Schlagwort-Archive: SpaceX

Digitale Agenda kw24

 

Hacker im Bundestag – und überall sonst

Ob es ein Totalschaden ist oder nicht, darüber wurde gestern unter Experten noch gestritten. Berichte, dass das Netzwerk des Bundestags irreparabel geschädigt wurde (Spiegel), sind gestern wieder dementiert worden (Zeit) und das BSI will die Sache nicht weiter kommentieren.

Das ist auch unerheblich wenn man bedenkt, dass der erste Angriff bereits am 8.Mai bemerkt wurde und seitdem eine unbekannt große Menge an Daten abgeflossen sein soll. Immerhin sei seit zwei Wochen kein Datenabfluss mehr zu bemerken, so das BSI. Was technisch nicht viel heißt. Und politisch ist der Angriff für netzpolitik.org ohnehin ein „Totalschaden für die Demokratie“.

Die Cyberparty der Geheimdienste hat längst begonnen, der Bundestag war nicht das erste Opfer und Wirtschaftsspionage im Auftrag des Staates gehört längst zum Standardangebot der Schlapphüte. Viele Bundestagsabgeordnete trauen inzwischen nicht einmal dem BSI, geschweige denn dem Verfassungsschutz, und weigern sich ihre PCs überprüfen zu lassen (Handelsblatt).

Nicht einmal Antivirus-Hersteller sind noch sicher. Diese Woche ist bekannt geworden, dass es auch Kaspersky erwischt hat. Für Ziele dieses Kalibers muss es aber schon etwas besonderes sein, in diesem Fall mit Duqu 2.0 der bislang raffinierteste Trojaner auf dem Markt – von den bewährten Autoren von Stuxnet (silicon.de).

 

IT-MANAGEMENT

IT-Budgets wandern in die Fachbereiche ab, der IT droht ein Bedeutungsverlust auf der strategischen Ebene. Wie sich die IT für die Zukunft neu aufstellen sollte, erklärt SAP Vice President Sven Denecken in der Computerwoche.

IT-Leiter und Finanzchefs pflegen oft ein etwas angespanntes Verhältnis, werden aber in Zukunft einander mehr brauchen als das bisher der Fall war. HP hat fünf CIOs und CFOs namhafter Firmen um Tipps gefragt, wie man dieses Verhältnis fruchtbar und produktiv gestalten kann.


Studie zur Mobile Security-Perspektive 2015

Mobile Endgeräte dienen als Kreditkarte, digitaler Türöffner und zur Kontrolle von smarten Produktionsanlagen. Gleichzeitig verbreitern sie die Angriffsfläche für Online-Kriminalität, wie die rasant steigende Zahl einschlägiger Schad-Software belegt. Eine umfassende Mobile Security für Unternehmen so wichtig wie nie zuvor.
Die Studie von ISMG untersucht die Voraussetzungen, Anforderungen, Verfügbarkeit und Perspektive von Mobile Security 2015.


 

TECHNIK

Integrierte Systeme I – Appliances. Einen Überblick über Einsatzgebiete, Kosten, Vor-und Nachteile der Pizza-Schachteln für Security, Suche, Analytics und viele andere Zwecke gibt Klaus Manhart in der Computerwoche.

Integrierte Systeme II – Hyperkonvergente RZ-Systeme. Das Zusammenfassen von Server-, Speicher- und Netzwerkeinheiten in ein konvergentes System macht vielerorts Sinn, beliebt sind diese Systeme bei IT-lern aber selten. Das hat oft viel mit Besitzstandswahrung zu tun, meint Doc Storage auf speicherguide.de.

Den Konzertsaal zum Mitnehmen verspricht das Fraunhofer-Institut mit einem neuen Verfahren für Kopfhörer und Auto-Stereoanlagen. Damit kann ein dreidimensionales Hörerlebnis, das momentan eine Surround-Anlage braucht, auch über ganz normale Kopfhörer vermittelt werden (Video).

Zu guter Letzt …

Google und Facebook lassen den Weltraum in Frieden und streichen vorerst ihre Pläne, Satelliten ins All zu schießen, um die Erde mit Internet zu versorgen (Golem.de). Das übernimmt gerne SpaceX, die Firma des Tesla-Gründers Elon Musk, die jetzt eine Genehmigung für erste Tests beantragte (heise.de).

Digitale Agenda kw04

 

Google – bald der größte Internet-Provider weltweit

Die Pläne sind ehrgeizig und schon sehr konkret. Google will eines Tages vom Weltraum aus die ganze Erde mit Internet versorgen. Hierzu beteiligt sich der Konzern an SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen des Tesla-Gründers Elon Musk, und finanziert mit einer Milliarde Dollar die Installation von 700 geostationären Satelliten rund um den Globus (Süddeutsche).

Es ist nicht Googles erster Griff nach den Sternen. Bereits seit anderthalb Jahren laufen die Tests für sein Project Loon, bei dem Ballons in großer Höhe die Rolle von Internet-Knoten für entlegene Gebiete spielen sollen (Spiegel.de). Und letztes Jahr wurde mit Titan Aerospace ein Hersteller gekauft, dessen mit Solarkraft betriebene Drohnen fünf Jahre in der Luft bleiben können.

In der Zwischenzeit wird Google auch Mobilfunk-Anbieter. Wie das US-Medium The Information jetzt erfuhr, hat der Konzern in den USA Netzkapazitäten bei T-Mobile und Sprint eingekauft und will sie in Eigenregie vermarkten. Sie sollen sein Angebot an Gigabit-Internet ergänzen, das in mehreren US-Großstädten betrieben wird (Heise.de).

 

Schatten-IT – ein kaum fassbares Wesen

Mitarbeiter lieben Dropbox & Co. und nutzen sie auch fleißig – meist an der IT-Abteilung vorbei. Externe Cloud-Dienste bauen eine „Schatten-IT“ im Unternehmen auf, die sich jeglicher Kontrolle entzieht. Mitunter weil IT-Mitarbeiter nicht so recht wissen, wie sie an das Thema herangehen sollen.

Nur 8 Prozent der IT-Mitarbeiter wissen überhaupt, was da alles in Form von Schatten-IT im Unternehmen genutzt wird. Das brachte nun eine weltweite Umfrage der Cloud Security Alliance zu Tage (Zusammenfassung auf Computerwoche.de). An mangelndem Interesse liegt es nicht. Eher an einer guten Methode, die gewonnenen Erkenntnisse in Richtlinien umzusetzen und deren Einhaltung tatsächlich durchsetzen zu können.

 

IT-MANAGEMENT

15 BI-Dienstleister in Deutschland wurden vom Analystenhaus Pierre Autorin Consultants (PAC) unter die Lupe genommen, darunter IBM und HP. Für die Bewertung maßgeblich waren rund 60 Kriterien wie Ressourcen, Kompetenzen, Referenzen oder Service-Portfolio. Zu den besten gehörten diesmal, außer den Favoriten IBM und Accenture, auch eher unbekanntere deutsche Anbieter wie etwa Infomotion. Zusammenfassung auf CIO.de.

Einen Überblick über den deutschen Cloud-Markt liefert der Analyst René Büst auf silicon.de. Neben einer Bewertung der wichtigsten Anbieter wie Amazon, Microsoft oder IBM in Bezug auf ihre deutschen Aktivitäten, fasst er die wichtigsten Trends und Herausforderungen zusammen, die aus Sicht der Anwender eine Rolle spielen. Darunter die Unterstützung von Standards wie OpenStack, Cloud-Connectivity, Hybrid-Funktionen und Multi-Cloud-Ansätze.

 

TECHNIK

Kann das Web auch auf Peer-to-Peer-Basis funktionieren? Diese Frage stellte sich das Entwicklerteam von BiTorrent und startete das Projekt Maelstrom. Hierfür wurde ein neuartiger Browser in den Alpha-Test geschickt, der Webseiten Paket für Paket zusammensetzt und im selben Modus anderen Nutzern zur Verfügung stellt. Auf diese Weise könnten große zentrale Server überflüssig werden. Details auf Golem.de.

Auf jeder Webseite eigene Notizen hinzufügen. Ohne viel Aufhebens hat das US-Startup Genius.com eine Funktion in Betrieb genommen, die öffentliche Diskussionen auf eine neue Ebene heben könnte. Die Funktion erlaubt, Kommentare am Text jeder x-beliebigen Webseite sehr einfach einzublenden. Dazu muss man lediglich der URL der Webseite ein genius.com/ davor setzen (hier ein Beispiel mit dem Text der Rede von Barack Obama zur Lage der Nation). Um selbst zu kommentieren braucht man einen eigenen Account.

Die Cloud bringt neue Hardware-Hersteller hervor. Einen davon, Quanta Cloud Technologies, porträtiert DataCenter Insider. Das ursprünglich Taiwanesische Unternehmen mit aktuellem Firmensitz in Kalifornien beliefert vor allem große Systemhäuser, in Deutschland sind es zur Zeit Delta und Z-Stor. In den USA macht derzeit auch Nebula von sich reden, das sich auf schlüsselfertige OpenStack-basierte Systeme für private Clouds spezialisiert hat.