Schlagwort-Archive: Privacy Shield

Digitale Agenda kw34 / 2020

 

ePA

Die elektronische Patientenakte soll 2021 in Betrieb gehen. Ab dem 1. Januar sollen Versicherte,  die den Dienst nutzen wollen, ihre Diagnosen, Medikationspläne und Befunde Ärzten und Apothekern digital zur Verfügung stellen können. 

Die ePA ist nicht DSGVO-konform, sagt der Datenschutzbeauftragte des Bundes und die Kollegen einiger Länder. Das sei sie erst wenn der Patient entscheiden kann, welcher Arzt auf welche Informationen zugreifen kann. Das soll aber erst 2022 kommen.

Der Industrie geht das alles zu langsam. „Weitere Verzögerungen können wir uns nicht erlauben“, mahnt der Digitalverband Bitkom, und Gematik-Chef beklagt die Ignoranz der Ärzte. 

 

Digitales Leben

Huawei-Sanktionen zeigen in Deutschland Wirkung. Huawei ist bei allen drei großen deutschen Providern der wichtigste Lieferant. Ein Total-Embargo hätte katastrophale Konsequenzen. 

Innenministerium verklagt Datenschutzbeauftragten. Das Innenministerium empfindet Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz, die per Mail eingereicht werden, als „schikanös“. Legal sind sie trotzdem. 

Ministerien einigen sich auf Staatstrojaner Plus. Beim Streit zwischen Innen. und Justizministerium um den Einsatz des Staatstrojaners zeichnet sich ein Punktsieg für den Innenminister ab.

Auch Facebook gegen Apples App Store. Nachdem Spielehersteller Epic wegen Fortnite einen Rechtsstreit gegen Apple vom Zaun gebrochen hat, wettert auch Facebook gegen den App Store. Apple wiederum will mit iOS 14 das Tracking so stark einschränken, dass Facebook seine Felle davonschwimmen sieht. 

Beschwerde gegen 101 Firmen wegen Privacy Shield. Das Abkommen zum Datenaustausch zwischen EU und USA hat Facebook-Schreck Max Schrems bereits gekippt. Nun geht er gegen Firmen vor, die Google Analytics und Facebook Connect weiterhin verwenden. 

 

Zu guter Letzt …

„Fuck the algorithm“. Weil die Abschlussprüfungen für Mittelschulen und Gymnasien in Großbritannien wegen Corona nicht stattfinden konnten, hat das Bildungsministerium die Abschlussnoten der Schüler von einem Algorithmus berechnen lassen. Das Desaster für die Schüler wurde zur Blamage fürs Ministerium.

Digitale Agenda kw29 / 2020

 

Privacy Shield

Datenabkommen zwischen EU und USA ist ungültig. Nach Safe Harbor kippte der Europäische Gerichtshof jetzt auch dessen Nachfolger, Privacy Shield. Den Schutz persönlicher Daten von EU-Bürgern in den USA sah das Gericht vor US-Geheimdiensten wie der NSA als nicht gewährleistet. 

Was ist die Alternative? Das Urteilt stellt auch die Wirksamkeit der Standardvertragsklauseln in Frage, die von vielen Unternehmen genutzt werden. Diese müssen dringend überarbeitet werden, fordert der Bitkom. 

Vielleicht hilft das ‚Plattformgrundgesetz‘, das nächstes Jahr kommen soll. Das Vorzeige-Projekt der EU-Kommission soll Netzwerke wie Facebook und Twitter regulieren und die Marktmacht von Konzernen wie Google und Amazon beschränken. 

 

Digitales Leben

Twitter über Admin-Konten gehackt. Ein Twitter-Mitarbeiter mit mächtigen Rechten fiel auf einen gezielten Phishing-Angriff herein, und schon gab es Bitcoin-Werbung über die Konten von Barack Obama und Donald Trump. Ein Paradebeispiel für Social Engineering. 

Apple muss keine Steuern in Europa nachzahlen. Die EU-Kommission hatte von Apple 13 Milliarden Euro nachgefordert, weil sie Apples Steuer-Deal mit Irland in Zweifel stellte. Das Gericht der Europaischen Union erklärte nun die Forderung für nichtig.   

5G-Netz ohne Huawei? Die britische Regierung hat Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes ausgeschlossen. Deutschland will dem Beispiel nicht folgen, die SPD schlägt einen geheimen Ausschuss zur Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit von IT-Zulieferern vor.

Europa braucht eine eigene digitale Infrastruktur, damit es nicht ewig von USA und China abhängig ist, fordert ein Expertenbündnis von Wissenschaftlern, IT-Experten und Medienmanagern.

Open-Source-Produkte haben sich in der Krise bewährt. Die Stadt Bühl betreibt jetzt eine eigene Videokonferenz-Plattform, Open-Source-Bildungsplattformen wollen eine nachhaltige Finanzierung.

 

Zu guter Letzt …

Heute ist Welt-Emoji-Tag. Mehr als 3.300 Emojis stehen aktuell zur Wahl, am Anfang waren es nur 176. Zur Feier des Tages hat Google weitere 117 angekündigt und ein Sprachwissenschaftler erklärt den Emoji-Gebrauch unter Jugendlichen.

Digitale Agenda kw51 / 2019

 

Was kostet das Internet?

EU-Vizepräsidentin warnt vor Internet-Stromverbrauch. 200 Milliarden kWh verbrauchen allein Streaming-Dienste. Mit solchen Zahlen sind die EU-Klimaziele nicht zu erreichen, warnt Digital-Kommissarin Margarethe Vestager.

Auch das 5G-Netz ist ein Stromfresser. 3,8 Milliarden kWh werden allein in Deutschland zusätzlich nötig sein, hat E.on berechnet. So viel verbrauchen etwa Köln, Düsseldorf und Dortmund zusammen in einem Jahr.

Breitbandausbau verursacht Zweiklassen-Internet. Stadtgebiete werden immer besser mit Breitband versorgt, ländliche Gebiete fallen immer weiter zurück. Auch der Mobilfunk entwickelt sich zu einem Zweiklassen-Netz.

Minenarbeiter verklagen Tech-Konzerne. Microsoft, Google und Tesla sollen von den menschenverachtenden Zuständen in den Kobaltminen im Kongo gewusst haben, seien aber des Profits wegen tatenlos geblieben.

 

Digitales Leben

Die DSGVO soll nachgebessert werden. Datenschützer wollen den bürokratischen Aufwand verringern, einige bestehende Regelungen konkretisieren und verbessern, aber auch neue einführen.

Regierung will Internet-Überwachung verschärfen. Das neue Gesetz gegen Hasskriminalität könnte Online-Dienste dazu verpflichten, Passwörter im Klartext zu speichern und an Ermittler herauszugeben.

Quantenverschlüsselung für deutsche Ministerien. Der Bund arbeitet mit dem Fraunhofer-Institut an einem Pilotprojekt, das Staats- und Wirtschaftsgeheimnisse besser schützen soll. 

Datenaustausch mit USA ist rechtens. Der Datenschutz-Aktivist Max Schrems ist mit seiner zweiten Klage gegen Facebook gescheitert. Die Speicherung persönlicher Daten von EU-Bürgern in den USA ist legal, kann aber bei Verletzung des Datenschutzes gestoppt werden.

Der Vertrag zwischen Facebook und der TU München zur Finanzierung eines neuen Instituts über KI-Ethik ist nicht ganz das, was öffentlich kommuniziert wurde. Facebook hält die Forscher durch seine Bedingungen an der kurzen Leine. 

Das Geschäft mit gekauften Likes durchleuchtet eine Recherche von SZ, NDR und WDR. Rund 90.000 Social-Media-Seiten nahmen die dubiosen Dienste einer deutschen Firma in Anspruch. 

 

Zu guter Letzt …

Facebook verliert sogar Daten der eigenen Mitarbeiter. Mehrere Festplatten mit Personaldaten von 29.000 Angestellten wurden letztes Jahr aus dem parkenden Auto eines Mitarbeiters gestohlen. Weder waren die Daten verschlüsselt noch hätte der Mitarbeiter die Daten bei sich haben dürfen. 

Digitale Agenda kw47 / 2019

 

Politische Werbung

Facebook und Google bedrohen die Menschenrechte, findet Amnesty International in einem neuen Bericht. Sie könnten praktisch nach Belieben die Meinungsbildung beeinflussen oder diskriminieren, entziehen sich aber jeglicher Kontrolle.  

Die Diskussion um politische Werbung in sozialen Medien unterstreicht das Urteil von Amnesty. Facebook hat nichts gegen Lügen in politischen Anzeigen, während es zugleich Presseartikel zensiert. 

Twitters Auffassung von politischer Werbung ist mehr als vage. Die Widersprüche (englisch) der neuen, global geltenden Richtlinien, geben Anlass zur Sorge, wie auch ein aktuelles Beispiel zeigt. 

 

Digitale Welt

Das Privacy Shield wackelt mal wieder. Sollten die USA ernst machen mit der Absicht, die Verschlüsselung zu schwächen, will die EU-Kommission das Abkommen zum Datenaustausch mit den USA überdenken. 

Windows 10 ist noch nicht DSGVO-konform, weil zu viele Daten in die USA übertragen und dort gespeichert werden, glauben Datenschützer und fordern Nachbesserungen – oder Alternativen.

Geplante Obsoleszenz ist immer noch ein Problem. Experten fordern bessere Verbraucherschutzgesetze, bevor wir eines Tages nicht mehr ins Haus kommen, weil die Tür unseres Smart Home nicht mehr aufgeht.

Netzbetreiber wollen den Routerzwang wieder einführen. Im Zuge des Glasfaserausbaus wollen die deutschen Internetanbieter ihre Kunden wieder verpflichten, firmeneigene Router einzusetzen.

Die Bundesregierung formuliert ihre Datenpolitik. Ein kritischer Blick auf das Eckpunktepapier, auf dessen Basis ein neues Gesetz entstehen soll, zeigt allerdings eine Strategie ohne Perspektive.

Deutsche Politiker fordern einen Ausschluss von Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes. Ein entsprechender Antrag auf dem CDU-Parteitag wurde jetzt etwas entschärft. Derweil lockern die USA die Sanktionen gegen den Hersteller. 

 

Zu guter Letzt …

Der schlimmste Feind von eGovernment ist die Ratte. Die digitale Verwaltung von Estland gilt als vorbildlich und gegen Cybergefahren gut abgesichert. Gegen Nager, die Glasfaserkabel anknabbern, nicht so sehr.