Schlagwort-Archive: Office 365

Digitale Agenda kw49 / 2020

 

Privatsphäre

Bundesregierung plant Sollbruchstellen in WhatsApp & Co., sagt jemand, der es wissen müsste. Sven Herpig hat eine Karriere beim BSI und Außenministerium hinter sich und warnt vor dem Ende verschlüsselter Kommunikation. 

Auch die EU will die Verschlüsselung umgehen. Hilfe bekommt sie von den Geheimdiensten der englischsprachigen Alliierten (Five Eyes), wenn auch noch nicht klar ist, welcher Art.

Der Entwurf des neuen BND-Gesetzes legalisiert alles, was der BND aktuell praktiziert und teilweise vom Verfassungsgericht moniert wird, und soll seinen Wirkungsradius noch ausbauen. 

 

Digitales Leben

Microsoft misst die Produktivität von Office-Nutzern. Der Productivity Score zeichnet unter anderem detailliert auf, wer in einem Unternehmen wie arbeitet. Das brachte Datenschützer auf die Barrikaden und Microsoft dazu, die Mitarbeiterüberwachung etwas zu entschärfen.

Großbritannien schließt Huawei vom 5G-Netz aus. Ab September 2021 dürfen keine Geräteteile des chinesischen Konzerns beim 5G-Ausbau mehr verwendet werden. Die Briten setzen nun auf NEC.

Ist das Darknet einfach nur kriminell? Genau das behaupten Forscher in einer Studie, doch die Erfinder wollen das nicht auf sich sitzen lassen. Anonymität schütze auch Dissidenten totalitärer Regime.

Der neue M1-Mac kann auch Windows 10. Einige schnelle Patches und eine Open-Source-Virtualisierungssoftware – mehr brauchte ein deutscher Entwickler nicht. Bei Windows handelt es sich um die Version für ARM-CPUs. 

Videoüberwachung wird in Karlsruhe privatisiert. EnBW und Stadtverwaltung wollen eine datenschutzkonforme Form der Videoüberwachung installieren, die keine personenbezogenen Daten aufnimmt. Zur Unterstützung der Polizei, so EnBW.

 

Zu guter Letzt …

Libra war so frei: Jetzt heißt sie Diem. Facebooks Digitalwährung wurde bereits letztes Jahr in eine Gesellschaft mit Sitz in Genf überführt. Der Namenswechsel soll signalisieren, dass die Diem Association „autonom und unabhängig“ von Facebook arbeitet. 

Digitale Agenda kw45 / 2020

 

US-Wahlen

Es kam wie befürchtet. Der Wahlkampf um die US-Präsidentschaft war so heftig und das Ergebnis der US-Wahl ist so knapp, dass Facebook und Twitter zugleich das Schlachtfeld bereitstellen und den Schiedsrichter spielen müssen. 

Ein knappes Ergebnis ist genau das, was die Plattformen vermeiden wollten, denn dadurch sind sie dazu gezwungen, Anzeigen abzulehnen, Tweets zu brandmarken und Gruppen zu löschen. 

Demokratische Prozesse auf privaten Plattformen, geführt mit sehr viel Geld und mit jungen Milliardären wie Mark Zuckerberg und Jack Dorsey als Schlichter – was soll da schon schiefgehen?

 

Digitales Leben

So wird die Corona-Warn-App weiterentwickelt. Laut einem internen Dokument soll ein Update Ende Februar es leichter machen, nachzuvollziehen, wo man sich angesteckt haben könnte, und ein QR-Code die lästigen Restaurant-Listen ersetzen. Die Grünen fordern eine Cluster-Nachverfolgung. 

Altmaier hat kein Problem mit Upload-Filtern. Der Wirtschaftsminister liegt immer noch im Clinch mit dem SPD-geführten Justizministerium und will das neue Urheberrechtsgesetz eher restriktiv gestalten, inklusive Upload-Filter. 

Office 365 in Schulen ist problematisch. Die Verletzung gleich mehrerer datenschutzrechtlicher Vorschriften werde durch ein Wirrwar an Klauseln möglich, erklärt ausführlich ein Rechtswissenschaftler.

Oberster Datenschützer kritisiert Staatstrojaner. „Das Ausmaß der staatlichen Überwachung übersteigt mittlerweile das für eine Demokratie erträgliche Maß“, sagt Ulrich Kelber im Spiegel-Interview.

Aus fürs Datensammeln aus „berechtigtem Interesse“? Ein deutscher Entwurf der neuen E-Privacy-Verordnung der EU sieht vor, dass die Platzierung entsprechender Cookies nicht mehr möglich ist.

 

Zu guter Letzt …

Die Kamera als offenes Scheunentor des Smart Home. Ein Professor für IT-Sicherheit ließ seine Studenten auf die Überwachungskamera eines vernetzten Hauses los – und sie konnten erschreckend schnell und problemlos liefern.

Digitale Agenda kw44 / 2020

 

Googles Macht

Wie mächtig ist Google tatsächlich? Nachdem in den USA ein Kartellverfahren gegen den Konzern eröffnet wurde, fordern nun konkurrierende Suchmaschinen von der EU nicht nur Bußgelder, sondern richtige Maßnahmen, um das Monopol zu brechen. 

In Italien ermitteln Wettbewerbshüter gegen den Konzern wegen des Verdachts auf Missbrauch seiner Marktmacht im Zusammenhang mit Onlinewerbung und inspizierten seine Büros.

Die Macht von Google über die Medien untersucht eine Studie der Otto Brenner Stiftung (als Artikelserie auf netzpolitik.org: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4) und zeigt, dass Googles Einfluss auf das, was wir erfahren, ebenso groß wie unsichtbar ist.

 

Digitales Leben

Wie datenschutzkonform ist Microsoft Office365? Nach dem Aus für Privacy Shield geraten auch die Standardvertragsklauseln ins Visier der Datenschützer. Experten untersuchen die Problematik, Anwälte die Konsequenzen und Dienstleister bieten technische Hilfe an. 

Apples Suchmaschine nimmt Gestalt an. Im Web soll ein Suchmaschinen-Crawler des Konzerns seine Aktivität stark erhöht haben, um einen eigenen Such-Index aufzubauen.

Die neue Fahndungsdatenbank der EU soll nicht mehr nur von der Polizei benutzt werden dürfen, sondern von rund 2.000 weiteren Behörden. Das würde das Missbrauchsrisiko massiv erhöhen, befürchten Politiker. 

Die Corona-Warn-App könnte einige neue Features gebrauchen, um ihre Effektivität beim Contact-Tracing zu erhöhen – weiterhin bei Wahrung der Anonymität der Nutzer. 

Jens Spahn hat es eilig mit seiner ePA. Die elektronische Patientenakte würde in ihrer jetzigen Form gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen und die Technik ist noch nicht ausgereift, doch der Minister gibt Gas. 

 

Zu guter Letzt …

Aktienkurs von SAP stürzt ab. Die Corona-Pandemie würde sich mindestens bis Mitte 2021 negativ auf die Geschäfte auswirken, kündigte der Konzern an korrigierte seine Prognosen nach unten. Die Gewinnmarge werde vorerst bei „nur“ 29 Prozent stagnieren. 

Digitale Agenda kw23

 

Apps haben ihre besten Tage schon gesehen

Die Lust auf die Entdeckung neuer Apps scheint sich langsam dem Ende zu neigen, wenn man den Statistiken von Localytics glauben will. Ein Viertel aller heruntergeladenen Apps wird nach nur einer Nutzung wieder fallengelassen, dafür nutzen immer mehr Smartphone-Besitzer eine kleinere Zahl an Apps umso intensiver.

Das hat Konsequenzen für die App Stores. Waren sie für Apple und Google bisher ein Mittel, um möglichst viele Geräte zu verkaufen, sollen sie nun App-Entwickler und Nutzer gleichermaßen bei der Stange halten. Apple will nun seine Entwickler besser mitverdienen lassen und verbessert den Service (Süddeutsche), Google zieht nach (FAZ).

Wer hat zum Schluss die Nase vorn? Apple verdient Milliarden durch den Verkauf von Geräten, doch das Wachstum geht zur Neige und der Marktanteil sinkt auf unter 20 Prozent. Apple ist dazu verdammt, auf Services à la Google umzusatteln (Süddeutsche). Doch das wird sehr schwierig, wie der Branchenexperte Ben Thompson in einer lesenswerten Analyse zeigt.

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Nur jedes zweite Unternehmen hat eine digitale Strategie, zeigt eine neue Studie und offenbart deutliche Unterschiede bei der Einschätzung der Lage zwischen Mitarbeitern und ihren Chefs. Letztere sind optimistischer, auch wenn sie noch keinen Plan haben (t3n.de)

Wer 10 Stunden im Büro sitzt, ist nicht unbedingt besser, sagt der Arbeitsdirektor von Bosch, Christoph Kübel, im Gespräch mit dem CIO-Magazin. Flexibilität und Freiräume machen hingegen die Mitarbeiter viel produktiver, wenn sie richtig eigesetzt werden.

TeamViewer-Nutzer werden Opfer von Kriminellen. Schuld war nicht etwa eine Sicherheitslücke an der Fernwartungs-Software, sondern die Nutzung des TeamViewer-Passworts auch für andere Dienste, die neulich gehackt wurden (Welt.de).

Microsoft bringt einfaches Tool fürs ProjektmanagementPlannersoll in den nächsten Wochen als Bestandteil von Office 365 verfügbar sein und orientiert sich an den Features populärer Tools wie Trello(silicon.de).

Für welche Firmen sich Office 365 lohnt, erläutern zwei Berater von Detecon auf CloudComputing-Insider.de. Das Einsparpotenzial durch den Umstieg ist groß, doch er bedingt einige Umstellungen, die teuer sein können weil sie weitreichende Konsequenzen haben.

Safe Harbor: Die ersten Bußgelder sind fällig. Adobe, Punica und Unilever hatten ihren Datenaustausch mit den USA nicht rechtzeitig umgestellt. Die Strafen sind noch glimpflich ausgefallen, aber es sollen weitere folgen (Spiegel).

Tipps für Tests von Anwendungen auf Websites gibt ein Artikel auf Datacenter-Insider.de und stellt mit Dynatrace RUM 12.4 ein Tool für nutzerbasiertes Performance Monitoring vor.

Die PowerPoint Alternative Prezi steht jetzt in einer Business-Versionzur Verfügung. Zu den Profi-Funktionen gehören unter anderem Analysewerkzeuge, Tools für die Einbindung von Teams und Publikum sowie die Unterstützung des Collaboration-Tools Slack (silicon.de).

    

Zu guter Letzt …

Wir leben innerhalb einer Computersimulation. Wie beim Film „Die Matrix“. Glaubt zumindest Tesla-Gründer Elon Musk, der in der Technologiebranche inzwischen die Rolle eingenommen hat, die einst Steve Jobs hatte. Die Chance, dass wir nicht Teil einer Computersimulation sind, liegt für Musk bei eins zu eine Milliarde (Welt.de).