Gericht beim Versuch, das Berliner Zweckentfremdungsverbot zu umgehen (Tagesspiegel).

Man sollte die Startups nicht unterschätzen. Ihre Investoren haben einen langen Atem und sehr tiefe Taschen (Handelsblatt). Und sie investieren neuerdings viel in Lobbyismus – mit ersten Erfolgen: Die EU-Kommission hat der Sharing Economy bereits ihre Unterstützung zugesagt (Spiegel).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Eine Software hilft, den richtigen Bewerber einzustellen – an diesen Gedanken sollten sich Bewerber und Personalmanager langsam gewöhnen. Drei solcher Hilfsmittel und ihre Möglichkeiten beschreibt Michael Schweizer auf Computerwoche.de.

Microsoft kauft LinkedIn und will damit „Produktivität und Geschäftsabläufe neu erfinden“. LinkedIn wirft mehr als 400 Millionen vernetzte Nutzer in den Topf, Microsoft bringt Office, Skype und jede Menge Anwendungen und Infrastruktur mit. Könnte was werden (Zeit.de).

Nur eins von vier Big-Data-Projekten ist profitabel, hat eine neue Studie von Capgemini ergeben. Eine Studie von Bitkom wiederum zeigt, dass deutsche Firmen mit Big Data noch sehr zurückhaltend sind. Zusammenfassung auf Computerwoche.de.

Internet-Anbieter müssen echte Geschwindigkeit angeben, hat die Bundesregierung beschlossen. 50 Mbit/s auf dem Papier sind heute meistens nicht viel mehr als 41 Mbit/s in der Leitung. Die Grünen verlangen zudem Geldbußen bei Nichteinhaltung (Süddeutsche).

Edward Snowden darf keinen Ehrendoktor bekommen, urteilte das Verwaltungsgericht Schwerin. Die Philosophische Fakultät der Uni Rostock wollte ihm der Titel verleihen, der Rektor lehnte es ab mit der Begründung, Snowden habe „keine besondere wissenschaftliche Leistung“ hervorgebracht (Zeit).

Apples neuer Umgang mit persönlichen Daten löst Kontroversen aus. Mit „Differential Privacy“ will Apple Erkenntnisse über die Gewohnheiten seiner Nutzer ziehen, die persönlichen Daten aber vorher anonymisieren. Experten zweifeln an der Praktikabilität des Verfahrens (Spiegel).

Die besten Wetter-Apps fürs Smartphone hat die Süddeutsche gekürt, mit Unterstützung eines Meteorologen. Ihre Pendants fürs iPad hat das CIO-Magazin unter die Lupe genommen.

    

Zu guter Letzt …

Hacker interessieren sich für Trumps Geheimnisse. Gleich zwei russische Hackergruppen sind in das Netzwerk der Demokratischen Partei eigedrungen und haben ein vertrauliches Dossier über The Donald erbeutet (Süddeutsche). Dabei tauschen Trump und Putin seit Wochen Liebenswürdigkeiten aus … (Spiegel)

Microsoft steigt ins Marihuana-Geschäft ein – ganz legal. Der Konzern unterstützt das Startup Kind Financial mit einer Software, die den legalen Marihuana-Verkauf verwaltet und die Rechtmäßigkeit der Transaktionen prüft (New York TimesComputerwoche).
Die Affinität zum Gras scheint bei Microsoft Tradition zu haben: Schon drei Jahre zuvor hatte ein Microsoft-Manager seine Karriere beim Konzern an den Nagel gehängt, um legal Cannabis zu verkaufen (Süddeutsche).