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Digitale Agenda kw29 / 2017

 

Lernen, wie Maschinen lernen

Algorithmen werden von Menschen geschrieben – noch. Selbstlernende Systeme sollen bald bestehende Algorithmen verbessern und eigenständig neue schreiben.

Einer Maschine beim Lernen zusehen kann man über Videos, die die Google-Tochter DeepMind zur Verfügung gestellt hat. Zum Beispiel, wie sich ein virtuelles Strichmännchen das Laufen beibringt (Die Zeit).

Wer hat am Ende die Kontrolle? Je breiter Machine Learning eingesetzt wird, desto größer die Gefahr, echte Probleme zu verursachen, zum Beispiel im Straßenverkehr (Technology Review).

Wie Facebook und Google durch ihre Algorithmen jetzt schon unsere Wahrnehmung prägen und dadurch Massenmanipulation möglich machen, erklärt der Internet-Experte Frank Pasquale im Interview mit Netzpolitik.org.

 

Digitale Welt

Ermittler heben größten Darknet-Marktplatz aus. Ob Drogen, Waffen oder Diebesgut – auf Alpha Bay war all das und noch mehr zu bekommen. Der Europol-Chef spricht von „einer der größten Cyber-Crime-Ermittlungen der Kriminalgeschichte“ (Süddeutsche).

Googles Datenbrille versucht ein Comeback. Die als „Spanner-Brille“ in Verruf geratene Google Glass wird in Version 2 ein reines Arbeitsgerät sein, das nur an Firmen verkauft wird. In Deutschland haben Unternehmen wie Volkswagen die Brille bereits im Einsatz (FAZ, Wired).

Das WLAN des ICE ist unsicher – mal wieder. Schon vor neun Monaten hatte der Sprecher des Chaos Computer Clubs die Bahn auf die Lücke hingewiesen, über die sensible Nutzerdaten abgegriffen werden können (Süddeutsche).

Amazon bastelt an WhatsApp-Konkurrenten. „Anytime“ soll alles haben, was WhatsApp bereits bietet, und nicht einmal die Telefonnummer des Nutzers verlangen. Vom Geschäftsmodell her würde die App viel Sinn machen (t3n.de).

Warum Netflix Erfolg hat und Apple TV nicht, erklärt Axel Postinett in der Zeit. Wenn Apple Netflix nicht bald kauft (wie oft gemunkelt wird), dürfte der Streaming-Zug für den iPhone-Hersteller endgültig abgefahren sein.

Die gefragtesten IT-Jobs von morgen hat die Computerwoche im Rahmen einer Umfrage ermittelt. Security- und Datenspezialisten belegen weiterhin Spitzenpositionen, einige aktuell noch gefragte Profile geraten in den Hintergrund.

 

Zu guter Letzt …

Wer die AGBs nicht liest, muss das Klo putzen. Ein britischer WLAN-Anbieter erlaubte sich den Spaß, in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen Klauseln einzuschmuggeln, die seine Nutzer dazu verpflichten, die Klos eines Pop-Festivals zu putzen oder 1.000 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. 22.000 Nutzer fielen herein, nur einer hat aufgepasst (Spiegel).

Digitale Agenda kw18

 

TTIP

Einige interessante Einblicke in den Stand der Verhandlungen beim TTIP-Abkommen zwischen EU und USA gaben die geleakten Verhandlungsunterlagen, die Greenpeace letztes Wochenende ins Netz stellte – auch zum Thema Internet.

(Alles Wesentliche zu TTIP kompakt zusammengefasst auf Netzpolitik.org, Kommentar zu den Leaks in der Süddeutschen.)

Die Überraschung: Während die USA beim Thema Verschlüsselung keine Kompromisse eingehen und diese nur in Ausnahmefällen überwinden wollen, bestehen die Europäer auf Hintertüren (Süddeutsche). Dafür bestehen die USA auf Klauseln, die Datenschutz als Hemmnis für den freien Handel betrachten (Netzpolitik.org).

Ein Kompromiss zwischen den beiden Extremen könnte Befürchtungen wahr werden lassen, die Netz-Pessimisten diese Woche auf der Internet Re:publica äußerten. Deren letzten Vorhersagen waren dank Snowden zum Teil sogar übertroffen worden (SpiegelSüddeutsche).

Die Veröffentlichung könnte das Ende von TTIP bedeuten. Die Bevölkerung ist ohnehin nicht für das Abkommen zu begeistern (ARD-Deutschlandtrend), die SPD wackelt (Handelsblatt) und Frankreich droht jetzt mit einem Ausstieg (Tagesspiegel).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Wie man IT-Organisationen umbaut, erklärt der Berater Siegfried Riedel auf CIO.de. Mit neuen Strukturen allein ist es eben nicht getan, es müssen zudem neue Kompetenzen und Mitarbeiterprofile aufgebaut werden.

Tools fürs Management von Multimedia-Dateien stellt Mehmet Toprak auf silicon.de vor, von der Bildverwaltung für Hobby- und Berufsfotografen bis hin zu Produkten für Unternehmen, die externe Partner einbinden können.

Apple und SAP wollen miteinander kooperieren, um die Entwicklung von Unternehmens-Apps auf Basis von SAP-Anwendungen zu forcieren. Neue Apps sollen sowohl von SAP und Apple als auch von SAP-Kunden entwickelt werden können (golem.de).

Wie sich das Arbeiten bei einem deutschen Startup anfühlt, schildert Matthias Jauch auf Freitag.de. Dass bei Startups viel und unter Druck gearbeitet wird, ist wohl weniger ein Problem als die Sitten, die Gründer und Investoren teilweise an den Tag legen.

Gesichtserkennung wird zur wachsenden Gefahr für Menschen, die viel in sozialen Netzwerken unterwegs sind, aber nicht nur für sie. Die Technik ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass sogar die Anonymität auf der Straße gefährdet ist (Zeit.de).

Vier Plattformen für Machine Learning nimmt der Crisp-Analyst Björn Böttcher unter die Lupe und erklärt, für welche Einsatzgebiete sie jeweils geeignet sind (Computerwoche).

BitTorrent Sync IT soll die businesstaugliche Version der populären Peer-to-Peer-Software werden. Sie nutzt ein neu entwickeltes Protokoll, das auch beim Austausch von Daten über weite Strecken fehlertolerant ist. Mehr zur letzten Version von Sync auf heise.de.

    

Zu guter Letzt …

Ein Zehnjähriger hackt Instagram und bekommt dafür eine Belohnung von 10.000 Dollar. Der junge Finne fand einen Programmierfehler an einer Schnittstelle, mit der Drittanwendungen auf Instagram zugreifen können und meldete sie ganz brav bei Facebook (Süddeutsche).