Schlagwort-Archive: NetzDG

Digitale Agenda kw22 / 2021

 

Der Staat wird digital

Die Ausweispflicht wird auf EU-Ebene digitalisiert. Nach dem Start der Plattform für das EU-weite digitale Impfzertifikat soll bald auch eine digitale Brieftasche in Betrieb genommen werden. 

Ermittlungsbehörden rüsten digital auf. Das Saarland kündigt einen digitalen Spürhund mit Datenwaschmaschine an, Bayern orientiert sich mit seiner neuen Polizei-Software VeRA an der Überwachungssoftware von Palantir.

Digitale Überwachung des öffentlichen Raums. Das neue Digitale-Dienste-Gesetz der EU erinnert stark an das umstrittene deutsche NetzDG. Eine automatisierte Videoüberwachung in Karlsruhe wurde vorerst gestoppt. 

 

Digitales Leben

Neue Betriebssysteme von Google und Huawei. Googles Fuchsia nimmt seinen Betrieb im Nest Hub auf, HarmonyOS ersetzt Android auf Huawei-Geräten über ein einfaches Update (s.a. Interview mit dem Softwarechef von Huawei).

Googles Standort-Tracking hat ein Nachspiel. Interne Dokumente belegen, dass Android-Nutzern es praktisch unmöglich gemacht wurde, sich nicht tracken zu lassen. Die anhängige Klage erhält damit neue Brisanz.

Netzpolitik verklagt ZITiS. Für die Hacker-Behörde des Innenministeriums gibt es kein Gesetz, sie wurde per einfachen Ministerialerlass gegründet und verweigert bislang jegliche Auskunft über ihre Aktivitäten. 

WhatsApp will vorerst keine Nutzer aussperren. We den neuen Datenschutzbestimmungen nicht zustimmen will, kann es auch weiterhin bleiben lassen. Und sich sich in Ruhe nach Alternativen umsehen. 

Microsoft stellt diesen Monat neues Windows vor. Ob ein Windows 11 vorgestellt wird oder nur ein großes Update von Windows 10, weiß niemand. Ein neues Design wird es allemal.

 

Zu guter Letzt …

Amazon bringt Ihre Nachbarn in Ihr WLAN. Mit Sidewalk werden benachbarte Amazon-Geräte über Ihr WLAN ans Internet angeschlossen, falls deren Internet-Anschluss ausfällt. Die Funktion ist vorerst nur in den USA aktiviert, Datenschützer äußern Bedenken.

Digitale Agenda kw01 / 2021

 

Digitale Meinungsfreiheit

Der Sturm auf den US-Kongress am Mittwoch hat eine Vorgeschichte, die sich hauptsächlich  auf Social Media-Plattformen abgespielt hat. So war es kaum überraschend, dass Twitter und Facebook unmittelbar danach Donald Trumps Accounts blockierten. 

Internet-Konzerne als Wächter der Demokratie? Immer häufiger müssen Twitter, Facebook, YouTube & Co. darüber entscheiden, wer was öffentlich äußern darf. Rufe nach Zensur sind ebenso nachvollziehbar wie mahnende Worte, die Schuld nicht nur bei den Konzernen zu suchen.

Die Suche nach einer Lösung, um der Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter eine tragfähige Basis zu geben, ist nicht einfach und wird weder mit Verboten noch mit Zensur erfolgreich sein. Schon eher mit differenzierenden Gesetzen, auch wenn deren Entstehung langsam ist.

 

Digitales Leben

Microsofts Quellcode fiel Hackern zum Opfer. Die Angreifer hatten sich bereits vor Monaten über die Wartungssoftware von SolarWinds Zugang in die Microsoft-Server verschafft. Auch deutsche Behörden wie BKA und BSI sind betroffen. 

Die Modernisierung der Bundes-IT wird voraussichtlich drei Jahre länger dauern als geplant. Damit ist mit einem Abschluss des Projekts nicht früher als 2028 zu rechnen. 

Die EU will Open-Source-Software nicht fördern. Offensichtlich hat sie immer noch nicht verstanden, dass „digitale Souveränität“ auf der Fähigkeit von Europa basiert, eigene Software zu entwickeln, statt auf US-Konzerne angewiesen zu sein. 

Julian Assange bleibt weiter in Haft. Die Richterin stimmte der Auslieferung prinzipiell zu, hatte aber Bedenken wegen des schlechten gesundheitlichen Zustands des Wikileaks-Gründers. Eine Freilassung auf Bewährung lehnte sie trotzdem ab. 

CSU will den Smartphone-Perso. Ausweisdokumente wie Führerschein und Personalausweis sollen auf dem eigenen Handy gespeichert werden können, um das Leben in der digitalen Welt zu erleichtern.

Apples neue Tracking-Bremse ärgert Facebook. Apple erlaubt das App-übergreifende Tracking von installierten Apps nur wenn der Nutzer dem explizit zugestimmt hat – und Facebook läuft Sturm. Was ist eigentlich mit Android?

 

Zu guter Letzt …

Für Intel-CPUs wird die Luft immer dünner. Nach Apple soll jetzt auch Microsoft an einem eigenen Prozessor auf ARM-Basis arbeiten. Amazon verwendet schon länger eigene CPUs in seinen Rechenzentren und Google setzt bei KI-Anwendungen ebenfalls auf eigene Chips. 

Digitale Agenda kw14 / 2020

 

Corona-Tracking

Eine Tracking-App auf freiwilliger Basis soll die Corona-Verbreitung in Deutschland eindämmen. Pepp-PT wird gerade entwickelt und soll Mitte April verfügbar sein. 

Die Akzeptanz in der Bevölkerung, der Politik und der Industrie wäre vorhanden, aber:

 

Quarantäne, Woche 2

Boom für Zoom – Security-Bedenken inklusive. Die Videokonferenz-App hat sich als Gewinner der Corona-Krise etabliert, ist aber in Sachen Sicherheit ein Albtraum (sowohl für Windows– als auch für Mac-Nutzer), weil sich Zoom teilweise selbst wie Schadsoftware verhält. 

Die Ergebnisse des Corona-Hackathons sind da. Von den 1.221 fertigen Projekten haben es 197 in die Shortlist geschafft, die Jury 20 davon prämiert. Hier ein Überblick der prämierten Projekte. 

Netzwerkdurchsetzungsgesetz wird reformiert. Eine neue Fassung des NetzDG wurde vom Bundeskabinett verabschiedet und in den Bundestag eingereicht, begeistert aber weiterhin niemanden außer die Regierung. 

Aus für Office 365. Ab dem 21. April heißt das etwas aufgebohrte Office-Paket „Microsoft 365“ – damit auch niemand vergisst, wem wir es zu verdanken haben.

Welche Auswirkungen hat Corona auf die IT? Doc Storage knöpft sich diese Woche die Edel-EDV vor und denkt darüber nach, wie wir künftig IT einkaufen und einsetzen werden.

 

Zu guter Letzt …

Per Videokonferenz kündigte der E-Scooter-Anbieter Bird rund 30 Prozent seiner Belegschaft (406 Angestellte), und zwar auf die denkbar unpersönlichste Weise. Start-ups sind von der Corona-Krise besonders betroffen, doch Kündigungen gehen auch anders. 

Digitale Agenda kw11 / 2020

 

Corona-Schäden

Die globale Wirtschaft ist dem Coronavirus zum Opfer gefallen und die Stimmung auch in der eher virtuellen Digitalbranche ist gedämpft. Messen und Konferenzen werden abgesagt oder finden nur virtuell statt, Google und Twitter ordnen Homeoffice für alle an.

Wie kann Technik in dieser Situation helfen? Supercomputer und Künstliche Intelligenz suchen nach Lösungen, Datenspezialisten visualisieren die aktuelle Lage, umstrittene Smartphones-Apps sollen bei der Lokalisierung von Infektionen helfen.

Angesagt sind jetzt Homeoffice, virtuelle Teams, Videokonferenzen, Online-Prüfungen und Streaming.

 

Digitales Leben

Das Gesetz über Hassrede schießt übers Ziel hinaus. Der Bundestag debattiert über den ersten Entwurf des neuen NetzDG und es hagelt Kritik – von praktisch allen Seiten. 

EU-Kommission will ein Recht auf Reparatur. Um künftig weniger Elektroschrott zu produzieren hat die EU-Kommission eine Reihe von Maßnahmen entworfen. Unter ihnen ist das Recht auf Reparatur reine Symbolpolitik, meint die Industrie.

Gesichtserkennung in der Strafverfolgung. Die europäischen Ermittlungsbehörden haben sich auf ein Verfahren geeinigt, nach dem Bilder aus Überwachungskameras europaweit mit den Karteien einzelner Länder abgeglichen werden können. 

Kann das EU-Parlament Upload-Filter noch stoppen? Ein mühsam erreichter Kompromiss, um das EU-Gesetz zu Terror-Propaganda etwas zu entschärfen, steht auf der Kippe. 

Schnüffelnde VPN-Apps. Nach Facebooks Onavo ist jetzt auch eine Reihe beliebter VPN-Apps und Adblocker für Android und iOS aus den App-Stores geflogen. Sie hatten ihre Nutzer ausgehorcht.

 

Zu guter Letzt …

Verschickt der US-Präsident Fake-Videos? Donald Trump hat einen kurzen Video-Zusammenschnitt aus einer Rede seines demokratischen Konkurrenten Joe Biden verbreitet, in dem letzterer die Wiederwahl Trumps zu befürworten scheint. Twitter markierte das Video als Fälschung, Facebook nicht. Wer hat recht?